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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

hi es geht darum mein vati 62 jahre alt ist nun schon seit

Kundenfrage

hi es geht darum mein vati 62 jahre alt ist nun schon seit 7 Wochen in der Psychiatrie vor 7 jahren fing es das erste mal an Verfolgungswahn er hörte stimmen man konnte das alles gut bekämpfen . Jetzt vor 7 wochen kam es wieder nur schlimmerer wollte sich mit tabletten das leben nehmen selbst in der klinik gab es dann auch 2 vorfälle wo er sich was antun wolllte , jetzt erfuhren wir das er seit über 14 Tagen einen Metalllöffel geschluckt hat der noch im magen ist die ärzte aber sage es ist noch nicht soweit ihn zu entfernen sondern erst nächste woche was da hätte passieren können . er bekommt chon das beste und stärkste medikament und trotzdem ist es so schlimm er hat keine freude mer an nichts sieht alles als sinnlos an und man hat ständig angst das was passiert jeden tag jetzt steht er unter beobachtung und ist in einem zimmer wo glas ist wo man sieht was er macht wie kommt sowas zustande und was ist wenn sich das nie geben wird weil es kan auch nach entlassung jederzeit wieder passieren wenn er draussen ist und man hat jede tag angst das er sich was antun könnte ich kenne meinen vater nicht so wie ist denn sowas nur möglich er war früher ein lebenslustiger mensch und dann kamen die depressionen , angstzustände , verfolgungswahn das ganze paket ich frage mich warum aber werde nie richtig eine antwort finden warum das alles passiert ist danke XXXXX XXXXX hoffe sie können mir helfen oder tips geben. vielen dank für ihre antwort
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,
vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Fragestellung.

Wie vielen Angehörigen von Betroffenen Patienten (Psychotikern, d.h. Patienten mit z.B. einer paranoiden Psychose (Schizophrenie ect.) geht es auch Ihnen, es ist unheimlich schwer auf dem Hintergrund der schwerwiegenden Erkrankung nicht Co- abhängig zu werden. Das heisst, die Verantwortung trotz vlt. schon bestehender Betreuungsverhältnisse usw. nicht komplett abnimmt unter aller Aufbietung aller eigenen psychischen Kräfte. Dies sollten Sie in erster Linie versuchen zu vermeiden, da dies die Krankheit des Angehörigen nocht verstärkt (bzw. Sie an den Rand Ihrer Kräfte bringen kann) und d.h. der Leidensdruck erhöht wird und sogar die primären Symptome sich verschlechtern können. Des Weiteren bringt es Ihnen wenig, denn Selbst in der Forschung sind die Ursachen für die Erkrankungen meist noch sehr unklar und reichen von rein genetisch (biologischen) Faktoren bis hin zu Fehlfunktionen im Gehirn über die Einnahme von psychotrpphen Substanzen (Alkohol, Drogen usw.) bis hin zu Veränderungen durch somatische Erkrankungen hervorgerufene Persönlichkeitsstrukturveränderungen. Sie sehen und es würde Sie viel zu sehr belasten, sich damit weiter intensiv zu beschäftigen, was nun genau die Ursachen sind für die Erkrankung. Es ist glaube viel viel wichtiger zu lernen (und somit auch wirklich zu helfen) damit im Alltag umzugehen.

Leider können durch die unterschiedliche Krankheitsgenese keine Voraussagen gemacht werden, über das wann und wo wieder ein "neuer Schub" der Krankheit einsetzen wird, jedoch kann dies ganz gut durch z.B. Überwachung der regelmäßigen Medikamenteinnahme, ständige intensive Nachsorge (d.h. Begleitung durch einen Psychiater ggf. Dipl.- Psychologen) abzusichern usw. ganz gut in den Griff zu bekommen sein bzw. sich weitere Informationen im Umgang mit Ihrem Vater einzuholen.

Aus meiner Erfahrung in der praktischen Arbeit hat sich sehr oft gezeigt, das ein "mit schwimmen" im Wahn (paranoider Psychose = Gedankenwelt) häufig besser ist, als gegen den Wahn des Angehörigen (in Ihrem Falle Ihres Vaters) anzukämpfen und eventuell noch eine Eskalation zu riskieren. Sie sollten Wissen, dass Ihr Angehöriger an das was er sagt glaubt und davon überzeugt ist und Sie können da meist nur das Eine tun, z.B. die regelmäßige Medikamenteneinnahme kontrollieren. Viel darüber zu streiten, vlt. noch Vorhaltungen zu machen in Form, "das ist doch alles nicht die Wahrheit bzw. es gibt doch keinen Gott usw." hilft rein gar nichts.

Anhand meiner Erfahrungen habe ich Ihnen nachfolgend ein klein wenig Hilfsmaterial zusammengestellt und Sie können vlt. dies für den alltäglichen Umgang mit Ihrem Angehörigen nutzen.

