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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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hallo, ich suche in dresden eine möglichkeit relativ schnell

Kundenfrage

hallo, ich suche in dresden eine möglichkeit relativ schnell einen termin für eine traumatherapie zu finden. mir wurde gesagt, dass dies normalerweise nur in einer tagesklink gehen würde. ich weiß jetzt nicht so recht was ich machen soll. das einzige was ich weiß ist, dass ich das ganze vergessen will.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage. Sie beschreiben eine schwierige Situation. Es ist nachvollziehbar, dass Sie das traumatische Erlebnis, auf das Sie hindeuten, so schnell wie moeglich "verdraengen" moechten. Leider scheinen wir Menschen das nicht langfristig zu koennen. Meist kommen die Erinnerungen an eine traumatische Erfahrung dann zurueck, wenn "wir uns zutrauen", dass wir diese Erfahrung jetzt verarbeiten koennen. Unser Unterbewusstsein scheint irgendwann zu sagen, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist, um diese Erinnerungen ins Bewusstsein zu rufen, damit man sie sich anschauen, verarbeiten und dann loslassen kann (ohne sie zu verdraengen). Dieser Zeitpunkt ist selten "passend", denn sowohl die Erinnerungen als auch eine Traumatherapie kosten viel Energie und Zeit - und meist gibt es keinen "guten Zeitpunkt" im Leben dafuer. Aber oft ist es ebenfalls unmoeglich (wie Sie das gerade erleben), diese Erinnerungen wieder wegzuschicken oder die Schublade wieder zuzumachen.

Eine Traumatherapie ist tatsaechlich die beste Loesung. Meist wird diese stationaer (also in der Klinik) oder in einer Tagesklinik angeboten, eben weil man dafuer so viel Energie braucht, dass die meisten Menschen nicht nebenher arbeiten koennen. Es gibt viele verschiedene Therapieformen, die sich bei der Traumatherapie ganz besonders bewaehrt haben. Die kognitive Verhaltenstherapie, wurde für die Behandlungen von Traumafolgen weiterentwickelt. Als besonders wirksam hat sich hier die Konfrontationstherapie heraus gestellt, die wiederum speziell für die Behandlung von PTBS (posttraumatische Belastungsstoerung) modifiziert wurde. Hierbei soll sich der Betroffene durch das geschützte Wiedererinnern an die traumatische Situation gewöhnen. Das Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) ist eine Behandlungsform, die speziell für die Traumabehandlung entwickelt wurde, und die auch im Rahmen anderer Therapieverfahren angewendet werden kann. Hierbei wird der Betroffene in einem geschützten Rahmen durch Gespräche an die traumatisierende Situation herangeführt. Bei dem Erinnern sollen durch schnelle Änderungen der Blickrichtung, oder einer andren Form der abwechselnden Stimulation der beiden Gehirnhälften eine Integration des traumatisch Erlebten erreicht werden. Zusätzlich existieren auch einige psychodynamische Verfahren, die speziell auf die Behandlung der PTBS abgestimmt wurden. In Deutschland sind vor allem die von Luise Reddemann ausgearbeitete Psychodynamische imaginative Traumatherapie zu erwähnen, die vor allem zur Behandlung einer komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung eingesetzt wird. Auch die Mehrdimensionale psychodynamische Traumatherapie von Gottfried Fischer und mit Peter Riedesser ist ein zur Behandlung von PTBS angewendetes Verfahren. Bei der Gruppe der imaginativen Verfahren werden meist unterschiedliche Behandlungsverfahren kombiniert, die es dem Betroffenen ermöglichen, eine vorsichtige Integration des traumatisch Erlebten zu erreichen. Hierfür können sie sich etwa an einen inneren, sicheren Ort zurückziehen, wenn die Emotionen, welche die traumatischen Erinnerungen begleiten zu stark werden. Die integrative Traumatherapie, entwickelt von Willi Butollo, an der LMU München ist ebenfalls eine Kombination von verschiedenen Behandlungsmethoden, die sich als nützlich für die Psychotherapie der PTBS herausgestellt haben. Allen modernen Behandlungsansätzen haben gemeinsam, dass sie meist mehrere Verfahren in sich vereinen.

Wenn Sie eine stationaere Therapie in Erwaegung ziehen, dann waere der Ort der Klinik weniger wichtig. Hier finden Sie gute Informationen zu Therapeuten und Kliniken.

 

http://www.psychotherapie4u.de/trauma/traumatherapie/index.html

http://www.psychotherapie4u.de/trauma/bin_ich_traumatisiert/index.html



http://www.traumatherapie.de/

http://trauma-cbf.charite.de/klinik/rettungsstelle_traumazentrum/

http://www.blumenwiesen.org/kliniken.html

http://www.schematherapie.de/



Manchmal hilft es, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen:


http://www.ptbs-forum.com/

www.ipsis.de


Wenn Sie denken, dass eine ambulante Therapie doch ausreicht, dann gibt es mehrere Moeglichkeiten, einen Therapeuten zu finden. Um relativ schnell einen Termin zur Diagnostik und/oder zur Therapie zu bekommen, wenden Sie sich am besten an eine nahegelegene psychotherapeutische/ psychiatrische ambulante Fachklinik, an eine Universitätsklinik mit einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz oder an ein psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut. Es dauert oft recht lange, um einen Termin bei einem niedergelassenen Psychologen zu bekommen, aber auch das ist eine Moeglichkeit. Fragen Sie dazu bei Ihrer Krankenkasse nach einer Liste von geeigneten Therapeuten. Hier finden Sie ebenfalls Listen von Therapeuten (mit und ohne Kassenzulassung) nach Postleitzahl geordnet:

http://www.psychotherapiesuche.de/therapeutensuche
http://www.netzwerk-psychotherapie.de/
http://www.therapeuten.de/

http://www.therapeutenfinder.com/therapeuten/

Da die Wartezeiten in Deutschland oft sehr lang sind, gibt es mittlerweile Krankenkassen, die bereit sind, auch Therapien bei Therapeuten ohne Approbation zu bezahlen. Dazu sollten Sie bei Ihrer Krankenkasse nachfragen, wie das gehandhabt wird und wo Sie entsprechende Antraege stellen, denn bei einem Therapeuten ohne Approbation kann man oft innerhalb weniger Wochen, manchmal sogar Tage, einen Termin bekommen. Ansonsten wuerde ich Ihnen empfehlen, mit Ihrem Hausarzt zu sprechen, dieser kann bei den entsprechenden Antraegen helfen und auch Medikamente verschreiben, die den Prozess unterstuetzen. Denn gerade wenn man anfaengt, sich an traumatische Erlebnisse zu erinnern, schlaeft man oft schlecht und hat mit Depressionen und Aengsten zu kaempfen. Medikamente koennen nicht den Platz einer Therapie einnehmen, sie koennen die Therapie aber auf jeden Fall unterstuetzen.





Wenn meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht, bitte ich Sie, die Antwort positiv zu bewerten. Wenn die Antwort nicht Ihren Vorstellungen entspricht, dann bitte ich Sie, so oft nachzufragen wie notwendig bis ich Ihnen helfen konnte. Vielen Dank. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.