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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
62882398
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Guten Morgen, ich wende mich heute an Sie, weil ich nicht mehr

Kundenfrage

Guten Morgen, ich wende mich heute an Sie, weil ich nicht mehr weiter weiß. Mein Mann ist seit 12 Monaten erkrankt. Inzwischen hat er mehrere Diagnosen. Burnout, Bipolare Störung, schwere Depression. Ich halte seinen Zustand für eine akute Verweigerung mit depressiven Phasen. Eigentlich betrifft ihn dieser Zustand schon seit Jahren. Regelmäßig im Herbst verfällt er in einen lähmenden Zustand. Er übt seit seiner frühesten Jugend ein Hobby aus, was sich in den letzten 10 Jahren ins Unermeßliche gesteigert hat. Jedes 1. Wochenende ist er unterwegs, jedes 2. dann völlig kaputt. Sein Job gibt ihm schon lange Zeit nichts mehr. Er ist ein sehr sensibler Mensch mit einer unendlichen Güte. Seine Mutter ist psychisch krank, hatte als er 10 Jahre alt war ihren ersten Anfall. Er ist sehr perfektionistisch, gibt nichts ab, also das typische Muster. Er ergibt sich, weil er die erschaffenen Dinge (finanziell) erhalten will und denkt, er muss es tun. Versuche z.Bsp. das Haus zu verkaufen, um den Druck zu nehmen, schugen fehl. In der Zeit der Erkrankung war er im Krankenhaus zur Stabilisierung. Er ist sehr introvertiert. Jetzt ist er in einer Reha. Die ersten eineinhalb Wochen war alles ganz normal. Aber ich gebe zu, ich wollte dann nicht mehr hören, dass die Berge und die Blätter und der Park schön sind. Ich wollte Zeit für mich und bin am Telefon in Rage gekommen. Dannach hat er sich erst nach dem 9. Tag gemeldet. Das Telefonat verlief ganz gut, jedoch stellte ich am Mittwoch drauf fest, dass er viel Geld bei seiner Kur braucht und bin erneut am Telefon verrückt geworden. Das Familienleben hat extrem gelitten. Ich bin eine emotionale, humorvolle Frau, nur in den letzten Jahren mir wohl selbst abhanden gekommen. Ich liebe ihn sehr, jedoch ist mir seit langem klar, dass es so nicht mehr weitergeht. Er meinte an bewußtem Mittwoch, dass er im falschen Leben sei, kein Familienmensch, nicht wisse, ob er mich noch liebe, ein schlechter Vater, ein schlechter Ehemann, nicht mehr weiß wer er ist. Ich konnte die Vielfältigkeit seiner Problematik am Telefon gar nicht abfangen. Es geht mir seitdem sehr schlecht. Mehrmals täglich verfalle ich in Wut, Trauer, Mißtrauen, dann wieder in unendliche Liebe, Angst, Hilflosigkeit, Ungeduld. Richtig wundert mich unsere Situition nicht. Ich bitte Sie um einen Rat wie ich mich jetzt verhalten soll. Er meldet sich nicht, heute wieder der 4. Tag, fragt nicht, wie wir zurecht kommen, fragt nicht nach seiner Tochter (12). Sollte ich mich in Erinnerung bringen, sollte ich mich nicht melden? Was sage ich, wenn er die Beziehung (18 Jhare) am Telefon beendet? Herzlichen Dank u. Grüße XXX (Name von Moderation entfernt)

Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage. Sie beschreiben eine sehr schwierige Situation.Ich kann gut nachvollziehen, dass Sie sehr unter der Situation leiden versuchen herauszufinden, was die "richtige" Antwort ist. Wahrscheinlich wird es keine richtige Antwort geben, denn letztendlich wissen nur Sie, was fuer Sie und Ihre Tochter in dieser Situation richtig ist.


