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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

hallo.ich bin mit meinem Freund jetzt ein jahr zusammen.wir

Kundenfrage

hallo. ich bin mit meinem Freund jetzt ein jahr zusammen. wir führen eine fernbeziehung. ich ziehe jetzt zu ihm weil es nicht anders geht. habe hier auch freunde mit seiner Familie versteh ich mich sehr gut. aber ich bin sehr unglücklich da ich schlecht allein sein kann doch ich liebe ihn und will nicht aufgeben obwohl ichs schon mermals probierte er mich aber nie gehen ließ. nun war es anfangs wie immer sehr harmonisch und intensiv. ich wurde nach einem halben jahr auch schwanger wweil wir das wollten aber ich verlor das kind.. schlimme zeit voller zweifel. ich fühlte mich sehr allein im stich gelasssen er war zu haus hat mich nur im krankenhaus besucht als ich dann zu haus war kam er nicht. ich heulte tage lang machte ihm große Vorwürfe aber er zog sich zurück bis ich mich aus eigener kraft wieder fing . doch es schlummert in mir diese gefühl der verlassenheit. wir reden nicht darüber er will nicht. er sagt das sei abgeschlossen. nun ziehe ich wie gesagt zu ihm mit sohn gebe alles auf. ob es richtig ist weiß ich nicht. habe angst. aber es stellt eine Herausforderung für mich dar. er lässt mich viel regeln schiebt viel verantwortung auf mich ab weil er ja viel arbeitet. wir gehen nie aus höchstens zu freunden. sexuell hat es von ihm aus sehr nachgelassen, und wir streiten oft da wir beide sehr dominant sind er sagt er liebt mich doch manchmal hab ich das gefühl er braucht eine art mutter die auf ihn wartet zu haus. er kommt aus einer zerrütteten familie. mutter hat drei kinder beim vater gelassen weil sie es nicht mehr aushielt mit dem mann( sehr herrisch und dominant der vater) liegt das problem in meinen erwartungen? ich fühl mich nicht mehr begehrt von ihm bin sehr eifersüchtig. er sagt ich sei nicht normal
ich weiss nicht ob der mann mich liebt oder nur als vorzeigeobjekt an seiner seite hat... er kümmert sich nicht sehr um mich finde ich. ich fühl mich mit allem einfach immer allein.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 4 Jahren.


Sehr geehrte Fragestellerin

Vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die
offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine
Hilfestellung zu geben.



Ich verstehe Ihre Ängste und Ihre Unsicherheit, auch im Hinblick
auf Ihre Beziehung. Sie schreiben Sie haben ein Kind verloren und diese Zeit war auch voller Zweifel.
Häufig ist es so dass Mann und Frau so eine Lebenskrise unterschiedlich verarbeiten.
Männer eher still und Frauen darüber reden möchten um dieses Trauma besser zu
bewältigen. Meist kommt es dann in solchen Situationen zu den ersten Schwierigkeiten
in der Beziehung weil Frau vom Partner mehr erwartet als er geben kann. Hier vermute
ich auch das Hauptproblem in Ihrer
Beziehung.



Sie waren einer
außergewöhnlichen körperlichen und seelischen Belastung ausgesetzt und dies
kann eine akute Belastungsreaktion hervorrufen die sich in polymorphen Symptomen zeigt.
Hervorzuheben ist hier insbesondere Angststörung und Depression. Entscheidend
ist das keins der Symptome über längere Zeit vorhält und ein Abklingen der
Symptome innerhalb von wenigen Tagen zu beobachten ist. Demgegenüber steht die dissoziative
Reaktion sowie vorübergehende Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung
(PTSD): Auch hier müssen die Symptome vorübergehend sein, angegeben wird eine
Dauer von mindestens zwei Tagen und höchstens 4 Wochen. Die Symptomatik muss
innerhalb von 4 Wochen nach dem traumatischen Ereignis auftreten. Wichtige
Symptome die während oder kurz nach dem belastenden Ereignis auftreten können
sind nach ICD-10 Bewusstseinseinengungen; sowie die Unfähigkeit Reize zu
verarbeiten bis hin zu dissoziativem Stupor. Die anfängliche Betäubung kann
jedoch auch in einen Ruhe- und Überaktivitätszustand (Fluchtreaktion) übergehen.
Im kurzen Verlauf kann es zu PTSD-ähnlichen
Symptomen kommen, die aber entgegen der posttraumatischen
Belastungsstörung halten diese Symptome nur ca. 3 Tage bzw. höchstens 4 Wochen
an. Aus einer akuten Belastungsstörung kann sich eine posttraumatische Belastungsstörung
entwickeln. Da währen der akuten
Belastungsreaktion ein konfrontatives Vorgehen ( Konfrontation mit dem
traumatischen Ereignis im Rahmen einer Therapie ) kontraindiziert ist, wird
eine vorübergehende medikamentöse Dämpfung mittels Benzodiazepinen eingesetzt.
In der Mehrzahl der Fälle klingen die genannten Symptome innerhalb des
beschriebenen Zeitrahmens wieder ab.
Erst bei Anhalten der Symptomatik und Übergang in eine posttraumatische
Belastungsstörung sollte dringend längerfristig ambulant und /oder stationär
eine Psychotherapie bei einem entsprechend ausgebildeten Therapeuten erfolgen. Bei
der Posttraumatischen Belastungsstörung
ist der Verlauf wechselhaft. In 50% der Fälle gehen die Symptome nach
einigen Monaten allein zurück, in einem Drittel der Fälle nimmt jedoch die
Störung einen chronischen Verlauf. Bei sehr langem Verlauf oder nach
langandauernden extremen Belastungen kann es auch zum Übergang in eine dauernde
Persönlichkeitsstörung kommen.icd10 F62.0. Die
Symptome zeigen sich dann in einer misstrauischen und feindlichen Haltung
gegenüber der Umwelt, dem sozialen Rückzug, einer chronischen Nervosität als
wenn eine ständige Bedrohung vorhanden ist, Gefühle der Leere und der
Hoffnungslosigkeit.
In der Behandlung von posttraumatischen
Belastungsstörungen haben sich in den letzten Jahren effektive therapeutische
Ansätze entwickelt jedoch sollte die Behandlung Psychotherapeuten vorbehalten
sein, die hierfür speziell ausgebildet sind.
Häufig fordern die Patienten selbst eine Bearbeitung der traumatischen
Erlebnisse, jedoch kann eine unsachgemäße Therapie ohne ausreichende Vorbereitung auch zu einer
Retraumatisierung führen.



