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Palatina
Palatina, Diplom Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 36
Erfahrung:  Psychotherapie - Notfallpsychologie - Opferhilfe-Therapie - Mediation
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Palatina ist jetzt online.

Hallo, unser Sohn (24) macht uns Sorgen. Eigentlich beobachten

Kundenfrage

Hallo,
unser Sohn (24) macht uns Sorgen. Eigentlich beobachten wir das schon länger. Vor drei Jahren hat seine Freundin ihn verlassen. Danach ging es abwärts. Er hat zwei verschiedene Studien hingeworfen. Er hält sich nicht an Vereinbarungen und beteiligt sich mittlerweile gar nicht mehr am Haushalt oder am Familienleben. Wir haben ihm schon nahegelegt, einen Arzt oder Therapeuten aufzusuchen. Das lehnt er aber ab. Dazu kommt, dass es bei uns viel zu wenig Therapie- und Beratungsangebote gibt und man nirgends einen Termin bekommt. Wir sind mit unserem Latein am Ende. Was sollen wir tun?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  Palatina hat geantwortet vor 5 Jahren.
Lieber Ratsuchender,

was macht Ihr Sohn dann den ganzen Tag, wenn er sich nicht an Hausarbeiten oder Familienleben beteiligt?

Sie (und Ihre Frau, nehm ich an) haben ja schon einiges versucht, man kann Ihnen also nicht vorwerfen, etwas verabsäumt zu haben. Sehr gut begreiflich, wenn Sie alles unternehmen, um Ihren Sohn aus der Lethargie zu holen. (Was ist eigentlich aus der Suche nach einer Beratung für Sie, als Eltern, geworden?)

Nun haben alle Versuche nichts gefruchtet, und man muß sich fragen, ob nicht umgekehrt ein Schuh draus wird.
Wenn der Sohn schon "zwei verschiedene Studien hingeworfen" hat, wie Sie schreiben, verfügt er doch über eine gute Schulbildung. Warum er die Studien abgebrochen hat, und wie sicher er sich in der Berufswahl war oder ist, weiß ich nicht. Dafür wäre allenfalls eine Berufsberatung zuständig.

Diese Situation im "Hotel Mama" ist auch für ihn entmutigend, so verrückt es klingt. Er hat nun überhaupt nichts, das er als Eigenleistung verbuchen kann, nicht mal eigene Sorgen um seine eigene Zukunft - die nehmen ihm ja seine besorgten Eltern auch ab. (Bitte verstehen Sie das nicht als Angriff, es ist tatsächlich sehr, sehr schwer für Sie, sich zurückzuhalten, ich verstehe das sehr gut!)

Wie wäre es, wenn Sie zumindest im häuslichen Bereich seine Mitarbeit einfordern würden? Er ißt und trinkt ja, legt sich ins gemachte Bett und holt die saubere Wäsche aus dem Schrank. Wer kocht, kauft ein, wäscht? In einer Familie sollte doch jeder zum allgemeinen Wohlergehen beitragen. Also: was ist seine Aufgabe, bzw. könnte seine Aufgabe sein?
Und was wäre eine logische Folge für ihn, wenn er seinen Beitrag nicht erbringt? Logische Folgen sind sehr wichtig und nicht mit Strafen zu verwechseln (siehe Dreikurs, R. und Soltz, V.: "Kinder fordern uns heraus". Die vielen anschaulichen Beispiele handeln zwar von kleineren Kindern, sind aber sehr gut übertragbar).

Z.B: wenn es sein Job ist, einzukaufen, er dies aber nicht tut, gibts halt nur was grad im Haus ist, also keine Frischprodukte oder Lieblingslebensmittel. Die besorgt dann bitte nicht Mama oder Papa last minute doch selbst!
Es muß ja nicht erwähnt werden, daß er selbst sein Bett machen oder aufräumen muß, und Wäsche, die nicht in den Korb getan wird, wird nicht gewaschen. Ist einigermaßen klar, wies gemeint ist?
Nochmal, logische Folgen sind keine Strafen, denn man kann sie ganz freundlich und gelassen ankündigen und anwenden, da brauchts gar kein Geschimpfe und keinen Unfrieden. Sie sind keineswegs Rabeneltern, wenn Sie einen 24jährigen behandeln wie einen erwachsenen Menschen!

Gar nichts gehört habe ich von Geschwistern. Ist er Einzelkind, oder gibts da noch Themen aus dem Bereich "Geschwisterrivailtät", die er so auslebt?

Ich möchte Sie auch ausdrücklich ermutigen, eine Familien- oder Elternberatungsstelle aufzusuchen, das haben Sie ja anscheinend schon begonnen. Falls Ihr Sohn nicht mitkommt, muß Sie das nicht davon abhalten. Ein Spiel funktioniert nur so lange wie sich alle Beteiligten an die Regeln halten. Wenn Sie und Ihre Frau in einer persönlichen Beratung lernen, die Regeln zu ändern - nun, dann kann auch für den Sohn das Spiel so nicht weitergehen. Dann kann/muß er sich Konstruktiveres einfallen lassen, wie er sein Leben gestalten will. So ists ja kein Dauerzustand. Und im Hinblick auf neue Freundinnen überhaupt nicht sexy...

Ich wünsche Ihnen allen alles Gute!
I. Scarpatetti