So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Johann Schweißgut.
Johann Schweißgut
Johann Schweißgut, Diplom Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 987
Erfahrung:  Verhaltenstherapeut, Systemischer Berater und Coach, Supervisor
75300426
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Psychologie hier ein
Johann Schweißgut ist jetzt online.

Wie werde ich selbstsicherer?

Kundenfrage

Hallo! Ich bin weiblich, 21 Jahre alt und stehe kurz davor mein Leben in die eigene Hand zu nehmen. Ich habe eine Behinderung, dh. dass ich körperlich sehr eingeschränkt bin im Alltag und daher nur ein paar Meter laufen kann. Nun habe ich meine Fachhochschulreife abgeschlossen und habe vor mich demnächst an einer Fachhochschule in einer 70 km entfernten Stadt zu bewerben, um im Wintersemester mit dem Studium zu beginnen. Das Studium an sich setzt voraus, dass ich aus meinem elterlichen Wohnfeld ausziehe. Mein großes Problem ist daher folgendes: Ich selber verfolge den Gedanken der Unabhängigkeit und Eigenständigkeit schon lange und möchte das Studium unbedingt anstreben, nicht nur weil ich etwas lernen möchte, sondern auch ein wenig, weil ich mir selbst etwas beweisen will, so absurd es sich vielleicht anhört. Aber mein Leben lang wurde ich von meiner Familie unterstützt, und befürsorgt. Dafür bin ich ihr natürlich unendlich dankbar. Dennoch möchte ich nicht für immer das kleine Mädchen sein, das alleine nichts hinbekommt. (Ich bin die jüngste Tochter einer Großfamilie) Ich habe den Traum, irgendwann auf eigenen Beinen zu stehen und mein Leben selbst zu regeln. Aber ich habe das Gefühl, dass keiner in meinem Umfeld so wirklich daran glaubt, dass ich ausziehe und in einer anderen Stadt wohne. Ich habe nicht nur das Gefühl, sondern erlebe es selbst tagtäglich. Meine Mutter sagt an einem Tag, dass sie es gut findet, dass ich mich für ein Studium entschieden habe, und an einem anderen Tag zweifelt sie wieder und sagt, ich solle doch etwas in meiner Stadt beginnen. Natürlich wäre es mir auch lieber Zuhause zu bleiben, jedoch wird das Studienfach, was ich anstrebe, in meiner Stadt nicht angeboten, weswegen ich gezwungen bin, mein Wohnort zu wechseln, um meinen Traum wahr zu machen. Aber egal, wem ich von meinen Plänen berichte, merke ich, wie mich die Augen meines Gegenübers zweifelhaft ansehen. Mir wird immer wieder gesagt, dass es unmöglich sei umzuziehen und dass doch lieber den "gemütlicheren" Weg einschlagen soll. "Ist es dein Ernst?", diese Frage wird mir oft gestellt. Mein an mir zweifelndes Umfeld hinterlässt natürlich große Spuren in meinem Inneren. Ich frage mich selber auch, ob ich es wirklich schaffen würde. Meine Zweifel an mir selbst werden immer größer, je mehr Zeit vergeht und je mehr Feedback ich von meiner Familie erhalte. Dabei wünsche ich mir doch, dass meine Familie hinter mir steht und nicht versucht mir meinen Traum auszureden. Ich komme mir sehr klein vor immer zurückstecken zu müssen, nur weil meine Krankheit es nicht zulässt einen der normalsten Wege der Welt einzuschlagen. Jeder (gesunde) Mensch hat doch die freie Wahl studieren zu gehen, wie und wann und wo er will. Warum dann ich nicht? Meine Frage an Sie: Wie werde ich meine Zweifel los? Wie kann ich meinen Mitmenschen klar machen, dass ich es wirklich will und ihre Unterstützung brauche? Wie erlange ich mehr Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein in meinem Vorhaben? Ich wäre über eine ausführliche Antwort und Hilfe auf meine Frage sehr dankbar. Liebe Grüße Ein Mädchen, das nicht nur träumen, sondern auch verwirklichen will.

Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 3 Jahren.

Johann Schweißgut :

Sehr geehrte Kundin,

guten Tag und vielen Dank, dass Sie sich mit Ihrem Problem justanswer anvertrauen.

