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Johann Schweißgut
Johann Schweißgut, Diplom Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1005
Erfahrung:  Verhaltenstherapeut, Systemischer Berater und Coach, Supervisor
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Johann Schweißgut ist jetzt online.

Meine Freundin hat eine impulsstörung und mich am Anfang der

Kundenfrage

meine Freundin hat eine impulsstörung und mich am Anfang der Beziehung auch darauf hingewiesen. Sie hat des öfteren mal kleine Aussetzer und reagiert auf gewisse Situation über. Aber gestern War es besonders schlimm. Wir hatten einen eher kleinen Streit und plötzlich machte sie Schluss und schrie mich an sie hasst und verachtet mich und weiter Beleidigungen auch dass sie mich nie wieder sehen will und sie fing auch an zu hyperventilieren. Nach einer Stunde ca. Hat sie sich wieder beruhigt. Meine Frage ist nun was ich tun kann um dem in solchen dem entgegen zu wirken oder wie ich mit ihr daran arbeiten kann, dass so eine Reaktion nicht mehr auftritt
Gepostet: vor 1 Jahr.
Kategorie: Psychologie
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Jahr.

Sehr geehrter Kunde,

guten Tag und vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrem Problem justanswer anvertrauen.

Sie beschreiben eine Situation, in der Ihre Freundin sehr heftig überreagiert hat mit aggressivem, beleidigenden Verhalten Ihnen gegenüber. Ihre Freundin hatte Sie früher darauf hingewiesen, dass sie unter einer Impulsstörung leidet.

Eine Störung der Impulskontrolle ist häufig Teil einer psychischen Krankheit. In so einem Fall kann die Störung nicht isoliert für sich gesehen und behandelt werden, es sollte dann eine Diagnostik und Therapie der gesamten psychischen Krankheit durchgeführt werden.

Sie überlegen und fragen jetzt, in welcher Weise Sie als Partner die Störung Ihrer Freundin beheben können. Um dazu etwas sagen zu können, sollten zunächst geklärt werden, ob es sich um eine isolierte Störung handelt oder ob sie Teil einer psychischen Krankheit ist. Grundsätzlich kann erst dann sinnvoll über Hilfe- und Therapiemaßnahmen gesprochen werden. Ich möchte Ihnen daher zunächst empfehlen, Ihre Freundin dazu zu bewegen, sich diesbezüglich untersuchen zu lassen.

Es handelt sich jedenfalls um eine psychische Störung, die Frage ist nur, welches Ausmaß die Störung hat. In jedem Falle ist es aber sehr problematisch, wenn innerhalb einer Beziehung der Partner gewissermaßen "Therapiemaßnahmen" versuchen will. So etwas wäre nach aller Erfahrung Gift für die Beziehung und könnte diese im schlimmsten Falle zerstören. Und wenn es sich um eine umfassendere psychische Krankheit handelt, können solche Unterstützungsversuche des Partner sogar eine Verschlimmerung des psychischen Zustandes der Betroffenen herbeiführen.

Daher möchte ich generell empfehlen, dass Sie sich bei Ausbruch der Störung, also bei einer Überreaktion Ihrer Freundin, zurückhalten, evtl. auch den Raum verlassen. Sie sollten auf keinen Fall versuchen, beruhigend auf sie einzuwirken, das würde eher die Dauer und Heftigkeit der Überreaktion steigern.

Sie werden sicher Rückfragen haben. Schreiben Sie sie mir hier, ich werde sie selbstverständlich beantworten.

Ich wünsche Ihnen alles Gute. Freundliche Grüße

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Nun haben vieler meine Freunde gestern mitbekommen, dass erst Schluss War sich die Lage aber beruhigt hat. Sie schämt sich jetzt und ich brauche eine Lösung dass sie sich nicht mehr schämt und wieder vor meine Freunde treten kann. Meine Freunde wissen alle nichts von ihrer impulsstörung und sollten es besser auch nicht wissenFreundliche grüße
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Jahr.

Ja, den Freunden muss man solche Dinge auch nicht erzählen.

Andererseits: Wenn ein Mensch seine gefühlsmäßigen Impulse selbst von innen heraus nicht unter Kontrolle bekommen kann, dann kommt der Anfang einer positiven Entwicklung immer von außen. Wir Menschen haben dafür die natürliche Reaktion "Scham". Wenn ich mich wegen eines Verhaltens schäme, ist das die beste Vorbeugung für die Zukunft, dass das Verhalten weniger und schwächer wird. Denn die Scham weckt und stärkt innere Kräfte für eine Impulskontrolle. Deshalb gehört Scham zu dem Aufbau einer Impulskontrolle dazu.

Es ist gut, dass sie sich schämt. Wenn sie es nicht täte, wäre das ein schlimmes Zeichen und die Prognose für eine Besserung der Impunskontrolle wäre sehr schlecht.

Sie sollten ihr die Scham nicht ausreden, sie aber auch nicht verstärken. Seien Sie so freundlich und lieb zu Ihrer Freundin wie sie es gewohnt ist. Machen Sie von sich aus das Ereignise von gestern und die Scham nicht zum Thema. Planen Sie ganz selbstverständlich zukünftige Treffen mit Ihren Freunden. Nach einiger Zeit wird bei Ihrer Freundin die Scham nachlassen und sie wird mit zu den Treffen gehen. Vielleicht wird es ihr beim ersten Mal unbehaglich sein, aber sie wird sich dann entspannen. Das ist im normalen Alltag der beste Weg, wie Ihre Freundin aus eigener Kraft die Impulsstörung abschwächen kann.

Freundliche Grüße