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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
62882398
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guten Tag. mein Sohn war 7.Jahre drogenabhängig ,vor 2 Jahren

Kundenfrage

guten Tag. mein Sohn war 7.Jahre drogenabhängig ,vor 2 Jahren gelang ihm der Entzug.
Jetzt hat es den anschein als würde ihm wider alles entgleiten (hat kein Geld um die Miete zu bezahlen,alle sind Idioten nur er nicht, verweigert jegliche art von Hilfe.und hat wieder "Freunde" aus dem Miliyö.) da er schon 24 Jahre alt ist will er sich nicht helfen lassen und wert sich mit Händen und Füßen gegen eine Psychologische betreung,meine Tochter mein Exmann und ich haben uns schon beraten wie wir weiter vorgehen sollen.
Wir haben keinen Ausweg gefunden und sind sehr verzweifelt.Haben wir eine Möglichkeit einzugreifen um das Schlimmste zu verhindern?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage. Sie beschreiben eine furchtbar schwierige Situation. Es ist sehr schwer fuer Eltern dabei zuzusehen, wie das eigene Kind sein Leben kaputt macht. Ich kann gut verstehen, dass Sie Ihrem Sohn helfen moechten und gleichzeitig weiss ich aus meinen 17 Jahren in der Suchtberatung, dass Eltern oft sehr wenig Einfluss haben, und dass Eltern aus Sorge und Liebe oft Dinge tun, die den Leidensdruck des erwachsenen Kindes vermindern und damit eine Veraenderung "unnoetig" machen. Lassen Sie mich das bitte erklaeren. Als Menschen scheinen wir uns anscheinend leider nur dann zu veraendern (um Hilfe zu bitten und eine Therapie zu machen), wenn uns die gegenwaertige Situation zu schmerzhaft wird. Wenn wir jemanden lieben, dann moechten wir natuerlich nicht, dass diese Person leidet, darum versuchen wir, den Schmerz zu lindern, was dann aber auch dazu fuehrt, dass die Motivation der Person, etwas anders zu machen oder um Hilfe zu bitten, schwindet.

In Fachkreisen hat man hier den Begriff der Co-Abhängigkeit geprägt. Gemeint sind all jene typischen Verhaltensweisen von Bezugspersonen des Suchtkranken, die damit die süchtige Fehlhaltung unterstützen und eine rechtzeitige Behandlung verhindern. Menschen, die einen Suchtkranken lieben, werden durch das Verhalten des Süchtigen, sowie dessen Konsequenzen mitbetroffen, beeinträchtigt und gekränkt, ohne zu wissen, was sie anders machen könnten. Angehörige versuchen meistens allein ihre Lebenssituation zu bewältigen und soviel Kontrolle wie möglich über diese chaotische Situation zu gewinnen. Das bedeutet gleichzeitig, dass dem Abhängigen Verantwortung abgenommen wird.

Suchtförderndes Verhalten von Partnern, Eltern oder anderen erwachsenen Bezugspersonen kann sehr unterschiedlich aussehen, hier sind mehrere typische Verhaltensstile, die oft von einer Co-Abhängigen Person praktiziert werden:

  • 1. Vermeiden und beschützen: Der Abhängige wird davor bewahrt, die volle Tragweite der schädlichen Konsequenzen des Suchtmittelkonsums zu spüren (Festnahme, Gefaengnis, Verlust von Wohnung und Arbeitsplatz usw.).

  • 2. Kontrolle: Der Co-Abhängige übernimmt die Kontrolle über den Suchtmittelkonsum des Abhängigen (kauft fuer den Abhaengigen, dosiert usw).

  • 3. Der Co-Abhängige übernimmt zunehmend die persönlichen Verantwortlichkeiten des Abhängigen, seien dies Tätigkeiten im Haushalt oder am Arbeitsplatz.

  • 4. Rationalisieren und Akzeptieren: Verhaltensweisen des Co-Abhängigen, mit denen er den Suchtmittelmissbrauch erklärt und rechtfertigt oder gar akzeptiert.

  • 5. Unterstützung und Beteiligung des Co-Abhängigen bei der Beschaffung, der Zubereitung und dem Gebrauch des Suchtmittels.
  • 6. Retten und sich dem Abhängigen nützlich machen: Der Abhängige wird übermäßig beschützt.

Im allgemeinen wird die Co-Abhängige Rolle von der Person übernommen, die dem Abhängigen emotional am nächsten steht, oft sind das die Eltern und/oder Partner. So schwer und widerspruechlich das auch klingt, je weniger Sie fuer Ihren Sohn (und Bruder) tun, desto schneller wird der "Schmerz" der Konsequenzen hoffentlich dazu fuehren, dass er Hilfe akzeptiert. Dazu gehoert leider auch, dass Sie ihm kein Geld geben, dass Sie ihm erlauben, die Wohnung zu verlieren, dass Sie ihn nicht bei sich wohnen lassen, dass Sie ihn nicht mit Mahlzeiten versorgen usw. Wenn er etwas illegales tut (wie z.B. von Ihnen stiehlt) dann sollten Sie ihn anzeigen (Sie muessen die Klage nicht stehen lassen, aber er sollte verhaftet werden). Wie vielen Eltern scheint Ihnen das wahrscheinlich herzlos und unmoeglich. Trotzdem sind es immer wieder diese harten Grenzen, die dazu fuehren, dass jemand sagt: Ich brauche Hilfe. Ich bin am Ende. Ich will etwas aendern. So geht es nicht weiter.

Es ist wichtig, dass Sie natuerlich weiterhin Hilfe zur Selbsthilfe anbieten. Nein, Sie geben ihm kein Geld, aber Sie gehen gerne mit ihm zur Suchtberatungsstelle. Nein, er kann nicht bei Ihnen uebernachten, aber Sie gehen gerne mit ihm zu einem Treffen von Narcotics Anonymous (www.narcotics-anonymous.de/).

Haben Sie noch Kontakt zu den Menschen, die ihm vor 2 Jahren geholfen haben? Manchmal koennen die jemanden ermutigen, wieder Hilfe zu akzeptieren.

Manchmal ist es auch hilfreich, wenn die Familie sich einer Selbsthilfegruppe anschliesst. Die meisten wenden sich eher an Familien von Alkoholikern, aber da das Suchtprinzip das gleiche ist, finden Sie dort Verstaendnis und Unterstuetzung.

Weitere Informationen finden Sie hier:

http://www.al-anon.de/

http://www.trocken-leben.de/Seiten/Angehoerige.htm

http://www.alkohol-hilfe.de/Co/co.htm

Es tut mir sehr leid, dass ich Ihnen keine "leichtere" Antwort geben kann, aber in all den Jahren in der Suchtberatung, habe ich immer wieder erlebt, dass diejenigen, die nicht von den Familien "aufgefangen" wurden, sehr viel schneller Hilfe gesucht und akzeptiert haben als diejenigen, die "weich gefallen" sind, weil die Familie sie aufgefangen hat.





Ich bitte Sie, erst eine Bewertung abzugeben, wenn Sie zufrieden mit der Antwort sind. Sollten Sie mit meiner Antwort noch nicht zufrieden sein, können Sie beliebig oft nachfragen, bis Sie eine zufriedenstellende Antwort erhalten. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Ueber eine positive Bewertung meiner Antwort wuerde ich mich freuen. Vielen Dank.

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

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