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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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Guten Tag Mein Vater ist Alkoholiker hatt aber in erster

Kundenfrage

Guten Tag
Mein Vater ist Alkoholiker hatt aber in erster Linie kein Probleme mit dem Trinken aufzuhören zumindest ohne offentsichtlichen Entzugserscheinung er kann aber ohne Alkhol schlechter schlafen und nach einer gewissen Zeit meist 2-3 Wochen kommen immer Depressionen mit dazu diese äußern sich mit Folgenden Symptomen : Antriebslosigkheit immer schlechterem Schlaf und eigentlich unerklärlicherweise starke Knie und Bein Schmerzen nachweißlich schlechter als unter Alkohol Einfluss.
Nun meine Frage
Sind die Depressionen der Grund für den starken Alkohol Konsum?
Besteht hier eine Verbindung? oder sollte man beides als getrennte Krankheiten ansehen ?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte/r Fragesteller/in,
Alkohol und Depressionen sind auf mehreren Ebenen miteinander verbunden.

Es gibt verschiedene "Typen" von Trinkern (nach Prof. E.M. Jellinek). Letztendlich kann nur die betroffene Person (also Ihr Vater) entscheiden, ob er ein Alkoholiker ist oder nicht:

Alpha - Trinker
sind Erleichterungstrinker, die mit Alkohol ihre Probleme zu lösen versuchen. Sie sind zwar einer fortschreitenden Abhängigkeit ausgesetzt, können aber ihren Alkoholkonsum unter Kontrolle halten.

Beta - Trinker
sind Gelegenheitstrinker ohne eine eingetretene Abhängigkeit. Bei ihnen treten vor allem Beschwerden durch Folgekrankheiten auf, z.B. Leberschäden, Magenleiden ( Gastritis ) u.a.

Gamma - Alkoholiker
sind die eigentlichen Alkoholiker, die vom Alkohol seelisch und körperlich abhängig sind. Sie haben über ihren Alkoholkonsum keine Kontrolle mehr.

Delta - Alkoholiker
sind " Spiegeltrinker ", sie können ihren Alkoholkonsum relativ lange unter Kontrolle halten. Sie sind zwar körperlich, aber nicht seelisch abhängig. Bei schleichender Dauerintoxikation sind sie eher unauffällig.

Epsilon - Alkoholiker
werden als " Quartalssäufer " bezeichnet. Nach wochenlanger Abstinenz trinken sie tagelang völlig unkontrolliert.

Hier ein Fragebogen dazu: http://www.alkohol-hilfe.de/suchthilfen/jellinek.htm

Alkohol ist ein "logisches" Mittel, um negative Gedanken und Gefuehle abzuschwaechen und um besser einzuschlafen - alles Symptome, die ja oft mit Depressionen einhergehen. Auf emotionaler Ebene hat der Alkohol seine positive Wirkung im Abbau von Spannungs- und Angstzuständen. Bereits bei einer für die meisten nicht wahrnehmbaren Menge von 0,2 Promille verringern sich Angst- und Spannungszustände – die Person wird lockerer und Situationen, die vorher noch Angst verursachten und daher gemieden wurden, können nun vielfach angegangen und bewältigt werden.Ihr Ma ximum erreicht diese Wirkung bei einer Menge von 0,3 Promille. Ab 0,6 Promille wandelt sich diese positive Wirkung jedoch in eine negative. Alkohol wirkt "depressiv" auf das Gehirn. Wenn man also mehr als die 0,3 Promille trinkt, dann sieht das Gehirn so aehnlich aus wie wenn man Depressionen hat.


Oft bedingen sich Depressionen und Alkohol. Süchtige greifen zur Flasche, um ihre Depression zu therapieren, und der Alkoholkonsum macht durch seine schädigende Wirkung selbst depressiv. Alkohol reduziert das Bewusstsein und wirkt somit schmerzlindernd - nicht nur im körperlichen, sondern auch im psychischen Sinne. Alkohol wirkt stark dämpfend und ist deshalb die bevorzugte Droge vieler Menschen mit Angststörungen.

Depressionen erzeugen ein negatives Weltbild. Sie machen aggressiv, lustlos und stumpf. Alle Gefühle sterben ab, das Leben wird unerträglich fade und erscheint sinnlos. Alkohol dagegen 'macht Stimmung' -, auch wenn sie negativ ist. Euphorie und Wohlgefühl münden bald in Gereiztheit und Unwohlsein, aber der 'Kater' bietet wenigstens ein sozial akzeptiertes (und für das Ego noch erträgliches) Erklärungsmuster für Trübsinn und Antriebslosigkeit - insbesoners bei Maennern.


Gute zusaetzliche Informationen zu dem Zusammenhang von Alkohol und Depressionen (inklusive den Veraenderungen im Gehirn) finden Sie hier: http://www.alkoholismus-hilfe.de/alkoholismus-depressionen.html

Einerseits sind Depressionen und Alkoholismus getrennte Krankheiten, aber oft ist der Alkohol "die Medizin" fuer die Depression, der dann aber nach einer kurzen Besserung die Depressionssymptome verstaerkt. Dann braucht man mehr Alkohol, damit wird man noch depressiver und braucht noch mehr Alkohol, um die Depression "zu behandeln" usw.

Diese Antwort ist natuerlich recht komplex aber hoffentlich trotzdem hilfreich. Fuer Nachfragen stehe ich natuerlich gerne zur Verfuegung.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Ueber eine positive Bewertung meiner Antwort wuerde ich mich freuen. Vielen Dank.

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.