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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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Ich bin 39 und habe vor zehn Jahren erfolglos eine Kinderwunschbehandlung

Kundenfrage

Ich bin 39 und habe vor zehn Jahren erfolglos eine Kinderwunschbehandlung abgebrochen. Ich war danach 3 Jahre in Psychotherapeutischer Behandlung, die ich dann abbrach, weil mein Psychotherapeut einen Krankenkassenwechsel zur Bedingung für eine weitere Behandlung machte. In den folgenden Jahren trennte ich mich von meinem damaligen Mann und bin seit zwei Jahren geschieden. Ich bin dabei mich beruflich neu zu orientieren und habe viele neue Freundschaften, die mir gut tun. Ich habe das Gefühl, dass ich auf einem guten Weg bin, aber trotzdem habe ich in regelmäßigen Abständen immer wieder Wochen, in denen ich gefühlsmäßig einbreche, mich innerlich von meinen Mitmenschen abgeschnitten fühle und das negative Denken nicht abstellen kann. Ich nenne diese Phase "das kalte Herz". Ich fühle mich wie ein anderer Mensch im Vergleich zu den Phasen, in denen es mir gut geht. Wie kann ich mit diesen Phasen umgehen? Sollte ich mir nochmal einen Psychtherapeuten suchen oder brauche ich nur weiter Geduld?...Ich bin ratlos und ein bißchen erschöpft.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage. Sie beschreiben eine frustrierende Situation. Depressionen sind oft eine "chronische" Krankheit und die Zyklen, die Sie beschreiben, sind nicht ganz ungewoehnlich fuer Depressionen. Ich moechte keine "Ferndiagnose" stellen, aber ich wuerde Ihnen gerne ein paar moegliche Diagnosen beschreiben, dann koennen Sie selbst entscheiden, was davon am besten passen koennte und die entsprechenden Schritte gehen.


Einmal gibt es eine Form von Depressionen, die sich "Dysthymie" nennt, eine chronische milde depressive Verstimmung, die nie dazu fuehrt, dass man morgens nicht aus dem Bett kann oder Suizidgedanken hat, die einem aber das Leben sehr erschwert. Alltaegliche Dinge, die bei anderen Menschen "nebenherlaufen", kosten einen Menschen mit Dysthymie viel Kraft. Darum sind diese Menschen chronisch muede und erschoepft. Es fuehlt sich so an, als ob die "Autopilot"-Funktion des Koerpers kaputt ist. Dinge, die man eigentlich weiss und kann, laufen nie ganz ohne Anstrengung, man muss trotz allem nachdenken und Energie investieren, um sie zu erledigen. Ausserdem ist es ebenfalls anstrengend, gute Dinge im Leben zu geniessen - wie z.B. eine Beziehung, eine Befoerderung, einen Erfolg. All diese Dinge sind "nett" , aber man spuert nie die wirklich tiefe Freude, die andere Menschen zu empfinden scheinen. Ausserdem scheint man oefter in Konflikte verwickelt zu werden, einmal weil man einfach zu erschoepft ist, um Probleme zu loesen, aber auch weil man in der "Wut" oder der "Frustration" zusaetzliche Energie findet. Wenn man wuetend ist, ist man nicht muede. Diese "Energietankstelle Konflikt" hat natuerlich langfristig sehr negative Auswirkungen auf wichtige Beziehungen.

Die Dysthymie faengt oft im Jugendalter an oder bleibt nach einer schweren Depression zurueck und wird dann zu einer Gewohnheit. Man kann sich gar nicht mehr vorstellen, dass das Leben auch weniger anstrengend sein kann - man sieht es nur in anderen Menschen, und fragt sich manchmal, was man denn falsch macht oder warum man so anders zu sein scheint. Menschen mit einer Dysthymie werden selten als depressiv wahrgenommen - sie schaffen ja alles und sie lachen auch mal. Sie scheinen nicht "immer" depressiv, was sich ja mit Ihrer Erfahrung der depressiven Phasen deckt. Erst wenn man eine Behandlung macht - die oft Medikamente und Therapie beeinhaltet - merkt man auf einmal, wie sehr man die ganzen Jahre hat kaempfen muessen. Ein Satz, den ich oft hoere, ist: "Ich wusste gar nicht, dass das Leben so einfach sein kann."

Falls etwas von dem, was Sie hier gelesen haben, auf Sie zutrifft, empfehle ich Ihnen, mit Ihrem Hausarzt zu sprechen. Denn obwohl eine erneute Therapie wichtig ist, um die Denkfehler zu erkennen und herauszufordern, die oft mit einer Depression einhergehen (und die Sie ja auch selbst beschreiben als "negatives Denken"), ist eine Dysthymie oft v.a. physiologisch bedingt und spricht daher gut auf Medikamente an.

In einer Therapie wuerden Sie sich wahrscheinlich vor allem die Glaubenssaetze und Mottos anschauen, die Sie sich angewoehnt haben, um trotz einer chronischen Depression zu funktionieren. Dazu gehoeren z.B. unrealistische Erwartungen an sich selbst und andere, perfektionistische Tendenzen, Angst vorm Versagen oder das Gefuehl, minderwertig (weil anders) zu sein. Es gibt mittlerweile auch gute Buecher, die einem dabei helfen, seine Glaubenssaetze zu hinterfragen (z.B.
Gedanken verändern Gefühle: Fertigkeiten, um Stimmungen, Verhalten und Beziehungen grundlegend zu verbessern von XXXXX XXXXXberger, Christine A. Padesky, Theo Kierdorf und Hildegard Höhr von Junfermann (Oktober 2007)). Die empfohlene Therapieform ist die kognitive Verhaltenstherapie.


