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Johann Schweißgut
Johann Schweißgut, Diplom Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 840
Erfahrung:  Verhaltenstherapeut, Systemischer Berater und Coach, Supervisor
75300426
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Johann Schweißgut ist jetzt online.

Wie kann ich mit meinem (wahrscheinlich) narzistischen Chef

Kundenfrage

Wie kann ich mit meinem (wahrscheinlich) narzistischen Chef umgehen?
Ich bin seit einigen Monaten der 2. Mann (also eine Ebene unter dem Chef) in einer kleinen (ca. 15 MA), sehr ambitionierten und visionären Firma (hochqualifizierte Dienstleitungen für Unternehmen). Mein Chef ist genau so alt wie ich (Mitte 30), wir haben sehr ähnliche Berufserfahrung (wir kennen uns von meinem früheren Arbeitgeber) und eine durchaus ähnliche Geschichte: Wir wollten beide unser eigener Chef werden, er hat dieses Unternehmen aufgebaut, ich war 2 Jahre lang freiberuflich tätig. Ich bin in die Firma gegangen, weil ich gemerkt habe, dass er die deutlich größeren unternehmerischen Talente hat und weil ich hoffte (und mit ihm das auch so verabredet hatte), dass ich in seiner Firma mich mehr auf meine Stärken (Umgang mit Kunden, Mitarbeitern, inhaltliche Weiterentwicklung) konzentrieren zu können und er auf seine (unternehmerische Stärke, große Fähigkeit, Strukturen aufzubauen und Dinge voran zu treiben).
Leider stellt sich in der letzten Zeit heraus, dass die angedachte Beziehung (persönlich af Augenhöhe, liebevolles gegenseitiges Unterstützen mit den komplementären Stärken bei persönlicher Nähe) nicht funktioniert: Nachdem ich meine ersten (teils auch objektiv großen) Erfolge hatte (tolle Klienten gewonnen gleich zu Anfang, die Herzen der Mitarbeiter fliegen mir zu) bekam ich von ihm das Feedback, ich sei zu dominant, würde mich nicht genügend neugierig und demütig verhalten und mit zu wenig Interesse lernen, was er schon aufgebaut hat. In der Folge habe ich versucht, das zu ändern, habe mich geöffnet, Schwächen zu gegeben, Fragen gestellt, versucht wirklich wertschätzend und positiv zu sein. Leider war seine Reaktion alles andere als erwartet: Er schreibt eine Masse (ca. 5-10 am Tag) von E-Mails, die sehr fordernd klingen (so nach dem Motto "Wo ist eigentlich Dokument/Termin xyz? Bitte künftig proaktiv machen, nicht warten bis ich frage?" ohne Gruß, ***** ***** Abschwächung) und legt in Meetings mit mehreren Mitarbeitern teils krasse unterschwellige Agressionen an den Tag (O-Ton "Ich unterstelle jetzt mal, dass Du das nicht machst, um mich wegzudrängen, aber trotzdem kommt es mir so vor"). Ich bin mir selbst aber sicher (und habe mir in vertrauensvollen Gesprächen Feedback der anderen Mitarbeiter geholt, die meine Sicht größtenteils bestätigen), dass ich mich zwar selbstbewusst, präsent und manchmal etwas raumeinnehmend verhalte, aber zu keinem Zeitpunkt ein "ich will Dir Deinen Platz streitig machen" ausstrahle (was auch wirklich nicht mein Plan ist, ich bewundere und respektiere ihn sehr und möchte auch gar nicht seinen Platz einnehmen).
Eine Mitarbeiterin brachte es auf die schöne Formel: "Er kann keinen zweiten König neben sich akzeptieren - und Du willst gar nicht zweiter König sein, sondern eher die Mutter der Kompanie, und er ist der Vater".
Ich bekomme immer mehr das Gefühl, dass er ein wirklich ernsthaftes Narzismusproblem hat. Sichtbare Zeichen: Er reagiert (trotz explizit eingeforderter Feedbackkultur) sehr emotional und abwehrend/rechtfertigend auf kritisches Feedback, egal wie liebevoll vorgetragen, er negiert teilweise Realitäten (z.B. Teammeinung "wir arbeiten zu viel und würden gerne darüber sprechen, wie wir trotz hohem Arbeitsaufkommen uns persönliche Freiräume erhalten können" - seine Reaktion "ihr arbeitet doch viel weniger als ihr denkt, wenn ich im büro bin dann kommt ihr spät, geht früh und macht dazwischen viele Pausen" - was WIRKLICH nicht der Realität entspricht , z.B. bekomme ich von meiner Mitarbeiterin öfters E-Mails nach 23 Uhr), ...
Mein Ziel ist es, mit ihm gut auszukommen, ihm zu helfen, seine wirklich großartige Vision von Unternehmen zu verwirklichen, und auch als Freund/Kollege auf Augenhöhe ihm zu helfen, das zu schaffen, ohne selbst unter all zu großen Spannungen zu leiden (er schläft schlecht, knabbert seine Fingernägel ab, streitet mit seiner Freundin, ...) - aber ich möchte auch von ihm gut behandelt werden. Sein jetiges Verhalten verletzt mich, macht mich traurig und wütend.
Ich möchte (und werde) in den nächsten Tagen ein klärendes Gespräch führen. Und dafür hätte ich gerne konkrete Tipps: Wie muss ich mit einem solchen Menschen (ich denke wirklich, dass er ein Narzist ist) sprechen, damit er hört, was ich sage, und sich einlässt auf das Gespräch anstatt abzuwehren?"
Wichtige Nebeninformation: er ist selbst Psychologe, hochintelligent (ich auch, aber ich empfinde ihn als noch intelligenter) und glaubt, sowohl kognitiv als auch prozessual alles, alles lösen zu können und zu verstehen.
Gepostet: vor 2 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 2 Jahren.

