So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an InternetCoach.
InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
62882398
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Psychologie hier ein
InternetCoach ist jetzt online.

Guten Abend Vorgestern Morgen fand ich meine Tante die seit

Kundenfrage

Guten Abend

Vorgestern Morgen fand ich meine Tante die seit letztem Jahr bei uns wohnte tot in ihrem Bett. Ich bekomme dieses Bild nicht aus meinem Kopf als ich sie fand und ich in ihre halb geöffneten Augen sah. Ich fühle mich sehr unwohl sobald ich alleine Zuhause bin und die erste Nacht konnte ich nicht mal ohne Licht schlafen. Gestern schlief ich mit einem kleinen Licht. Ich schaue direkt auf ihre Tür und habe einfach Angst. Niemand kann meine Angst verstehen und ich weiß einfach nicht mehr weiter.

Vielleicht kann mir jemand helfen
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 3 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,
Ihr Unwohlsein ist absolut verstaendlich. Fuer die meisten Menschen ist es eine traumatische Erfahrung, einen anderen Menschen tot aufzufinden. Ungewoehnliche Gefuehle oder Reaktionen sind in den naechsten Tagen und sogar Wochen zu erwarten. Das nennt sich akute Belastungsreaktion und hat zunächst keinen Krankheitswert, sondern ist eine normale Reaktion der menschlichen Psyche auf eine außergewöhnliche Erfahrung. Wenn diese Probleme mehr als 4 Wochen andauern sollten, dann sollten Sie mit Ihrem Hausarzt darueber sprechen und moeglicherweise an eine Therapie denken, aber im Moment ist alles, was Sie erleben absolut "normal", insbesondere starke emotionale Schwankungen. In dieser "Akutphase" koennen sich ausgeprägte Trauer innerhalb kurzer Zeit mit Wut oder Aggression oder scheinbarer Teilnahmslosigkeit abwechseln. Begleitet werden können die oben genannten Zeichen von allgemeinen Stressreaktionenwie Schwitzen, Herzrasen oder Übelkeit.

In der nachfolgenden Verarbeitungsphase verändern sich die Beschwerden, nehmen normalerweise im Verlauf der Verarbeitung ab und verschwinden üblicherweise völlig. In dieser Verarbeitungsphase kommt es oft zu einem Wiedererleben der Ereignisse, also dem Eindringen des Erlebten in den Alltag. Das kann in Form von Albträumen oder auch als sich aufdrängende Erinnerungen geschehen, wie Sie das beschreiben, dass Sie das Bild vor Augen haben, wenn Sie die Augen schliessen. Diese Flashbacks werden häufig von Wahrnehmungen, die an die belastende Situation erinnern, ausgeloest - wie z.B. einfach das alleine Zuhausesein. Letztlich findet sich häufig ein erhöhtes Erregungsniveau mit Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit oder Reizbarkeit.

Wie Sie sehen, ist Ihre Reaktion absolut nicht krankhaft. Geben Sie sich Zeit, dieses Erlebnis zu verarbeiten und hoffentlich koennen Sie in ein paar Tagen besser schlafen, haben das Bild weniger haeufig vor Augen, koennen Abschied von Ihrer Tante nehmen, sich an all die schoenen Momente mit ihr erinnern und dann auch die Angst loslassen.

In der Zwischenzeit empfehle ich Ihnen zum Einschlafen einen Schlaftee oder andere ganzheitliche Mittel und Entspannungsuebungen. Diese helfen gegen die Angst und damit auch beim Einschlafen. Vielleicht haben Sie sogar eine Entspannungs-CD zu Hause? Sonst kann man sich dazu viel aus dem Netz herunterladen. Die progressive Muskelentspannung nach Jacobson ist z.B. einfach zu lernen und sehr hilfreich.

 

Wie gesagt, wenn es Ihnen in 4 Wochen immer noch so geht, dann reden Sie mit Ihrem Arzt, aber bis dahin erlauben Sie sich einfach, dieses Trauma zu verarbeiten. Schlafen Sie ruhig mit dem Licht an oder vielleicht nicht alleine. Tun Sie viele Dinge, die Ihnen gut tun. Nehmen Sie sich Zeit zum Nachdenken. Treten Sie im Beruf/in der Schule etwas kuerzer, erwarten Sie keine Hoechstleistungen von sich. Erlauben Sie Ihrem Koerper und Ihrer Psyche mit dieser Situation umzugehen. In der Regel schaffen diese das ganz alleine solange Sie sich die Zeit geben und nicht alle Ihre Energie woanders einsetzen.

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen, ansonsten stehe ich fuer Nachfragen natuerlich gerne zur Verfuegung.

Mit freundlichem Gruss,

Annegret Noble