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Johann Schweißgut
Johann Schweißgut, Diplom Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1086
Erfahrung:  Verhaltenstherapeut, Systemischer Berater und Coach, Supervisor
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Johann Schweißgut ist jetzt online.

Ich habe ein Problem mit dem Verhalten meines Partners. Wir

Kundenfrage

ich habe ein Problem mit dem Verhalten meines Partners. Wir führen keine "richtige" Beziehung, sondern eher so etwas wie eine Affäre. Sind aber beide Single. Mein Wunsch, und laut seiner Aussage auch seiner, ist es, zusammen zu ziehen und ein gemeinsames Leben zu führen. Allerdings "stimmt" bei ihm irgend etwas nicht, und ich möchte dem "Kind" gerne einen Namen geben oder sein Verhalten verstehen. Er hat 2 gescheiterte Ehen wegen Fremdgeherei seinerseits hinter sich und auch die ein oder andere Beziehung ist gescheitert. Unsere Affäre bestand bereits als er noch verheiratet war. Nun das Problem: Er ist trotzdem nach wie vor auf der Suche nach weiblichen Kontakten, "baggert" hier und da auch Frauen an, macht ihnen liebevolle Komplimente und treibt sich auch auf Dating-Portalen herum. Alles natürlich ohne mein Wissen. Mir (und vielleicht auch allen anderen Frauen) gibt er vor, DIE Liebe des Lebens zu sein. Wenn ich eine Vermutung äußere, sagt er, er will mich nicht verlieren, usw. Es steht ihm frei zu gehen und sich die nächste Frau zu angeln, trotzdem zieht es ihn immer wieder zu mir. Bin ich einmal distanziert, gibt er sich besonders viel Mühe......Für mich ist dieses Verhalten nicht normal und ich hege den Verdacht, das dahinter irgend eine Störung stecken muß. Ich verabschiede mich langsam von dem gedanken das er sich ändern kann oder wird und eine richtige beziehung wird für mich immer unwahrscheinlicher. Trotzdem möchte ich sein verhalten verstehen, möchte wissen worauf seine ständige, fast schon zwanghafte Suche gründet und habe trotz allem noch ein bisschen Hoffnung, durch ein Gespräch (ohne Vorwürfe) sondern mit Verständnis dieses "Problem" aus der WElt zu schaffen und zu bewältigen. Dazu brauche ich aber irgend wie einen Ansatz, worum es sich hier tatsächlich handelt. Assistentin: Vielen Dank. Können Sie mir noch ein paar weitere Informationen geben, damit ich den passenden Experten für Sie finden kann? Kunde: welche Informationen benötigen Sie noch?

Gepostet: vor 1 Jahr.
Kategorie: Psychologie
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Jahr.

Sehr geehrte Kundin,

guten Tag und vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrem Problem justanswer anvertrauen.

Sie haben sicher recht, wenn Sie vermuten, dass hinter dem auffälligen Verhalten Ihres Partners eine psychische Störung steht. Bevor ich aber dazu mehr sagen kann, möchte ich noch etwas nachfragen:

Wie alt sind Sie beiden? Können Sie noch etwas über die Herkunftsfamilie Ihres Partners, über seine Eltern und über seine Kindheit erzählen?

Vielen Dank ***** ***** für Ihre Ergänzungen und freundliche Grüße.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.

Vielen Dank für die schnelle Reaktion.

Wir sind beide Anfang, bzw. Mitte 40.

Sein Vater hatte laut seinen Erzählungen auch Affäre(n) und die Mutter ist aufgrund dessen wohl auch das ein oder andere mal mit Sack und Pack und den Kindern aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen,um kurz darauf wieder zurück zu kehren.

Aus diesem Grund hat er wohl auch viel Zeit bei seinen Großeltern verbracht.

Letzendlich ging die Ehe der Eltern dann doch in die Brüche und der Vater lebte mit der Affäre zusammen.

Zu seinem Vater hatte er (glaube ich) ein gutes Verhältnis, mit der Mutter sowie dem Rest der Familie mütterlicherseits als auch zu seiner Schwester bestand mehrere Jahre Funkstille. Nach der Trennung von seiner letzten Frau besteht der Kontakt wieder, und das sogar recht gut und häufig wie ich das mit bekomme.

Mehr weiß ich leider auch nicht über die Herkunftsfamilie und seine Kindheit.

Etwas wichtiges ist mir noch eingefallen. Vor kurzem sagte er zu mir, als das Thema Zusammen wohnen und mein Misstrauen ihm gegenüber aufkam, er hat Angst vor sich selbst, da durch seine Schuld schon mehrere Beziehungen in die Brüche gingen.

Vielleicht ist das relevant

Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Jahr.

Vielen Dank für Ihre Ergänzungen, sie helfen mir, besser zu verstehen.

Ich kann ja hier keine sichere Diagnose machen, weil ich Ihren Partner nicht persönlich untersuchen kann. Aber vermutlich leidet er an einer Bindungsangst. Solche Menschen sind nicht in der Lage, eine stabile Beziehung einzugehen.

Eine solche Bindungsangst steht im Zusammenhang mit Erfahrungen in der Kindheit. Wenn ein Kind in frühen Jahren die Beziehung der Eltern als sehr unsicher und brüchig erlebt und Trennungssituationen mit durchlebt, entsteht bei ihm eine tiefe unbewusste Angst vor Beziehungen. Beziehung wird immer mit dem Schmerz assoziiert, verlassen zu werden. Deshalb wird eine feste Beziehung gemieden, ohne dass dem Menschen die Gründe bewusst sind. Wahrscheinlich hat er schon als Kind das Gefühl gehabt, dass "durch seine Schuld" die Beziehung der kaputt gegangen ist.

Sie tun daher gut daran, nicht auf eine dauerhafte Beziehung mit ihm zu hoffen. Sie können sich selbst viele wiederkehrende Enttäuschungen ersparen, wenn Sie sich von ihm zurück ziehen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Freundliche Grüße

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.

Diese Vermutung hatte ich auch schon. Aber spricht nicht die langjährige Ehe die er führte dagegen?

Und gibt es keine Möglichkeit, diese Bindungsangst zu therapieren oder abzuschwächen?

Ich habe ihn ja trotz allem sehr gern und zeige auch viel Verständnis.

Deshalb möchte ich ihn nicht so einfach aufgeben, sondern (sofern er das überhaupt will) mit ihm gemeinsam daran arbeiten.

Aber wo könnte ich ansetzen?

Oder sehen sie das gänzlich aussichtslos?

Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Jahr.

Sie sagten, während der Ehe sei er fremd gegangen, damit hat er für sich die Verbindlichkeit der ehrlichen Beziehung immer wieder aufgelöst. Das passt genau zu Bindungsangst.

Die Entstehung der Störung in der fruhen Kindheit hat zur Folge, dass sie nicht nenneswert veränderbar ist. Bindungsangst gilt deshalb als nicht therapierbar.

Ich möchte Ihnen keine falschen Hoffnungen machen, deshalb habe ich Ihnen meine ehrliche fachliche Einschätzung geschildert.