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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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Guten Morgen, ich habe ein Kind in der Schule, das zuerst

Kundenfrage

Guten Morgen, ich habe ein Kind in der Schule, das zuerst Ritalin nahm und jetzt wurde mir von den Eltern gesagt, dass das Kind (5.Klasse ) nun Rispartal einnimmt. Verhaltensweisen sind aber für mich gleich, wie bei einem ADHS-Kind. Frage: Unterschiede des "Krankheitsbildes" und wie können wir als Lehrer besser mit so einem Kind mit diesen Verhaltensauffälligkeit umgehen. Mit freundlichen Grüßen xxxxxxx

Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin und Lehrerin,
ich bin sehr beeindruckt von Ihrer Bereitschaft, sich hier Rat zu holen. Ritalin wird - wie Sie wissen - fuer ADHS verschrieben, es erlaubt einem Kind, sein Verhalten und seine Gedanken "zu bremsen." ADHS bedeutet meist auch, dass man alles "gleich laut" wahrnimmt. Jemand ohne ADHS kann sich z.B. auf ein Gespraech konzentrieren und alles andere ausblenden. Jemand mit ADHS hoert den Vogel auf dem Dach, den gefluesterten Kommentar, die Musik nebenan genauso laut wie das Gespraech und hat damit Schwierigkeiten sich auf die Worte zu konzentrieren, denn das ist ja viel "Konkurrenz". Rispertal ist ein "Antipsychotika" wird aber oft nicht mit diesem Ziel verschrieben. Meist wird es bei ADHS Kindern verschrieben, damit sie ihre "Gedanken sortieren" koennen - was ja bei einer Psychose das Ziel ist: Man muss sortieren, was echt ist und was nicht echt ist. Bei einem Kind mit ADHS bedeutet das dann, es kann besser sortieren, wo es seine Aufmerksamkeit hinlenkt und wo nicht. Rispertal ist oft ein sehr starkes Medikament und hat einige nicht so tolle Nebenwirkungen, aber das ist die Entscheidung des Arztes und der Eltern. Ich denke nicht, dass sich das Krankheitsbild wirklich geaendert hat und damit sind auch die gleichen Strategien hilfreich, die Sie ohnehin benutzen.

Es hilft meist einen stimulierungsarmen Raum zu schaffen - je weniger Ablenkung desto besser. Manchmal hilft es, wenn das Kind nicht in den Raum schaut sondern nur den Lehrer vor sich hat (also vorne sitzt), manchmal hilft es einen grossen Karton um den Arbeitsplatz des Kindes auf den Tisch zu stellen, damit es nicht so leicht abgelenkt ist. Ich weiss nicht, ob so etwas bei Ihnen moeglich ist. Arbeitspausen sind hilfreich insbesondere, wenn das Kind sich in diesen Pausen bewegen darf (meist ist es nur moeglich sich fuer etwa 10 Minuten am Stueck zu konzentrieren). Fehlverhalten ignorieren und wieder auf die Materie zurueckverweisen hilft (man kann das auch tun, indem man sich neben den Schueler stellt und auf das Blatt vor ihm zeigt, um seinem Gehirn zu helfen, sich wieder auf dieses Blatt zu konzentrieren). Manchmal hilft auch eine Hand auf der Schulter und ein Finger auf das Papier, um das Kind "wieder in den Koerper zurueck" zu bringen. Gibt es eine Moeglichkeit, dass dieses Kind im Hof ein paar Runden rennt zwischen den Stunden? Es ist furchtbar anstrengend, all die extra Energie "zu zuegeln" und oft hilft es, sie einfach rauszulassen. Stehen anstatt sitzen kann machmal helfen.

Positives Verhalten belohnen ist ganz wichtig. Auch wenn das nur ein "Danke, dass du so gut mitarbeitest" ist, denn Kinder mit psychologischen Problemen wissen ja, dass sie anders sind und schaemen sich deswegen. Sie bekommen viel Aerger und selten sagt jemand mal, dass sie trotzdem liebenswert und "gut" sind. Je weniger Sie dem Kind das Verhalten "uebelnehmen" und je weniger "persoenlich" Sie es nehmen koennen (es ist nicht seine Absicht, Ihren Unterricht zu stoeren), desto einfacher ist es wahrscheinlich relativ "unemotional" und freundlich zu reagieren. Das ist hilfreich fuer das Kind, denn wie gesagt, es ist es wahrscheinlich gewohnt, dass viel mit ihm geschimpft wird.

Helfen Ihnen diese Hinweise? Fuer Nachfragen stehe ich natuerlich gerne zur Verfuegung.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Ueber eine positive Bewertung meiner Antwort wuerde ich mich freuen. Vielen Dank.

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.