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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
62882398
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Hallo wie kann ich ängste bekämpfen

Kundenfrage

Hallo wie kann ich ängste bekämpfen
Gepostet: vor 2 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,
darf ich noch ein paar Nachfragen stellen?
was fuer eine Therapie haben Sie gemacht? Wie lange? Nehmen Sie Medikamente? Was fuer Aengste haben Sie?
Vielen Dank.
Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
Hallo ich wahr mal in Einzel und Gruppen Therapie ja nehme Medikamente aber hab sie seit 2 Jahren nicht mehr genommen da ich auch an Depressionen leide ich habe Verlust ängste und die bestimmen meinen Alltag
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,
erinnern Sie sich noch, was fuer eine Therapie das war? Verhaltenstherapie? Analytische Therapie? Gespraechstherapie?

Es ist nicht ungewoehnlich, wenn man Aengste hat, dass man dann auch Depressionen bekommt, denn Angst schraenkt ja das Leben ein und darauf reagiert man mit Depressionen.

Ich kann Ihnen hier kurz erklaeren, wie Angst vor Verlust oder Angst vor Ablehnung funktioniert, aber langfristig brauchen Sie eine gezielte kognitive Verhaltenstherapie (das ist die empfohlene Therapieform bei Angst). Dazu empfehlen sich Entspannungsuebungen, wie die progressive Muskelentspannung, Yoga oder Meditation. Dort lernt man, den Koerper (und auch den Kopf) zu entspannen und wenn man entspannt ist, dann kann man keine Angst haben, das ist physiologisch nicht moeglich (so wie man nicht satt und hungrig gleichzeitig sein kann).

Ausserdem empfehle ich Ihnen mit Ihrem Arzt noch einmal gezielt ueber Medikamente zu sprechen. Es gibt mittlerweile neue Medikamente und einige der Antidepressiva sind auch gegen Angst empfohlen.

Wenn wir uns abgelehnt fühlen, dann bewerten wir eine Reaktion, eine Aussage oder ein Verhalten eines anderen als Ablehnung. Die meisten Menschen haben Angst vor Ablehnung und fühlen sich verletzt, wenn sie sich abgelehnt oder verlassen fühlen.

Die Angst vor Verlust ist eng mit der Selbstablehnung verbunden. Je mehr wir uns selbst ablehnen, je mehr man an seinem eigenen Wert zweifelt,

 

umso mehr leidet man unter der negativen Bewertung durch seine Mitmenschen und umso schmerzlicher empfindet man diese Ablehnung.

In den meisten Fällen entsteht die Angst vor Ablehnung schon in der Kindheit, genauer gesagt in den ersten 7 Lebensjahren. In dieser Zeit lernt man oft:

  • Ich werde nur akzeptiert, wenn ich perfekt bin.

  • Ich bin nur liebenswert, wenn ich mich richtig verhalte.

  • Ich werde nur akzeptiert, wenn ich eine gute Leistung bringe.

Wenn man von den Eltern nur angenommen oder geliebt wird, wenn man sich so verhaelt, wie sie es sich wünschen, und sie einen ablehnen, wenn man sich anders verhaelt, dann lernen man, dass man nur gemocht wird, wenn man tut, was andere verlangen. Tue ich, was ich will, stoße ich auf Ablehnung.

Dabei reicht es schon, dass man als Kind den Eindruck hat, nicht bedingungslos gemocht zu werden. Es müssen keine Worte fallen und man muss nicht geschlagen werden, um das Gefühl zu haben, nicht in Ordnung zu sein und abgelehnt zu werden. Schon ein strafender oder tadelnder Blick reicht oft, um sich in Lebensgefahr zu sehen. Oder die Krankheit und Abwesenheit eines Elternteils, die vom Kind als Ablehnung interpretiert wird.

Warum nimmt man sich als Kind solche Worte so zu Herzen und warum reagiert man als Erwachsener immer noch so verängstigt? Als Kind weiss man, dass man völlig abhängig von der Zuwendung und Fürsorge der Eltern ist. Ohne sie kann man nicht überleben. Eine Ablehnung empfinden Kinder immer als ein lebensgefaehliches Verlassen oder Verstossen werden. Und das kommt für ein kleines Kind gefühlsmäßig einem Todesurteil gleich.

