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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

ich habe in einer beziehung oder auch in freundschaftlichen

Kundenfrage

ich habe in einer beziehung oder auch in freundschaftlichen beziehungen immer verlustängste. vertraue eigentlich dem menschen aber zweifel innerlich immer an der unwahrheit. mache mich verrückt wenn ich mal nichts höre und denke direkt ich habe etwas falsch gemacht. es ist so schlimm, ich weiß selber wie anstrengend ich bin aber kann trotzdem nicht abwarten obwohl ich weiß das ich damit die menschen um mich herum vergraule. ich vermute das liegt zum einen daran das ich mal sehr viel abgenommen habe und mit meinem körper nicht wirklich zufrieden bin und zum anderen bin ich der meinung das es seit dem tot meines vaters vor 11 jahren richtig schlimm geworden ist
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.


Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen
und die offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung
zu geben.



Ich kann Ihr Problem
verstehen und es ist erst ein Mal der richtige Schritt zu erkennen, dass man
ein Problem hat, nämlich Ängste zu empfinden, die massiv die soziale
Interaktion gefährden können und die Bereitschaft mitzubringen, sich ggf. dabei
Hilfe zu suchen das Problem zu lösen.



Wesentlich geht man im
heutigen wissenschaftlichen Kontext davon aus, dass sich in einer Partnerschaft
entwickelnde Verlustängste auch gleichbedeutend mit der Problematik der Angst
vor einer vlt. unvermeintlichen Trennung und einer sogenannten Bindungsschwäche
(Bindungsstörung) einhergehen kann.



Im Rahmen einer analytischen
aber auch tiefenpsychologischen Behandlung werden natürlich die von Ihnen
beschriebenen unverarbeiteten Konflikte aus der Vergangenheit bearbeitet. Das heißt,
verborgenes, verschollenes und vor allem verdrängtes Material aus dem
Unbewussten ins Bewusstsein geholt und wenn alles gut geht erfolgreich
bearbeitet (durchgearbeitet) um den Konflikt, der bis ins Erwachsenenalter hin
belastet aufzulösen. Es ist auf alle Fälle aus meiner Sicht eine geeignete
Therapie, wenn auch nicht die einzige Therapie die noch in Frage kommt. Hierzu
möchte ich Ihnen nachfolgende Ausführungen mit auf den Weg geben.



Die Bindungstheorie selber
entwickelte sich eher nur aus dem analytischen Denken heraus, ist aber kein so
bedeutender Bestandteil der klassischen Psychoanalyse geworden, Jedoch z.B.
Bowlby, der eigentliche Entdecker der vor allem wissenschaftlich arbeitenden
Bindungsforschung war selber Analytiker, bis man Ihn aus der internationalen
psychoanalytischen Vereinigung verbannte.



Ihr Gegenstand ist der Aufbau
und die Veränderung enger Beziehungen im Laufe des Lebens und nicht nur der
frühen Kindheit. Die Bindungstheorie geht von dem Modell der Bindung der frühen
Mutter-Kind-Beziehung aus mehrere Phasen durchläuft bzw. nicht ausschließlich
die Beziehung im Säuglingsalter/ frühe Kindheit eine Rolle spielt und verbindet
auch andere Denkansätze miteinander (z.B. systemische Denkansätze usw.). Ideal
wäre hier einen Therapeuten zu finden der auch außerhalb der normal üblichen
Anwendung der Therapieform bei Kindern eine Therapie die genau auf den
Grundannahmen Bowlbys beruht zu finden. Diese Therapieform nennt sich eigens Attachement-basierte
Therapie.
Eines der großen Anliegen Bowlbys war es, eine wissenschaftliche Basis für den
psychoanalytischen Ansatz der Objektbeziehungstheorien herzustellen und
anfänglich auch im Sinne der Psychoanalyse zu untersuchen. Weiterführende
Informationen zu Kollegen die vielleicht auch in Ihrer Nähe in diesem analytisch
orienteierte Bereich arbeiten, finden Sie unter http://www.dpv-psa.de/ bzw. können dort über die
analytische Vereinigung in Deutschland etwas in Erfahrung bringen, denn es gibt
unzählige nach diesem Prinzip arbeitenden Ausbildungsinstitute in ganz
Deutschland mit der Möglichkeit verbunden Sie ambulant zu behandeln.



Es ist hilfreich, vor allem
im Rahmen einer eventuellen Psychoanalyse einen Kollegen zu finden, der auch
auf diesem Kontexthintergrund arbeitet.



Des Weiteren können Sie auch
mit einem sehr neuen Ansatz, der sich aus der Verhaltenstherapie entwickelt hat
sehr gut auf dem bindungstheoretischen Ansatz hin mit dem Therapeuten arbeiten.
Diese noch in Deutschland neue Behandlungsform eignet sich vor allem auch dazu,
frühe Verlusttraumata aufzulösen. Da dies ein grundlegend
verhaltenstherapeutisches Therapieprogramm ist, wird es auch problemlos von der
Krankenkasse bezahlt. Das Verfahren finden Sie unter dem Namen Schematherapie
bzw. eventuelle Therapeuten unter der Internetadresse: http://www.schematherapie.de/.



Ich hoffe, mit meinen
Ausführungen war es mir möglich Ihnen eventuell auch ein paar andere Denkanstöße,
aufbauend auf Ihrer Frage zu geben und wünsche Ihnen für Ihre Zukunft alles
Gute.



Mit freundlichem Gruß





Die Ausführungen und
Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende
psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell
Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen
sowie Konflikten.





Wenn meine
Ausführungen für Sie hilfreich waren, würde ich mich über eine positive
Bewertung sehr freuen.