Johann Schweißgut :

Sehr geehrter Fragesteller,

guten Tag und vielen Dank, dass Sie sich mit Ihrem Problem justanswer anvertrauen.

Sie beschreiben ein komplexes Problem mit Ihrem Chef, das Sie belastet.

Ich habe dazu noch Rückfragen an Sie. Deshalb würde ich mich gern mit Ihnen hier im Chat unterhalten.

Kommen Sie bitte in den Chat oder machen Sie mir bitte 2 Terminvorschläge für heute oder morgen, an denen wir uns hier treffen können.

Johann Schweißgut :

Ich schreibe schon einmal einige Stichworte auf, auf die ich gern eingehen würde, und bitte Sie dazu noch etwas zu schreiben.

Johann Schweißgut :

Sie schreiben von Ihrem Wunsch, als Freund und Kollege auf Augenhöhe mit dem Chef zusammen zu arbeiten. Geht das, wenn der eine Chef und der andere Angestellter ist? Ihre Kollegin hat es mit ihrem ersten Halbsatz auf den Punkt gebracht: Sie sind zwei Könige in einem Reich - wie kann das gehen? Wenn Ihnen die Mitarbeiter zufliegen - verliert er sie dann? Wenn Sie außerordentliche persönliche Erfolge haben - werden Sie dann der größere König? Wie denken Sie über Hierarchie? Wie denken Sie über "Eigentümer eines Betriebes"? Sie suchen Nähe, Freundschaft, Augenhöhe - er möchte Distanz, "Gehorsam", Unterordnung, Demut. Kann es sein, dass jeder auf sein Art Recht hat? Was dann?

Johann Schweißgut :

Gern würde ich mich mit Ihnen hier darüber unterhalten. Vielleicht gelingt es dann ja, eine Kommunikation zu finden, mit der Sie sich bei ihm verständlich und akzeptabel machen können.

Johann Schweißgut :

Schade, dass ich Sie nicht erreichen konnte. Ich schreibe Ihnen jetzt eine vorläufige Antwort. Es wäre aus meiner Sicht sehr wichtig, dass wir hier im Chat noch darüber reden können.

Johann Schweißgut :

Zunächst möchte ich ich skizzieren, wie ich auf der Grundlage Ihres Berichts Ihre Lage sehe:

Johann Schweißgut :

Sie sind in das bestehende Unternehmen Ihres Bekannten/Freundes eingestiegen, also in ein System, das schon in bestimmter Weise geordnet war und damit offenbar auch gut funktionierte. Ihr Einstieg hat einige sehr bedeutsame Verschiebungen in dem System mit sich gebracht.

