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Johann Schweißgut
Johann Schweißgut, Diplom Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1029
Erfahrung:  Verhaltenstherapeut, Systemischer Berater und Coach, Supervisor
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Johann Schweißgut ist jetzt online.

Mein Kind ist vier jahre alt. Vor mehr als vier Wochen

Kundenfrage

Hallo,
Mein Kind ist vier jahre alt. Vor mehr als vier Wochen hatte sie eine antibiotikabehandlung. Als Folge hatte sie Probleme beim stuhlgang aufgrund eines entzündeten Po's. Jetzt hat sie Angst, dass es noch immer weh tut beim stuhlgang und sie hält es zurück. Sie drückt nicht mehr. Sie hat starke Schmerzen und hält es über tage zurück. Wir haben bereits alles versucht. Sie bekommt movicol, um die angst vor möglichen schmerzen zu verringern. In der kita geht sie. Nur bei uns zu hause nicht. Hief gatten wir einen einlauf gegeben. Ich denke, dass sie sich noch immer daran erinnert. Wir sind ruhig und rdden ihr gzt zu. Es hilft jedoch eibfacb nichts. Sie sagt uns ins gesicht, dass sie nicht drückt und es nicht raus lassen wird. Was können wir noch tun?
Mit freundlichen grüßen
***
Gepostet: vor 1 Jahr.
Kategorie: Psychologie
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Jahr.
Sorry, meine abgesendete Antwort ist wohl durch eine technische Panne hier nicht angekommen. Hier kommt sie noch einmal:Zunächst vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrem Problem justanswer anvertrauen.Sie schreiben, dass Ihre kleine Tochter vor einiger Zeit eine Entzündung am Darmausgang und dadurch wohl Schmerzen beim Stuhlgang hatte. Jetzt scheint sie Angst zu haben, dass Sie wieder Schmerzen beim Stuhlgang hat, und hält deswegen zurück. Allerdings schreiben Sie auch, dass sie in der Kita problemlos zur Toilette geht.Wenn sie in der Kita keine Probleme damit hat, dann kann es nicht an der vermuteten Angst allein liegen, wenn sie zuhause einhält. Selbt das Erlebnis, zuhause einen Einlauf bekommen zu haben, würde die Angst nicht erklären. Möglicherweise hat anfangs Angst eine Rolle gespielt, aber das scheint sich geändert zu haben.Bei Kindern in diesem Alter geschieht es häufig, dass eine anfängliche Angst nach einiger Zeit durch eine Gewohnheit abgelöst wird. In diesem Alter bilden Kinder sehr schnell Gewohnheiten, die sich nach kurzer Zeit einschleifen. Das unterschiedliche Verhalten Ihrer Tochter beim Stuhlgang spricht dafür, dass sich bei ihr eine Gewohnheit gebildet im Sinne von "zuhause drücke ich nicht, ich lasse es zuhause nicht raus". Das macht sie ganz unbewusst, so wie sich alle Gewohnheiten unbewusst bilden. Auf keinen Fall macht sie das um die Eltern zu ärgern oder um trotzig zu sein.Ich möchte Ihnen deshalb empfehlen:Achten Sie darauf, dass der Stuhl möglichst immer weich ist, durch entsprechende Ernährung und durch Bewegung.Da sie in der Kita damit kein Problem hat, sollten Sie es auch zuhause nicht als Problem behandeln. Fordern Sie sie nicht zum Toilettengang auf, reden Sie ihr nicht gut zu, schenken Sie ihr wegen dieses Themas keine zusätzliche Aufmerksamkeit. Selbst wenn es mal in die Hose geht - weil ja der Stuhl weich oder auch mal dünn ist - machen Sie schnell das Nötige, machen Sie kein Aufhebens davon, gehen Sie schnell wieder zur Tagesordnung über.Grundsätzlich: Eine beginnende Gewohnheit verfestigt bei einem kleinen Kind sich sehr schnell, wenn man ihr zusätzliche Aufmerksamkeit schenkt. Sie verliert sich aber auch sehr schnell, wenn man sie ignoriert.Sie werden sicher Rückfragen haben, schreiben Sie sie mir hier, ich werde sie gern beantworten.Freundliche Grüße
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Es ist wirklich sehr schwierig der sache keine Beachtung zu geben. Wenn es ihr schlecht geht und sie muss, kommt sie zu mir und erzählt bzw. sagt mir, dass sie auf Toilette muss. Dann nimmt sie meine Hand und bittet mich mit ihr auf Toilette zu gehen. Ich tue es, ohne Kommentar und dann stehen wir vor dem der Toilette und sie sagt sie möchte nicht mehr gehen und auch nicht drücken. Sie wird auf jeden Fall nicht drücken und es raus lassen. Heute abend (nachdem ich Ihnen geschrieben hatte), War sie das erste mal seit langem bei uns.allerdings haben wir mit ihr gesprochen und Versprechungen gemacht. Es War sicher nicht richtig, aber heute für uns sehr wichtig. Im großen und ganzen haben wir aber das Gefühl, dass es immer schwieriger wird. Zu sehen, wie sie sich quält, ist sehr schwer für uns.
