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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
62882398
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Halllo ich habe eine Frage:…. ist etwas schwammig das hier

Kundenfrage

Halllo ich habe eine Frage:…. ist etwas schwammig das hier zu fragen aber ich möchte gerne eine Andeutung haben.
ich habe schon sei Psychosen nach einer Vergewaltigung hinter mir. Danach folgten nach vielen Suizidgedanken zwei Suizidversuche. Bei dem letzten Psychiatrieaufenthalt wurde mir verdacht auf borderline gestellt.
Nun habe ich oft sexuellen Kontakt mit verschiedenen Maennnern, bin sehr impulsiv und launenhaft wenn ich mit meinen Eltern spreche, ich habe derzeit einen freund, mit dem wollte ich abhauen, aber es wurde verhindert, wir wurden getrennt. seither habe ich innere Anspannung,Unruhe und es juckt mich am ganzen Körper. Ich weiss nicht was ist innere Leere? Ich habe oft Langeweile das stimmt, aber wie definieren sie innere leere noch?
Mein Wunsch ist es immer jemand um mich herum zu haben, ich bin nicht gern allein, das stimmt. Allerdings hege ich auch manchmal Hassgefühle gegenüber denen die ich mag und um mich haben möchte.
Koennte bei mir Borderline bestehen???
Gepostet: vor 2 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,
es gibt keine "offizielle" Definition von Innerer Leere, meist ist es das Gefuehl der einzelnen Person, die sich innerlich "nicht komplett" fuehlt, als ob etwas fehlt, als ob da ein Loch ist, als ob man alles moegliche tut, um das Loch zu fuellen, es aber nie wirklich voll wird.
Kennen Sie das Gefuehl?
Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.

Naja ich suche oftmals durch irgendwelche Flashs durch eine Zigarette und Kaffee meine Gefühlswelt in Ordnung zu bringen, ich suche halt an Sachen, die nicht unbedingt halt bringen. Ich versuche Lücken in der GEfuehlswelt manchmal durch Alkohol zu stopfen, damit ich ein hoch erlebe, aber es hält ja nich an. Ja ich fühle mich nur komplett wenn zum Beispiel mein Freund bei mir ist oder eine geliebte gemochte Person, ich weiss nicht wie ich sonst drauf antworten soll…..

Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 2 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,
vielen Dank ***** ***** Antwort: diese deutet darauf hin, dass Sie tatsaechlich "innere Leere" erleben und damit das Gefuehl, diese fuellen zu muessen - durch Zigaretten, Kaffee, Alkohol, Sex, andere Menschen - was auch immer greifbar ist. Jemand, der sich innerlich nicht leer fuehlt, kann alleine in sein, ohne Alkohol, Zigaretten, Kaffee, Essen usw. und das aus vollem Herzen geniessen, sich also in der eigenen Gegenwart wohlfuehlen.

Ich wuerde Ihnen gerne einmal die ausfuehrlichen Kriterien fuer Borderline hier anfuehren, damit Sie sehen koennen, ob das moeglicherweise auf Sie zutrifft. Letztendlich ist Borderline jedoch nur eine "Schublade". Viel wichtiger ist, was Sie als naechstes tun, damit Ihr Leben ertraeglicher - und hoffentlich sogar schoen - wird.
Fuer Borderline gibt es ein paar ganz gezielte Therapien, die am hilfreichsten zu sein scheinen.

Menschen mit einer Borderline Persoenlichkeitsstoerung geraten sehr schnell in heftige Gefühlszustände, die sie häufig nur schwer oder gar nicht kontrollieren können. Es kann zu einem intensiven Erleben etwa von Verzweiflung, Einsamkeit, Ärger oder abgrundtiefer Angst kommen. Kleine Auseinandersetzungen im Kontakt mit Anderen können zu heftiger Wut führen. Betroffene neigen dazu, die Menschen ihrer Umgebung in Schwarz und Weiss einzuteilen: Entweder ist ein Mensch nur gut oder nur schlecht. Grautöne wahrzunehmen fällt ihnen schwer. Dies führt zu Problemen im Kontakt mit anderen Menschen. Beziehungen können schnell sehr intensiv werden, sie werden aber ebenso schnell wieder abgebrochen.

