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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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Meine Mutter hat seit 4 Jahren einen Lebensfegfährten. Dieser

Kundenfrage

Meine Mutter hat seit 4 Jahren einen Lebensfegfährten. Dieser wird von meinen 2 Geschwistern nicht akzeptiert. Esgab schon vorher Auseinandersetzungen. Meine mittlere Schwester hat ein unheimliches Geltungsbedürfnis und fühlt sich jetzt wohl vernachlässigt. Meine Mutti ruft selten an. Nachdem Tod meines Steifvaters kümmerte ich mich verstärkt um Sie, da Sie nicht alleine sein konnte. ZUm 50. Geburtstag meiner mittleren Schwester gab es solch eine böse Auseinandersetzung, sodass seitdem der Kontakt abgebrochen ist und meine kleine Schwester sich nun auch zurückzieht, aufgrund des Partners, denn sie verabscheut. Ich bin der Meinung, wir können unser Mutti nicht vorschreiben mit wem sie zusammenlebt, auch wenn es dort kleine Auseinandersetzungen mal gibt. In dem Fall bin ich auch für sie da. Nun hatte sich meine mittlere Schwester bei meiner Mutti 4.000,00 E im Letzten Jahr geborgt. Da der lebensgefährte diese geld zu Hause liegen hatte, denn erlebt jetzt im Haushalt meiner Mutter, hat er jetzt einen Brief verfasst und fordert das Geld zurück. Es ist zwar sein gutes Recht, aber mein Bauchgefühl sagt mir, damit wird alles nur noch schlimmer. Meine Mutti ist aber auch nicht bereit das Gespräch mit den anderen beiden zu suchen und mir geht es ähnlich, weil ich nicht weiß, ob es ein besseres Miteinander geben würde. Sie akzeptieren keine anderen Meinungen uns sind in meinen Augen gegenüber meiner Mutti auch nicht kompromisbereit. Meine mittlere Schwester habe ich das Gefühl, hat mich oftmals angerufen , wenn Sie etwas getrunken hatte. Auf beleidigungen habe ich auch keine Lust mehr. Unsere3 eigenen Kinder sagen ich bin seitdem Kontaktabbruch viel ruhiger geworden. Aber wie helfe ich meiner Mutti (70 Jahre) damit sie einen ruhigen lebensabend hat. Zwischen unseren Kindern und meiner Mutti sowie Lebenspartner herrscht Harmonie, die sie genießt. Der Lebenspartner hat in meinen Augen ein bischen aggressiv geschrieben . Wie soll ich mich jetzt als dazwischen stehende Verhalten? Ich werde wohl doch ein Psychologen aufsuchen müssen, um meine Ängste und innere Unruhe in den griff zu bekommen. Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.Vielleicht können Sie mir eine Pschologen in Lichtenberg empfehlen.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage. Sie beschreiben eine schwierige Situation. Ich bin sehr beeindruckt von Ihrer Geduld und Ihrem Bemuehen, sowohl Ihrer Mutter als auch Ihren Schwestern (als auch Ihrer eigenen Familie) gerecht zu werden. Die Worte Ihrer Kinder, dass Sie anscheinend seit dem Kontaktabbruch zu Ihrer Schwester ruhiger geworden sind, deuten darauf hin, dass Sie dort wahrscheinlich eine gute - wenn auch sehr schwierige - Entscheidung getroffen haben.


Bezueglich Ihrer Mutter wuerde ich Ihnen Recht geben, dass diese das Recht hat, einen Partner zu waehlen, mit dem sie zusammen sein moechte, auch wenn ihre Kinder diesen nicht moegen - solange dieser Partner Ihre Mutter nicht mishandelt oder ausnutzt, ist das tatsaechlich ganz alleine die Entscheidung Ihrer Mutter. Und es waere eigentlich die Aufgabe Ihrer Schwestern, einen Weg zu finden, diesen Partner so gut wie moeglich zu akzeptieren. Man muss ja keine enge Freundschaft entwickeln, aber wenn die Beziehung Ihrer Mutter gut tut, dann verdient dieser Mann zumindest eine Chance.