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Jahr.
Danke für Ihre Ergänzungen.Ich freue mich, dass es heute abend geklappt hat. Es ist auch kein Problem, dass Sie ihr heute Versprechungen gemacht haben. Aber dass sie gewirkt haben zeigt, dass es nicht mehr um Angst geht, die ist wahrscheinlich inzwischen nicht dominierend.Eine Gewohnheit wird aufrecht erhalten und gestärkt durch "Erfolg". Wenn man dafür Versprechungen erhält, dann ist das ein großer Erfolg. Aber noch einmal: Das Kind versucht nicht, Sie zu manipulieren oder auszunutzen, das ist ein vollkommen unbewusster Vorgang.Wenn Sie sie belohnen für einen Toilettengang, dann ist das gut. Das zeigt die Richtung aus der Gewohnheit heraus. Aber nicht zu viel Aufmerksamkeit geben, wenn sie sich weigert. Besser ist es, eine Belohnung ansagen und dann nicht weiter auf sie einreden. Auf diese Weise wird die Aufmerksamkeit und die "Belohnung" zum Erfolg, wenn sie die Gewohnheit aufgibt, so wie heute abend.Aber ganz wichtig: "Nur" Zureden, nur Aufmerksamkeit wenn sie es nicht macht, das hilft ihr nicht. Aber Vorteile anbieten, Aufmerksamkeit schenken, wenn sie es macht, das führt aus dem Problem heraus.In diesem haben Sie es heute abend weitgehend richtig gemacht mit dem entsprechenden Erfolg.Ich wünsche Ihrer Tochter und Ihnen viele Erfolg und alles Gute
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Jahr.
Leider haben Sie sich nach meiner letzten Antwort auf Ihre Fragen noch nicht wieder hier gemeldet. Kann ist noch etwas für Sie und Ihre kleine Tochter tun? Bei Unklarheiten oder Rückfragen schreiben Sie mir hier, ich werde selbstverständlich so bald wie möglich antworten.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Guten Morgen,Vielen Dank noch einmal für Ihre Antworten. Leider hat sich auch in den letzten beiden tagen nichts getan. Im Gegenteil. Wir entwickeln uns eher rückwärts. Ihre Argumentation ist schlüssig und macht Sinn. Es ist nur so schwer in bestimmten Momenten nicht zu reagieren. Gestern abend saß sie in der Wanne und sagt dann auch , dass sie muss. Dann möchte ich sie rausnehmen...wir dürfen sie allerdings nicht einmal mehr anfassen. Sie hat Bauchschmerzen , man sieht einfach wie schlecht es ihr geht. Der erste Satz heute früh nachdem sie wach war "ich geh aber nicht kackern heute in der kita" . Es ist so sehr in ihrem Kopf. Sie erzählt nur noch davon und wir versuchen wirklich nicht mehr zu reagieren. Gerade wenn sie uns direkt anspricht und uns sagt, dass sie muss. Wie soll ich dann reagieren? Ich habe ihr gestern gesagt, dass es ihre Entscheidung ist und wir warten bis sie gehen möchte. Und sie sagt noch immer, dass sie Angst hat, dass es weh tut. Es ist aber weich, da sie noch immer mivicol bekommt. Damit wollten wir jetzt aufhören. Allerdings denke ich, wenn es jetzt wieder fest ist und weh tut, dann fallen wir noch weiter zurück. Es ist wirklich sehr schwer.freundliche grüße
Jessica philipp
Jessica philipp
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 1 Jahr.
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.Das Vermeidungsverhalten scheint sich bei Ihrer Tochter doch schon ziemlich verfestigt zu haben. Ich möchte Ihnen zwei zusätzliche Möglichkeiten für das weitere Vorgehen vorschlagen:Sprechen Sie mit dem Kinderarzt. Vielleicht kann er ein Abführmittel verordnen, dass gezielt innerhalb kurzer Zeit abführt. Damit könnten Sie einige Tage lang dafür sorgen, dass der Darm in einem bestimmten Zeitraum auf jeden Fall entleert wird. Notfalls muss das Kind dafür dann in eine leere Badewanne gesetzt werden, weil der Stuhl dann ziemlich flüssig ist. Aber wenn der Darm "automatisch" entleert wird, dann kann das reflexartige Vermeidungsverhalten aufgelöst werden, weil es ja keinen Anlass mehr dafür gibt.Oder als zweite Möglichkeit: Sie können eine Psychologische Beratungsstelle vor Ort aufsuchen. Dort hat man mehr Möglichkeiten als Sie und ich sie haben, der Sache auf den Grund zu gehen und eine Problemlösung zu finden. Eine solche Beratung ist kostenlos, wenn Sie es dringlich machen gibt es wahrscheinlich auch keine Wartezeit. Sie können an der folgenden Adresse im Internet eine solche Stelle in Ihrer Region finden:http://www.bke.de/?SID=134-3B5-67F-CE5Ich wünsche Ihnen und Ihrer Tochter viel Erfolg und alles Gute.