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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
62882398
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Hallo Ich 37J. aus Stuttgart Habe eine Frage: Ich habe Leider

Kundenfrage

Hallo Ich 37J. aus Stuttgart Habe eine Frage:
Ich habe Leider vor Kurzem meinen Geliebten Vater Verloren und bin nun Ganz Alleine. Arbeitslos bin Ich auch schon seit Jahren. Und Irgendwie habe Ich das Gefühl das mich keiner mehr Will b.z.w. mir Hilft.
Was Kann Ich tun??

Gruß XXXXX XXXXX

Danke
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,
Mein Beileid fuer Ihren Verlust. Sie beschreiben eine komplexe Situation. Einmal ist da die Trauer um den Verlust Ihres Vaters, die ja angemessen und "normal" ist. Dann ist da die Traurigkeit und wahrscheinlich Frustration ueber Ihre eigene Lebenssituation, die ja wahrscheinlich anders ist, als Sie sich das wuenschen. Es ist "normal" dass man Schwierigkeiten hat, sich vorzustellen, dass das Leben je wieder besser sein wird. Und oft hilft es, wenn man sich trotzdem aufrafft und neue Dinge ausprobiert - so schwer und aussichtslos sich das auch anfuehlt.

Sie sagen, dass Ihr Hausarzt eine Verhaltenstherapie vorgeschlagen hat. Haben Sie das ausprobiert? Es ist wahrscheinlich kein "Allheilmittel", aber ich koennte mir durchaus vorstellen, dass es Ihnen helfen wuerde, damit Sie nicht in tiefere Depressionen verfallen. Es muss auch keine Verhaltenstherapie sein. Manchmal ist es einfach wichtig, dass wir jemanden haben, der uns zuhoert und uns hilft, unsere Gedanken und Gefuehle zu ordnen. Wenn Sie das noch nicht ausprobiert haben, dann koennte ich mir durchaus vorstellen, dass Ihnen eine Therapie helfen koennte, um Ihre Trauer auszudruecken und vielleicht neue Wege zu finden, um mit Gedanken wie "mir hilft keiner" und "mich will keiner" umzugehen.

Was ich in Ihrer Frage ausserdem hoere, ist der Wunsch danach, etwas "sinnvolles" zu leisten oder etwas zu tun, was anderen Menschen hilft. Die meisten von uns bekommen dieses Gefuehl von unserer Arbeit und als Arbeitsloser ist es oft schwer, dieses Gefuehl zu haben. Haben Sie schon einmal darueber nachgedacht, vielleicht ein Ehrenamt anzunehmen? Viele Menschen, die mit Depressionen kaempfen, finden es sehr hilfreich, dass Sie einmal "erwartet" werden - also zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort sein muessen, und dass jemand nachfragt, was los ist, wenn man nicht auftaucht - und ausserdem geht es einem meist emotional besser, wenn man anderen Menschen (oder Tieren) helfen kann. Altersheime, Tierheime, Kindertagesstaetten, Heime fuer Obdachlose suchen alle nach Menschen, die Zeit haben, um zu helfen. Meine Empfehlung waere, dass Sie sich einmal bei http://www.ehrenamt.de/ umschauen, ob da etwas fuer Sie dabei ist.

Nach dem Verlust eines wichtigen Menschen ist es nicht ungewoehnlich, dass man depressiv wird. Meist legt sich diese Depression von selbst, aber manchmal braucht man auch einen Anstoss von aussen. Manchmal sind Medikamente dieser "Anstoss". Vielleicht koennten Sie mit Ihrem Hausarzt ueber ein Antidepressivum reden - nur fuer die Ueberbrueckungsphase, nicht als Langzeitloesung. Viele Menschen sind oft skeptisch gegenueber Medikamenten, aber meine Erfahrung ist, dass diese es einfacher machen, mit den schwierigen Situationen des Lebens umzugehen. Sie "spielen einem nichts vor". Vielleicht koennte man das so sehen: Wenn man erkaeltet ist, dann riecht man nicht gut und wenn man nicht gut riecht, dann schmeckt einem nichts wirklich gut. Wenn also ein 5 Sterne-Koch fuer einen kochen wuerde, dann wuerde das genauso schmecken, wie wenn das Kind fuer einen kocht, obwohl man weiss, dass das Essen von dem Chefkoch sehr viel besser schmecken sollte. Im Fall einer Depression ist das im Gehirn aehnlich. Die Botenstoffe, die eigentlich signalisieren sollten, dass etwas Spass macht oder schoen ist, funktionieren nicht richtig. Auch wenn man etwas tut, von dem man weiss, dass es eigentlich schoen sein sollte, kann man das nicht spueren. Wenn man die richtigen Antidepressiva nimmt, dann fuehrt das dazu, dass die Botenstoffe wieder richtig ausbalanziert sind und man schoene Dinge wieder als schoen empfindet. Diese Medikamente machen also nicht gluecklich oder spielen einem etwas vor, sie helfen nur dabei, dass man wieder Freude spueren kann. Genauso wie man sobald man wieder riechen kann, das gute Essen geniessen koennte.



Wenn Sie das Gefuehl haben, dass Sie einfach mit jemandem reden muessen, weil Sie sich alleine fuehlen, dann koennen Sie auch die Telefonseelsorge anrufen und dort zu jeder Tages- und Nachtzeit mit jemandem reden. (0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222). Man kann dabei auch anonym bleiben.

Ich hoffe, dass Ihnen diese Ideen und Vorschlaege Mut machen, dass es Auswege aus Ihrer Situation gibt. Fuer Nachfragen stehe ich selbstverstaendlich gerne zur Verfuegung.

Ich bitte Sie, KEINE Bewertung abzugeben wenn Sie mit der Antwort noch nicht zufrieden sind. Sie können natuerlich beliebig oft nachfragen, bis Sie eine hilfreiche Antwort erhalten. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Ueber eine positive Bewertung meiner Antwort wuerde ich mich freuen. Vielen Dank.

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.