Einige Symptome sind auch als missglückte Selbsthilfeversuche zu verstehen: Beispielsweise Süchte oder Selbstverletzungen. Die Betroffenen versuchen, sich damit vor unerträglichen Gefühlen zu schützen. Viele leiden so schwer unter ihren Gefühlen und Stimmungen, dass sie versuchen, sich umzubringen, Etwa 10 Prozent aller Menschen mit der Diagnose Borderline nehmen sich das Leben. Borderline ist also häufig eine tödlich verlaufende Erkrankung, die nicht unterschätzt werden darf.
Aber mit Borderline sind nicht nur Schwierigkeiten, sondern häufig auch besondere Fähigkeiten verbunden: Die Betroffenen sind oft sehr kreativ, lebendig und begeisterungsfähig. Nicht nur negative Gefühle werden sehr intensiv erlebt, sondern auch positive Gefühle wie Freude oder Liebe. Aber diese Gefühle können schnell wechseln, und so kann innerhalb kürzester Zeit aus Freude Verzweiflung oder aus Liebe Wut werden.

Es gibt Symptome, die bei vielen Betroffenen sehr häufig auftreten und andere, die relativ selten sind. Rund drei Viertel aller Borderline-Betroffenen haben sich selbst schon einmal verletzt. Meist fügen sie sich mit Rasierklingen oder anderen Schneidewerkzeugen Schnittverletzungen an den Armen, Beinen oder am Bauch zu. Zunächst werden häufig andere psychische Erkrankungen wie etwa Essstörungen, Suizidalität oder Sucht diagnostiziert. Da die Symptome immer wieder wechseln können, werden sie nicht gleich als Borderline-Störung erkannt. Zeitweise leidet jemand beispielsweise an starken Panikattacken, dann treten Symptome einer Magersucht auf und später kommt es zu Selbstverletzungen Viele Borderline-Betroffene haben daher verschiedene Diagnosen erhalten, was auf sie häufig sehr verunsichernd wirkt. Daher erleben viele von ihnen die Diagnose "Borderline" als Entlastung. Erstmals ergeben all ihre psychischen Schwierigkeiten zusammen genommen einen Sinn.

 

Borderline wird heute anhand von neun Kriterien diagnostiziert, fünf der neun Kriterien müssen erfüllt sein, um von einer Borderline-Störung sprechen zu können. Diese Kriterien treten in einer milden Ausprägung in fast allen Menschen auf. Erst ihre Intensität und das gemeinsame Auftreten mehrerer Symptome macht die Borderline-Problematik aus.

  • Verzweifeltes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden.

  • Ein Muster instabiler, aber intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch einen Wechsel zwischen den Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist.

  • Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung.

  • Impulsivität in mindestens zwei potentiell selbstschädigenden Bereichen (Geldausgeben, Sexualität, Substanzmissbrauch, rücksichtsloses Frahren, "Fressanfälle")

  • Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder Selbstverletzungsverhalten.

  • Affektive Instabilität infolge einer auseprägten Reaktivität der Stimmung (z.B. hochgradige episodische Verstimmungen, Reizbarkeit oder Angst, wobei diese Verstimmungen gewöhnlich einige Stunden und nur selten mehr als eineige Tage andauern).

  • Chronische Gefühle von Leere und Langeweile.

  • Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren (z.B. häufige Wutausbrüche,

    • andauernde Wut, wiederholte körperliche Auseinandersetzungen).

    • Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome


    Borderline ist also mittlerweile eine behandelbare Krankheit. Da die Borderline-Störung gewissermassen ein Teil einer Person ist, verschwindet die Problematik allerdings nicht plötzlich, auch nicht durch Therapie. Es wird jedoch möglich, die Symptomatik besser zu kontrollieren und sich ihr nicht mehr so ausgeliefert zu fühlen. Schwere Symptome wie Selbstverletzungen und Suizidversuche klingen unter der Therapie häufig sogar ganz ab.

    Einen guten Therapeuten oder eine gute Klinik zu finden, ist gar nicht so einfach. Gerade bei der Borderline-Störung empfiehlt sich eine Behandlung durch eine Fachperson, die sich mit dieser Erkrankung gut auskennt. Im Idealfall hat sie sogar eine spezielle Zusatzausbildung in einer borderline-spezifischen Psychotherapiemethode. Heute gibt es vor allem zwei Verfahren, die als wirkungsvoll gelten, und zwar die "Dialektisch behaviorale Therapie" und die "Übertragungsfokussierte Psychotherapie".

    Die Dialektische behaviorale Therapie (DBT) ist ein hochstrukturiertes Therapieverfahren, das aus verschiedenen Bausteinen besteht. Parallel zur Einzeltherapie findet eine Gruppentherapie statt, die wiederum aus verschiedenen Gruppenelementen wie Achtsamkeitsübungen, Umgang mit Gefühlen und Förderung zwischenmenschlicher Fähigkeiten besteht. In der Einzeltherapie können aktuelle Probleme und Krisen besprochen werden, während in der Gruppentherapie die Fähigkeiten im Umgang mit der Borderline-Störung (die sogenannten Skills) trainiert werden. In bestimmten Situationen gibt es darüber hinaus die Möglichkeit von Telefonkontakten mit dem Therapeuten. Die DBT findet zumeist im stationären Rahmen statt, wird aber in einzelnen Elementen auch im ambulanten Bereich genutzt. Der Begriff Dialektisch (Auflösung von Gegensätzen) bedeutet, dass die Betroffenen in der Therapie die Schwarz-Weiss-Malerei überwinden und stattdessen lernen, dass verschiedene Ansichten gleichzeitig richtig sein können. Ausserdem bedeutet Dialektisch, dass es in der Therapie nicht nur um Veränderung geht, sondern auch darum, bestimmte Erfahrungen und Erlebnisweisen als gegeben zu akzeptieren. Mit dem Wort Behavioral wird betont, dass dieses Therapieverfahren ganz konkret am Verhalten der Betroffenen ansetzt und sich nicht in erster Linie mit dem Verstehen lebensgeschichtlicher Zusammenhänge beschäftigt.

    Aus der Tradition der Psychoanalyse entwickelte sich die Übertragungsfokussierte Psychotherapie. Im Gegensatz zur klassischen Psychoanalyse werden nicht frühe Beziehungen analysiert, sondern im Hier und Jetzt wer- den aktuelle Beziehungsprobleme in der Beziehung zwischen Klient und Therapeut sichtbar gemacht. Borderlinespezifische Wahrnehmungen und Verhaltensweisen können so bewusst gemacht und verändert werden. Hier soll im Verlauf der therapeutischen Behandlung ein stabiles und integriertes Selbstbild der Patientin aufgebaut werden. Gemeinsam mit dem Therapeuten arbeitet die betroffene Person zwischenmenschliche Konflikte auf. Dabei lernt sie, Teile ihrer Persönlichkeit anzunehmen, die sie bisher nicht wahrnehmen oder leben konnte. Es handelt sich um eine Einzel-Gesprächstherapie, die auf einen längeren Zeitraum ausgelegt ist.

    http://www.lebensgeschichten.org/borderline/therapie.php

  • Ich hoffe, dass Ihnen diese Ausfuehrungen helfen und Mut machen. Letztendlich sind Sie eine Person, keine Krankheit oder Diagnose. Aber Sie brauchen wahrscheinlich weiterhin Hilfe, um Ihr Leben geniessen zu lernen.

  • Mit freundlichem Gruss,

  • Annegret Noble

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