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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
62882398
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Hallo ein guter Freund (24 Jahre) von mir leidet seit einiger

Kundenfrage

Hallo
ein guter Freund (24 Jahre) von mir leidet seit einiger Zeit an Depressionen.
Leider möchte er mir nicht sagen, was sein Problem ist bzw. warum es ihm so schlecht geht.
Er spricht mit niemanden darüber, die meisten aus seinem Umfeld wissen nicht einmal dass er depressiev ist.
Er liegt nurnoch im Bett, vernachlässigt seine Hobbies und Freunde, ist lustlos, freudlos etc.

Ich habe Ihm bereits geraten sich Hilfe bei einem Psychologen zu holen, leider hört er nicht auf mich.
Nun zu meiner Frage/Bitte: Wie kann ich Ihn dazu bringen sich endlich einen Psychologen anzuvertrauen?

Liebe Grüße Gabriella
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,
es ist schoen zu hoeren, dass dieser junge Mann eine gute Freundin wie Sie hat, die versucht, ihm zu helfen. Die Schwierigkeit ist, dass er selbst Hilfe wollen muss, damit ihm geholfen werden kann. Man kann einen anderen Menschen nicht gegen seinen Willen dazu zwingen, mit einem Psychologen zu reden. Wahrscheinlich wuerde er seine Probleme dann nur verneinen.

Wahrscheinlich waere es wichtig, dass wir Ihrem Freund helfen, dass er Depressionen - falls es Depressionen sind - nicht als "Schwaeche" ansieht, sondern als ein "normales" moeglicherweise medizinisches Problem, zu dem es eine Loesung gibt.
Kennen Sie den Hausarzt dieses Mannes? Koennten Sie dort anrufen und berichten, was Sie beobachten? Oft ist es fuer einen Mann einfacher, zu einem Arzt zu gehen als zu einem Psychologen. Ausserdem ist es immer wichtig, koerperliche Ursachen auszuschliessen bevor man auf ein psychologisches Problem schliesst. Hormonstoerungen koennen zu Depressionen fuehren, darum waere ein Besuch beim Hausarzt sicherlich angesagt. Vielleicht koennen Sie ihn dazu bewegen?

Denken Sie, dass Ihr Freund bereit waere, etwas ueber Depressionen zu lesen? Manchmal hilft es Maennern, wenn sie wirklich verstehen, dass sie nichts "falsch gemacht haben" und dass es sich bei Depressionen um eine "Gehirnstoerung" handelt - nicht um fehlende Willenskraft. Koennten Sie sich das vorstellen?

Manchmal muss man leider auch abwarten und zusehen, wie es einem lieben Menschen schlecht geht bis dieser sagt: Jetzt reicht es, ich will, dass es mir besser geht. Und dann ist dieser Mensch meist auch offen gegenueber neuen Vorschlaegen.

Was denken Sie?
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Danke für Ihre ausführliche Antwort.


 


Ich weis nur, dass es sich bei seinem Problem um eine bestimmte Sache handelt. Er weis, warum es Ihm so schlecht geht! Das einzige was er zu mir gesagt hat ist: "Einerseits macht es mich total fertig, aber auf eine andere Weise hilft es mir in gewissen Situationen. Es ist schwer, Ich kann es nicht verdrängen oder aufgeben obwohl es das wäre was mich "heilen" würde."


Genau das waren seine Worte. Darum schließe ich aus, dass es sich um hormonelle Störungen handelt.


 


 


Nein, seinen Hausarzt kenne ich nicht. Und ich würde mich nicht wohlfühlen so sehr in seine Privatsphäre einzugreifen.


 


Ihn dazu zu bringen etwas zu lesen kann ich natürlich versuchen! Leider kann ich nicht kontrollieren ob er das macht da wir uns zur zeit so gut wie gar nicht sehen, da er nur allein sein möchte!


 


 

Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,
wie Sie selbst sagen ist es sehr schwierig, jemanden zu etwas zu bewegen, wozu diese Person noch nicht bereit ist. Darum kann man in der Zwischenzeit meist nur ermutigend und unterstuetzend taetig werden. Was oft helfen kann ist, dass man etwas sagt wie: "Ich hab diesen Artikel (oder dieses Buch) gelesen und da ging es um Depressionen. Eine Aussage, die mich zum nachdenken gebracht hat, ist....." Damit kann man oft zumindest den Dialog in Gang bringen und auch einiges normalisieren.
Meine Vermutung ist - denn diese Aussage klingt ja etwas mysterioes - dass er um etwas oder jemanden trauert. Wenn man trauert, dann durchlaeuft man in der Regel einen relativ vorhersagbaren Prozess.
Hier ist dazu ein Artikel (der vielleicht auch fuer Ihren Freund hilfreich sein koennte?)
http://www.palverlag.de/Trauerarbeit.html
Und natuerlich treffen diese Phasen nicht nur dann zu, wenn jemand stirbt, sondern jedesmal, wenn sich in unserem Leben etwas veraendert, denn jede Veraenderung bedeutet, dass man etwas "verliert" oder aufgibt (naemlich das alte, was vorher war).

Ansonsten wuerde ich Sie ermutigen, auch wenn sich Ihr Freund eher ablehnend verhaelt, nicht aufzugeben. Melden Sie sich immer mal wieder mit Geschichten aus dem Alltag, einer Frage, etwas, wobei Sie seine HIlfe brauchen koennten. Auch wenn ein Teil von ihm sich zurueckziehen moechte, dann muss er doch wissen, dass er "in der Welt der Lebenden" wichtig ist und dort gewollt wird. Auch wenn es nach wenig klingt, zeigen Sie ihm das immer wieder, dass Sie "dort auf ihn warten." Viele Menschen, die depressiv waren oder in der depressiven Phase des Trauerns steckengeblieben sind, berichten hinterher oft, dass es ihnen sehr geholfen hat, dass jemand sie immer wieder "ins Leben" zurueckgezogen hat - auch wenn sie in dem Moment nicht reagieren konnten.

Ich wuensche Ihnen viel Mut und Geduld. Wie gesagt, dieser Freund hat Glueck, dass es Sie gibt. Wenn Sie weitere Nachfragen haben, beantworte ich diese natuerlich gerne.

Mit freundlichem Gruss,
Annegret Noble
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 3 Jahren.
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