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Johann Schweißgut
Johann Schweißgut, Diplom Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1048
Erfahrung:  Verhaltenstherapeut, Systemischer Berater und Coach, Supervisor
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Johann Schweißgut ist jetzt online.

Hallo, mein Mann hatte mich vor einem Jahr verlassen,ist

Beantwortete Frage:

Hallo, mein Mann hatte mich vor einem Jahr verlassen,ist jetzt aber wieder eingezogen.
Das Problem: Meine Eltern haben ein Wochenendgrundstück, dort hatte mein Mann vor einigen Jahren Wein angebaut und auch mitgeholfen beim Mähen,Hecke schneiden usw.
Meine Eltern wollen das Grundstück verkaufen, da mein Mann kein Interesse mehr hat, ich möchte es behalten,schaffe es aber alleine nicht,da wir auch ein Haus und Garten haben. Jetzt haben meine Eltern schon Käufer gefunden und ich bin sehr traurig und komme damit nicht klar. Meine Eltern wollten uns das Grundstück schon vor einigen Jahren geben. Mein Mann wollte es aber nicht.mir tut das jetzt furchtbar leid, weil meine Eltern es nicht verkaufen würden,wenn mein Mann es auch gerne behalten würde. Er hat aber kein Interesse und ich kann das alleine nicht schaffen. Was soll ich tun?
Gepostet: vor 1 Monat.
Kategorie: Psychologie
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Monat.

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrer Frage justanswer anvertrauen. Mein Name ist Johann Schweißgut

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Ich bin hin- und hergerissen, ich möchte das Grundstück behalten, meine Eltern wollen mir das nicht zumuten, da mein Mann kein Interesse hat und alleine schaff ich das nicht.
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Monat.

Guten Tag,

ich nehme an, dass sich für Sie persönlich sehr alte und schöne Erfahrungen mit diesem Grundstück verbinden. Vielleicht war das der Ort, an dem Ihre Familie, Eltern und Kinder zusammen, viele Wochenenden in entspannter und harmonischer Athmosphäre verbracht haben.

Jetzt scheint die Zeit gekommen zu sein, in der Sie alle nicht mehr die Zeit und Kraft aufbringen können, dieses Grundstück zu pflegen. Vielleicht sind in den vergangenen Jahren ja auch die Zusammenkünfte dort viel seltener geworden. Vermutlkich hat dieser Ort der privaten, harmonischen Gemeinsamkeit für alle Beteiligten an Bedeutung verloren - in einem schleichenden Prozess, so dass es kaum wahrnehmbar war.

Aber jetzt, da Ihre Eltern es verkaufen wollen. kommt bei Ihnen persönlich die alte Verbundenheit damit wieder hoch und Sie leiden bei dem Gedanken, dass es Ihnen verloren geht.

Zugleich ist offenbar niemand von den Beteiligten in der Lage oder bereit, das Grundstück weiter zu pflegen und zu nutzen.

Vielleicht ist jetzt die Zeit des Abschieds gekommen?

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Stimmt ja. Wir waren dort sehr viel und es kommen die schönen Erinnerungen hoch.Meine Eltern könnten jetzt zwar noch dazuhelfen, sind aber beide um die 80 Jahre alt. Trotzdem tut es weh,meinem Mann machte es sonst Spaß, dort zu arbeiten. Wenn er mitmachen würde,würden wir es auch schaffen. Bin irgendwie auch enttäuscht.Er hatte extra Weinstöcke gepflanzt. Vielleicht bin ich auch egoistisch. Ich sehe aber auch,wie sehr es meinen Papa belastet, das herzugeben. Das tut mir sehr leid.
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Monat.

Einerseits kommen die schönen Erinnerungen aus der Vergangenheit hoch und andererseits haben Sie in der Gegenwart ja allen Grund zue Freude. Immerhin ist Ihr Mann ja zurück gekommen. Das könnte ja vielleicht viel wichtiger sein als die schönen Kindheitserinnerungen mit Mama und Papa?

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Stimmt schon.Es sind vor allem auch die Erinnerungen meinem Mann, wir waren schon im Teenageralter viel dort und alle haben zusammengeholfen. Das war immer sehr schön. Natürlich muss ich das auch akzeptieren,wenn ihm das zu viel ist. Es sind immerhin 1500 m2 mit Hecke und Obstbäumen. Daheim haben wir dann auch noch ein Haus mit Garten. Aber er sagt immer,er hat keine Zeit dafür, bei seiner Mutter arbeitet er seit zwei Wochen jeden Tag im Garten nach der Arbeit,obwohl sein Bruder auch gleich in der Nähe wohnt und helfen könnte. Das verstehe ich nicht und das verletzt mich auch. Sehe ich das falsch?
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Monat.

