So funktioniert JustAnswer:

  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.

Stellen Sie Ihre Frage an InternetCoach.

InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
62882398
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Psychologie hier ein
InternetCoach ist jetzt online.

Hallo, nach dem es immer wieder verbale Auseinandersetzungen

Kundenfrage

Hallo, nach dem es immer wieder verbale Auseinandersetzungen mit "unserem" Sohn Oliver (mein leiblicher Sohn) gibt und ich auch noch meine Tochter von 9 Jahren zuhause habe, halten wir es für angemessen das Oli bald 19 Jahre auszieht, und mal sein Leben selbst in die Hand nimmt. Oli ist leider ein sehr unselbstständiger Mensch, fordernd und meines Erachtens sehr undankbar mir und auch meines Mannes gegenüber. Oli hat es außer evtl. an seinem leiblichen Vater, nie an etwas gefehlt, auch haben wir uns um eine Ausbildung für ihn gekümmert und diese auch bekommen, bei der Deutschen Post, worüber wir sehr froh waren/sind, nur er nicht! Er hat zwar den Realschulabschluss in der Tasche aber nicht gerade gut abgeschlossen sondern eher schlecht. So dass wir uns dachten diese Ausbildung bei der Post gewisser Maßen als Sprungbrett zu nutzen, also nach gutem Abschluss, den er auch erziehlt weil er in allen Bereichen auf gut steht, sich nochmals auf eine Ausbildung/ Beruf zu bewerben der ihm dann auch Spaß macht. Er nörgelt jeden Tag herum wie schlimm es doch bei der Post sei und das man doch so viel arbeiten muss usw., das er dies nur wegen uns macht usw. Desweiteren leidet Oli unter nun mehr massivsten Zuckungen, auch schon vor der Ausbildung. In letzter Zeit mussten wir mehrfach feststellen das Oli sich bei Kritik nur noch schwer unter Kontrolle halten kann, er meinen Mann gestern auf unserer Terrasse geschuppst hat das dieser mit samst des Blumenkübels auf den Rasen fiel, sowas geht gar nicht! Auch hat Oli in der Vergangenheit schon davon gesprochen, das er schon öfter darüber nachgedacht hat sich das Leben zu nehmen!??? Ich bin da mit meinem Latein am Ende und weiß auch nicht was ich davon halten soll, bin mit Oli nun absolut überfordert und nun auch mein Mann. Weil, wie schon erwähnt von uns zuhause niemand etwas böses von Oli will geschweige denn ihm irgendetwas getan hat, ganz im Gegenteil! Desweiteren ist mein Sohn nach unserem Hausbau im Januar 2012 vollkommen abgedreht, insoweit das er sich z.b. von seinem Ausbildungsgeld von 500€ eine Porsche Sonnenbrille kauft, ständig vom großen Geld spricht, tolle schnelle Autos, wir sollen ihm doch eins kaufen, das er doch lieber Singen würde weil man da reich werden könne usw. Ich weiß da wie gesagt nicht mehr weiter, frage mich was da bei Oli falsch gelaufen ist, falsch läuft, ich habe bisher immer alles für meine Kinder getan, vielleicht ist das ja der Fehler, mein Fehler.... Auch mein Mann mit dem ich seit mehr als 5 Jahren zusammen lebe, ist eine gute Seele und hat auch schon sehr viel für Oli getan. Zu erwähnen ist hier auch noch, das Oli sich im Haus an nichts beteiligt, er hier lebt wie im Hotel, im wahrsten Sinne des Wortes. Und ich darauf auch keine aber auch gar keine Lust mehr habe! Und mein Mann auch nicht! Nach gestern schon dreimal nicht mehr, das war entschieden zu viel, solche Grenzen darf man einfach nicht überschreiten. Meine Tochter lag oben in ihrem Bett und bekam das Geschehnis, wie sie mir heute Morgen berichtete, mit und hatte Angst, dies finde ich einfach nur schrecklich traurig und auch dies das ich gestern Abend als ich ins Bett gelegen bin auch Angst hatte, um uns alle! Das kann doch nicht sein.... Da ich gerade im Internet auf der Suche nach einem Psychologen/in für Oli bin, bin ich auf ihre Internetseite gestoßen. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir kurz Ihre Meinung, insoweit dies möglich ist, zukommen lassen. Besten Dank im Voraus

Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin und Mutter,

vielen Dank für Ihre Frage. Sie beschreiben eine schwierige und leider nicht ungewoehnliche Situation. Wenn Ihr Sohn bereit waere, einen Termin zur Diagnostik bei einem Psychologen oder einem Facharzt fuer Psychiatrie oder Psychosomatik zu maXXXXX, XXXXXn waere das wahrscheinlich nicht falsch. Aber letztendlich ist es sein Verhalten, das unangemessen ist, und Verhalten ist im Alter von 19 Jahren eine "Entscheidung".

 

Um relativ schnell einen Termin zur Diagnostik und/oder zur Therapie zu bekommen, wenden Sie sich am besten an eine nahegelegene psychotherapeutische/ psychiatrische ambulante Fachklinik, an eine Universitätsklinik mit einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz oder an ein psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut. Es dauert oft recht lange, um einen Termin bei einem niedergelassenen Psychologen zu bekommen, aber auch das ist eine Moeglichkeit. Fragen Sie dazu bei Ihrer Krankenkasse nach einer Liste von geeigneten Therapeuten. Hier finden Sie ebenfalls Listen von Therapeuten (mit und ohne Kassenzulassung) nach Postleitzahl geordnet:

 

http://www.psychotherapiesuche.de/therapeutensuche
http://www.netzwerk-psychotherapie.de/
http://www.therapeuten.de/

 

http://www.therapeutenfinder.com/therapeuten/

 

Hier finden Sie psychologische Ausbildungsinstitute (meine Empfehlung waere eine Verhaltenstherapie oder eine Systemische Therapie):

 

http://www.therapie.de/psyche/info/ausbildung/adressen-und-links/

 



Unabhaengig davon was fuer eine Diagnose Ihr Sohn letztendlich hat, ist es wichtig, dass Sie als Eltern die klaren und eindeutigen Grenzen setzen, ueber die Sie gesprochen haben. Viele Eltern finden diese Idee sehr schwierig durchzusetzen (es ist oft mit einem sehr schlechten Gewissen verbunden) und oft hilft es, sich Unterstuetzung von Freunden, einer Selbsthilfegruppe oder einer/m Therapeut/in zu holen, damit man diese Grenzen wirklich durchsetzt.

