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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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Ich habe durch Zufall erfahren,daß mein Mann sich Pornoseiten

Kundenfrage

Ich habe durch Zufall erfahren,daß mein Mann sich Pornoseiten im Internet anschaut u.bin total entsetzt,angeekelt u.enttäuscht darüber.Vor ca.7 Jahren,hatten wir schon einmal so einen Vorfall,damal hat er mir hoch u.heilig versprochen,daß das das 1. Mal war,er es nur aus Neugierde getan hat u.es nie wieder tun wird.Es hat sehr,sehr lange gedauert,bis ich wieder Vertrauen zu ihm fassen konnte u.nachdem wir im letzten Jahr geheiratet hatten,hab ich es dann als verarbeitet abgelegt.
Wie gesagt,nun mußte ich entdecken(übrigens ohne jegliche Schnüffelei od.Sonstigem,im Gegenteil,mein Mann saß sogar dabei,wie ich plötzlich diese Seiten vor Augen hatte)daß er es wieder tut u.stelle natürlich die ganzen vergangenen Jahre in Frage!
Er hat es übrigens die ersten Tage komplett abgestritten.
Ich muß zugeben,unser Sexualleben ist nicht das beste,was mit Sicherheit,an mir liegt,denn ich habe eigentlich so gut wie nie Lust auf Sex.
Eine Freundin von uns(übrigens selber super eifersüchtig),ist der Meinung,daß das alle Männer machen u.sie gar nicht verstehen kann,wie ich so naiv sein konnte u.es ihm glauben konnte,daß er das nicht mehr machen würde....mein Problem ist jetzt,ich habe ihm geglaubt u.auch vertraut u.fühle mich total betrogen,belogen,hintergangen,erniedrigt u.entwürdigt!!!
Er ist übrigens der Meinung,daß er völlig richtig gehandelt hat(was ihm auch von diversen Freunden bestätigt wird)u.ich letzten Endes selber dran schuld bin,denn hätte er das bekommen,was er gebraucht hätte,wäre es evtl.nicht soweit gekommen.
Ich hab echt das Gefühl,komplett alleine da zu stehen mit meiner Trauer,meiner Enttäuschuing,meiner Verletzung,meiner Wut u.meinem Zorn!!!
Denn jeder hat für ihn Verständniss u. ich,die ja eigentlich die Hintergangene ist,hab die A....karte gezogen.....ich verstehen die Welt nicht mehr!!!!
Er hat totales Oberwasser u.redet von Trennung u.er weiß nicht mehr ob er noch weiter mit mir zusammen sein will u.ob das alles überhaupt noch Sinn macht.
Eigentlich müßte er doch um mich kämpfen,denn er hat doch Mist gebaut....stattdessen,kämpfe ich jetzt um ihn u.unsere Ehe!!!!
Muß aber dazu sagen,mein Mann ist sehr leicht beeinflußbar....zumindest von anderen....u.auf meiner Seite stand eben keiner,nicht mal als ich meinen Standpunkt erklärt hatte....alle können ihn verstehen....mich keiner!!!!
Ich bin völlig ratlos u.überstehen meine Tage nur noch mit Dr.Bach`s Notfalltropfen,Johanisskraut u.Baldrian!!!
Was soll ich tun,was kann ich tun.....so,gehe ich auf Dauer zugrunde!!!!
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage. Sie beschreiben eine sehr schwierige Situation. Ich kann Ihre Frustration und Enttaeuschung gut nachvollziehen. Es geht ja im Grunde um zwei Themen, einmal um die Pornographie als solche und dann um die Luegen und das Verheimlichen, das damit verbunden ist.


Ich vermute, dass Ihre Bekannten und Freunde wahrscheinlich sagen, dass die Tatsache, dass Ihr Mann Pornographie anschaut, nicht ungewoehnlich - und vielleicht sogar verstaendlich - ist. Das bedeutet aber absolut nicht, dass es okay ist, Sie anzuluegen und Sie zu hintergehen. Meiner Meinung nach sollten Sie versuchen, die beiden Themen getrennt anzugehen.