Es ist Schade, dass Ihre Mutter den Brief nicht selbst geschrieben hat, denn damit haette sie Ihrer Schwester natuerlich weniger "Munition" gegen den Partner gegeben. Allerdings kann man das ganze auch andersherum sehen: Ein Partner, der versucht, die Rechte seiner Partnerin zu beschuetzen, ihr schwierige Situationen abnimmt und versucht, diese fuer sie zu loesen, ist eigentlich ein guter Partner. Denn das wuenschen wir uns ja eigentlich von "unseren Maennern" - dass sie in schwierigen Situationen in die Bresche springen und "uns retten". Maenner sind in der Regel etwas weniger feinfuehlig, wenn es zu Gefuehlen und den Feinheiten von Beziehungen kommt, darum kann es gut sein, dass er "zu aggressiv" geschrieben hat - wobei ein anderer Mann das wahrscheinlich gar nicht unbedingt so empfinden wuerde.


Noch ein paar Gedanken zu Ihrer Unruhe und Ihren Aengsten. Kommt Ihnen der folgende “Teufelskreis” moeglicherweise bekannt vor? Ich sehe diesen oft in "Schlichtern" und "Helfern", also Menschen, die von Natur aus hilfsbereit und harmoniebeduerftig sind.

Man hilft, man ist fuer andere da, man steckt zurueck, man versucht zu vermitteln, man verbringt Stunden damit, anderen zuzuhoeren, man stellt die eigenen Beduerfnisse in den Hintergrund. Oft bekommt man wenig zurueck. Ab und zu mal ein “Danke”, aber meist weird es als selbstverstaendlich hingenommen, dass man da ist, wenn man gebraucht wird. Man goennt sich selten etwas, man fuehlt sich oft sogar schuldig, wenn man Zeit, Energie und Geld fuer sich selbst beansprucht. Aber irgendwann ist man dann “leer”. Man hat alles gegeben, was man hat (und meist sogar mehr als man wirklich hat). Man fuehlt sich muede, erschoepft, depressiv. Typische Gedanken sind: “Warum immer ich?” “Wieso kann niemand so fuer mich da sein, wie ich fuer alle da bin?” Das Leben ist zu anstrengend.” “Ich kann nicht mehr.” “Auch wenn ich die ganze Nacht geschlafen habe, fuehle ich mich nicht ausgeschlafen.” “Es fuehlt sich so an, als ob sich die ganze Welt gegen mich verschworen hat.”

Wenn man dann diese Muedigkeit nicht mehr aushaelt, dann wird man wuetend. Denn Wut gibt zumindest ein bisschen Energie. Ausserdem kann man die ganze Frustration, die sich aufgesaut hat, rauslassen. Meist sind diese “Explosionen” sehr laut und erstaunen die Menschen um einen herum, denn “man ist doch sonst so ruhig und geduldig.” Das Problem ist, dass man sich ja eigentlich als “netter Mensch” sieht und sich das sehr schwer mit diesen Wutausbruechen vereinbaren laesst. Darum entwickelt man schnell Schuldgefuehle (“Eigentlich sollte ich...” “Wie konnte ich nur...”)

Das beste “Gegenmittel” gegen Schuldgefuehle ist – richtig geraten – wenn man ganz besonders nett ist und ganz viele nette Dinge fuer andere Menschen tut (v.a. fuer die, die den Wutausbruch erlebt haben) und damit steht man wieder am Anfang des Kreislaufs.


Der einzige Weg (den ich kenne), um diesen Kreislauf zu durchbrechen, ist dass man nicht mehr gibt als man wirklich hat und darum gar nicht erst in die “Muedigkeit und Unruhe” verfaellt. Dazu ist es wichtig, dass man herausfindet, wie man den eigenen “Energietank” wieder auffuellt . Fuer viele Menschen, die sich v.a. um andere kuemmern, ist das oft sehr schwer. Sie wissen, wie man anderen Menschen etwas Gutes tut, aber oft wissen sie nicht, wie sie sich selbst etwas Gutes tun koennen – und wenn sie sich dann etwas goennen, dann fuehlen sie sich schuldig und koennen es nicht wirklich geniessen. Schuldgefuehle sind hilfreich, wenn man “gegen ein Gesetz” verstoesst. Sie weisen darauf hin, dass man etwas falsche gemacht hat und sich entschuldigen sollte. Aber wenn man nicht alle Energie, die man hat, an andere verschenkt, dann tut man nichts falsches. Im Gegenteil. Man tut etwas richtiges. Nur wenn man selbst genug Energie hat, kann man anderen helfen. Das ist nicht egoistisch, das ist “kluge Planung.” Denn wenn man Burnout hat, dann kann man niemandem helfen. Darum ist es wichtig, dass man erst dafuer sorgt, dass es einem selbst gut geht, dann kann man fuer andere da sein. Ich habe darum Menschen, die dieses Verhalten aendern oft gesagt, dass Schuldgefuehle ein Anzeichen dafuer sind, dass sie etwas richtig machen. Koennten Ihre innere Unruhe und Aengste mit diesem Kreislauf zusammenhaengen? Ihre Kinder beobachten, dass es Ihnen besser geht, seit Sie eine klare Grenze gesetzt haben, und nicht mehr versuchen so viel zu schlichten. Aber wahrscheinlich haben Sie deswegen "Schuldgefuehle" und machen sich vielleicht sogar Vorwuerfe, dass Sie doch eine Loesung finden sollten?