Um in der Welt erfolgreich zurechtzukommen, sollte Ihr Sohn erleben, dass sein Verhalten und seine Entscheidungen Konsequenzen haben. Es hilft nicht, andere Menschen zu beschuldigen oder ihnen vorzuwerfen, dass sie daran Schuld sind, dass im eigenen Leben die Dinge falsch laufen. Teil des Erwachsenwerdens ist es, Verantwortung fuer sich selbst, sein Leben, seine Geschichte und seine Zukunft zu uebernehmen. Denn ansonsten bleibt man ein ewiges “Opfer” - hilflos der Welt und anderen Menschen ausgeliefert. Ihr Sohn scheint in diese “Opferrolle” hineinzurutschen – was Sie dann automatisch zu “Taetern” macht. Aber Ihr Sohn ist kein hilfloses Opfer. Es steht ihm frei, sein Leben so zu gestalten wie er das moechte. Als Eltern ist es wichtig, dass Sie ihn als erwachsenen Menschen behandeln und auf sein Verhalten reagieren, wie Sie auf dasselbe Verhalten von anderen Menschen reagieren wuerden. Dazu gehoert, v.a. wenn Sie Grenzen setzen, z.B. dass er "Miete" bezahlt solange er bei Ihnen wohnt, dass Sie die Schloesser wechseln, wenn er ohne Erlaubnis in die Wohnung kommt (nachdem er ausgezogen ist), dass Sie ihm gerne mal eine Mahlzeit spendieren, aber das nicht zur Regel wird. Sie lieben Ihren Sohn und moechten ihn beschuetzen, das ist sehr verstaendlich, aber indem Sie ihn beschuetzen, lernt er falsche Schlussfolgerungen darueber zu ziehen, wie die Welt funktioniert.

 

Leider scheinen wir Menschen uns nur dann zu veraendern, wenn der Leidensdruck gross genug ist. Zur Zeit hat Ihr Sohn wenig Leidensdruck (an die Frustration der Eltern gewoehnt man sich, das zaehlt irgendwann nicht mehr) - er bekommt Essen, Wohnung usw umsonst, Sie kuemmern sich um seine Zukunft, er muss sonst wenig tun. Fuer Ihren Sohn ist das ein gutes Leben. Erst wenn sie sieht, dass man nicht essen kann, wenn man sich vom Essensgeld etwas anderes kauft, dann entsteht Leidensdruck.Es waere wahrscheinlich tatsaechlich am hilfreichsten fuer Ihren Sohn - und nicht ganz leicht fuer Sie - wenn er auszieht und aus seinen eigenen Entscheidungen und Fehlern lernen kann.

Eltern haben da oft sehr viel Angst, das zu tun, denn es werden natuerlich Dinge passieren, die Ihrem Sohn weh tun. Aber wenn Sie nicht vorhaben, ihn bis an sein Lebensende vor den Konsequenzen seines Verhaltens zu beschuetzen, dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, ihn loszulassen und diese Grenzen zu setzen, damit der Leidensdruck steigt und er anfaengt darueber nachzudenken, dass er sich vielleicht doch veraendern sollte. Es kann auch sein, dass er seine Lehre abbricht, dass er bei Freunden lebt, die Sie nicht gut heissen, dass er eine Zeit lang gar nichts tut. Das muss man leider alles in Kauf nehmen und abwarten, damit ein junger Erwachsener lernt, dass er selbst fuer sein Leben verantwortlich ist. Wenn Sie ihn in einer solchen Situation dann "retten" weil er Ihnen leid tut, dann lernt er weiterhin, dass er letztendlich anscheinend weder faehig oder in der Lage ist, sein Leben selbst zu gestalten UND dass Sie ihn immer retten werden, wenn es ihm nur schlecht genug geht - und damit kann er Sie fuer immer und ewig manipulieren. Die Motivation, sich wirklich zu veraendern, entsteht NUR, wenn man wirklich leidet. Und Eltern schauen nicht wirklich gerne zu, wie die Kinder leiden. Aber dazu muessten Sie bereit sein bevor Sie diesen Schritt gehen und ihn bitten auszuziehen. Sonst bringt es nichts.

 

Keine leichte Antwort, aber hoffentlich trotzdem eine, die Sie nachvollziehen koennen. Wenn es eine leichtere Antwort gaebe, dann haette ich Ihnen diese gegeben. Aber in meinen 17 Jahren in der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen habe ich noch nie eine andere Antwort gefunden, die tatsaechlich zu langfristiger Veraenderung fuehrte.

 



Ich hoffe, dass meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht und Ihnen weiterhilft. Ansonsten beantworte natürlich auch gerne weitere Anschlussfragen. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Ueber eine positive Bewertung meiner Antwort wuerde ich mich freuen. Vielen Dank.

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Hallo liebe Frau Noble ,
erst einmal vielen Dank XXXXX XXXXX nette und ausführliche Antwort auf mein Anliegen.

Nun habe ich doch noch eine Frage an Sie.
Was soll ich von all dem hier halten und vor allem, wie soll ich mich nun verhalten?

Mein Mann und ich haben am Freitag Ihre Antwort gelesen und uns danach noch am Freitagabend und auch am Samstag sehr viele Gedanken gemacht wie wir nun weiter in der „Sache Oliver“ verfahren wollen, was das Beste für alle Beteiligten ist.

