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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
62882398
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Ich bin nun fast 2 Jahre mit meinem Freund zusammen und wir

Kundenfrage

Ich bin nun fast 2 Jahre mit meinem Freund zusammen und wir hatten das erste mal eine Beziehungskrise, weil mir vieles in der Uni und auch auf der Arbeit zu viel wurde und ich das erste mal an unserer Beziehung gezweifelt habe. Hab desöfteren versucht mich von Ihm zu trennen, doch das schaff ich einfacht nicht, weil ich weiß wie sehr ich ihn liebe. Nur hab ich in so vielen Dingen versagt und hab angst auch hier versagt zu haben. Hinzu kommt noch das meine Mutter gegen Ihn, ohne ihn getroffen zu haben, weil er Deutscher sei und immer zu mir sagt es halte ja eh nicht... Nach dieser ganzen ersten Krise, zweifel ich daran ob das alles noch einen sinn macht, obwohl ich ja weiß wie sehr ich diesen Menschen liebe, wirklich sehr. Doch vorher war alles so schön perfekt und diese "neue" Situation macht mir angst, sodass ich manchmal dinge nicht so wie früher genießen kann und immer daran denken, wie schön perfekt alles vorher war. Ich war mir immer sicher er ist der eine, doch im moment macht mir das nach dem ganzen Streiten eher Angst. Keine Ahnung ob das normal ist, doch weiß ich im moment nicht weiter. Ihn lieben tue ich, nur weiß ich nicht wie ich den ganzen stress vergessen kann und wieso ich jetzt angst bekommen, obwohl ich mir doch zuvor so sicher war...

Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

Es scheint als ob Ihre Beziehung die "ganz normalen" Phasen durchlaeuft - und dass sich dadurch die Beziehung natuerlich immer wieder aendert. Veraenderung macht oft Angst, ist aber auch ein notwendiger Teil einer Beziehung. Vielleicht kann ich Ihnen helfen, Ihre Beziehung - und Ihre Angst besser zu verstehen. Langfristige Beziehungen durchlaufen verschiedene Phasen.

1. Die „Verliebtheitsphase“

Das ist die Zeit, in der sich zwei Menschen kennen lernen und ein Paar bilden. Dabei kann es sich um Liebe auf den ersten Blick ist oder auch um sexuelle Anziehungskraft handeln, die diese Menschen zueinander hinzieht. Meist mit Liebe gleichgesetzt wird. Man hat “Schmetterlinge im Bauch”, man mag kaum essen, man sehnt sich nach dem anderen, man mag einander kaum loslassen. Man ist “verrueckt” nach dem Anderen, kann sich eine Zukunft ohne diese Person kaum vorstellen und ist bereit auch Dinge zu tun, die einen eigentlich gar nicht interessieren. Es ist die wunderschöne Zeit, aus der sich – hoffentlich – alles andere entwickelt.

2. “Wir sind fuereinander gemacht”

Nach etwa 3-6 Monaten werden die “Schmetterlinge” durch ein sattes Gluecksgefuehl ersetzt. Man macht Plaene fuer die gemeinsame Zukunft und denkt immer wieder, dass die/der Andere die Person ist, auf die man sein ganzes Leben gewartet hat.

3. Alltag

Hier kommt das Paar auf den Boden der Realität zurueck. Man lernt den Partner / die Partnerin im Alltag kennen. Anfangs zeigt man sich in einer Beziehung oft “von seiner besten Seite”; jetzt zeigt man immer mehr seine Alltagsgewohnheiten und moechte zu einer gewohnten Routine zurueckkehren. Oft faengt man auch an, sich zu fragen, ob man wirklich damit leben kann, dass der Partner jedes Wochenende Fussball schaut oder die Partnerin die Zahnpasta von vorne ausdrueckt. Es ist die sensibelste Phase einer Beziehung, wenn wir lernen, wie und wer unser Partner wirklich ist.

4. Konflikt

Die vierte Phase ist die Stress- und Streitphase, in der man - berechtigt oder unberechtigt – vielerlei Kritik am Partner übt – von der Zahnpasta ueber die Socken auf dem Boden ueber die Wochenendgewohnheiten bis hin zu der Beziehung zu den Eltern. Diese Phase ist in jeder Beziehung die schwierigste Phase. Wenn die Konflikte beginnen, ist es wichtig genau zu müssen wir sehr genau beobachten, ob der / die andere uns ernst nimmt und unsere Wünsche respektiert. Richtig schwierig wird es am Ende der vierten Phase: Jetzt wird klar, ob sich ein Paar trennt oder womöglich für immer zusammenbleibt. Die vierte Phase ist der Zeitraum, der am zermürbendsten ist – und dennoch halten Paare gerade diese Phase am längsten aus. Vermutlich, weil es eine schwierige Frage ist, ob wir unser Leben mit der / dem anderen wirklich teilen wollen oder doch besser auseinander gehen sollten.

5. Entweder Trennung oder “Liebe”

Die fünfte Phase ist entweder die Trennungs- oder die Ruhephase. Entschliessen wir uns innerlich dazu, ein gemeinsames Leben zu versuchen, wird es in der Beziehung ruhiger. In dieser Phase finden wir als "Partner" wieder zu uns selbst. Dem / der Anderen werden jeweils weitere Freiräume gestattet, in der Beziehung bildet sich ein Kernleben. Langsam aber sicher festigen sich die Voraussetzungen für die letzte, die sechste Phase der Partnerschaft.

6. Respekt

Die letzte Phase ist hoffentlich die längste: Sie ist die Zeit des satten Glücks, in der sich so viel Sicherheit in der Beziehung gebildet hat, dass nun eigentlich nichts mehr schief gehen kann. Zwischen den Partnern herrscht unbedingtes Vertrauen, die vielen Stürme sind vorbei. Gefühle des sich Liebens, der Toleranz, des Respekts stellen sich ein. Und dennoch sind wir auch in dieser letzten Phase als Paar ständig in Bewegung – alles andere wäre ja auch langweilig.

Jede Liebesbeziehung lebt von der Erfüllung der Bedürfnisse des anderen - also von gegenseitigem Respekt und liebevollen Kompromissen. Es geht darum, gemeinsam daran zu arbeiten, dass die Beduerfnisse beider Partner erfuellt sind - und das geht selten ohne Konflikte.


Ich hoffe, dass ich Ihnen mit dieser Antwort weiterhelfen konnte. Sie sind wahrscheinlich auf dem Weg in die "4.Phase" und das macht Angst - aber es ist auch der einzige Weg herauszufinden, ob Sie wirklich richtig fuereinander sind.


Ich wuensche Ihnen viel Mut und Geduld fuer diese Zeit. Fuer Nachfragen stehe ich natuerlich gerne zur Verfuegung.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Ueber eine positive Bewertung meiner Antwort wuerde ich mich freuen. Vielen Dank.

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.




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