Ihre Gefuehle von Misstrauen, Verletzung, Traurigkeit und Wut sind absolut verstaendlich und angemessen. Sie sind angelogen und betrogen worden. Das ist niemals richtig in einer Beziehung. Sie haben also keinen Grund, sich ob Ihrer Reaktion schuldig zu fuehlen. Sie deuten ebenfalls an, dass Vertrauen fuer Sie nicht ganz leicht kommt und es lange dauert bis Sie nach einer Enttaeuschung wieder vertrauen koennen. Das hat wahrscheinlich mit vergangenen Erfahrungen zu tun und macht die Intensitaet Ihrer Gefuehle noch verstaendlicher. Die Frage ist, was Sie jetzt mit diesen Gefuehlen anfangen und was diese fuer die Zukunft Ihrer Beziehung bedeuten. Ich wuerde Ihnen darum gerne etwas zum Thema Loslassen und Vergeben sagen. Wenn Sie langfristig Ihre Ehe retten moechten, dann wird es wichtig sein, irgendwann zu vergeben und loszulassen - ABER, Sie muessen das nicht heute tun. Und oft ist es sogar wichtig, sich wirklich Zeit zu nehmen - und Abstand zu suchen - um diesen Prozess zu durchlaufen. Fuehlen Sie sich also durch diese Information nicht "gehetzt". Ich moechte nur, dass Sie den Prozess verstehen, vor dem Sie stehen (und den Sie ja anscheinend auch schon einmal vor 7 Jahren durchlaufen haben).

Manchmal macht alleine der Gedanke an bestimmte Menschen wütend. Das bedeutet normalerweise, dass diese Menschen einem ein Unrecht angetan oder einem wehgetan haben. Die Erfahrung, dass der Gedanke an diese Menschen einen wütend macht, bedeutet, dass diese Menschen immer noch eine gewisse Macht über jemanden und seine Gefühle ausüben. Diese Macht kann man einem Menschen nur wieder wegnehmen, wenn man ihm vergibt. „Moment,“ sagen Sie jetzt wahrscheinlich, „Ich will diesen Menschen aber gar nicht vergeben. Sie haben mir weh getan. Warum sollte ich ihnen vergeben?“ Natürlich musst man einem Menschen, der einem ein Unrecht antut nicht vergeben, aber wenn man ihm nicht vergibt, dann gibt man ihm Macht über die eigenen Gefühle und damit über das eigene Leben. Viele Menschen denken, dass Vergebung ein Gefühl ist, und dass man nicht vergeben kann, wenn man dieses Gefühl nicht hat. Diese Annahme stimmt aber so nicht. Vergebung ist zwar auch ein Gefühl, aber vor allem ist Vergebung eine Entscheidung. Und die Entscheidung zu vergeben hilft demjenigen, der vergibt, sehr viel mehr als demjenigen, dem vergeben wird. Nicht möglich? Lassen Sie uns den Vergebungsprozess einmal genauer anschauen.

Als erstes ist da die verletzende Tat oder das Vergehen. Es wurde einem etwas angetan, das falsch, ungerecht und schmerzhaft war. Dabei ist es unwichtig, wie schwerwiegend die Tat war. Die erste Reaktion des Verletzten ist es, den Schuldigen zur Verantwortung ziehen zu wollen. Die meisten Menschen haben ein tiefes Bedürfnis nach Gerechtigkeit und Wiedergutmachung. Darum widerstrebt Vergebung dem gesunden Menschenverstand erst einmal. Redensarten wie „Vergeben und vergessen“ helfen da wenig, denn sie bestätigen (zu Unrecht), dass Vergeben gleichzusetzen ist mit dem Ignorieren eines Unrechts. Wenn man vergibt, tut man so als ob das Unrecht nie passiert wäre. Warum sollte man da vergeben? Weil Vergeben in keinster Weise bedeutet, dass man die Tat vergisst oder einfach über sie hinwegsieht. Das menschliche Gehirn ist ohnehin nicht in der Lage, ein erlebtes Unrecht zu vergessen, und damit ist diese Redensart unsinnig.

