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diplompsychologe
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1216
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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Unser Sohn (27 J. ) zeigt seit längerem alle Merkmale für eine

Kundenfrage

Unser Sohn (27 J. ) zeigt seit längerem alle Merkmale für eine Depression. Antriebslosigkeit, Minderwertigkeitsgefühl, Kontaktverlust zu anderen,Vergraben im abgedunkelten Zimmer, Vernachlässigung aller häusl. Sauberkeit, Aggression gegenüber Hilfsangeboten. Keine Bereitschaft sich Hilfe innerhalb der Familie oder von aussen zukommen zu lassen.Was können wir aus Ihrer Sicht tun?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragesteller und Eltern,
es tut einem natuerlich im Herzen weh, wenn es dem eigenen Sohn so schlecht geht, und man fuehlt sich hilflos, weil man nichts veraendern kann.

Depressionen gehen einher mit einem besonders negativen Erleben der Welt, mit sogenannten katastrophisierenden Gedanken, in denen man sich ausmalt, welche schlimmen Dinge passieren könnten. Die Wahrnehmung liegt auf dem: Was fehlt noch? Was habe ich noch nicht erreicht? Was kann ich noch nicht? Was läuft schief in meinem Leben? Es gibt immer Dinge, die noch nicht so gut laufen, die noch fehlen und die schief laufen, aber depressive Menschen sehen vor allem diese negativen Tatsachen und verlernen mit zunehmender Krankheitsdauer immer mehr, die positiven Dinge auch wahrzunehmen und zu fühlen. Dies führt zu andauernden negativen Gefühlszuständen, starker Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Energielosigkeit. Häufig kommt es auch zu einer Gewichtszunahme oder Abnahme, zu sexuellen Störungen und Libidostörungen. Das Morgentief erleben besonders viele Patienten als große Belastung. Der Tag beginnt schwer, es ist nur mit großer Mühe möglich, das Bett zu verlassen und den Tag zu beginnen. Bei besonders schweren Depressionen schaffen die Patienten es nicht mehr, das Bett zu verlassen.

Bei einer Depression kommt es oft zu kognitiven Verzerrungen. In depressiven Phasen kommt es zu Fehlinterpretationen der Wirklichkeit, die zu einer pessimistischen Sichtweise der Welt, der eigenen Möglichkeiten und der Zukunft führt. Unangemessene Verallgemeinerungen (Depressionen kann doch niemand heilen) oder übertreibungen (ich werde nie wieder etwas in meinem Leben schaffen), emotionale Beweisführung (ich habe das Gefühl, dass sie mir nicht helfen kann, also stimmt das) und das weit verbreitete Gedankenlesen (ich weiss, dass er/sie mich nicht leiden kann) sind typische kognitive Verzerrungen. Depressive Patienten haben eine Neigung zum kognitiven Verzerren. Man weiß jedoch nicht, ob die Depression die kognitiven Verzerrungen auslöst oder ob die kognitiven Verzerrungen die Depression auslösen. Kognitive Verzerrungen könnten z.B. auch erlernt sein. Das Bewusstmachen von kognitiven Verzerrungen und das Auflösen dieser Verzerrungen führen zu einer Verbesserung des subjektiven Erlebens. Depressive Patienten können lernen, ihre Gedanken selbst zu überprüfen und zu verändern. Dies ist ein wichtiger Bestandteil der Kognitiven Verhaltenstherapie. Irrationale Einstellungen werden verändert und wirken sich damit auf das konkrete Verhalten aus.

Auch die Gehirnchemie ist bei depressiven Patienten verändert. Bestimmte Neurotransmitter wie Noradrenalin und Serotonin sind entweder zu wenig oder zu viel verfügbar. Genau hier setzen Psychopharmaka an. Leider weiß man bis heute nicht genau, wie diese wirken. Man weiß auch nicht, ob die Verschiebung der Neurotransmitterhaushalte die Depression verursacht oder ob die Depression die Neurotransmitterhaushalte negativ beeinflusst. Tatsache ist, dass viele depressive Patienten sehr gut auf die Behandlung mit Antidepressiva reagieren. Die Kombination von Antidepressiva und Kognitiver Verhaltenstherapie gibt heute als die Methode der Wahl für die Behandlung der Depression.


Hat Ihr Sohn einen Hausarzt, mit dem Sie ueber dieses Thema sprechen koennten? Waere Ihr Sohn bereit, mit seinem Arzt zu reden?


Hier ist eine gute Seite mit Ideen zur Selbsthilfe, liesse sich davon etwas umsetzen?

http://www.depression-behandeln.de/depression-behandlung.html


Als Angehöriger eines Depressiven haben natürlich auch Sie unter der Krankheit zu leiden. Es können Gefühle wie Traurigkeit, Wut, Frustration oder Verärgerung entstehen. Sie müssen sich diese Gefühle eingestehen und akzeptieren, daß sie in Ihnen vorhanden sind. Falsch ist es jedoch, der depressiven Person daran die Schuld zu geben. Versuchen Sie, diese Gefühle mit Ihren Freunden aufzuarbeiten oder überlegen Sie, ob Sie eine Angehörigengruppe aufsuchen. Dort finden Sie Verständnis, aber auch praktische Tipps, wie Sie den Alltag mit der Krankheit und dem Erkrankten besser bewältigen können.

 

Letztendlich muss Ihr Sohn Hilfe wollen. Wenn Sie das Gefuehl haben, dass er eine Gefahr fuer sich selbst darstellt - sich also so vernachlaessigt, dass er sich in Gefahr bringt, dann kann man den Sozialpsychiatrischen Dienst vor Ort kontaktieren und moeglicherweise eine Zwangseinweisung veranlassen.

 

Waere es moeglich, dass Sie Ihrem Sohn sagen, dass er nur weiter bei Ihnen leben kann, wenn er Hilfe annimmt? Ansonsten setzen Sie ihm ein Auszugsdatum? Oft muss leider der "Leidensdruck" gross genug sein, bis wir uns veraendern. Und in diesem Fall leidet Ihr Sohn zwar, aber anscheinend nicht genug, um Hilfe anzunehmen.Sie muessen natuerlich auch bereit sein, das durchzufuehren, wenn er sich nicht an die Vereinbarungen haelt. Koennten Sie sich einen solchen Weg vorstellen?

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte Expertin,


Ihre Antwort ist für uns in keiner Weise zufriedenstellend.


Sie fragen ob unser Sohn bereit wäre ev. mit seinem Hausarzt über seine Probleme zu sprechen. Wir haben Ihnen bereits geschrieben, dass er nicht bereit ist Hilfe aus der Familie oder von aussen anzunehmen.


wir schreiben, dass er depressiv ist, sie schicken uns einen Textbaustein aus dem Lexikon " Was ist eine Depression?"


Ihre Folgevorschläge haben wir bereits durchgearbeitet.


Wir sehen daher wenig Sinn darin, Sie weiter zu bemühen.


 

Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragesteller,
es tut mir leid, dass ich Ihnen nicht helfen kann, aber es ist nicht sofort ersichtlich, was Sie wissen und schon versucht haben, wenn Sie mir das Problem Ihres Sohnes in 4 Saetzen schildern, darum habe ich versucht, sowohl Hintergrundinformation zu geben, als auch Moeglichkeiten aufzuzeigen.
Sie bezahlen natuerlich in diesem Fall nichts und Ihre Anzahlung wird zurueckerstattet.
Mit freundlichem Gruss,
Annegret Noble