Mein Mann und ich haben uns darauf verständigt, dass wir Oliver insoweit eine zweite Chance geben wollen, dass er gewisser Maßen von uns eine Frist bis zum 20 Geburtstag, das wäre dann im November 2013, bekommt und bis dahin dann auch spätestens ausziehen sollte um sein Leben dann auch selber zu Meistern. Aber nicht einfach so, sondern mit gewissen Regeln und Bedingungen. Dass er sich ab sofort auch an den Lebenshaltungskosten wie Miete, Strom, Wasser, Lebensmittel, Putz und Aufräumarbeiten richtig beteiligen muss, und es solche Vorkommnisse wie an dem besagten Donnerstag (das Schuppsen meines Mannes) bis dahin nicht mehr geben darf. Er bis dahin seiner jetzigen Ausbildung bei der Post nachkommen kann, und er in diesen ca. 15 Monaten noch Zeit hat sich Menschlich und persönlich weiterzuentwickeln, und eben auch wie angedacht sich um eine neue Ausbildung in seinem Wunschberuf zu kümmern.

Wir haben Oliver noch am Samstagnachmittag davon in Kenntnis gesetzt, das wir uns am darauf folgenden Tag so gegen 15.00 Uhr mit ihm unten im Esszimmer zu einem gemeinsamen Gespräch zusammen setzten möchten.

Um kurz vor 15.00 Uhr am Sonntag hat mein Mann Oli nach unten gerufen, ein erstes Mal und ein zweites Mal, Oli lies uns dann ca. 15 Minuten warten bis er nach unten getrottet kam. Auf die Frage meines Mannes warum er denn nicht nach dem ersten Mal rufen gekommen ist antwortete Oli, er habe noch den Schluss vom Film Titanic kurz sehen wollen, diesen hätte er schon so oft verpasst…. Mein Mann antwortete darauf, dass sie diesen Film doch sooft zeigen und wir doch gesagt haben das wir uns zusammen setzten wollen. Dies beantwortete Oli dann mit, ja ich weiß.

Wir setzten uns also gemeinsam an den Tisch und haben das Gespräch begonnen und ihm unsere Wünsche (Ansprüche) zwecks gemeinsamen Zusammenlebens mitgeteilt. Als wir dann so ziemlich am Ende waren und ihm gerade noch mitgeteilt haben das er ab sofort bitte den Dauerauftrag/Kostgeld bei der Bank von 100€ auf 280€ monatlich ändern möchte, viel er uns ins Wort und meinte, nein wir müssen den Dauerauftrag ganz löschen da er zu seiner Freundin nach NRW (338km) ziehen wird.

Also ich muss sagen, das ich mit sowas nicht gerechnet hätte, ich maßlos enttäuscht bin über Olivers Art und Weise, ich fasse es nicht.
Anzumerken ist hier, das Oliver dieses Mädchen welches immer noch 14 Jahre alt ist, übers Internet kennengelernte, er über 7 Monate mit Ihr eine Telefon bzw. Internet Freundschaft führte bis er in seinem ersten längeren Urlaub im letzten Monat zu Ihr nach NRW fuhr um eine Woche dort bei Ihr und Ihren Eltern Urlaub zu machen, aus dieser einen Woche wurden dann zwei Wochen. Vor einer Woche kam Oliver dann wieder zurück nachhause. Aufgefallen ist mir da, dass Oliver wieder Mal massivste Zuckungen hatte und irgendwie komisch zurückgezogen war. So das ich jetzt einfach davon ausgehe, das dort schon so ein Gespräch bezüglich zu ihr ziehen stattgefunden hat. Er sagte am Sonntag bei unserem Gespräch als er uns ins Wort viel dazu, dass es mit ihren Eltern abgesprochen sei und er ruhig kommen könne. Dort könne er seinen Joghurt im Zimmer essen und überhaupt wäre es ja besser, denn dann hätte er dieses Psychische Leiden das er morgens ohne seine Freundin aufwachen muss nicht. Auf unsere Frage ob die Ihn dann umsonst dort mit wohnen ließen und ob denn dann seine Freundin seine Wäsche wäscht und immer aufräumt antwortete er, nöööö, ihre Mutter macht das und ich muss nur 100€ abgeben. AHA

Also mal alles beiseitegelassen und ganz objektiv betrachtet, das Mädchen ist 14!!! Jahre alt, Hallo???
Ich verstehe die Eltern hier ganz besonders die Mutter nicht (der Vater der Tochter ist auch nicht der leibliche Vater) ! Wie kann ich denn dem zustimmen, dass der fast 19Jährige Freund meiner 14 Jährigen Tochter mit einzieht!? Das ist mir definitiv zu hoch und sorry in meinen Augen auch Asozial. Ich kann dazu kein anderes Wort finden. Ich habe selbst eine Tochter, nicht auszudenken, ich fasse es einfach nicht.
Diese meine Meinung habe ich meinem Sohn auch so mitgeteilt und ihn gefragt, wie alt denn die Mutter sei, sie ist doch bestimmt älter als ich (ich hatte Oli mit 21 J. bekommen) ?
Er sagte ja doch älter, daraufhin ich ihm sagte, Oli entschuldige bitte, aber wie kann man denn so unterbemittelt sein? Das lässt ein Menschen mit Herz und Verstand nicht zu, den fast 19 Jährigen Freund seiner 14 Jährigen Tochter mit einziehen zulassen.

Noch dazu ist mir nicht klar, ob die nicht mal darüber nachdenken können, was denn ist wenn es denn auseinander geht mit ihr und Oli, Oli dann dort Familiär niemanden hat, das Verhältnis zwischen ihm und seinen Eltern, seiner Mama noch zerrütteter ist, sie ihm seine Zukunft ein Stückweit versauen könnten!? Da fehlen mir die Worte und ich bin soooo enttäuscht könnte nur noch weinen, und will ihn dort eigentlich nicht hin lassen, 338km weit weg, er hat noch nicht mal den Führerschein fertig gemacht den er hier in Landau begonnen hat und bisher nur so lala auch macht. War übrigens sein Geschenk von uns, zum 18 Geburtstag.
Also wann könnten wir uns dann noch sehen? Das scheint Oliver wohl alles nichts auszumachen…

Ich habe im Gespräch gestern mit stichhaltigen Argumenten versucht ihm vom Gegenteil zu überzeugen, mein Mann hatte auch angemerkt, da ist es dann normal das man sich finanziell beteiligen muss, aber deiner Mutter kannst du nichts geben bzw. dankbar sein, und auch, dass er auch Maslos enttäuscht ist und nicht verstehen kann das er so gleichgültig seiner Mutter gegenüber ist. Wie er denn das überhaupt machen möchte mit seiner Ausbildung, er sollte doch diese wenigstens hier auch beenden, dann könne man so einen Umzug immer noch umsetzten. Oli meinte er möchte mit seinem Ausbilder sprechen ob man ihn nochmals versetztem könne.

