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SchiesslClaudia
SchiesslClaudia, Rechtsanwalt
Kategorie: Reiserecht
Zufriedene Kunden: 16757
Erfahrung:  Fachanwältin für FamilienrechtFachanwältin für Arbeitsrecht
44859865
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SchiesslClaudia ist jetzt online.

Während einer Mittelmeerkreuzfahrt wurden diverse Landausflüge

Kundenfrage

Während einer Mittelmeerkreuzfahrt wurden diverse Landausflüge durchgeführte. Am 28. 09. 2012 wurde von Malaga aus die Al Hambra besucht. Es regnete in Strömen und die Führung begann mit den maurischen Gärten. Schon zu Beginn waren viele Teilnehmer nass, da die Reiseführerin lange brauchte bis sie die Eintrittskarten für ihre Gruppe hatte. Obwohl mehrere Teilnehmer die Reiseleiterin baten, trockene Räume oder den Bus aufzusuchen, lehnte diese mit der Begründung abder Bus kann nicht kommen, oder auch, wir können erst zu einer bestimmten Zeit in die Al Hambra, außerdem müsse Sie ihr Programm, wofür sie bezahlt wird durchziehen.

Nach einigen Stunden ging es dannzurück Richtung Schiff. Obwohl alle Teilnehmer tropfnass waren, wurde die Rückfahrt für ein Mittagessen in einem Hotel unterbrochen. Der Speisesaal war klimatisiert. Das Essen in dem stark gefüllten Restaurant dauerte ca. eine Stunde und 15 Minuten. Danach dauerte es noch einmal ca. 2,5 Stunden bevor wir auf dem Schiff zurück waren. Am Tag daraufhabe ich mich schriftlich beschwert, weil es während des gesamten Ausfluges keine Rückzugsmöglichkeit vor dem Regen gab.
Wenige Tage später erkrankte ich an einem grippalen Infekt und musste den Schiffsarzt aufsuchen. Die "Erklältung" plagt mich bis heute sehr stark, sodass ich für morgen erneut einen Arzttermin habe.

Kann ich die Ausflugskosten und die verauslagten Arztkosten vom Reiseveranstalter zurück fordern? Kann ich vom Veranstalter eine Minderung der Reisekosten einfordern?

Für Ihre Antwort bereits heute mein Dank!
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Reiserecht
Experte:  SchiesslClaudia hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,vielen Dank XXXXX XXXXX AnfrageDarf ich fragen:Wurde denn vor der Witterung gewarnt?Wurden Empfehlungen ausgesprochen, wie man sich zu kleiden hat ?
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.


Ja, es wurde auf die nasse Witterung,also über den Regen, informiert. Nicht inforfiert wurden die Reisenden darüber, dass es wöhrend des Landganges keine Unterstell- oder trockene Ausweichsmöglichkeiten gab. Der Teilnehmer mußte, ob er wollte oder nicht mit. Da die Öffnungszeiten der Al Hambrafür unsere Gruppe definiert war,könnte diese nicht vorher betreten werden. Dass der Bus nicht zur Verfügung stand, wurde erst während derBesichtigung der Gärten bekannt.

Experte:  SchiesslClaudia hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


vielen Dank XXXXX XXXXX Nachtrag.


Ich sehe hier eine Verletzung der Informationspflichten.




Ich habe hier ein Urteil des Landgerichts Frankfurt gefunden.


Danach besteht eine Hinweispflicht des Reiseveranstalters auf wetterbedingte Umstände, in diesem Fall bei Galoppaden in der Puszta
§§ 651d, e, f BGB



Die Mangelhaftigkeit der Reise war nicht auf Grund der Witterungsverhältnisse oder einer Unbereitbarkeit
der Puszta gegeben, sondern auf Grund einer Verletzung der Informationspflichte



Im Hinblick auf reisevertragliche Schutz- und Treuepflichten nach §§ 242, § 241 BGB haben Reiseveranstalter
eine Vielzahl von Aufklärungs- und Informationspflichten im Rahmen des Vertragsschlusses und bei der Abwicklung der Reise.



Zu diesen Pflichten gehört, dass der Reiseveranstalter grundsätzlich ungefragt über alle für eine ordnungsgemäße Durchführung der Reise erforderlichen Umstände informiert, so etwa
auch über nachteilige Umstände im Zielgebiet, welche nicht allgemein bekannt sind


Insbesondere hat der Reiseveranstalter, nachdem er in der Regel besser über die jeweilige Situation des Zielorts informiert ist, aus dem eigenständigen Gesichtspunkt der Fürsorge eine Umweltbeobachtungspflicht als Bestandteil des vereinbarten Leistungsbündels
(Führich, Rdnr.257 m.w. Nachw.).



Unterlässt er dies – wie vorliegend geschehen – stellt diese Verletzung
der Informationspflichten einen eigenständigen Reisemangel dar (s. zu der rechtlichen Einordnung einer
Informationspflichtverletzung als Reisemangel auch OLG Frankfurt a.M., NJW-RR 2002, 272).



Sie können also für die Landausflüge eine Reisepreisminderung geltend machen von 20-30 % pro Tag.


Die Ausflugskosten können Sie zurückfordern und auch die Arztkosten verlangen, wenn Sie in Nachweis bringen, dass Ihre Erkältung auf die Sorgfaltspflichtverletzung zurückzuführen ist







Wenn ich Ihnen weiterhelfen konnte bitte ich höflich um positive Bewertung


danke







SchiesslClaudia und weitere Experten für Reiserecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.


Sehr geehrte Frau Schiessl,


 


vielen Dank f+r die schnelle und umfassende Antwort. Ich denke, damit kann ich zufrieden sein. Sie haben einen sehr lachenden Smily verdienst.

Experte:  SchiesslClaudia hat geantwortet vor 4 Jahren.
Oh dankeschön !