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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1216
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Hallo, mein Partner hat sich heute von mir getrennt. Wir haben

Kundenfrage

Hallo, mein Partner hat sich heute von mir getrennt. Wir haben schon seit zwei Jahren ein schwere Zeit durchgemacht. Er befindet sich seit ca. einem Jahr in psychologischer Behandlung seit ca eineinhalb Jahre leben wir nicht mehr zusammen da er auf Grund seines BurnOuts es nicht mehr "gepackt" hat auf engen Raum mit mir zusammen zuleben. Gestern hatte er wieder einen Termin bei seiner Psychologin,die ihm nach seiner Aussage den Kopf gewaschen hat,dass es so zwischen uns nicht weiter gehen kann da wir beide unter dieser Situation leiden und nicht weiter kommen im Leben. Sie hat ihm geraten die Beziehung so schnell wie möglich zu beenden und keinen Kontakt mehr zu haben. Mich hat das wie ein Blitz getroffen. Klar war ich auch unzufrieden immer wieder abends gehen zu müssen wenn ich bei ihm war. Ich hab auch zu ihm gesagt dass das nicht so weiter gehen kann aber er hat immer gegen geredet und gesagt er weiß es aber er arbeitet dran dass wieder alles in Ordnung kommt,er will mich nicht verlieren, sowas tolles wie mich wird er nie wieder finden, er liebt mich und und kann sich ein Leben ohne mich nicht vorstellen....und jetzt.... nach dem gespräch von gestern....
Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll,ich hatte in der Nacht richtige Panikattacken und auch tagsüber immer wieder das Gefühl mich zerreist es augenblicklich,wie bekomm ich das in den Griff? Klar mit Freundinnen reden,aber alles was ich hab sind verheiratete mit Kindern,die ich auch nicht ständig belästigen will. Ich hab das gefühl ich schaff das nicht. Oder soll ich es als Chance für uns sehen?
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,
Sie beschreiben eine schwierige und traurige Situation. Ihre erste Reaktion auf diese Nachricht ist absolut "normal" (was natuerlich nicht bedeutet, dass sie angenehm oder einfach ist).

Jeder Mensch verarbeitet einen Verlust unterschiedlich - und das Ende einer Beziehung ist ein grosser Verlust, aber im allgemeinen folgt der Trauerprozess den folgenden 4 Phasen:



1. Phase: bezeichnend ist hier der Schockzustand. Man will nicht wahrhaben, dass der Verlust tatsaechlich stattgefunden hat. Der Verlust wird nicht als Realität akzeptiert. Die typischen Symptome dieser Phase (die in der Regel von einigen Stunden bis zu 4 Wochen dauert): Betäubung, Empfindungslosigkeit, Starre, Unglauben, Unwirklichkeit, stilles Weinen, lautes Schluchzen, Depersonalisierung (“nicht wie man selbst fuehlen” oder “neben sich stehen”), dazu gehoeren auch die von Ihnen beschriebenen Panikattacken oder das GEfuehl, dass es Sie zerreisst.

2. Phase: das Aufbrechen der Gefühle, wobei der Schmerz des Verlustes in all seiner Tiefer erfahren wird. Man erlebt oft ein Gefuehlschaos von Trauer, Angst, Wut, Schuld, Depression, unbegruendeter Heiterkeit und Hilflosigkeit. Koerperliche Symptome sind oft Ruhelosigkeit, Muedigkeit, Appetitverlust und Schlafstörungen. Am hilfreichsten ist es, sich die Erlaubnis zu geben, all diese Gefühle zuzulassen, und zu wissen, dass das emotionale Chaos “normal” ist. Problematisch wäre hier eher eine andauernde Gefühlslosigkeit und Unterdrückung der Gefühle durch Verleugnung, Ablenkung, Überaktivität, Missbrauch von suchtfoerdernden Substanzen oder Gleichgueltigkeit.