Nochmals weil das ja schon stattgefunden hat als wir alle von Karlsruhe BW nach Landau RP in unser Haus gezogen sind.

Ich habe mich ja auch am vergangen Freitag noch intensiv um einen Therapeuten für Oli gekümmert und hätte auch einen gefunden.

Ich verstehe das alles ehrlich gesagt nicht mehr. Bin sehr sehr traurig, einfach nur noch traurig und sicher auch mit der ganzen Angelegenheit überfordert. Ach ja, das allerbeste noch, mein Mann soll ihm doch beim Umzug behilflich sein und ihm bitte sein Zimmer (Möbel) dort hinfahren…. Wie soll er das denn alleine machen….

Da wird’s einem wirklich schlecht!
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin und Mutter,
ich kann Ihre Gefuehle und Ihr Entsetzen gut nachvollziehen. Ich hatte ja schon angedeutet, dass einige junge Menschen, wenn Sie mit einer harten und klaren Grenze konfrontiert werden, mit allen moeglichen (und unmoeglichen Mitteln) versuchen, diese zu umgehen - vieles von dem, was Sie beschreiben, erinnert an die Trotzreaktion eines Dreijaehrigen.

Ihr Plan ist gut und sollte so stehenbleiben (Sie finden uebrigens einen Vorschlag fuer einen solchen Vertrag auf meiner Internetseite neu.annegret-noble.com/buecher). Dass Oliver versucht, alle moeglichen Wege zu finden, damit er weiterhin ohne grosse Kosten und Anstrengung leben kann und versorgt ist, ist normal. Das grosse Problem, das ich fuer das Leben mit der Freundin sehe, ist, dass es unter Umstaenden kriminell ist.Es gibt in Deutschland ein Schutzalter wenn es um sexuelle Muendigkeit geht. Und auch wenn 14 und 19 in den grenzwertigen Rahmen fallen, ist es doch sehr bedenklich. http://de.wikipedia.org/wiki/Schutzalter

Meine Empfehlung waere, dass Sie Oliver sagen, dass er natuerlich letztendlich erwachsen ist und seine eigenen Entscheidungen treffen kann, dass Sie ihn bei dieser Entscheidung aber nicht unterstuetzen. Nein, Sie werden nicht bei dem Umzug helfen. Nein, Sie werden nicht mit dem Ausbilder sprechen. Ja, Sie werden beim Jugendamt anrufen und nachfragen, was Sie tun sollen, wenn er mit einer 14jaehrigen zusammen zieht. Und solange er sich zuhause nicht finaniziell beteiligt, werden Sie seine Waesche nicht waschen und auch nicht fuer ihn mitkochen (oder "seine" Lieblingslebensmittel kaufen). So weh das auch tut, dass er Ihnen gegenueber so ruecksichtslos ist, ist es wichtig, dass Sie sich ersteinmal nicht so sehr von Ihren Gefuehlen leiten lassen. Denn eine "Trotzreaktion" hofft ja darauf, dass man die Eltern emotional "weichklopft". Wenn ich mich nur lange genug wehre, dann geben meine Eltern nach. Ausserdem gibt es Oliver eine gewisse Macht ueber Sie als Eltern, wenn er so Ihre Gefuehle manipulieren kann. So schwer das auch ist, versuchen Sie, emotional ein bisschen Abstand zu finden und ganz klar die Grenzen zu setzen und einzuhalten. Es ist leider normal, dass es erst schlimmer wird bevor es besser wird. Oliver muss testen, ob SIe es wirklich ernst meinen mit diesen neuen Grenzen. Darum ist es so wichtig, dass die Grenzen halten, auch wenn er sich dagegen wehrt (und ausziehen will). Manche junge Menschen muessen auch erst ausziehen und viel kaputt machen, bevor sie die Grenzen anerkennen und respektieren. DAs ist furchtbar mit anzuschauen, denn damit macht man sich natuerlich viel kaputt, manches kann man auch nicht rueckgaengig machen. Trotzdem ist es immer noch besser, das mit 19 zu tun als mit 30. So schwer es auch ist, lassen Sie nicht grossartig mit sich verhandeln und versuchen Sie, so wenig emotional zu reagieren wir moeglich.

Letztendlich koennen Sie nur die Konsequenzen kontrollieren,nicht Olivers Entscheidungen. Es ist wichtig, dass Sie das immer wieder wiederholen: "Wir koennen letztendlich nicht kontrollieren, was du tust. Hier sind die Konsequenzen, wenn du zu deiner Freundin ziehst.... Hier sind die Konsequenzen, wenn du dich am Haushalt beteiligst... Hier sind die Konsequenzen, wenn.... DU entscheidest durch DEIN Verhlaten wie dein Leben aussieht."

Halten Sie durch. Die ersten Monate sind sehr anstrengend und Oliver wird Sie immer wieder "testen", um zu sehen, ob Sie es ernst meinen. Wenn Sie durchhalten und nicht nachgeben, dann wird es danach einfacher. Wirklich....

Ich druecke Ihnen die Daumen und stehe natuerlich auch in Zukunft gerne zur Verfuegung. Wenn meine Antwort ansonsten Ihren Erwartungen entspricht, wuerde ich mich ueber eine positive Bewertung freuen.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung: Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
InternetCoach und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Hallo Frau Noble,


nochmals vielen Dank für Ihre ausführliche und schnelle Antwort!


