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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
62882398
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InternetCoach ist jetzt online.

Meine Tochter (16 Jahre) ist übergewichtig (1,60 mit ca. 86kg).

Kundenfrage

Meine Tochter (16 Jahre) ist übergewichtig (1,60 mit ca. 86kg). Sie verschließt sich immer mehr. Wie kann ich Ihr helfen?
Sie ist eigentlich ein sehr sportlicher Typ mit einem untersetzen muskulösem Körperbau, die Neigung zum Übergewicht liegt leider in der Familie. Nach fast einem Jahr mit Knieproblemen hatte sie im September eine Knieoperation. In diesem Jahr hat sie fast keinen Sport gemacht und ist deshalb noch dicker geworden. Davor hat sie regelmäsig Tennis gespielt. Nun haben wir sogar jetzt den Verein für einen Neuanfang gewechselt. Sie spielt wirklich gut und kann mit den anderen Kindern technisch gut mithalten. Im neuen Verein sollte sie die Kinder kennenlernen und dort am Training teilnehmen. Dies wurde natürlich auch alles mit Ihr besprochen.
Gestern hat sie sich geweigert in dieses "Scheißtraining" zu gehen, sie "haße all das und ihr ganzes Leben". Sie kann sich nicht akzeptieren, hat keine Freundin. Alles was in einer Gruppe stattfindet lehnt sie ab. Dabei ist Sie ein sehr liebenswerter verantwortungsbewußter Mensch auf dem man sich immer verlassen kann. Aber sie vergräbt sich hinter ihren Schulbüchern. Auf nachfragen was sie den machen wolle bekommen mein Mann und ich keine Antwort. Wir würden sie bei allem unterstützen (Big Kids, Flötenunterricht, Klarinette, Judo - alles trotzt Begabung hingeschmissen) aber sie redet nicht mit uns und streitet alles ab. Was kann ich tun??????
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin und Mutter,
vielen Dank fuer Ihre Frage. Ich kann gut verstehen,d ass Sie sich Sorgen um Ihre Tochter machen. Bevor ich ein paar weitere Ideen mit Ihnen bespreche, wuerde mich noch interessieren, ob ausser der Knie-OP etwas passiert ist, was zu dieser Veraenderung im Verhalten Ihrer Tochter beigetragen haben koennte und auch, ob Sie denken, dass Sie in der Schule - oder auch im Verein - wegen Ihres Gewichts gemobbt worden ist.
Manchmal sind die Eltern in dem Alter leider nicht diejenigen, die wirklich helfen koennen, darum die Frage, ob es irgendwelche anderen Erwachsenen im Leben Ihrer Tochter gibt, denen sie vertraut: Trainer, Grosseltern, Nachbarn, Lehrer, Pfarrer... Manchmal ist es fuer einen Teenager leichter, dort die schwierigen Dinge des Lebens zu besprechen als mit den Eltern.

Herzliche Gruesse,
Annegret Noble
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Frau Noble,

