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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
62882398
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Hallo, mein Sohn 13 Jahre , Lugt, klaut,hat asozial benehmen,

Kundenfrage

Hallo, mein Sohn 13 Jahre , Lugt, klaut,hat asozial benehmen, hält sich nicht am regeln.

schule egal, Eltern egal, Bruder egal.

ich brauche dringend Hilfe.

LG
Lugo
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage. Sie beschreiben eine sehr schwierige Situation. Sie sind verstaendlicherweise frustriert und machen sich Sorgen um Ihren Sohn. Sie haben schon einiges ausprobiert, um ihm zu helfen, bis jetzt leider ohne Erfolg.


Meine Empfehlung waere zu diesem Zeitpunkt, dass sie sich an das Jugendamt wenden und nachfragen, was dort fuer Hilfen angeboten werden. Sie haben ein Anrecht auf "Hilfen zur Erziehung". Anfangs bietet man oft eine Familienhilfe an, also jemand, der zu Ihnen nach Hause kommt und versucht, Ihnen und Ihrem Sohn zu helfen. Wenn das nicht ausreicht, dann gibt es weitere Massnahmen. Bis hin zu den sogenannten "individualpaedagogischen Massnahmen", wobei Ihr Sohn ausserhalb der Familie bei geschultem Fachpersonal lebt.


Ausserdem wuerde ich empfehlen, dass Sie die Polizei benachrichtigen, wenn Ihr Sohn Straftaten wie z.B. Stehlen begeht. Er ist mit 13 noch nicht strafmuendig, aber Sie wollen ihm zeigen, dass sein Verhalten Konsequenzen hat. Leider muessen diese fuer Jugendliche oft erst sehr unangenehm werden, bis sie sich aendern.


 

Sie erwaehnen nicht, ob Ihr Sohn eine psychiatrische Diagnose hat. Aber meine Empfehlung waere, dass Sie auf jeden Fall eine Therapie in Erwaegung ziehen. Dazu gibt es mehrere Moeglichkeiten, einen Therapeuten zu finden. Um relativ schnell einen Termin zur Diagnostik und/oder zur Therapie zu bekommen, wenden Sie sich am besten an eine nahegelegene psychotherapeutische/ psychiatrische ambulante Fachklinik, an eine Universitätsklinik mit einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz oder an ein psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut (fuer Kinder und Jugendpsychiatrie). Es dauert oft recht lange, um einen Termin bei einem niedergelassenen Psychologen zu bekommen, aber auch das waere eine Moeglichkeit. Fragen Sie dazu bei Ihrer Krankenkasse nach einer Liste von geeigneten Therapeuten.

 


Unabhaengig davon was fuer eine Diagnose Ihres Sohnes letztendlich hat, ist es wichtig, dass Sie als Eltern klare und eindeutige Grenzen setzen. Viele Eltern finden dies nicht ganz leicht und oft hilft es, sich Unterstuetzung von Freunden, einer Selbsthilfegruppe oder einer/m Therapeut/in zu holen. Wie oben erwaehnt,

um in der Welt zurechtzukommen, sollte Ihr Sohn erleben, dass sein Verhalten und seine Entscheidungen Konsequenzen haben. Dazu gehoert z.B. dass er etwas verliert, wenn er seine "Arbeit" nicht macht (Schule), denn das wuerde in der Welt der Erwachsenen passieren. Wenn man nicht arbeitet, verliert man seinen Job und sein Einkommen (Taschengeld). Sie moechten Ihren Sohn beschuetzen, das ist sehr verstaendlich, aber indem Sie ihn beschuetzen, zieht er Schlussfolgerungen darueber, wie die Welt funktioniert, die unwahr sind.

Leider scheinen wir Menschen uns nur dann zu veraendern, wenn der Leidensdruck gross genug ist. Zur Zeit hat Ihr Sohn wahrscheinlich wenig Leidensdruck (an die Frustration der Eltern gewoehnt man sich, das zaehlt irgendwann nicht mehr) - er hat Dinge zum Spielen, wenn er seinen Pflichten nicht nachkommt, passiert wenig, er bekommt Essen, Wohnung usw umsonst. Fuer Ihren Sohn ist das ein gutes Leben. Erst wenn er sieht, dass z.B. sein Computer weg ist, wenn er seinen Pflichten nicht nachkommt, dann entsteht Leidensdruck. Lassen Sie Ihren Sohn Entscheidungen treffen und seine eigenen Konsequenzen erleben. Einen Vertrag fuer Jugendliche und Eltern, der Ihnen hilft, die Regeln und Konsequenzen festzuhalten finden Sie hier: neu.annegret-noble.com/buecher

 

Eltern haben da oft Angst, Grenzen zu setzen und darauf zu bestehen, dass diese eingehalten werden, denn oft wird es schlimmer bevor es besser wird. Aber wenn Sie nicht vorhaben, Ihren Sohn bis an sein Lebensende vor den Konsequenzen seines Verhaltens zu beschuetzen, dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, diese Grenzen zu setzen, damit der Leidensdruck steigt und er anfaengt darueber nachzudenken, dass sie sich vielleicht doch veraendern sollte.

 

Keine leichte Antwort, aber hoffentlich trotzdem eine, die Sie nachvollziehen koennen. Wenn es eine leichtere Antwort gaebe, dann haette ich Ihnen diese gegeben. Aber in meinen 17 Jahren in der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen habe ich noch nie eine andere Antwort gefunden, die tatsaechlich zu langfristiger Veraenderung fuehrte.


Ich hoffe, dass meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht und Ihnen weiterhilft. Ansonsten beantworte natürlich auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze. Vielen Dank.

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