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Johann Schweißgut
Johann Schweißgut, Diplom Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1094
Erfahrung:  Verhaltenstherapeut, Systemischer Berater und Coach, Supervisor
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Johann Schweißgut ist jetzt online.

Hallo, Assistentin: Vielen. Können Sie mir noch ein paar

Beantwortete Frage:

Hallo,
Assistentin: Vielen Dank. Können Sie mir noch ein paar weitere Informationen geben, damit ich den passenden Experten für Sie finden kann?
Kunde: Hallo, mein Mann (69, Akademiker) hat ein Buch geschrieben mit extrem pornografischem und inzestuösem Inhalt. Er will es veröffentlichen. Ich komme einfach nicht darüber hinweg, dass in seinem Kopf derartige Dinge stecken, die teilweise in Jugenderlebnissen gründen. Wir diskutieren viel darüber, aber ich bin einfach nur traurig und enttäuscht. Sehen Sie einen Ansatz, dass ich da raus komme? Sonst haben wir ein gutes Leben zusammen, wir reden und lachen viel zusammen. Aber jetzt ist mir das Lachen vergangen.
Gepostet: vor 1 Monat.
Kategorie: Psychologie
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Monat.

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrer Frage justanswer anvertrauen. Mein Name ist Johann Schweißgut

Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Monat.

Guten Tag,

Sie sind schockiert von den Inhalten des Textes, den Ihr Mann als Buch veröffentlichen möchte.

Darf ich noch etwas nachfragen?

Um welche Art von Text handelt es sich dabei? Hat Ihr Mann damit eine Autobiographie geschrieben? Oder einen Roman? Oder eine Dokumentation?

Wie begründet er, dass er den Text geschrieben hat und dass er ihn veröffentlichen will?

Sie sagen, er sei Akademiker. Welche Fachrichtung hat er studiert?

Vielen Dank ***** ***** für Ihre Ergänzungen.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Guten Tag, Herr Schweissgut,danke für Ihre rasche Reaktion.
Mein Mann ist Arzt, jetzt im Ruhestand, Franzose. Ich bin 71, ebenfalls Akademikerin, eh. Journalistin. Wir haben beide je eine Psychoanalyse gemacht - zu der Zeit, als das noch vier bis fünf Jahre dauerte. Wir waren beide verwitwet, als wir uns vor bald acht Jahren zusammentaten. Mein Mann hat mehrere Kinder, ich keine. Wir leben auf einer kleinen Insel im Indischen Ozean. Zu meinem Leidwesen haben wir keine sexuelle Beziehung mehr - Alterserscheinung bei meinem Mann.Mein Mann schreibt, seit er in Pension ist. Das ist gut für ihn, und er macht das auch gut. Vor einem Jahr wurde ein Band seiner Novellen in einem französischen Verlag veröffentlicht, mit geringem Erfolg. Mit dem neuen Buch verarbeitet er seine Jugend: Sein Vater war Zwerg, seine Mutter unbewusste Erotomanin, unüberlegt, vielleicht etwas dumm, übergriffig und kontrollierend. Er hat sehr unter ihr gelitten - "sie hat mein Leben vergiftet". Das Buch beschreibt die (erdachte) Beziehung zwischen Sohn und Mutter, mit Inzestszenen und weiteren drastischen Beschreibungen. Das Buch ist angefüllt mit gestörten Monstern.
Er will es veröffentlichen, weil er es "ein Meisterwerk" findet - er hat ein Jahr lang daran gearbeitet. Literarisch ist es tatsächlich gut - soviel Unterscheidungsvermögen habe ich dann doch noch.
Mein Mann sagt, zehn Prozent sei wahr, der Rest erfunden. Das glaube ich ihm, aber ich werde trotzdem nicht damit fertig. Was mich stört: Dass es in seinem Hirn extrem dunkle, sehr sexbezogene Bereiche gibt, sehr viel Trauer und Melancholie, immer wieder Todesgedanken, Angst vor Krankheiten ... (Unsere beiden ehemaligen Partner sind an Krebs gestorben)
Im Übrigen haben wir eine sehr gute Beziehung, liebevoll, aufmerksam, dankbar, dass wir beide im Alter nochmals jemanden gefunden haben, der passt. Aber nun sehe ich nur noch schwarz, und mein Vertrauen wird auf eine harte Probe gestellt. Ich weiss nicht mehr, wer mein Mann ist: Der, mit dem ich nett frühstücke, oder der, der sich in dem Buch offenbart. Was geht in seinem Kopf vor? Welche Monster warten hier noch, um eines Tages vielleicht herauszukommen? Wo bin ich? Was ist meine Position, meine Rolle? Es ist weniger der Inhalt des Romans, mit dem ich nicht fertigwerde - auf Sexszenen muss man in dieser Zeit überall gefasst sein -, sondern die Monster im Kopf meines Mannes, die ich bedrohlich finde.
Wie komme ich da heraus? Wir reden übrigens schon jetzt viel über das Ding, aber es macht mich nur traurig und unsicher.
Danke für Ihre Antwort. Hier habe ich leider niemanden, mit dem ich darüber reden könnte oder wollte ...
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Monat.