Eins noch dazu was wir und vor allem auch mein Mann in aller Deutlichkeit zu Oliver bezüglich des Auszugs zu seiner Freundin gesagt haben.


 


Oliver, wenn die Eingangstür hier zu ist, du sie hinter dir geschlossen hast, ist sie zu. Dann kannst du uns gerne Besuchen kommen aber, einen Einzug hierher zurück wird es nicht geben.


 


Ich Denke das kann man dann im Falle eines Falles auch so stehen lassen.


 


Besten Dank noch mal, Sie haben mir uns bis hierhin schon sehr geholfen!


 


Ich denke das mit den Emotionen dürfte in der Gegenwart von Oli nicht so problematisch sein, habe kein Bedürfnis ihm welche zu zeigen, er ist mir im Augenblick fremd. Ja, leider ist das so.


 


Grüße


Fam. Z-H

Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin und Mutter,
ich finde die Aussage mit der Eingangstuer super und wenn Sie dazu stehen koennen, dann ist das klasse.
Ich wuensche Ihnen alles Gute und hoffe, dass Ihr Sohn noch einmal hart nachdenkt bevor er sich entscheidet.
Ich wuerde Ihnen ausserdem empfehlen, dass Sie sich selbst nicht vergessen und sich etwas gutes tun, denn Sie haben auch unabhaengig von Ihrem Dasein als Mutter ein Leben...
Wie gesagt, ich stehe Ihnen gerne zur Verfuegung, wenn Sie weitere Fragen haben.
Mit freundlichen Gruessen,
Annegret Noble
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Hallo Frau Noble,


wie schnell sich doch die Dinge ändern können, von einen zum anderen Tag, immer wieder faszinierend so etwas...


 


Mein Mann und ich haben am gestrigen Tag nochmals versucht mit Oli zu sprechen, um Ihn ja sicherlich auch irgendwo davon zu überzeugen, dass es sicher nicht der richtige Weg ist, hier alles hin zu schmeißen und sich auf gewissermaßen eine Enterprice zu bewegen.


 


Natürlich ohne Erfolg, später ist es dann auch mal wieder eskaliert, so dass mein Mann, weil Oli sich seiner Meinung nach mal wieder respektlos ihm gegenüber benommen hatte, sogar die Polizei gerufen hat, um Oli zu zeigen, dass er am Längeren Hebel sitzt, und Oli gehen muss wenn es sein müsse sofort.


 


Schlussendlich ist es jetzt so, das Oli gestern von der Polizei die Frist bekommen hat bis Freitag auszuziehen.


Oli, hat heute zufälliger weiße frei und hat soweit mit seinem Ausbilder selbständig geregelt das er am Freitag auch von Seiten der Post freigestellt wird, bis er nach NRW umgezogen ist, um dort auch seine Ausbildung fortzuführen. Dies alles ist seitens der Post auch möglich und mit Urlaub und dergleichen auch umsetzbar.


 


Fazit: Ein Haufen Theater, Nerven, schlaflose Nächte und für was das eigentlich alles?


 


Und ein Mann der mir heute Morgen am Telefon, nur weil ich geäußert habe, und dabei Tränen in den Augen hatte, das es mir natürlich in der Sache selbst schon Leid täte für Oli das er sich so entscheidet, mitteilte, aber wenn du ein Problem damit hast, dann ziehe auch ich aus bis Oli mit seiner Ausbildung fertig ist. Na Danke!


I


ch darauf gefragt habe was das jetzt soll und doch am besten alle ausziehen sollen.....


 


Frau Noble, ich bin einfach nur noch soooo traurig!


Ich meine, muss ich mich jetzt für meine Traurigkeit entschuldigen?


Und darf ich nicht dennoch ich es für auf jeden Fall für richtig halte, den Entschluss und auch das gehen meines Sohnes nicht betrauern und auch weinen? Dass er seinen Rückhalt den er hier mit Sicherheit gehabt hätte und auch sonst einfach so wegen eines 14 Jährigen Mädchens und fremden Menschen einfach so mal hinwirft?


 


Ich ihn was weiß ich wann mal zu Gesicht bekomme!


 


Ich verstehe hier bald wirklich gar nichts mehr.


 


 

Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin und Mutter,
natuerlich haben Sie jedes Recht, traurig zu sein. Es wuerde mich sehr wundern, wenn Sie nicht tieftraurig waeren...

Maenner haben die Tendenz, eine Situation als "Problem, das geloest werden muss" zu definieren. Sie sehen sich - insbesondere in ihren Beziehungen als "Problemloeser". Frauen "fuehlen" schwierige Situationen eher - und haben oft gemischte und gegensaetzliche Gefuehle. Sie wollen auch oft gar nicht, dass jemand kommt, und das Problem loest ("Du musst nur das tun..."), sondern dass jemand ihnen zuhoert, damit sie all die gegensaetzlichen Gefuehle erforschen, ausdruecken und dann loslassen koennen. Wenn Sie also sagen, dass Sie traurig sind, dann sieht ihr Mann das als Problem, das er jetzt loesen muss (muss Sie wieder gluecklich machen). Das erwarten Sie ja gar nicht von ihm. Sie wollen nur zum Ausdruck bringen, dass Sie sehr traurig sind, dass die Situation im Moment so komplex ist und Ihr Sohn erstmal weggeht. Sie fuehlen sich wahrscheinlich gleichzeitig auch ein bisschen erleichtert. Sie haben wahrscheinlich auch Angst um ihn. Sie sind neugierig wie es ohne ihn sein wird... Sie wollen gar nicht, dass Ihr Mann die Situation veraendert, sie wuenschen sich eigentlich nur, dass er Ihnen zuhoert, damit Sie sich selbst und Ihre gemischten Gefuehle verstehen koennen.

Dieser "kleine" Unterschied im Umgang mit Situationen fuehrt oft zu grosser Frustration in der Beziehung. Manchmal hilft es, wenn man einen Mann bittet: "Du musst die Situation nicht reparieren. Hoer mir einfach nur zu." Oder man redet mit einer anderen Frau...