Naja, jeder Mensch hat gefühlsmäßig seine Prioritäten. Bei einem Ehepaar, das zusammensteht, ist das zunächst der Partner ueziehund die gemeinsamen Kinder. Und dann kommen in der zweiten Reihe die eigenen Eltern. In Ihrem Falle gibt es Ihre Eltern und in seinem Falle seine Mutter, und die sind nicht austauschbar. Ich vermute, Sie würden nicht auf die Idee kommen, dauerhaft bei seiner Mutter auszuhelfen, wohl aber bei Ihren Eltern. Das ist ganz normal und natürlich. Sie sollten sich durch die natürliche Beziehung Ihres Mannes zu seiner Mutter nicht verletzt fühlen, solange er zu Ihrer Beziehung steht. Genause muss Ihr Mann sich nicht verletzt fühlen, wenn Sie Sehnsicht nach dem Garten Ihrer Eltern haben, solange Sie zu der Beziehung zu ihm stehen.

Ich gehe davon, dass die Beziehung eines Paares das Wichtigste ist, dafür sollte jeder von beiden viel tun. Und hinsichtlich der Eltern geht dann - ganz natürlich - jeder seinen eigenen Weg.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Da haben Sie schon Recht. Man sollte das natürlich immer von beiden Seiten sehen. Meine Eltern wollten uns das Grundstück vor zwei oder drei Jahren schenken,hätten aber natürlich noch dazugeholfen. Es hätte sich also von der Arbeit her nichts verändert. Aber ich hätte es jetzt behalten können. Mein Mann wollte es da aber schon nicht. Wenn ich meine Eltern so sehe, wie schwer es ihnen fällt zu verkaufen bricht es mir das Herz. Ich hab beide angebettelt, es nicht zu verkaufen,sondern vielleicht zu verpachten, da ich es behalten möchte. Keine Chance.
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Monat.

Ja, wenn Sie und Ihr Mann es nicht wirklich übernehmen können, was bleibt dann Ihren alten Eltern übrig? Außerdem: Sie sind ja offenbar die Eigentümer und können somit ganz und gar selbst entscheiden.

Sie sollten aber in erster Linie darauf achten, dass dieses Thema nicht zu einer Belastung Ihrer Beziehung zu Ihrem Mann wird. Er ist gerade erst zurück gekommen - es könnte ihn wieder "vertreiben".

Ich möchte Ihnen daher empfehlen: Verabschieden Sie sich von dem Grundstück. Gehen Sie noch einmal hin, machen Sie einen Abschiedsbesuch, auch wenn es weh tut. Jeder Abschied tut weh und nach einiger Zeit lässt der Schmerz nach. Aber wenn man sich nicht richtig verabschiedet, hat man man einen dauerhaften Schmerz. Das sollten Sie sich nicht antun.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Das Problem ist,es ging alles recht schnell. Meine Eltern hatten die Anzeige aufgegeben und morgen wird schon alles verkauft. Ich konnte mich nicht wirklich verabschieden.
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Monat.

Sie können es sicher immer noch. Der neue Eigentümer würde Sie sicher noch einmal auf das Grundstück lassen.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Ich hätte wahrscheinlich anders gehandelt und es behalten,wenn meinem Mann so viel daran gelegen wäre. Also umgekehrte Situation. Aber da ist wahrscheinlich jeder anders, mein Mann versteht mich da auch überhaupt nicht,wie es mir gefühlsmäßig geht. Er hängt auch an unserem Haus nicht so wirklich. Ich bin da vielleicht auch zu sensibel.
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Monat.

Auch in der Ehebeziehung gibt es immer Themen, bei denen der Eine den Anderen nicht verstehen kann. Er versteht nicht, dass Sie so an dem Grundstück hängen, und Sie verstehen nicht, dass er sich um den Garten seiner Mutter kümmert. Sie reagieren sensibel darauf, dass er Sie nicht versteht, und zieht sich zurück, wenn Sie ihn nicht verstehen. Ihnen ist offenbar beiden die Vergangenheit wichtiger als Ihre Gegenwart und Ihre Ehe.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Da haben Sie schon Recht. Im Endeffekt ist es vom Verstand her wahrscheinlich die richtige Entscheidung. Wenn jemand von meinen Eltern Hilfe braucht und krank wird schaffen wir das alles nicht mehr. Ich fühle mich auch irgendwie unter Druck gesetzt und wollte es auch für meine Eltern erhalten. Meine Eltern sagen, sie würden es nicht verkaufen,wenn mein Mann Interesse hätte, dadurch setze ich meinen Mann natürlich auch unter Druck. Das ist wahrscheinlich auch unfair ihm. Ich werde es jetzt akzeptieren müssen, aber ich hätte einfach noch länger gebraucht,um mich davon zu verabschieden.
Vielen Dank für Ihre Hilfe. Ihre Einschätzung hat mir wirklich sehr weitergeholfen.
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Monat.

Ich wünsche Ihnen alles Gute

Johann Schweißgut und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.