Manchmal wird ein Täter bestraft und dadurch das Bedürfnis des Verletzten nach Gerechtigkeit zumindest teilweise gestillt. Ein Gerichtsprozess, eine Haftstrafe oder ein Urteil, das das geschehene Unrecht öffentlich macht, helfen da oft ein bisschen. Aber letztendlich fühlt der Täter weder den Schmerz, den er einem anderen zugefügt hat, noch kann er die Tat zurücknehmen. Der Schmerz und die Verletzung bleiben und beeinflussen das Leben, das Verhalten und die Entscheidungen des betroffenen Menschen oft noch jahrelang. Eine Frau, die vor ihrer Ehe vergewaltigt wurde, kann manchmal 20 Jahre später ihrem Mann immer noch nicht vertrauen, obwohl er sie nie schlecht behandelt hat. Ein Kind, das den Unfalltod eines Freundes beobachtet hat, wird auch als junger Mensch noch mit der Angst leben, dass alle Menschen, die ihm nahestehen, ständig in Gefahr sind und sich darum vielleicht nicht auf eine intime Beziehung einlassen. Ein Mann, der in der Armut der Nachkriegszeit aufwuchs, wird niemals verstehen, wie andere so unbedacht mit Lebensmitteln umgehen oder Dinge wegschmeissen, die vielleicht noch benutzt werden können. Diese Erlebnisse prägen einen Menschen und machen Vergebung damit zu einem wichtigen Thema.

Wenn man ein Unrecht erlebt, spürt man als erstes Schmerz. Von einem leichten Ziehen im Brustbereich bis hin zur rohen Verzweiflung. Je nach Art des Vergehens spürt man diesen Schmerz nur, wenn man sich an die Tat erinnert, oder er ist so überwältigend, dass er zum Teil des täglichen Lebens wird. Vielen Menschen wird dieses Gefühl des Verletztseins zu viel, und sie werden wütend. Diese Wut ist angebracht und oft hilfreich. Sie beschützt einen davor, sich wieder in eine ähnliche Situation zu begeben und nochmals verletzt zu werden. Sie erlaubt es einem sich gegen den lähmenden Schmerz zu wehren und im täglichen Leben zu funktionieren. Die Wut macht stark genug, den Täter zu konfrontieren, die Polizei zu rufen, oder während der Gerichtsverhandlung etwas zu sagen.

Und dann? Dann bleibt man entweder im Schmerz oder in der Wut stecken. Diese Gefühle prägen dann das Leben. Sie beeinflussen alle Erlebnisse und Beziehungen. Oft scheint sich die Person gar nicht mehr erinnern zu können, dass das Leben einmal anders aussah und sich vor allem anders anfühlte. Sind Sie schon einmal jemandem begegnet, der in der Wut steckengeblieben war? Wollten Sie Zeit mit diesem Menschen verbringen? Wahrscheinlich nicht. Diese Menschen sind normalerweise bitter und pessimistisch. Sie sehen nur das schlechte im Leben und in anderen Menschen. Sie kritisieren alles und jeden und finden auch an einem wunderschönen sonnigen Sommertag etwas auszusetzen. Sie haben keine wirklichen Freunde und können sich über nichts von Herzen freuen. Sie hegen ständig Rachegedanken und sehen auch in unschuldigen Missverständnissen böse Absichten. Aus Menschen, für deren Schicksal man Mitleid empfand, sind Menschen geworden, die keiner wirklich mag. Kennen Sie einen solchen Menschen? Sind Sie es vielleicht sogar selbst?

Dann gibt es diejenigen, die nach der Verletzung im Schmerz stecken bleiben. Sind Sie da schon einmal jemandem begegnet? Diese Menschen sind normalerweise deprimiert, depressiv, müde, und erschöpft. Und wenn man Zeit mit ihnen verbringen, fühlt man sich danach genauso. Sie sehen sich als ständige Opfer und haben das Gefühl, dass die Welt darauf aus ist, ihnen wehzutun oder ihnen weiteres Unrecht zuzufügen. Jedesmal wenn man ihnen vorschlägt, wie sie ihr Leben verbessern oder sich einfach nur besser fühlen könnten, dann antworten sie: „Ja, aber....“ Und beschreiben ausführlich, warum der Vorschlag sowieso nicht umsetzbar ist, warum deine Idee von Anfang an unsinnig war, und warum alle Versuche, etwas Freude in ihr Leben zu bringen, ganz sicher fehlschlagen werden. Nach einem solchen Gespräch fühlt man sich hilflos, frustriert, entmutigt und ausgelaugt und man hat das Gefühl im Bauch, dass diese Menschen sich nicht wirklich besser fühlen wollen, dass sie irgendwie ganz zufrieden sind in ihrer Misere. Kennen Sie einen solchen Menschen? Erkennen Sie sich in dieser Beschreibung?