Sicher wird sie gemobbt bzw. im harmlosen Fall einfach ignoriert, sie behauptet das sei ihr egal, für sie spiele dies keine Rolle. Das Problem ist ihr Selbstbewusstsein, sie geht nicht offen auf andere zu und ist ihr stärkster Kritiker. Im alten Verein gab es Probleme mit Trainern, ihre Leistung wurde nie anerkannt. Im neuen Verein waren alle nur freundlich, bzw. Neutral. Ihre Vertraute bin ich oder vielleicht noch ihr Schweser (13 Jahre, sehr sportlich, normales Gewicht).
In der Schule müsste sie sich jetzt für eine Praktikumswoche bewerben. Sie wollte zur Polizei. Mein Mann hat über einen Freund alles in die Wege geleitet und eine Telefonnummer besorgt bei der Sie nur anrufen hätte müssen . Sie weigert sich - Polizei ist doch nichts. Darauf hin haben wir gesagt wir mischen uns nicht mehr ein, sieist alleine dafür verantwortlich. Seitdem Funkstille zu diesem Thema. Anfang nächsten Jahres ist schon der Termin. Auch hier - soll ich mich stärker einmischen oder sie in ruhe lassen.
Es gab kein grösseres Ereignis - es wurde über die Jahre so....
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin und Mutter,
vielen Dank fuer die weitere Information. Es ist nicht ganz leicht, da das richtige Gleichgewicht zu finden wieviel Sie helfen und wann Ihre Tochter alleine etwas erreichen muss. Je mehr Sie helfen, desto mehr ist die Botschaft: "Du kannst das nicht alleine", was natuerlich wieder dazu fuehrt, dass sie sich weniger selbstbewusst und kompetent fuehlt.
Es ist keinem Teenager egal, wenn er/sie gemobbt wird. In diesem Alter ist Anerkennung durch Gleichaltrige das allerwichtigste und Ablehnung tut extrem weh. Ihre Tochter mag zwar sagen,d ass ihr das egal ist, aber dann versteckt sie ihren Schmerz hinter dem Essen. Mobbing ist immer traumatisch.
Meine Erfahrung ist, dass die Eltern - leider - in solchen Momenten nur wenig helfen koennen. Ihre Unterstuetzung ist wichtig und die Botschaft, die Sie in Ihren Worten und Ihrem Verhalten immer wieder rueberbringen sollte etwas sein wie: "Wir haben dich lieb, du bist uns wichtig, wir sind immer fuer dich da UND wir glauben an dich und wissen, dass du alle diese Dinge auch alleine regeln kannst."
Gleichzeitig waere es wahrscheinlich sehr wichtig, dass Ihre Tochter so bald wie moeglich eine Therapie macht und sich v.a. mit ihrem Perfektionismus (also der Selbstkritik) beschaeftigt. Dieser liegen oft falsche Lebenseinstellungen zugrunde, wie z.B. "Ich bin nur gut genug, wenn.... (ich alles richtig mache)" oder "Ich bin nur liebenswert, wenn ich "richtig" aussehe." usw. Essstoerungen (und Uebergewicht ist ja eine Essstoerung) dienen oft dazu, diese innere Unsicherheit zu verdecken. Eine kognitive Verhaltenstherapie waere da wahrscheinlich ein sehr guter Anfang. Und wie gesagt, so wichtig Sie als Eltern sind, das geht meist nicht gut, wenn Eltern versuchen, Therapeuten zu sein. Wahrscheinlich wird sich Ihre Tochter gegen eine Therapie aussprechen,aber da sollten Sie nicht locker lassen. Gehen Sie zum ersten Termin mit und warten Sie im Wartezimmer. Hoffentlich trifft Ihre Tochter da auf jemanden, der sich als vertrauenswuerdig erweist und sich mit Jugendlichen gut auskennt. Es ist auch okay, wenn Ihre Tochter in der ersten Sitzung nicht viel sagt. Hier waere es wichtig, dass Sie etwas sagen wie: "In vielem ueberlassen wir dir die Entscheidung, was du tun moechtest und hier bestehen wir darauf, dass du hingehst." Man kann niemanden zu einer Therapie zwingen, aber ein guter Kinder- und Jugendtherapeut weiss auch, dass man sich bei Teenagern erst "beweisen" muss und nimmt ihrer Tochter das nicht uebel, sondern wartet bis sie soweit ist.
Wenn zu Hause Themen wie Verein und Praktikum aufkommen, dann wuerde ich empfehlen, dass Sie immer wieder etwas sagen wie: "Wir helfen gerne, wenn du das moechtest und wir wissen, dass du das ganz alleine entscheiden und organisieren kannst."

Um relativ schnell einen Termin zur Therapie zu bekommen, wenden Sie sich am besten an eine nahegelegene psychotherapeutische/ psychiatrische ambulante Fachklinik, an eine Universitätsklinik mit einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz oder an ein psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut. Es dauert oft recht lange, um einen Termin bei einem niedergelassenen Psychologen zu bekommen, aber auch das ist eine Moeglichkeit. Fragen Sie dazu bei Ihrer Krankenkasse nach einer Liste von geeigneten Therapeuten. Hier finden Sie ebenfalls Listen von Therapeuten (mit und ohne Kassenzulassung) nach Postleitzahl geordnet:

http://www.psychotherapiesuche.de/therapeutensuche
http://www.netzwerk-psychotherapie.de/
http://www.therapeuten.de/

http://www.therapeutenfinder.com/therapeuten/

Hier finden Sie psychologische Ausbildungsinstitute:

http://www.therapie.de/psyche/info/ausbildung/adressen-und-links/


Wenn Ihre Tochter bereit waere eine online-Therapie zu machen, dann gibt es auch da Moeglichkeiten (oft per chat oder skype). Einen guten Anbieter von kognitiver Verhaltenstherapie online ist www.novego.de. Ich bin mir nicht sicher, ob das Programm auch fuer Jugendliche geeignet ist, aber es wuerde sich vielleicht lohnen da anzurufen, wenn Ihre Tochter da offen ist.

Ich hoffe, dass Ihnen diese Tipps ein bisschen weiterhelfen, auch wenn sie natuerlich nicht das Grundproblem loesen, dazu reicht dieses Forum leider nicht aus. Fuer Nachfragen stehe ich natuerlich gerne zur Verfuegung.

Ich bitte Sie, die Antwort NICHT zu bewerten, wenn Sie die Antwort noch nicht als hilfreich empfinden. Sie sind herzlich eingeladen beliebig oft nachzufragen, bis Sie eine zufriedenstellende Antwort erhalten – oder wir uns einigen, dass ich Ihnen leider nicht weiterhelfen kann.


Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Ueber eine positive Bewertung meiner Antwort wuerde ich mich freuen. Vielen Dank.

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.