Vielen Dank für Ihre Ergänzungen, sie helfen mir, zu verstehen.

Ich habe den Eindruck, es macht Ihnen Angst, zu erfahren, was im Kopf Ihres Mannes vor sich geht. So eine Angst kann tatsächlich Vertrauen verunsichern und depressive Stimmungen auslösen. Andererseits gibt es noch so viel Offenheit und Verstrauen zwischen Ihnen, dass Sie über diese Dinge miteinander sprechen können. Das spricht für eine gute und stabile Beziehung.

Ihr Mann hat offenbar in seiner Jugend Erlebnisse gehabt, die ihn bis in die Gegenwart belastet haben. In der Beziehung zu seinen Eltern hat es für ihn wohl sehr schmerzhafte Erfahrungen gegeben, die nicht leicht zu verarbeiten sind.

Jeder Mensch, der belastende Themen aus der Jugend mit sich herumträgt, steht in seinem Leben auch vor der Frage, wie er damit umgehen kann. Vergessen reicht häufig nicht, sie kommen irgendwann doch wieder hoch. Immer entstehen Probleme in engen Beziehungen, wenn diese Erfahrungen kommuniziert werden. Für den Partner kommt dann eine neue Seite der Persönlichkeit zum Vorschein, die bedrohlich oder fremdartig wirkt. Manchmal sind das dann Momente, die eine Labilisierung der Persönlichkeit oder psychische Krankheit bei dem Menschen auslösen, der mit seiner Vergangenheit kämpft.

Wir Psychologen machen die Erfahrung, dass es häufig eine große Entlastung und Befreiung mit sich bringt, wenn der Betroffene seine Jugenderfahrungen aufschreibt. Das wirkt meistens besser als Psychotherapie. Ihr Mann hat offenbar diesen Weg gewählt. Er macht den Versuch, sich von diesen Erinnerungen zu befreien, indem er sie aufschreibt und veröffentlicht.

Gerade weil er diese tut, können Sie sich darauf verlassen, dass er diese Erinnerungen ad acta legen wird, wenn er sein Buch veröffentlicht hat. Dann ist sein Verarbeitungsprozess abgeschlossen. Das wird eine Befreiung für ihn sein.

Dadurch wird er auch in Zukunft der für Sie liebenswerte und vertrauenswürdige Mensch mit einer stabilen Persönlichkeit bleiben können.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Rückfragen beantworte ich selbstverständlich und gern.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Guten Morgen, Herr Schweissgut,ich bedanke ***** *****ür Ihre Antwort, sie ist in vielem aufschlussreich und wird mir helfen zu verstehen.Trotzdem bin ich mit Ihrer Antwort nicht so ganz zufrieden. Sie schreiben sehr viel über meinen Mann und stellen das auch gut dar. Aber: Wie werde ICH mit der Sache fertig? Es geht mir immer noch nah, obwohl es sich - indem wir zusammen diskutieren - etwas besser geworden ist. Aber ich suche immer noch einen Ansatz, das angeknackste Vertrauen wieder herzustellen. Noch immer gehen mir wilde Gedanken durch den Kopf, noch immer machen mir die Monster in seinem Kopf Angst.
Also bitte ich Sie um einen Hinweis, eine Idee, wie ich da raus komme.Mit freundlichem Gruss
Maria
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Monat.