1. Auf sich selbst achten und Orientierung geben
Wenn eine Psychose mit einer Verunsicherung des inneren Selbst, vielleicht auch mit dem Verlust der eigenen Grenzen einhergeht, dann macht es keinen Sinn, wenn Mitmenschen „selbstlos" sind und handeln. Es ist zwar wichtig, Rücksicht zu nehmen und die Erkrankten immer wieder so selbstverständlich wie möglich ins Familienleben einzubeziehen.

2. Gleichzeitigkeit beachten auf die Entwicklung
Wenn eine Psychose auch so etwas ist wie ein Rückgriff auf frühere Entwicklungsstufen ist, die aktuell (scheinbar) mehr Sicherheit bieten, dann wird so möglicherweise ein tieferer seelischer Konflikt vorübergehend unterlaufen, zugleich aber auch verschärft.

3. Chancen sehen das Rätsel zu verstehen
Wenn Psychosen Rätsel aufgeben, dann steckt darin auch für Angehörige die Chance, mehr über sich selbst, die Wahrnehmungen des anderen und die Bedingungen des Zusammenlebens zu erfahren. Das kann schmerzhaft und befreiend sein. Die psychotische Kommunikation ist vielleicht der einzige Ausweg.

4. Standhaft sein bei Existenzgefährdung
Wenn eine Psychose zum Verlust der eigenen Grenzen führt, kann das große Gefahr bedeuten. Eher für den Betreffenden selbst, seltener auch für andere.

5. Dabei sein (Anteil nehmen) durch Geduld und Gelassenheit
Wenn Psychosen mit panischen Ängsten verbunden sind, dann können sich diese quasi "durch die Poren" auf andere übertragen. Das macht es schwer, Notwendiges zu verwirklichen: zuversichtliche Gelassenheit und Geduld, räumliche Geborgenheit, Ruhe ohne neue angstauslösende Reize, körperliche Nähe ohne Grenzüberschreitung, Anwesenheit ohne Forderung.

6. Kontakt durch Rückzug als Schutz
Wenn eine Psychose zum Abbruch (fast) aller Kontakte führt, dann kann man das auch als Flucht oderSchutz vor Überforderung durch ein Zuviel an Beziehung(en) verstehen. Das jeweils bekömmliche Maß an Nähe und Distanz kann jeder Mensch nur für sich selbst herausfinden und immer wieder ins Gleichgewicht bringen.

7. Balance von Nähe und Distanz
Wenn eine Psychose aus menschlicher Isolation erwächst oder sich darin verstärkt, dann folgt daraus die Notwendigkeit und Schwierigkeit, den Kontakt zu halten oder (wieder) herzustellen. Dazu braucht es oft ein langwieriges Ringen. Angehörige sind in dieser Situation besonders gefordert. Auch scheinbar banale Kontakte können bedeutsam sein, wenn sie „selbstverständlich" sind. Auch seltene Kontakte können Halt geben, wenn sie verlässlich sind. Alltägliche Kontakte zu Nachbarn, zum Postboten oder zu einer Verkäuferin usw. haben den Vorteil, dass sie „ungefährlich" sind.

8. Grenzen des Verstehens respektieren
Wenn ein Mensch sich in der Psychose unverständlich macht, so schützt er sich damit auch vor dem Verstandenwerden: Er prüft gewissermaßen das Bemühen der anderen um Verständnis und entflieht gleichzeitig in einen Bereich, in den letztlich niemand folgen kann. Um Verständnis zu ringen, ohne Verstehbarkeit zu fordern, Eigenheit und Schutzbedürfnis zu respektieren

Als sehr hilfreich hat sich auch imemr für Angehörige erwiesen, ggf. eine Selbsthilfegruppe für Angehörige zu besuchen, daran kann man auch anonym im Internet teilnehmen um so die Möglichkeit zu haben sich über die Erfahrungen mit anderen Personen auszutauschen, denn Sie sind nicht die einzigen Angehörigen die eine psychotisch/ paranoiden Person in Ihrem Umfeld (Alltag) ständig erleben.
Wo sich eine solche Angehörigengruppe in Ihrer Nähe befindet, erfahren Sie z.B. über die Krankenkassen oder über sogenannte Selbsthilfekontaktstellen oder übers Interent z.B. unter www.selbsthilfenetz.de, www.psychose-forum.de, www.psychose.de .

Ich hoffe, mit meinen Ausführungen konnte ich Ihnen weiter helfen und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute.

Mit freundlichem Gruß

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Erneut posten: Ungenaue Antwort.
Experte:  Dr. G. Gleich hat geantwortet vor 5 Jahren.
Nachricht von Dr. Gleich:
Ich würde mich über einen Klick auf den Akzeptanz-Button für meine 2 Antworten freuen.
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

da Ihnen die beantwortete Frage auf dem Hintergrund der gegebenen Informationen zu ungenau erscheint, möchte ich Sie höflich Bitten die noch offenen Inhalte zu konkretisieren und gerne bin ich bereit Ihnen dann eine erneute Anschlußfrage zu beantworten. Ich freue mich auf Ihre erneuten Ausführungen.

Vielen Dank für Ihr gezeigtes Interesse und das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichem Gruß