Wenn jemand bitter, wütend und unglücklich ist und sich dann entscheiden würde, seine Rachegedanken loszulassen und zu vergeben, würde er damit demjenigen helfen, der ihm wehgetan hat oder sich selbst? Und jemand, der traurig, unzufrieden, einsam und erschöpft ist – wenn er sich dazu entscheiden würde, die Opferrolle aufzugeben, würde er damit demjenigen helfen, der ihn zum Opfer gemacht hat oder sich selbst? Normalerweise weiss der Täter nicht einmal, dass die verletzte Person wütend oder traurig ist und falls er es weiss, dann betrifft es ihn oft wenig. Ein weiser Mensch sagte einmal, dass Rachegedanken wie ein Gift sind, das man selbst trinkt, in der Hoffnung, dass es den anderen umbringt. Leider vergiftet man damit nur sich selbst und sein Leben.

Um vergeben zu können, muss man sich erlauben, das Vergehen in einem größeren Zusammenhang zu betrachten. Was bewegte den Täter? Hat man selbst in irgendeiner Art und Weise zu der Tat beigetragen? Könnte ein Missverständnis zu der Tat beigetragen haben? Gibt es mildernde Umstände? Wiederholte der Täter etwas, das ihm angetan wurde? Diese Fragen und die entsprechenden Antworten entschuldigen weder den Täter noch die Tat. Was geschah, ist auch weiterhin falsch, ungerecht und schmerzhaft. Vergebung bedeutet weder, dass man die Tat vergisst noch dass man so tut, als ob sie nie geschehen sei. Man versucht auch nicht, die entsprechenden Reaktionen und Gefühle „wegzuerklären.“ Wenn man vergibt, dann trifft man die Entscheidung, sein Recht auf Rache nicht länger einzufordern. Man entscheidet sich lediglich, die verständlichen und gerechtfertigten Rachegedanken loszulassen, damit man nicht länger im Schmerz oder in der Wut steckenbleibt. Das eigene Leben wird dadurch besser. Dabei ist es eigentlich unwichtig, ob man dem Täter mitteilt, dass man ihm vergeben hat oder nicht. Vergebung ist ein einseitiger Prozess, eine Einbahnstrasse. Die Beziehung zum Täter wird durch das Vergeben nicht automatisch repariert. Wenn der Täter eine Strafe ableistet, bedeutet Vergebung nicht, dass die Strafe erlassen wird. Wenn es ein Urteil gab, dass den Täter schuldig sprach, dann bedeutet Vergebung nicht, dass er freigesprochen wird. Vergebung bedeutet, dass das Leben des Verletzten nicht mehr ausschliesslich von dem Bedürfnis bestimmt wird, dass der Täter den gleichen Schmerz empfindet, den der Verletzte spüren muss.

