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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
62882398
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Sehr geehrte Damen und Herren, ich brauche dringend einen

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich brauche dringend einen Rat.
Ich bin schon seit Monaten nervlich und körperlich einfach nur down.Kaputt, abgeschlagen, müde, schlecht gelaunt und leicht reizbar.
Ich schlafe nicht mehr richtig und weiss nun nicht mehr weiter.
Was kann ich tun?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage. Sie beschreiben eine schwierige und frustrierende Situation. Wenn es keinen konkreten Ausloeser fuer diese Symptome gibt (wie das Ende einer Beziehung, eine Kuendigung, ein Umzug usw), dann scheinen Sie moeglicherweise die Symptome von Burnout zu beschreiben. Diese sind: Chronische Müdigkeit und seelische Erschöpfung, die auch nach einer Erholungs-Auszeit (wie z.B. Urlaub) nicht verschwindet. Distanzierung von der Arbeit. Man verliert die positive Verbindung zur Arbeit und hat ein verringertes Bedürfnis nach Erfolg, hat abwertende und zynische Gedanken über die Arbeit bis hin zu dem Wunsch, in einen anderen Beruf zu wechseln. Körperliche Beschwerden, wie z.B. Schlafstörungen, höhere Anfälligkeit für Krankheiten, Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Kopf- und Rückenschmerzen, Schwindel, Blutdruckinstabilität, Herzrasen, Tinitus. Psychische Veränderungen, wie erhöhte Gereiztheit, innere Unruhe, die Unfähigkeit, nach der der Arbeit abschalten zu können, Rastlosigkeit, innere Leere, Lustlosigkeit, Angst, Langeweile, Verzweiflung, Resignation, Frustration, Sinnlosigkeitsgefühle, Abstumpfung. Kognitive Leistungseinschränkungen, wie z.B. Konzentrationsstörungen, Entscheidungsunfähigkeit, Selbstzweifel, Wahrnehmung von Leistungsverlust. Änderungen im Verhalten, beispielsweise sozialer Rückzug, Hyperaktivität, Konsum suchtfördernder Substanzen, und Vernachlässigung von Freizeitaktivitäten.



Wenn Sie einige von diesen Symptomen zeigen, dann kann es gut sein, dass Ihnen Burnout droht. Dabei waere es dann wichtig, einmal Ihre Taetigkeit zurueckzuschrauben und gleichzeitig etwas fuer sich selbst zu tun, um sozusagen den "Energietank" wieder zu fuellen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die verringerte Leistungsfähigkeit irgendwann dazu fuehrt, dass sich die Misserfolgserlebnisse auf der Arbeit und auch im Privatleben häufen. Das Ergebnis ist eine immer stärkere Frustration. Als Abwehrreaktion gibt man leicht pauschal entweder sich oder anderen die Schuld am eigenen Versagen. Im ersten Fall resigniert man und kapselt sich ein, im zweiten wird man zynisch und aggressiv anderen gegenüber. Oft faengt man dann auch an, seine Aufgaben halbherzig zu machen oder zu vernachlaessigen, was weitere Versagenserfahrungen zur Folge hat. Wenn in diese sich selbst verstärkende Entwicklung nicht eingegriffen wird, kann es zu sehr ernsthaften psychischen Erkrankungen wie Depressionen, chronischen Angstzuständen und zu existenzieller Verzweiflung kommen.

 

Wenn Ihre Symptome noch nicht sehr weit fortgeschritten sind, hilft wahrscheinlich die Prävention vor einem Fortschreiten der Symptome. Goennen Sie sich vor allem durch ausreichende Erholungsphasen. Am besten man legt für sich regelmäßige Erholungszeiten fest, zum Beispiel ein Zeitraum am Nachmittag, der der Erholung dient, eine Zeit am Abend, nach der man nichts mehr tut, ein Tag am Wochenende, an dem auf keinen Fall gearbeitet wird. Diese Zeiten sollten strikt eingehalten werden um wirklich zu helfen. Setzen Sie Grenzen und sagen Sie, dass Sie diese Aufgabe gerne uebernehmen, aber diese nicht. Waehlen Sie gezielt aus, was realistisch ist und weisen Sie zusaetzliche Aufgaben zurueck.

Sehr wichtig sind auch entspannende, ausgleichende Aktivitäten. Soziale Kontakte, Musik, und vor allem Sport wirken Wunder: Ein täglicher, ausgedehnter Spaziergang oder regelmäßige sportliche Betätigung bauen Stress ab, entspannen und erhalten Kreativität und berufliche Motivation.



Wenn die Burnout-Symptome erst einmal deutlich auftreten, nützt Prävention leider nicht mehr, dann ist es Zeit für eine Behandlung. Beobachten Sie sich und achten Sie auf die oben beschriebenen Anzeichen für Burnout, denn die Erkrankung muss möglichst früh erkannt und behandelt werden. In einem frühen Stadium kann eine ausgedehnte Erholungsphase, z.B. in Form eines mehrwöchigen Klinikaufenthalts, Hilfe bringen. In fortgeschrittenerem Stadium dagegen, insbesondere wenn starke psychische und physische Beeinträchtigungen vorhanden sind, ist neben einer stationären Behandlung auch langfristige professionelle psychologische Beratung und Therapie notwendig. Burnout verschwindet dann auch durch eine ausgedehnte Erholungsphase nicht mehr von selbst.



Meine Empfehlung waere, dass Sie mit Ihrem Hausarzt ueber Loesungsstrategien sprechen. Dieser kann auch bei einer Ueberweisung zu einem Facharzt, in eine Klinik oder zu einer Kur helfen.

 

Hier finden Sie zusaetzliche Information:

 

http://www.arbeitsmedizin.ch/fileadmin/public/Dokumente/Burnout/Burnout_Kliniken.pdf



Kliniken und Therapeuten, die sich insbesondere mit Burnout befassen, finden Sie hier:

http://www.imedo.de/infocenter/burnout/burnout-experten#infocenter







Ich hoffe, dass meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht und Ihnen weiterhilft. Ansonsten beantworte natürlich auch gerne weitere Anschlussfragen. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Ueber eine positive Bewertung meiner Antwort wuerde ich mich freuen. Vielen Dank.

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.