Ihr Mann meint es wahrscheinlich wirklich gut. Er will, dass Sie gluecklich sind und nicht so sehr leiden. ABer sein WEg dahin ist anders als Ihrer.

Natuerlich ist es wichtig, dass Sie sich erlauben, die Entscheidung und den Abschied von Ihrem Sohn zu betrauern. Jede Veraenderung im Leben bedeutet einen Verlust - auch die "guten" - wenn man heiratet, laesst man die Unbeschwertheit des Singleseins zurueck, wenn man befoerdert wird, laesst man die gleichberechtigte Beziehung zu Kollegen zurueck, wenn man ein Kind bekommt, laesst man viel Freiheit zurueck... Eigentlich sollte man in diesen Faellen traurig sein, aber oft reagieren Menschen mit Entsetzen, wenn man sich nicht eindeutig freut, sondern sehr gemischte Gefuehle hat. Wobei ich es fuer wichtig halte, dass man traurig ist ueber das, was man "verliert" und sich gleichzeitig auf das neue freut - und das beide Gefuehle gleich stark nebeneinanderstehen koennen.

Ich habe in meinem Buch etwas zum Trauern geschrieben, was ich Ihnen hier gerne reinstellen wuerde, damit Sie den Prozess etwas besser verstehen:
Veranderung bedeutet Verlust. Verlust bedeutet immer auch Trauer. Und Trauer ist mit unangenehmen Gefühlen verbunden. Die Gefühle, die man nach einem Verlust durchläuft, scheinen sich an eine bestimmte Ordnung zu halten. Die erste Reaktion auf Verlust ist oft der Versuch, die Realität wegzuleugnen. Man kann und will nicht glauben, dass das Geschehene wirklich passiert ist. Typische Gedanken sind: “Das ist alles nur ein Traum.” “Morgen ist alles wieder in Ordnung.” “Das kann einfach nicht wahr sein.” „Ist das wirklich passiert?“

Die Phase des Verleugnens kann von ein paar Minuten bis hin zu einigen Wochen dauern, je nach der Größe des Verlusts. Danach folgt normalerweise eine Zeit des Verhandelns. Man versucht mit Gott, der Welt, dem Universum, sich selbst oder anderen Menschen zu verhandeln, um das Geschehene ungeschehen zu machen. Typische Gedanken sind: “Wenn ich nur hart genug arbeite, wird keiner merken, was wirklich passiert ist.” “Wenn ich von jetzt an alles richtig mache, dann wird er wieder zurückkommen.” “Ich muss nur wirklich danach suchen, dann werde ich es schon finden.” „Es wird schon besser werden, wenn ich nur....“ Für Erwachsene und Jugendliche, die in der Regel einen recht guten Realitätssinn haben, dauert die Zeit des Verhandelns normalerweise nicht besonders lange. Sie merken schnell, dass man noch so viel versprechen kann, letztendlich kann man den Verlust nicht ungeschehen machen. Jüngere Kinder, die noch eine rege Fantasiewelt haben, brauchen oft etwas länger, um den Verlust als Tatsache anzuerkennen.

Nach dem Verhandeln kommen Wut und Trauer. Diese beiden Gefühle wechseln sich oft ab. Vielen Menschen fällt es leichter, wütend zu sein als traurig. Wut gibt Energie und beschützt. Wenn man wütend ist, kann man wenigstens morgens aufstehen und zur Arbeit gehen. Man kann sich gegen die unbedachten Worten der Menschen wehren, die den Verlust nicht verstehen. Trauer dagegen nimmt Energie. Man kann sich kaum bewegen und es ist schwer, die einfachen Aufgaben des täglichen Lebens zu erfüllen. Manchmal führt Trauer zu Depressionen. Depressionen machen es nicht nur schwer sondern fast unmöglich morgens aufzustehen, zu essen, sich anzuziehen, zur Arbeit zu gehen, und im täglichen Leben zu funktionieren. Menschen, die nach einem Verlust in Depressionen verfallen, brauchen oft professionelle Hilfe, um den Weg zurück zu finden. Die Länge dieses Prozesses hängt natürlich von der Grösse des Verlusts ab. Wenn ein Kind oder ein Partner unerwartet stirbt, ist es normal 4-5 Jahre lang zwischen Wut und Trauer hin- und herzuschwanken. Sollten die Gefühle des Trauerns dann noch immer so stark sein wie gleich nach dem Verlust, ist es wahrscheinlich eine gute Idee, um Hilfe zu bitten. Das Gefühl von Verlust und Leere wird vor allem an Verjährungsdaten wiederkommen. Aber es sollte mit der Zeit weniger akut und intensiv werden. Sowohl Trauer als auch Wut sind nötig, um den Verlust zu verarbeiten. Die Anteile der beiden Gefühle variieren von Mensch zu Mensch, aber Menschen, die nur eins dieser Gefühle zulassen, werden es schwer finden, den Verlust wirklich zu akzeptieren.

Nach der Zeit der Trauer und Wut, folgt dann irgendwann die Akzeptanz. Man muss akzeptieren, dass das Leben nie wieder so sein wird wie zuvor. Aber im Gegensatz zur Resignation, die den Verlust zwar akzeptiert, aber zwangsläufig entscheidet, dass damit das Leben schlechter und weniger lebenswert ist, bedeutet wahre Akzeptanz, dass man von ganzem Herzen glaubt, dass das Leben zwar anders, aber trotzdem im grossen und ganzen gut ist. Akzeptanz ist nicht nur ein Gefühl sondern auch, und vielleicht sogar vor allem, eine Entscheidung. Es gibt Verluste im Leben, bei denen man sich eine lange Zeit lang jeden Tag neu entscheiden muss, sie zu akzeptieren. Erst dann folgt irgendwann das Gefühl und macht das Akzeptieren etwas leichter. Nachdem man den Verlust tatsächlich akzeptiert hat, kann man sich erneut auf das Leben einlassen. Erst dann kann man neue Beziehungen knüpfen und die kleinen Freuden des Lebens wieder geniessen. Viele Menschen bemerken zu diesem Zeitpunkt, dass sie wieder unbedarft lachen, dass sie sich am Geruch einer Blume erfreuen, dass ihnen das Essen wieder schmeckt, dass sie wieder Lust haben, Zeit mit anderen Menschen zu verbringen.