Manchmal ist Versöhnung möglich und wünschenswert. Zur Versöhnung gehören aber zwei. Im Idealfall entschuldigt sich der Täter und bittet um Vergebung. Dann vergibt der Betroffene und die Beziehung kann repariert und erneuert werden. Manchmal ist Versöhnung nicht möglich oder vielleicht sogar unklug. Wenn der Täter die Tat nicht bereut oder gar die Tat rechtfertigt, dann ist Versöhnung nicht wirklich möglich. In diesem Fall ist es ausserdem wahrscheinlich, dass die Person in Zukunft die gleiche oder eine ähnliche Tat begehen wird. Je nach Tat kann es darum unklug sein, sich mit dem Täter zu versöhnen und sich damit einer erneuten Verletzung auszusetzen. Frauen, die von ihren Partnern geschlagen werden, vergeben oft schnell und wollen sich sofort wieder versöhnen. Nur um dann wieder geschlagen zu werden. Vergebung ist nötig, damit das Leben für den Verletzten weitergehen kann. Versöhnung ist ein möglicher nächster Schritt, wenn alle betroffenen Personen bereit sind, sich und ihr Verhalten zu ändern, um eine gesunde Beziehung zu schaffen, in der es nicht regelmässig zu Verletzungen kommt (aus: Maulende Rebellen, beleidigte Zicken). Es sieht so aus, als ob Sie sich Versoehnung wuenschen. Dazu waere es wichtig, dass Ihr Mann anerkennt, dass das Luegen und Verheimlichen nicht richtig war und Sie sehr verletzt hat. (Wir trennen immer noch das Luegen von den Pornoseiten). Meine Hoffnung ist natuerlich, dass er sehen kann, dass es in einer Beziehung schwierig ist, wenn man Geheimnisse hat, die dem Partner weh tun, und es wichtig ist, sich dafuer zu entschuldigen.

Jetzt zum zweiten Thema, den Pornoseiten an sich. Es stimmt tatsaechlich, dass viele Maenner sich Pornoseiten anschauen und dass viele Ehefrauen, Partnerinnen und Freundinnen das irgendwo wissen, und es trotzdem nicht "wissen wollen". Das macht es natuerlich nicht "gut" und "richtig". In Ihrem FAll ist es wahrscheinlich sehr wichtig, dass Sie sich gemeinsam ueber Sexualitaet und sexuelle Beduerfnisse unterhalten und einen Weg finden, der fuer Sie beide akzeptabel ist. Es gibt z.B. Frauen, die sagen, sie koennen damit leben, dass Ihre Maenner Pornoseiten anschauen, solange nichts auf dem Computer gespeichert wird und es keine Kommunikation mit den entsprechenden Damen gibt. Andere Frauen sagen, dass Sie gemeinsam diese Seiten anschauen moechten, um verstehen zu lernen, warum ihre Maenner diese so faszinierend finden. Wobei das komplette Verstehen oft schwierig ist, da sogar die wissenschaftliche Forschung zeigt, dass Maenner auf visuelle Stimulierung ganz anders reagieren als Frauen und dass fuer Maenner oft tatsaechlich keine Emotion oder "Liebe" eine Rolle spielt, wenn Sie sich Pornoseiten anschauen, was oft dazu fuehrt, dass sie es wirklich nicht als "Fremdgehen" oder "Betruegen" sehen, denn emotional bleiben sie ihrer Partnerin absolut treu. Das macht es natuerlich nicht unbedingt einfacher fuer Sie, hilft Ihnen aber vielleicht, die Seite Ihres Mannes zu verstehen (wiederum, ohne das Luegen gut zu heissen).

Meine Vermutung ist, dass Sie sich in den Jahren um die Wechseljahre herum befinden und das diese Tatsache wahrscheinlich etwas mit Ihrem fehlenden Beduerfnis nach Sex zu tun hat. Wenn das eine Option fuer Sie ist, dann waere es wahrscheinlich eine gute Idee mit Ihrem Gynaekologen ueber Loesungen und Alternativen zu sprechen.

In den meisten Fällen gibt es nicht eine einzige Ursache für sexuelle Probleme, sondern ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren. Daher ist es auch erforderlich, die Problematik von verschiedenen Perspektiven aus zu beleuchten: körperliche Gründe, psychologische Ursachen und soziale Faktoren.

Körperliche Ursachen sind Abweichungen des Körpers, die zu sexuellen Problemen führen können. Beispiele wären hormonelle Regulationsstörungen (wie z.B. Wechseljahre), bestimmte Erkrankungen oder auch Medikamente, die zu einem verringerten sexuellen Interesse führen.

Psychologische Faktoren wären Gefühle, Gedanken und Vorstellungen oder Erfahrungen, die sexuelle Probleme verursachen und unterhalten können. Dies können negative Gefühle oder Ängste und Schamgefühle gegenüber dem Partner sein, schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit oder auch Probleme und Ängste vor Grenzüberschreitungen bzw. Probleme angemessen seine Wünsche und Grenzen gegenüber dem Partner deutlich machen zu können.