Einmal sollte man vermeiden, solche wichtigen Entscheidungen - wie das Ende einer Beziehung - am Telefon zu treffen. Mein Vorschlag waere, dass Sie ihn bitten, diese Gespraeche und Entscheidungen zu vertagen, bis Sie beide im gleichen Zimmer sind - am besten zusammen mit einem Paartherapeuten. Es hat sich bei Ihnen beiden sehr viel Frustration und Enttaeuschung angestaut - verstaendlicherweise. Ein Paartherapeut kann helfen, Wege zu finden, diese Gefuehle auszudruecken, abzubauen und dann hoffentlich neue Plaene zu schmieden. Wenn Ihr Mann als am Telefon die Beziehung beenden will, dann bitten Sie ihn, das zu vertagen, bis Sie mit einem Paartherapeuten gesprochen haben - und machen Sie am besten jetzt schon einen Termin.

 

Paartherapeuten finden Sie z.B. hier:

http://www.netzwerk-paartherapie.de/http://www.selbsthilfenetz.de

www.paartherapie.de



Hier ist ein “Teufelskreis”, den ich immer wieder in Menschen sehe, die von Natur aus hilfsbereit sind und ihr Leben dem Ziel widmen, anderen Menschen zu helfen, aber auch Menschen, die gezwungenermassen in die “Helferrolle” geraten sind (wie in Ihrem Fall, Partner mit psychischen oder Gesundheitsproblemen).

Man hilft, man ist fuer andere da, man steckt zurueck, man stellt die eigenen Beduerfnisse in den Hintergrund. Oft bekommt man wenig zurueck. Ab und zu mal ein “Danke”, aber meist weird es als selbstverstaendlich hingenommen, dass man da ist, wenn man gebraucht wird. Man goennt sich selten etwas, man fuehlt sich oft sogar schuldig, wenn man Zeit, Energie und Geld fuer sich selbst beansprucht. Aber irgendwann ist man dann “leer”. Man hat alles gegeben, was man hat (und meist sogar mehr als man wirklich hat). Man fuehlt sich muede, erschoepft, depressiv. Typische Gedanken sind: “Warum immer ich?” “Wieso kann niemand so fuer mich da sein, wie ich fuer alle da bin?” Das Leben ist zu anstrengend.” “Ich kann nicht mehr.” “Auch wenn ich die ganze Nacht geschlafen habe, fuehle ich mich nicht ausgeschlafen.” “Es fuehlt sich so an, als ob sich die ganze Welt gegen mich verschworen hat.”

Wenn man dann diese Muedigkeit nicht mehr aushaelt, dann wird man wuetend. Denn Wut gibt zumindest ein bisschen Energie. Ausserdem kann man die ganze Frustration, die sich aufgesaut hat, rauslassen. Meist sind diese “Explosionen” sehr laut und erstaunen die Menschen um einen herum, denn “man ist doch sonst so ruhig und hilfreich.” Das Problem ist, dass man sich ja eigentlich als “netter Mensch” sieht und sich das sehr schwer mit diesen Wutausbruechen vereinbaren laesst. Darum entwickelt man schnell Schuldgefuehle (“Eigentlich sollte ich...” “Wie konnte ich nur...”)

Das beste “Gegenmittel” gegen Schuldgefuehle ist – richtig geraten – wenn man genz besonders nett ist und ganz viele nette Dinge fuer andere Menschen tut (v.a. fuer die, die den Wutausbruch erlebt haben) und damit steht man wieder am Anfang des Kreislaufs.


Der einzige Weg (den ich kenne), um diesen Kreislauf zu durchbrechen, ist dass man sich nicht mehr gibt als man wirklich hat und darum gar nicht erst in die “depressive Muedigkeit” verfaellt. Dazu ist es wichtig, dass man herausfindet, wie man den eigenen “Energietank” wieder auffuellt . Fuer viele Menschen, die sich v.a. um andere kuemmern, ist das sehr schwer. Sie wissen, wie man anderen Menschen etwas Gutes tut, aber oft wissen sie nicht, wie sie sich selbst etwas Gutes tun koennen – und wenn sie sich dann etwas goennen, dann fuehlen sie sich schuldig und koennen es nicht wirklich geniessen. Schuldgefuehle sind hilfreich, wenn man “gegen ein Gesetz” verstoesst. Sie weisen darauf hin, dass man etwas falsche gemacht hat und sich entschuldigen sollte. Aber wenn man nicht alle Energie, die man hat, an andere verschenkt, dann tut man nichts falsches. Im Gegenteil. Man tut etwas richtiges. Nur wenn man selbst genug Energie hat, kann man anderen helfen. Das ist nicht egoistisch, das ist “kluge Planung.” Denn wenn man Burnout hat, dann kann man niemandem helfen. Darum ist es wichtig, dass man erst dafuer sorgt, dass es einem selbst gut geht, dann kann man fuer andere da sein. Ich habe darum Menschen, die dieses Verhalten aendern oft gesagt, dass Schuldgefuehle ein Anzeichen dafuer sind, dass sie etwas richtig machen.