Als Erwachsener hängt das Leben nicht mehr vom Urteil anderer Menschen ab. Dennoch empfindet man bei Ablehnung reflexartig so, wie das kleine Kind, das seinen Eltern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert war, denn man traegt immer noch das kleine veraengstigte Kind in sich, das eine Ablehnung als existenzielle Bedrohung oder Todesurteil empfindet.

Eine andere Lektion in der Kindheit und Jugendzeit bestand vielleicht darin, auf sehr persönliche und verletzende Weise auf Fehler und Schwächen aufmerksam gemacht worden zu sein. Wenn man sich häufig anhören muss: Du taugst nichts. Du bist ein Tollpatsch. Du bist so was von blöd. Wegen dir muss man sich schämen. - dann glaubt man das irgendwann und lernt, an sich selbst zu zweifeln und wenig Selbstvertrauen zu entwickeln. Man hat Angst davor als Mensch und in Beziehungen zu versagen, nicht zu genügen und abgelehnt zu werden.

Und oft hatten auch Erfahrungen mit Spiel- und Schulkameraden einen Einfluss auf die seelische Entwicklung. Vielleicht wurde man in der Schule gemobbt. Vielleicht wurden man durch körperliche oder persönliche Auffälligkeit zur Zielscheibe von Spott und Hänseleien, die weiter am Selbstwertgefühl genagt haben und von denen man sich bis ins Erwachsenenalter nicht erholt hat.

Wenn wir lernen, unseren Selbstwert und damit unser Selbstwertgefuehl zu stärken, dann machen wir uns unabhängiger von der Reaktion anderer und erleben eine Ablehnung nicht mehr als Todesurteil. Eine Ablehnung ist dann nur noch bedauerlich und schade, aber nicht mehr bedrohlich. Und damit verlieren wir unsere Angst vor der Ablehnung.

Wichtig ist auch sich zu fragen über wen die Ablehnung etwas aussagt. Über den Abgelehnten oder den Ablehnenden? Letztlich eigentlich nur über den Ablehnenden. Seine Ablehnung ist Ausdruck seiner Werte, seiner Ansichten, seiner Moral, seines Geschmacks, seiner Weltanschauung, seiner Glaubenssaetze.

Wenn man ein modernes Gemälde oder eine bestimmte Musikrichtung schrecklich findet, bedeutet das nicht zwangslaeufig, dass dieses Bild oder diese Musik wertlos sind. Wahrscheinlich gibt sogar es viele Menschen, denen dieses Gemälde oder diese Musik gefällt. Folglich sagt die Ablehnung nichts über den Wert oder die Qualität des Bildes oder der Musik aus, sondern lediglich etwas über den Geschmack der betreffenden Person.

Die meisten Menschen, die Angst vorm Alleinsein oder vorm Verlassenwerden haben, haben irgendwann in ihrem Leben entschieden, dass sie minderwertig, nicht liebenswert, unwichtig oder wertlos sind, wenn sie alleine sind. Darum setzen sie alles daran, nicht alleine zu sein, denn dann koennen sie vermeiden, sich so zu fuehlen. Oft fuehrt das dazu, dass sie versuchen, anderen deren Wuensche und Beduerfnisse vom Gesicht abzulesen und oft entsprechend handeln bevor ein Wunsch ausgesprochen wurde. Oder, dass sie sich nie eigene Beduerfnisse goennen, denn das koennte ja dazu fuehren, dass die andere Person einen als Last empfindet und verlaesst.
Oft leben Menschen, die diese Schlussfolgerung gezogen haben, in staendiger Angst, etwas falsch zu machen und darum verlassen zu werden. Diese Menschen sind auch bewundernswert sensibel und haben ein riesengrosses Einfuehlungsvermoegen, was sie zu wunderbaren Freunden macht. Andererseits, werden sie auch oft ausgenutzt.


Ich hoffe, dass Sie damit Ihre Angst besser verstehen. Wie gesagt, um sie zu ueberwinden, empfehle ich die Kombination aus kognitiver VErhaltenstherapie, Entspannungsstrategien und Medikamenten (die auch gegen die Depressionen helfen).

 

Ich wuensche Ihnen viel Erfolg. Fuer Nachfragen stehe ich gerne zur Verfuegung.

Mit freundlichem Gruss,

Annegret Noble



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