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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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Guten Abend! Meine Frage betrifft das Wohl meines 5 jährigen

Kundenfrage

Guten Abend!
Meine Frage betrifft das Wohl meines 5 jährigen Sohnes. Sein Vater und ich sind und leben seit einem halben JAhr getrennt, in benachbarten Wohnungen in Berlin. Mein Sohn ist jeweils eine Woche bei seinem Vater in seinem "alten " Kinderzimmer und eine WOche bei mir im "neuen" Kinderzimmer. Bislang scheint er die Trennung gut zu verkraften- wir beide sind ja immer für ihn da. Es ist allerdings so, dass für mich BErlin als Lebensmittelpunkt nicht mehr funktioniert: Arbeit und soz. Umfeld haben mich regelmässig schon vorher nach München geführt. Nun habe ich dort auch einen neuen Partner, den ich schon lange kenne und möchte am liebsten mit ihm eine neue Familie gründen- natürlich mit meinem Sohn zusammen. Das würde diesen jedoch zunächst einmal "entwurzeln" und bedeuten, dass er seinen Vater nur noch besuchsweise sehen könnte. ICh bin im Zwiespalt. Aber kann mir auch nicht vorstellen, auf die 2. Familie zu verzichten, "nur" weil ich meinen SOhn eben in Berlin bekommen habe und nicht in meiner münchener Heimat. Was würden SIe raten? Was würde es für meine Sohn bedeuten, wenn ich als seine Mutter in BErlkin "zu Besuch" wäre und eines Tages ein Geschwisterchen für ihn käme, das aber ständig bei mir wäre- im Gegensatz zu ihm Ich kann mir vorstellen, dass ihn das sehr traurig machen würde.Oder ist das die Erwachsenperspektive und nicht die eines Kindes? Vielen Dank XXXXX XXXXX Voraus für Ihre Antwort! Gruss von N.G.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage. Sie moechten das beste fuer Ihren Sohn, haben gleichzeitig natuerlich aber auch eigene Beduerfnisse. Es gibt keine allgemeingueltige Antwort, was fuer Kinder nach einer Trennung der Eltern am besten ist. Es hat sich aber herausgestellt, dass die Grundstimmung der Eltern das Wohlergehen des Kindes beeinflusst. Wenn Sie also in Muenchen gluecklich sind, dann wird das langfristig fuer Ihren Sohn einfacher sein, als wenn Sie in Berlin unzufrieden sind. Natuerlich wird er die Trennung, den Umzug und wenn es soweit ist, dann das neue Geschwisterkind auf kindgerechte Art und Weise verarbeiten muessen - dazu gehoert oft, dass ein Kind in alte "juengere" Verhaltensweisen zurueckfaellt (also z.B. noch einmal Windeln braucht, die Schuhe nicht mehr selbst zubinden kann usw). Es ist wahrscheinlich auch wichtig, dass er auf seine Art und Weise trauern kann. Dazu gehoert oft, dass ein Kind wuetend wird und "alles doof" findet.

Das allerwichtigste ist, dass er weiss, dass beide Eltern ihn lieb haben und dass er an keiner dieser Veraenderungen "Schuld" ist. Das sollten Sie im beide immer wieder versichern. Es ist auch wichtig, dass Ihr neuer Partner nicht versucht, "Vater" zu sein und dass Sie die Person sind, die fuer seine Erziehung zustaendig ist. Ihr Partner kann Ihnen den Ruecken staerken und fuer Sie da sein, wenn Ihr Sohn seine Gefuehle ausdrueckt, aber er sollte nicht aktiv eingreifen und "erziehen". Das verwirrt Kinder oft.


Kinder gewoehnen sich ansonsten recht schnell daran, dass sie zwei Elternhaeuser mit unterschiedlichen Regeln und Erwartungen haben (so hilfreich es auch waere, aehnliche Regeln, Routinen und Erwartungen in beiden Haeusern zu haben, oft ist das einfach nicht durchfuehrbar.)


Ganz wichtig ist es auch, dass Sie sich in der Erziehung und der Beziehung zu Ihrem Sohn nicht von Schuldgefuehlen leiten lassen. "Schuldgefuehle machen schlechte Eltern." Wenn man Schuldgefuehle oder ein schlechtes Gewissen dem Kind gegenueber hat, dann hat man die Tendenz, nicht konsequent zu sein, Regeln oft zu aendern und den Kindern keinen festen Rahmen zu setzen, innerhalb dessen sie "erwachsen" werden koennen. Kinder wuenschen sich feste Grenzen, gegen die sie druecken koennen und die sich trotzdem nicht bewegen. Das gibt ihnen Sicherheit. Fuer Eltern mit einem schlechten Gewissen ist es oft schwer, da wirklich konsequent zu sein, wenn das Kind wuetend oder traurig ist. Aber leider fuehrt das "Nachgeben" nicht dazu, dass es dem Kind besser geht, sondern dazu, dass es sich verunsichert fuehlt, weil es sich nicht darauf verlassen kann, dass sich die Reaktionen der Eltern "voraussagen" lassen.


Wenn Sie gemeinsam mit dem Vater Wege finden, Ihrem Sohn immer wieder zu zeigen, dass er geliebt ist, dass es nicht seine Schuld ist, dass Sie konsequent und verlaesslich sein koennen, dass er beide Eltern gleich lieb haben darf (und niemand versucht, eine "neue" Mutter oder ein "neuer" Vater zu sein), und ihm erlauben, seine Gefuehle von Traurigkeit, Unmut und Wut auszudruecken, dann wird Ihr Sohn die Trennung gut verarbeiten, egal wo Sie leben.








Wenn meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht, bitte ich Sie, die Antwort positiv zu bewerten. Wenn die Antwort nicht Ihren Vorstellungen entspricht, dann bitte ich Sie, so oft nachzufragen, wie es notwendig ist, bis ich Ihnen helfen konnte. Vielen Dank. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.



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