Psychologische Erkrankungen wie Depressionen, Burnout oder Angststoerungen koennen ebenfalls zu sexuellen Problemen fuehren.

Soziale Faktoren können sich auf erlernte bzw. erworbene Werte und Normvorstellungen beziehen, die sie in der Kindheit beigebracht bekamen oder aber durch traumatische Erfahrungen geprägt wurden. Auch bestimmte Stressfaktoren wie z.B. Arbeitsplatzprobleme oder finanzielle Sorgen oder auch Streits können die sexuelle Funktionsfähigkeit beeinflussen.







Eine Sexualberatung hilft dabei, den psychischen Ursachen auf den Grund zu gehen und diese nach Möglichkeit zu beseitigen. Aufgrund der starken Wechselwirkungen zwischen unserer Sexualität und der Psyche können Sexualtherapie und Psychotherapie häufig sogar bei rein organischen Beschwerden im Sexualbereich eine Verbesserung der Symptomatik erreichen.

Sexuelle Probleme sind in einem typischen Lebensverlauf keineswegs etwas Außergewöhliches: statistische Erhebungen deuten darauf hin, daß jeder Mensch im Verlauf seines Lebens zumindest einmal Schwierigkeiten sexueller Art haben dürfte. Um aber nicht womöglich jahrelang oder das ganze Leben lang darauf warten zu müssen, daß das Problem "wie von selbst" verschwindet, ist es ratsam, es nach einigen Wochen ohne deutliche Verbesserung ernst zu nehmen und sich gegebenenfalls Unterstützung durch einen Sexualtherapeuten zu holen. Langfristig waere es wahrscheinlich sinnvoll, wenn Sie und Ihr Mann eine solche Beratung in Erwaegung ziehen.

 

Hier finden Sie eine Liste von Sexualtherapeuten, wenn es dann soweit ist:

http://www.netzwerk-sexualtherapie.de/organisation/php/liste_behandler.php

http://www.therapeutenfinder.com/therapeuten/

http://www.impotenz-selbsthilfe.de/info/beratung.html

In der Zwischenzeit waere meine Empfehlung, dass Sie allen "Beeinflussern" und auch Ihrem Mann mitteilen, dass Sie belogen und damit verletzt worden sind und dass Sie sich Zeit nehmen werden, um zu vergeben und zu heilen. UND dass Sie gleichzeitig hoffen, dass Sie Ihre Ehe reparieren und einen gemeinsamen Weg finden koennen (denn das scheinen Sie sich ja zu wuenschen). Wenn Ihr Mann ueber Trennung redet, dann sagen Sie ihm, dass Sie hoffen, dass Sie einen gemeinsamen Weg finden koennen, aber dass er natuerlich die Beziehung auch wollen muss, damit das funktioniert. Lassen Sie sich bitte nicht durch sein Reden draengeln, etwas zu tun, wozu Sie noch nicht bereit sind. Auch wenn Sie die Beziehung wollen, wenn Sie nachdem Sie belogen wurden, so schnell nachgeben, dann senden Sie die Botschaft, dass es okay ist Sie anzuluegen und dass Ihr Mann sich da nicht wirklich aendern muss. So schwer das auch ist, Ihre Botschaft sollte etwas sein wie: "Ich liebe dich und moechte die Beziehung UND ich bin sehr verletzt und brauche Zeit zum Heilen."

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Ausfuehrungen etwas helfen konnte. Es wird leider kein einfacher Weg, aber ich hoffe, dass Ihre Ehe sich trotz dieser Vorfaelle erholen kann.








Ich bitte Sie, erst eine Bewertung abzugeben, wenn Sie zufrieden mit der Antwort sind. Sollten Sie mit meiner Antwort noch nicht zufrieden sein, können Sie beliebig oft nachfragen, bis Sie eine zufriedenstellende Antwort erhalten. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Ueber eine positive Bewertung meiner Antwort wuerde ich mich freuen. Vielen Dank.

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

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