Leider erlauben sich nur wenige Menschen, dem Prozess des Trauerns seinen Lauf zu lassen. Es gibt so viele gute Gründe, schnell wieder funktionieren zu wollen. Da sind die Arbeit, die Erwartungen der Familie und der Freunde, die zeitgebundenen Projekte, die Bedürfnisse der Menschen um einen herum. Sechs Monate nach dem Tod einer geliebten Person bekommt man keine Karten mehr zugeschickt oder Worte der Anteilnahme zu hören. Es wird normalerweise erwartet, dass man seinen Verlust „weggesteckt“ hat. Und wenn sich dann doch jemand nach dem persönlichen Befinden erkundigt, sagt man, dass man über den Verlust hinweg ist, denn man hat sich mittlerweile selbst davon überzeugt, dass sechs Monate mehr als genug sind, um zu trauern. In einer Gesellschaft, die wenig Raum zum Trauern lässt, ist es darum kein Wunder, dass viele Menschen versuchen, diesen Prozess abzukürzen oder ganz zu vermeiden.

Man kann sich einreden, dass der Verlust gar nicht so schlimm war, dass man jetzt mit dem Trauern fertig sein sollte, dass man keine Zeit hat, dass das Leben einfach weitergehen muss. Damit verdrängt man die Gefühle, stopft sie tief in sich hinein und hofft, dass sie irgendwie verschwinden. Wenn man sich weit genug von seinen Gefühlen abgegrenzt hat und nur auf den Kopf und nicht auf die Seele hört, dann kann man sich oft selbst davon überzeugen, dass man nicht wirklich trauern muss. Oder man kann versuchen, sich von seinen Gefühlen abzulenken. Drogen, Alkohol, Essen, Arbeit, Glücksspiele oder Sport sind beliebte Wege, von den den unangenehmen Gefühlen abzulenken und sie nicht spüren zu müssen. Menschen werden oft sehr kreativ, um diese Gefühle zu vermeiden. Leider funktioniert keine der beiden Strategien wirklich. Entweder kann man irgendwann die Gefühle nicht mehr unterdrücken oder die Ablenkungsmanöver haben einen zu hohen Preis. Die unterdrückten oder ignorierten Gefühle kommen einem dann mit voller Kraft ins Bewusstsein. Man spürt sie so klar und deutlich, als ob der Verlust gerade erst passiert sei. So kann es sein, dass ein Alkoholiker, der endlich clean ist, 30 Jahre nach dem Tot eines geliebten Menschen auf einmal weint und trauert als ob der Mensch gestern gestorben sei. Wenn sich jemand jahrelang durch unermüdliche Arbeit davon abgelenkt hat, dass er ein Kind verloren hat, kann es passieren, dass er während des nächsten Urlaubs (auf den er sich nur widerwillig eingelassen hat) auf einmal Gefühle von Wut und Traurigkeit spürt, die keine wirkliche Ursache zu haben scheinen. Die unverarbeiteten Verluste machen es ihm unmöglich den Urlaub zu geniessen. Ohne sich auf seine Arbeit konzentrieren, und dadurch von seinen Gefühlen ablenken zu können, erlebt man auf einmal Gefühle, die man verloren gehofft hatte. In anderen Worten, man kann das Trauern aufschieben, aber nicht wirklich vermeiden. Irgendwann wird man sich den Gefühlen stellen müssen. Oder man wird einen grossen Preis dafür bezahlen, sie bis an sein Lebensende zu unterdrücken.

Ich hoffe, dass Oli diese Chance wahrnimmt und ein bisschen erwachsener wird. Es ist ja unwahrscheinlich, dass er langfristig bei den Eltern dieses Maedchens leben kann, darum wird sich da irgendwann - wahrscheinlich bald - eine weitere Veraenderung anbahnen fuer ihn - Denken Sie am besten schon einmal darueber nach, wie Sie reagieren moechten und wie Sie ihn unterstuetzten koennen, diese Situation als Chance zu nutzen, SEIN Leben neu zu gestalten. Betonen Sie mit ihm noch einmal, dass Sie nicht IHN als Person satt sind, sondern SEIN VERHALTEN und dass Sie ihn als Person immer als Ihren Sohn lieben werden, dass Sie aber nicht mehr bereit sind, sein VERHALTEN zu tolerieren und es darum zu dieser VEraenderung kommen musste. Nehmen Sie sich Zeit zum Trauern - und suchen Sie sich am besten eine Frau, die Ihnen dabei zur Seite steht. Unsere Maenner tun ihr bestes, aber Sie sehen die WElt einfach anders....

Ganz liebe Gruesse,

Annegret Noble

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Hallo Frau Noble,


 


ja es ist so, das nicht die Tatsache das mein Sohn auszieht ein großes Problem für mich darstellt, sondern es ist einfach das wo, er hin geht...


 


Und da ich im Augenblick gar nicht denken kann, bitte ich Sie mir etwas auf die Sprünge zuhelfen, was ich tun kann, wenn der Fall eintritt, von dem auch ich ausgehe, das er dort auch sehr bald wieder ausziehen wird,um das er dies dann als Chance sehen sollte, und auch als eine Chance worauf?