Koennte dieser Kreislauf auf Sie zutreffen?

Viele Angehörige und Freunde wissen nicht, wie sie sich einem Depressiven gegenüber verhalten sollen. Sie fühlen sich unsicher und hilflos, wollen Beistand leisten und dem Kranken nicht noch zusätzlich zur Last fallen. Zusätzlich fürchten sie sich vor den Beleidigungen, dem Schmerz, der Trauer und der Einsamkeit des Depressiven. Zudem sagt man, daß eine Depression auch ansteckend sein kann. Das bedeutet jedoch nicht, daß sie ebenfalls eine Depression bekommen, sondern vielmehr, daß die Angehörigen ihr Verhalten ändern und Gefühle wie Wut, Angst, Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit oder eine Müdigkeit und innere Leere entwickeln. Natürlich ändert sich dann auch das Leben der Angehörigen. Was Sie erleben, ist also nicht ungewoehnlich - was es natuerlich nicht einfacher zu ertragen macht, aber hoffentlich hilft Ihnen dieses Wissen, etwas geduldiger mit sich selbst umzugehen. Gibt es bei Ihnen Selbsthilfegruppen fuer Angehoerige? Koennten Sie sich vorstellen, eine Therapie zu machen, um nicht so alleine mit Ihrer Frustration dazustehen?

 

Hier ist eine Internetseite mit guten Informationen, denn es ist nicht ungewoehnlich, dass man anfaengt, sich depressiv zu fuehlen, wenn man von Depressionen "umgeben" ist:

 

http://www.depression-behandeln.de


Meine Empfehlung waere also, dass Sie die Zeit nutzen, die Ihr Mann nicht da ist, um sich um SIE also um sich selbst zu kuemmern. Was brauchen SIE, um sich besser zu fuehlen? Was koennten Sie tun, um Energie zu tanken? Wenn Sie Lust haben, Ihren Mann anzurufen, dann tun Sie das, ansonsten ist es okay, das nicht zu tun. Seien Sie ein bisschen egoistisch und wenn Ihr Mann am Telefon ueber all diese schwierigen Themen sprechen moechte, dann sagen Sie ihm, dass Sie das jetzt nicht moechten und dass Sie schon einen Termin bei einem Paartherapeuten gemacht haben, damit Sie ueber all diese Probleme sprechen koennen. Vielleicht koennten Sie ihm auch eine SMS schicken oder eine email - vielleicht sogar einen Brief, in dem Sie sagen, was Sie sich erhoffen, was Sie brauchen und was Sie sich fuer die Beziehung wuenschen - und dass Sie dazu Hilfe ins Boot holen. Sie muessen das nicht alleine tun. Und schon gar nicht am Telefon.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Ausfuehrungen etwas Mut machen konnte und wuensche Ihnen alles, alles Gute. Fuer Nachfragen stehe ich natuerlich gerne zur Verfuegung.


Ich bitte Sie, von einer Bewertung der Antwort abzusehen, wenn Sie die Antwort noch nicht als hilfreich empfinden. Sie sind herzlich eingeladen beliebig oft nachzufragen, bis Sie eine zufriedenstellende Antwort erhalten – oder wir uns einigen, dass ich Ihnen leider nicht weiterhelfen kann.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Ueber eine positive Bewertung meiner Antwort wuerde ich mich freuen. Vielen Dank.

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