Johann Schweißgut :

Sie beschreiben als Ihren anfänglichen großen Erfolg unter anderes, dass die "Herzen der Mitarbeiter" Ihnen "zugefliegen". Ich frage mich, wo waren die Herzen der MA vorher? Oder was verändert das für den Chef? Sie beschreiben auch, dass Sie zu den Mitarbeitern eine vertrauensvolles Verhältnis haben, dass Sie auch vertrauensvolles feedback bei Ihnen bezüglich Ihrer Beziehung zum Chef eingeholt haben. Sie und die Mitarbeiter sind zusammengerückt - wo bleibt der Chef dabei?

Johann Schweißgut :

Ihre Kollegin hat tatsächlich etwas sehr wichtiges gesagt: "Er kann keinen zweiten König neben sich akzeptieren." Das zeigt, wie Sie sich in dem System positioniert haben. Jeder selbstbewusste und starke Chef würde das Konkurrenzverhalten verstehen. Aber warum sollte er das dulden? Er ist - soweit ich es verstanden habe - der einzige Chef, der einzige Eigentümer, also doppelt legitimiert, im Beziehungsgefüge, in der Hierarchie und in der Kommunikation die Spitze einzunehmen.

Johann Schweißgut :

Es könnte sein, dass er denkt, Sie nehmen ihm zuerste die (Loyalität der) Mitarbeiter weg und dann die Position. So sind wohl seine Äußerungen zu verstehen. Mir scheint, er sieht sich allein da stehen und kämpft nach allen Seiten, hat aber vor allem Angst um seinen Betrieb, den er aufgebaut hat. Denn der Betrieb ist - ohne sein wirkliches Einverständnis - ein anderer geworden als der, den er aufbebaut hat.

Johann Schweißgut :

Sie äußern die Vermutung, er sei ein Narzisst. Das kann sein. Viele erfolgreiche Chefs sind Narzisten, das muss kein Nachteil für den Erfolg des Unternehmens sein. Aber wenn Sie schon mit solchen Diagnosen arbeiten, darf ich Ihnen - mit Verlaub - auch sagen: Es könnte auch sein, dass da jetzt zwei Narzisten am Werkek sind, Sie und Ihr Chef.

Johann Schweißgut :

Für Ihr geplantes Gespräch möchte ich Ihnen (wie gesagt vorläufig) empfehlen: 1. Hören Sie zu, was er sagt, vor allem was er nonverbal kommuniziert. Es gibt ja offensichtlich Signale, dass er Angst hat (Schlafstörung, Nägelkauen, Stress mit Freundin).

Johann Schweißgut :

2. Er sagte (auch norverb): Hier ist niemand mehr loyal mir gegenüber. Mit Verlaub - ich kann diesen Aussage nachvollziehen. Sie sollten darüber nachdenken, ob Sie die notwendige Loyalität ihm gegenüber noch haben und wenn ja, wie Sie ihm dies überzeugend zeigen können. Loyalität zum Eigentümer kann auch mit sich bringen, dass man mehr Distanz zu den Mitarbeitern einnehmen muss.

Johann Schweißgut :

3. Er versucht offenbar (laut Ihrem Bericht) wiederholt zum Ausdruck zu bringen: "Das ist mein Unternehmen". Auch diese Aussage kann ich - von außen betrachtet - nachvollziehen. Wie können Sie ihn überzeugen, dass Sie ihm weder seinen Posten noch sein Unternehmen wegnehmen wollen. Vielleicht haben Sie ihm seine Mitarbeiter schon weggenommen. Das wäre für das Funktionieren des Unternehmens fatal. Wie können sie diese Entwicklung bei sich selbst und bei den Mitarbeitern korrigieren?

Johann Schweißgut :

Vielleicht ist für dieses alles ein Gespräch mit Ihrem Chef gar nicht so sinnvoll. Viel wichtiger könnte sein, dass Sie Ihr eigenes Tun reflektieren.. Denn - ich bitte um Vergebung - in dieser Hinsicht verhalten (auch) Sie sich narzistisch.

Johann Schweißgut :

Ich freue mich auf einen Austausch mit Ihnen darüber.

Johann Schweißgut :

Freundliche Grüße

Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 2 Jahren.
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