Eine weitere Moeglichkeit waere eine leichte bipolare Stoerung. Dabei empfinden Sie die "hypomanischen" Phasen wahrscheinlich als "normal" und erleben nur die depressiven Phasen als wirklich "anders." Die Stimmung schwankt hier zwischen Depressionen und manischen oder hypomanischen Phasen hin-und zurueck, wobei "hypomanisch" bedeutet, dass man sich nie "ausserKontrolle" fuehlt, sondern einfach "gut." Manchmal finden diese Stimmungsschwankungen innerhalb von Tagen, manchmal innerhalb von Wochen oder Monaten statt. Oft sind sie relativ regelmaessig (Sie sagen ja, dass Sie die depressiven Phasen alle paar Wochen erleben).

Depressive Phasen sind (wie Sie ja wissen) gekennzeichnet durch:

  • Gedrückte Stimmung, Niedergeschlagenheit

  • Müdigkeit, Erschöpfungsgefühl, Energielosigkeit

  • Gesteigertes Ruhebedürfnis

  • Vermindertes Selbstvertrauen, Selbstzweifel

  • Vermehrtes Grübeln und sich Sorgen machen

  • Interesselosigkeit, Lustlosigkeit

  • Ein- oder Durchschlafstörungen

  • Vernachlässigung alltäglicher Verpflichtungen

  • Konzentrationsschwierigkeiten (Denken fällt schwer)

  • Vermindertes sexuelles Interesse

  • Ängstlichkeit, Nervosität

  • Verringerte Belastbarkeit, Abnahme des Leistungsvermögens

  • Alles auf sich beziehen, das Gefühl haben, dass andere schlecht über einen reden

  • Veränderungen im alltäglichen Tagesablauf

  • Körperliches Unwohlsein

  • Vermehrter Alkoholkonsum

  • Anspannung, Unruhe

  • Reizbarkeit

Manische oder hypomanische Episoden sind durch die folgenden Symptome gekennzeichnet (wie gesagt, diese Symptome sind abgeschwaecht wenn man unter "Hypomanie" leidet - und natuerlich muessen nicht alle Symptome vorhanden sein):

  • Hochstimmung, Euphorie

  • Neue Ideen, Gedankenrasen

  • Stärkeres Redebedürfnis

  • Vermehrte Aktivität und Energie

  • Veränderte Wahrnehmung (Geräuschempfindlichkeit, schärfere Wahrnehmung, Gefühl, in einer anderen Welt zu sein)

  • Erhöhte Kreativität

  • Vermindertes Schlafbedürfnis

  • Stärkere Kontaktbereitschaft

  • Gefühl, wichtig zu sein oder im Mittelpunkt des Interesses zu stehen

  • Vermehrter Alkohol-/ Drogenkonsum

  • Gesteigertes Selbstvertrauen, Gefühl, alles zu schaffen, was man sich vornimmt

  • Reizbarkeit, Angespanntheit, Ungeduld

  • Gesteigertes sexuelles Interesse

  • Vermehrtes Geldausgeben

  • Konzentrationsschwierigkeiten, Ablenkbarkeit

  • Ruhelosigkeit, Unruhe

  • Mehr Streitigkeiten als sonst

  • Nichteinhalten des alltäglichen Tagesablaufs

Eine ausfuehrliche Beschreibung der Stoerung finden Sie hier:

http://www.psychose.de/downloadarchiv/BS-patientenbroschuere.pdf


 

Wenn man unter einer bipolaren Stoerung leidet, dann loest das Einnehmen von Antidepressiva oft eine (hypo)manische Phase aus. Ich weiss nicht, ob Sie diese schon einmal genommen haben und dabei etwas beobachtet haben?

 

Meine Empfehlung waere, dass Sie mit Ihrem Hausarzt ueber Ihre Symptome sprechen und eine ausfuehrliche Diagnostik bei einem Psychiater oder qualifizierten Psychologen machen. Sowohl fuer die Dysthymie als auch fuer eine bipolare Stoerung waeren Medikamente eine grosse Hilfe, damit Sie weniger unter diesen "dunklen Phasen" leiden.



Wenn meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht, bitte ich Sie, die Antwort positiv zu bewerten. Wenn die Antwort nicht Ihren Vorstellungen entspricht, dann bitte ich Sie, so oft nachzufragen wie notwendig bis ich Ihnen helfen konnte. Vielen Dank. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.



InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
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Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Ich kann die Bewertung leider nicht durchführen. Wollte "hilfreich und informativ" anklicken, aber er nimmt den Befehl nicht an....?!
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,
es freut mich, dass Sie die Antwort hilfreich empfinden und es scheint auch, dass Ihre Bewertung hier angekommen ist.
Wenn Sie weitere Fragen haben, dann beantworte ich diese natuerlich gerne. Ich hoffe, dass Sie bald der Ursache Ihrer "dunklen Phasen" auf die Spur kommen und diese dann ein Ende haben.
Liebe Gruesse,
Annegret Noble

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