http://www.traumatherapie.de/service



Eine weitere spezifische Therapieform für
Traumabehandlungen die in den 90 ziger Jahren entwickelt wurde ist EMDR (Eye
Movement Desensitization and Reprocessing); der
Wirkungsmechanismus ist jedoch noch nicht endgültig erforscht. Weitere
Möglichkeiten bietet die Hypnotherapie nach Erickson. Mittels imaginativer
Techniken und Suggestionen lernt der
Patient eine Kontrolle über die
Flashbacks zu erlangen. Als letzte Option sind dann noch die Unterstützung der
Therapie mit Psychopharmaka, zeitlich begrenzte Antidepressiva bzw. Anxiolytika.



Im Rahmen der von
Ihnen beschriebenen Symptome würde ich
Ihnen eine Konsultation eines Psychiaters z.B. in einer psychiatrischen
Institutsambulanz Notfallambulanz an einer Uniklinik oder in einem
Fachkrankenhaus für Psychiatrie zu
empfehlen wenn die Symptome weiterhin bestehen um auch eine
Unterstützung im Rahmen einer
Psychotherapie zu ermöglichen.
Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller,
sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut
wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben) und diese Institute haben in der
Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren
Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen
Ambulanz vereinbaren und dort vorstellig werden. In
der Regel tragen die Krankenkassen auch die Kosten.



Auch eine Paartherapie wäre in Erwägung zu ziehen, so Ihr Partner damit
einverstanden ist. Hier kann dann der Verlust aufgearbeitet werden und auch an
einer besseren Kommunikation gearbeitet werden, die Ihnen nicht mehr das Gefühl
gibt nur das „Vorzeigeobjekt „zu sein, was letztendlich bei Ihnen auch zu der
erwähnten Eifersucht führt. Grund für die Eifersucht kann eine
Störung wie mangelndes Selbstbewusstsein sein, ein damit verbundenes
Gefühl für den Partner nicht gut genug zu sein, da Sie sich minderwertig fühlen,
vielleicht auch auf Grund der Fehlgeburt, nie richtig beachtet (akzeptiert)
bzw. auch anerkannt werden für das wie Sie sind. Oder eventuell auch nicht
verarbeitete emotionale Verletzungen aus vergangenen Partnerschaften (sowie aus
der Kindheit) können als Ursache in Frage kommen. Hinter einer
Eifersucht kann sich auch eine
Depression, ein gemindertes Selbstwertgefühl und Vertrauensmissbrauch in
vorangegangenen Beziehungen verstecken. Auch Alkoholmissbrauch oder Medikamentenabhängigkeit können Auslöser
für eine übersteigerte Eifersucht sein.

Versuchen Sie gemeinsam eine Paartherapie zu machen und bei dieser Therapie
(möglichst mit systemischen Hintergrund) können Sie mit einem Psychologen dann
gemeinsame Lösungen erarbeiten und somit eine Chance bekommen einen anderen
Blick auf die entsprechenden Situationen zu bekommen und die Situation
gelassener einschätzen. Denn auf Dauer und ohne fachliche Hilfe und Begleitung
wird es zum Auflösen der Partnerschaft kommen und unbehandelt haben Sie auch in
der nächsten Partnerschaft die gleichen Probleme.



Vielleicht
besteht auch die Möglichkeit für Sie
sich einer Selbsthilfegruppe
Eifersucht anzuschließen um dort mehr Informationen und Hilfe zu erhalten und auch Kraft zu
schöpfen um diesem Druck besser begegnen
zu können.



Vielleicht finden Sie hier etwas in Ihrer
Nähe:



http://www.nakos.de (einfach Suchfunktion Selbsthilfegruppen nach
Themen) nutzen



http://www.ex-zurueck-portal.de/themenbereiche/eifersucht/eifersucht



http://www.partnerschaft-beziehung.de/Eifersucht.html



http://www.ipsis.de/adressen/adressselbsthilfe.htm



http://www.psychotherapiesuche.de/



Ich hoffe ich
konnte Ihnen etwas helfen und wünsche Ihnen alles Gute auf Ihrem weiteren Weg



Mit freundlichen
Grüßen





Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine
fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern
beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei
unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.





Wenn meine Ausführungen für Sie hilfereich waren, würde ich mich über eine
positive Bewertung sehr freuen.



Bekannt aus:

 
 
 
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