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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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Guten Tagich leide seit einigen Monaten an depressionen

Kundenfrage

Guten Tag ich leide seit einigen Monaten an depressionen und Angstzuständen. Vor 3 Jahren hat mich mein Hausarzt zu eine Kur geschickt wegen Burn Out, danach ging es mir etwas besser. Aber wie gesagt seit einigen monaten geht es mir wieder schlechter ich schlafe kaum, bin gereizt und habe angst und weiß nict wie ich miene Probleme in den griff bekomen kann. damit es mir bessser geht und ich etwas schlaf finde bzw einfach mal meine probleme und gereizt heit auch gegenüber meiner faamilie inden Griff bekomme nehme ich seit einigen Wochen wieder diazepam tabletten ca 2-4 fast täglich. Diese habe ich von 2 verschiedenn ärzten bekommen die jedoch mir nicht helfen können oder es für nötig ansehen. mein problem ist das die tablette mittlerweile nicht mehr so beruhigend wirken wie am anfang und ich die die gleiche depressive und schlechte verfassung verfalle wie vor ein paar monaten. was soll ich jetzt tun ? gibt es noch andere Tabletten die helfen oder eine andere Möglichkeit wieder gesund zu werden?? bitte helfen Sie mir. was soll ich machen wenn ich die tabletten nicht mehr bekomme?? bitte antworten sie schnell vielen Dank XXX

Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage. Sie beschreiben eine frustrierende Situation. Diazepam faellt in die Kategorie der Benzodiazepine, Medikamente, die kurzfristig und schnell entspannen, aber auch schnell wieder in ihrer Wirkung nachlassen und abhaengig machen - was Sie ja gerade erleben: die gleiche Menge hat nicht mehr dieselbe Wirkung, das nennt sich "Toleranz". Benzodiazepine sollte man nicht mehr als zwei Wochen lang nehmen und auch dann am besten nur in akuten Krisensituationen wie einer Panikattacke.


Es scheint, dass Sie moeglicherweise von einem Antidepressivum profitieren koennten. Es gibt da auch welche, die bei Angststoerungen helfen. Diese machen nicht abhaengig, wirken aber auch nicht sofort. Man muss sie oft einige Zeit lang nehmen bevor sie anfangen zu wirken und man sich besser fuehlt. Im Gegensatz zu dem Diazepam ist es meist nicht schwierig, diese laengerfristig verschrieben zu bekommen.


 

Depressionen gehen einher mit einem besonders negativen Erleben der Welt, mit sogenannten katastrophisierenden Gedanken, in denen man sich ausmalt, welche schlimmen Dinge passieren könnten. Die Wahrnehmung liegt auf dem: Was fehlt noch? Was habe ich noch nicht erreicht? Was kann ich noch nicht? Was läuft schief in meinem Leben? Es gibt immer Dinge, die noch nicht so gut laufen, die noch fehlen und die schief laufen, aber depressive Menschen sehen vor allem diese negativen Tatsachen und verlernen mit zunehmender Krankheitsdauer immer mehr, die positiven Dinge auch wahrzunehmen und zu fühlen. Dies führt zu andauernden negativen Gefühlszuständen, starker Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Energielosigkeit. Häufig kommt es auch zu einer Gewichtszunahme oder Abnahme, zu sexuellen Störungen und Libidostörungen. Das Morgentief erleben besonders viele Patienten als große Belastung. Der Tag beginnt schwer, es ist nur mit großer Mühe möglich, das Bett zu verlassen und den Tag zu beginnen. Bei besonders schweren Depressionen schaffen die Patienten es nicht mehr, das Bett zu verlassen.