Entschuldigen Sie, Sie haben recht. Ich habe fast nur über ihn gesprochen und nicht über Sie.

Unabhängig davon, wie es für Ihn ist, lösen seine Bilder in Ihnen Angst aus und verunsichern Ihr Vertrauen in ihn. Es wühlt Sie offenbar sehr auf, zu erleben, dass er auch noch andere Seiten in seiner Persönlichkeit hat als es bisher für Sie wahrnehmbar war.

Wie ich schon sagte, werden seine "alten", Ihnen vertrauten Seiten wieder stärker in den Vordergrund kommen, wenn er mit seinem Buch abgeschlossen hat. Aber Sie haben recht, dieser Gedanke ***** ***** nicht so recht.

Ich möchte ihnen drei Vorschläge machen, wie Sie für sich mit dieser Lage zurecht kommen können und aus Ihrem Gedankenkreisel, der Ihnen Angst macht und Ihr Vertrauen zu zerstören droht, herauskommen können.

1. Sie können die Technik des Gedankenstopps einsetzen. Immer wenn der Gedankenkreisel beginnt, sagen Sie zu sich selbst (am besten laut) "stopp" und wenden sich anderen, angenehmen Gedanken zu. Nach einiger Übung kann Ihnen das helfen, Ihre Gedanken wieder unter Ihre Kontrolle zu bekommen.

2. Zusätzlich können Sie Ihre Gedanken an die Ihnen vertrauten positiven Seiten Ihres Mannes neu verankern. Versuchen Sie sich an Situationen Ihrer Ehe in der Vergangenheit zu erinnern, in denen Ihr Gefühl der Zuneigung und Ihr Vertrauen besonders stark waren. Am besten wäre es, wenn Sie diese Situationen in einer Art Tagebuch aufschreiben würden.

3. Für den Fall, dass diese beiden Techniken nach 2-3 Monaten nicht die erwünschte positive Wirkung erzielt haben, könnten Sie stärker in die Selbstreflexion gehen. Es könnte sein, dass Ihr Mann mit seiner Verarbeitung seiner Jugenderfahrungen gewissermaßen Ihre eigenen verborgenen Jugenderfahrungen berührt und angestoßen hat. Vielleicht tragen auch Sie alte Erlebnisse und Bilder in sich, die sich jetzt melden und die Sie beunruhigen. Das sind mit Sicherheit andere Bilder als die Ihres Mannes, Sie sind sicher auch nicht in gleichem Maße schockierend. Aber dennoch ist es immer beunruhigend, wenn ein Gefühl aufkommt, solche alten Bilder könnten wieder "zum Leben erweckt" werden. Wie ich oben bereits sagte, tragen die meisten Menschen solche verdrängten Bilder mit sich herum. Und jeder muss einen Weg finden, damit umzugehen. Wenn Sie auf Ihre alten Bilder stoßen, sollten Sie ebenfalls den bewährten Weg gehen und sie aufschreiben.

Freundliche Grüße

Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Monat.

Rückfragen auch zu dieser Antwort beantworte ich selbstverständlich und gern.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Danke, ***** ***** schon besser. Punkt 1 ist reine Verdrängung, hilft mir wenig. Punkt 2 könnte ein Ansatz sein, werde ich verfolgen. Und Punkt 3: Volltreffer, mein Vater hat sich mal an mir vergriffen, und natürlich kommt das nun wieder hoch. Ich dachte, ich hätte das in meiner Analyse genügend reflektiert, scheint aber nicht so. Jedenfalls werde ich mich nochmals damit befassen.
Ich danke ***** *****ür Ihre Hilfe - schnell und professionell und angenehm im Ton. Erstaunlich, was man in einem kurzen Schriftverkehr alles klären und rausholen kann. Jedenfalls hat es mir schon geholfen, die Dinge aufzuschreiben.
Freundlichen Gruss und schönes Wochenende
Maria
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Monat.

Danke für die Rückmeldung und

freundliche Grüße

Johann Schweißgut und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.