Falls Sie denken, dass dieser Kreislauf in irgendeiner Variation zu Ihren Aengsten beitraegt, dann empfiehlt sich die "kognitive Verhaltenstherapie". Dort lernt man zu hinterfragen, was man sich selbst so alles erzaehlt und von sich selbst erwartet und ob das alles wirklich realistisch ist. Und wenn man dann herausfindet, dass man einige unrealistische Erwartungen und Erklaerungsmuster aufrecht erhaelt, dann lernt man diese zu aendern.



Hier finden Sie Informationen zur Kognitiven Verhaltenstherapie:

http://www.gesundheitsinformation.de/merkblatt-kognitive-verhaltenstherapie.491.de.html



Bei Angst helfen ausserdem Entspannungsverfahren, wie z.B. die folgenden. Wenn man den Koerper entspannt, dann kann man nicht gleichzeitig unruhig sein. Das ist physiologisch unmoeglich. Darum helfen diese Verfahren auch innerlich zur Ruhe zu kommen.

http://www.progressivemuskelentspannung.com/

http://www.palverlag.de/entspannungsmethoden.html



Und hier ein Selbsthilfebuch, das in die kognitive Verhaltenstherapie einfuehrt:

Gedanken verändern Gefühle: Fertigkeiten, um Stimmungen, Verhalten und Beziehungen grundlegend zu verbessern von Dennis Greenberger, Christine A. Padesky, Theo Kierdorf und Hildegard Höhr von Junfermann (Oktober 2007).


Ich kann Ihnen natuerlich gerne konkrete Namen von Therapeuten nennen, aber es ist wahrscheinlich einfacher, wenn Sie da selbst ein wenig forschen, denn letztendlich muessen Sie jemanden finden, der Ihnen sympatisch ist und wo Sie sich vorstellen koennen, dieser Person zu vertrauen - und das ist oft eine sehr persoenliche Entscheidung. Leider gibt es meist lange Wartezeiten, um eine Therapie bei einem Therapeuten mit Krankenkassenzulassung oder "Approbation" zu machen. Manche Krankenkassen erlauben Ihren Patienten deswegen, auch Therapeuten ohne Approbation zu besuchen. Dazu sollten Sie bei Ihrer Krankenkasse nachfragen, wie das gehandhabt wird - und sich eine Liste von Therapeuten geben lassen.

Um relativ schnell einen Termin zur Diagnostik und/oder zur Therapie zu bekommen, wenden Sie sich am besten an eine nahegelegene psychotherapeutische/ psychiatrische ambulante Fachklinik, an eine Universitätsklinik mit einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz oder an ein psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut. Dort bekommt man meist schneller einen Termin.

Hier finden Sie ebenfalls Listen von Therapeuten (mit und ohne Kassenzulassung) nach Postleitzahl geordnet:

http://www.psychotherapiesuche.de/therapeutensuche
http://www.netzwerk-psychotherapie.de/
http://www.therapeuten.de/

http://www.therapeutenfinder.com/therapeuten/

Hier finden Sie psychologische Ausbildungsinstitute:

http://www.therapie.de/psyche/info/ausbildung/adressen-und-links/


Meine Empfehlung waere wie gesagt eine kognitive Verhaltenstherapie.



Ich bitte Sie, von einer Bewertung der Antwort abzusehen, wenn Sie die Antwort noch nicht als hilfreich empfinden. Sie sind herzlich eingeladen beliebig oft nachzufragen, bis Sie eine zufriedenstellende Antwort erhalten – oder wir uns einigen, dass ich Ihnen leider nicht weiterhelfen kann.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Ueber eine positive Bewertung meiner Antwort wuerde ich mich freuen. Vielen Dank.

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

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