3. Phase : Akzeptieren einer Umwelt, in der die Person fehlt - und gleichzeitig glauben, dass das Leben ohne diese Person trotzdem gut und schoen sein kann. Man faengt an die Person loszulassen und das Ausmass des Verlustes anzuerkennen ohne in tiefe Depressionen zu fallen. Man faengt an, neue Ziele zu haben und sich eine Zukunft ohne die Person vorzustellen. Diese Phase ist erst eine “Entscheidung” - findet also im Kopf statt – dann erst folgen die Gefuehle. Probleme bekommt man in dieser Phase, wenn man sich zum Ablenkung Suchtverhalten angewoehnt hat, sich weigert, Abschied zu nehmen oder darauf beharrt, dass das Leben nie wieder gut sein kann.

4. Phase: Man faengt wieder an aktiv zu leben. Man empfindet wieder Freude und ist bereit, in neue Beziehungen zu investieren. Man akzeptiert den Verlust als Teil des Lebens und schaut mit neuem Selbstvertrauen und Hoffnung in die Zukunft. Problematisch wird diese Phase wenn neue Beziehungen, neues Selbstvertrauen und neue Lebensfreude als Untreue gegenüber dem Verstorbenen empfunden werden. Rueckfaelle in das Emotionschaos der zweiten Phase, v.a. an Jahrestagen sind durchaus normal, werden aber problematisch wenn ein Rueckfall zu Ängsten vor neuen Verlusten fuehrt oder zu einer allgemeinen Abwendung vom Leben, den Lebenden und der Liebe.

 

Mit dem Wissen, dass Ihre Reaktion "normal" ist und dass sie nicht "ewig" dauern wird, wird es hoffentlich weniger besorgniserregend sein, was Sie da gerade erleben. Trauern ist immer mit unangenehmen GEfuehlen verbunden und wer Ihnen da einen leichten Weg verspricht, der macht Ihnen etwas vor. Meine Empfehlung waere, dass Sie sich in den naechsten Wochen durchaus von Ihren Freundinnen unterstuetzen lassen - auch wenn diese viel um die Ohren haben, tun sie das bestimmt gerne - wiederum mit dem Wissen, dass diese intensiven Gefuehle meist in 4-6 Wochen weniger intensiv sein werden.

Eine andere Erfahrung, die ich gemacht habe ist, dass sich derjenige, der eine Beziehung beendet, in den ersten 4-6 Wochen nach dem "Schlussmachen" v.a. an die negativen Elemente der Beziehung erinnert (also die Dinge, die belegen, warum es richtig war,Schluss zu machen). DANACH erinnert man sich in der Regel an die positiven Elemente und faengt an, den Partner zu vermissen. Wenn Sie also trotz des absolut verstaendlichen emotionalen Chaos, in dem Sie sich gerade befinden, genug Geduld haben, um ein paar Wochen zu warten, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr, sehr gross, dass sich Ihr Partner bei Ihnen melden wird - vielleicht zu dem Zeitpunkt sogar mit dem Wunsch, die Beziehung anders zu gestalten als vorher. In dem Sinne koennten Sie dieses Ereignis als "Chance" fuer Sie sehen, aber das bedeutet wahrscheinlich im MOment nicht, dass Ihre Gefuehle weniger intensiv werden. Erlauben Sie sich da alle Gefuehle, die hoch kommen, verurteilen Sie sich nicht dafuer, lassen Sie die Gefuehle kommen - wohlwissend, dass sie auch wieder gehen. Je mehr man sich erlaubt, die Gefuehle zu haben, desto schneller gehen sie in der Regel wieder weg. Im MOment koennten Sie wahrscheinlich von Unterstuetzung durch Freundinnen sehr profitieren, es kann gut sein, dass Sie das ein ein paar Tagen nicht mehr so dringend brauchen. Versuchen Sie die naechsten Tage geduldig mit sich selbst zu sein, machen Sie keine grossartigen Plaene und erwarten Sie keine Hochleistungen von sich selbst.

 

Ich wuerde Ihnen gerne mitteilen,d ass es einen "schmerzlosen" Weg gibt, aber leider gibt es diesen nicht. Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Ausfuehrungen Mut machen kann. Fuer Nachfragen stehe ich natuerlich gerne zur Verfuegung.

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