 


Besten Dank für Ihre Unterstützung


 


 

Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Mutter,
ich kann gut verstehen, dass Sie gerade nicht so kreativ denken koennen. Wenn er dort ausziehen muss, dann hat er die Chance auf "die eigenen vier Waende" - wahrscheinlich im Rahmen einer WG, denn eine eigene Wohnung kann er sich ja wahrscheinlich nicht leisten. In einer WG hat er die Moeglichkeit zu lernen, wie man Ruecksicht auf andere Menschen nimmt, und wenn man das nicht tut, dann fliegt man raus.... Ich kann mir gut vorstellen, dass er ein paar WGs "durchleben" muss - und rausfliegen muss, bis er das lernt. ABer vielleicht ueberrascht er uns ja auch und lernt doch schneller, wenn es drauf ankommt.
Ein paar Naechte in einer Obdachloseneinrichtung sind auch oft hilfreich, damit jemand schaetzen lernt, wieviel die Eltern fuer einen tun, wenn Sie kostenlos oder kostenguenstig ein Zimmer und Verpflegung zur VErfuegung stellen.
Wenn es soweit ist, dann koennten Sie ihm helfen, die Obdachlosenheime zu finden, nach WGs zu suchen (z.B. Aushaenge an den Unis), nach Wohnheimen (es gibt of Wohnheime fuer Auszubildende) zu schauen usw. Das Lernen wird ihm weh tun, aber wie schon gesagt, anscheinend lernen und veraendern wir Menschen uns nur dann wirklich, wenn der Leidensdruck gross genug ist.

Hilft Ihnen das etwas weiter?
Mit freundlichen Gruessen,
Annegret Noble

Bekannt aus:

 
 
 
„[...]mehr als Zehntausend Experten weltweit; 1500 davon in Deutschland. Acht Jahre nach dem Start ist das [...] Online-Unternehmen mit seinen 90 Mitarbeitern die größte Web-Seite für das Vermitteln von Experten von Anwälten über Ärzte bis hin zu Universitätsprofessoren.“
„Wer eine fachmänische Lösung für ein medizinisches, rechtliches oder technisches Problem sucht, kann das jetzt auch im Internet tun. Lebenshilfe auf die schnelle, unkomplizierte und vor allem erschwingliche Art bietet die Seite www.justanswer.de. Etwa 1500 Experten stehen per Mail für Fragen zu ca. 200 Fachgebieten rund um die Uhr zur Verfügung."
„Rat gewünscht? Rechtliche, medizinische oder allgemeine Fragen beantworten Experten unter www.justanswer.de."
„JustAnswer, die weltweit führende Online-Plattform für Expertenfragen und -antworten, bietet ab sofort noch mehr Sicherheit und Qualität für Verbraucher."
„Ob Vorbereitung, Notfall oder Reklamation nach dem Urlaub - JustAnswer bietet jederzeit schnelle, kompetente Antworten"
„Die Online-Plattform JustAnswer bringt Ratsuchende und Experten in über 200 Fachgebieten zusammen."
 
 
 

Was unsere Besucher über uns sagen:

 
 
 
  • Danke für die wachrüttelnde Antwort, die freundlich aber bestimmt angekommen ist. Das war nötig und sehr hilfreich. Danke! JustAnswer Kunde
< Zurück | Weiter >
  • Danke für die wachrüttelnde Antwort, die freundlich aber bestimmt angekommen ist. Das war nötig und sehr hilfreich. Danke! JustAnswer Kunde
  • Sehr schnelle und kompetente Antwort, die für mich bares Geld bedeutet. Vielen Dank! S.Stober K.
  • Herzlichen Dank! Hab durch Ihre Antwort viel Geld gespart! Ben R. Deutschland
  • Sehr schnelle und kompetente Hilfestellung. Besonders für mich als Laien wurde alles sehr verständlich erklärt. Gerne wieder! Rosengl Bad Tölz
  • Vielen Dank für die schnelle und gute Beratung. Sie haben uns gut weitergeholfen. Wir kommen gerne wieder auf Sie zu. Birgit H. Kempten
  • Hervorragende und außerordentlich liebenswürdige Hilfe! Ich werde bei Bedarf bestimmt wieder auf JustAnswer zurückgreifen und bin sehr dankbar, dass es so etwas gibt! Dr. Gert Richter Verl
  • Danke für die schnelle Hilfe. Sehr schön, auch an einem Sonnabend ist jemand zu erreichen. Janine Gaus Bielfeld
 
 
 

Lernen Sie unsere Experten kennen:

 
 
 
  • diplompsychologe

    diplompsychologe

    Dipl- Psychologe

    Zufriedene Kunden:

    1216
    Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
< Zurück | Weiter >
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/DI/diplompsychologe/2011-4-27_194256_Foto158.gifbearbeitet3.64x64.gif Avatar von diplompsychologe

    diplompsychologe

    Dipl- Psychologe

    Zufriedene Kunden:

    1216
    Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/BJ/BJnD8/2013-8-2_142434_FKH0080KopfLimpens.64x64.jpg Avatar von Johann Schweißgut

    Johann Schweißgut

    Diplom Psychologe

    Zufriedene Kunden:

    817
    Verhaltenstherapeut, Systemischer Berater und Coach, Supervisor
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/WE/webpsychiater/2015-8-15_7533_ildschirmfotoum...64x64.png Avatar von webpsychiater

    webpsychiater

    Dr

    Zufriedene Kunden:

    47
    Ärztlicher Psychotherapie (Verhaltenstherapeie
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/EW/ewolf/2014-11-22_123326_rofilildx.64x64.jpg Avatar von Frau-Wolf

    Frau-Wolf

    Diplom Psychologin

    Zufriedene Kunden:

    28
    zertifiziert als Mediatorin* (Hochschule Darmstadt); als ILP (integrative lösungsorientierte Psychologie) coach; HP (Psych) ;WB med. Hypnose
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/HO/hoellering/2015-9-3_152044_x.64x64.jpg Avatar von Dr. Höllering

    Dr. Höllering

    Fachärztin

    Zufriedene Kunden:

    9772
    Notfallmedizin,Psychosomatik,Innere- und Allgemeinmedizin
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/OR/Orthodocs/2012-2-12_211834_IMG6092a.64x64.jpg Avatar von Orthodoc

    Orthodoc

    Dr. med.

    Zufriedene Kunden:

    1138
    Orthopädie,Unfallchirurgie,Notfallmedizin, Allgemeinmedizin
 
 
 

Ähnliche Fragen in der Kategorie Psychologie