Bei einer Depression kommt es oft zu kognitiven Verzerrungen. In depressiven Phasen kommt es zu Fehlinterpretationen der Wirklichkeit, die zu einer pessimistischen Sichtweise der Welt, der eigenen Möglichkeiten und der Zukunft führt. Unangemessene Verallgemeinerungen (Depressionen kann doch niemand heilen) oder übertreibungen (ich werde nie wieder etwas in meinem Leben schaffen), emotionale Beweisführung (ich habe das Gefühl, dass sie mir nicht helfen kann, also stimmt das) und das weit verbreitete Gedankenlesen (ich weiss, dass er/sie mich nicht leiden kann) sind typische kognitive Verzerrungen. Depressive Patienten haben eine Neigung zum kognitiven Verzerren. Man weiß jedoch nicht, ob die Depression die kognitiven Verzerrungen auslöst oder ob die kognitiven Verzerrungen die Depression auslösen. Kognitive Verzerrungen könnten z.B. auch erlernt sein. Das Bewusstmachen von kognitiven Verzerrungen und das Auflösen dieser Verzerrungen führen zu einer Verbesserung des subjektiven Erlebens. Depressive Patienten können lernen, ihre Gedanken selbst zu überprüfen und zu verändern. Dies ist ein wichtiger Bestandteil der Kognitiven Verhaltenstherapie. Irrationale Einstellungen werden verändert und wirken sich damit auf das konkrete Verhalten aus.

Die Kombination von Antidepressiva und Kognitiver Verhaltenstherapie gibt heute als die Methode der Wahl für die Behandlung der Depression und auch von Angststoerungen. Denn Angst und Panikgefühle sind körperliche Reaktionen, die in erster Linie durch Angst- und Panikgedanken ausgelöst werden. Wenn wir etwas als lebensgefährlich bewerten, dann reagiert unser Körper mit Angst.

In der Therapie lernen Betroffene deshalb den Zusammenhang zwischen ihren Angstgedanken und Angstgefühlen kennen. Sie erfahren, wie sie durch ihre ängstlichen Gedanken und ihre Angstgefühle schnell in einen Teufelskreis gelangen können, der oft in Panikattacken endet. In der kognitiven Verhaltenstherapie lernt man Methoden der Gedankenkontrolle, um Angstgedanken und den Teufelskreis der Angst während einer Attacke zu kontrollieren oder zu unterbrechen.

 

Stressmanagementstrategien wie Autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Meditation oder Yoga sind auf jeden Fall ebenfalls empfehlenswert. Denn wenn sich der Koerper entspannt, dann entspannt sich in der Regel auch der Kopf und man kann all die Stresshormone, die sich angesammelt haben, abbauen. Ausserdem ist es unmoeglich gleichzeitig entspannt zu sein und Angst zu haben oder frustriert zu sein. Hier z.B. ein Programm, das Sie sich selbst beibringen koennen:

http://www.progressivemuskelentspannung.com/


Und hier eine gute Selbsthilfeseite:

 

http://www.depression-behandeln.de


Reden Sie bitte so bald wie moeglich mit Ihrem Hausarzt ueber Antidepressiva und eine ambulante Psychotherapie. Es ist auch wichtig, dass Sie ihm sagen, wie oft sie die Benzodiazepine nehmen, denn wenn man die nach regelmaessiger Einnahme ploetzlich absetzt, kann es zu epileptischen Anfaellen kommen.

Ich hoffe, dass fuer Sie die Kombination aus Antidepressiva, kognitiver Verhaltenstherapie, Entspannungsstrategien und ab und zu einem Diazepam dazu fuehrt, dass es Ihnen bald besser geht. Fuer Nachfragen stehe ich natuerlich gerne zur Verfuegung.







Ich bitte Sie, die Antwort NICHT zu bewerten, wenn Sie die Antwort noch nicht als hilfreich empfinden. Sie sind herzlich eingeladen beliebig oft nachzufragen, bis Sie eine zufriedenstellende Antwort erhalten – oder wir uns einigen, dass ich Ihnen leider nicht weiterhelfen kann.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Ueber eine positive Bewertung meiner Antwort wuerde ich mich freuen. Vielen Dank.

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

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