Sie beschreiben ein großes Problem, unter dem Sie sehr leiden.

Bevor ich auf Ihre Frage eingehe habe ich noch Rückfragen an Sie. Ich würde mich darüber gern mit Ihnen hier im Chat unterhalten.

Kommen Sie bitte in den Chat oder machen Sie mir bitte 2 Terminvorschläge für morgen oder übermorgen, an denen wir uns hier treffen können.

Freundliche Grüße

Johann Schweißgut :

Geehrte Kundin,

Johann Schweißgut :

leider waren Sie in der Zwischenzeit noch nicht wieder hier im Chat. Ich schreibe Ihnen jetzt eine vorläufige Antwort, wir sollten aber eine Gelegenheit haben, hier noch mal darüber zu sprechen.

Johann Schweißgut :

Ich habe Sie so verstanden, dass Sie durch eine Körperbehinderung in Ihrer Bewegungsfähigkeit stark beeinträchtigt sind und bisher gut durch Ihre Familie versorgt und unterstützt wurden. Jetzt haben Sie den ehrgeizigen Plan, in einer anderen Stadt zu studieren, und spüren, dass Ihre Familie Ihnen das nicht zutraut. Dadurch werden Sie selbst auch immer wieder unsicher bzgl.Ihres Plans.

Johann Schweißgut :

Ich denke, Ihr Selbstvertrauen wird sofort stabiler, wenn Sie die ersten Schritte der Realisierung Ihres Vorhabens bewältigt haben. Vorher werden Sie Ihre Familie kaum überzeugen können, erst die ersten realen Erfolge werden überzeugend sein.

Johann Schweißgut :

Sie haben sicher schon Vorstellungen entwickelt, wie Sie sich in der neuen Stadt organisieren können, dass Sie trotz Behinderung Ihrem Studium nachgehen und auch soziale Kontakte pflegen können. Sie sind bewundernswert mutig, aber einige wichtige Vorbereitungen sollten Sie jetzt schon treffen, wenn Sie sich zum Wintersemester einschreiben wollen.

Johann Schweißgut :

Es gibt in jeder Stadt in Deutschland Organisationen, die Unterstützung für körperlich behinderte Menschen anbieten. Sie sollten sich an solche Organisationen wenden. Das können die Caritas, die Diakonie, die Arbeiterwohlfahrt oder auch spezielle Einrichtungen wie die "Lebenshilfe e.V." sein. Sicher können Ihnen Vertreter dieser Organisationen an Ihrem derzeitigen Wohnort Auskunft und Kontaktadressen für Ihren Studienort geben. Auf diesem Wege können Sie sich umfassende Hilfen und Unterstützung, soweit Sie es wünschen und brauchen, organisieren.

Johann Schweißgut :

Wenn Ihre Familie dann sieht, dass es mit dieser Unterstützung tatsächlich realistisch ist, Ihren Plan umzusetzten, werden sie auch mehr Zuversucht entwickeln, und das wird wieder Ihrem Selbstvertrauen gut tun.

Johann Schweißgut :

Falls Sie keinen Kontakt zu den oben genannten Organisationen an Ihrem Wohnort haben oder haben wollen, können Sie sicher auch bei Google die Kontaktadressen für Ihren Studien Ort finden. Wenn Sie mir Ihren Studienort hier nennen, kann ich Ihnen da sicher auch weiter helfen.

Johann Schweißgut :

Sie sollten sich klar machen, dass Ihre Familie Sie bisher nur als - mit Verlaub - wahrscheinlich in deren Augen hilfloses kleines Mädchen gesehen haben und keine Vorstellung davon entwickeln können, wie Sie in eine selbstständige Lebensführung gelangen könnten. Darüber Sprechen hilft da wahrscheinlich nicht so viel. Sie sollten wie oben beschrieben schrittweise Realitäten schaffen und Sie werden dann sehen, dass diese Ihre Familie übrzeugen werden und Ihnen immer mehr Sicherheit geben werden.

Johann Schweißgut :

Sie werden dazu sicher noch Fragen haben. Deshalb würde ich mich freuen, wenn wir uns hier noch darüber unterhalten könnten. Bitte melden Sie sich und machen Sie mir Terminvorschläge für eine Treffen hier.

Johann Schweißgut :

Freundliche Grüße