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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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wie grenzt man sich am besten ab,wenn man in seinen chef verliebt

Kundenfrage

wie grenzt man sich am besten ab,wenn man in seinen chef verliebt ist(er ist verheiratet)?er ist ein herzlicher mensch,legt einem manchmal die hand auf die schulter etc.,da unser beruf emotional manchmal anstrengend ist.ich will auch nicht unfreundlich erscheinen.vielen dank
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage. Sie beschreiben eine schwierige Situation. In Ihnen kaempfen wahrscheinlich gegensaetzliche Gedanken und Gefuehle. Einerseits wissen Sie vom Kopf her, dass Ihr Chef verheiratet und vergeben ist, aber Ihr Herz hofft wahrscheinlich manchmal doch weiter, dass sich die Umstaende veraendern koennten.

Meine Empfehlung waere, dass Sie sich sowohl auf der inneren, also der Gefuehls- und Gedankenebene abgrenzen als auch auf der koerperlichen Ebene.


Auf der Gefuehls-und Gedankenebene gehoert dazu, dass Sie ganz bewusst die Hoffnung loslassen, dass sich da vielleicht doch etwas ergeben koennte. Dazu gehoeren oft Tagtraeume und Wuensche nach Naehe, die man ganz bewusst mit einem lauten "Nein" unterbrechen und umlenken muss. Dazu gehoert auch, dass man sich erlaubt zu trauern, dass diese Wuensche nicht wahr werden koennen. Man darf sich also erlauben traurig zu sein oder auch wuetend. Und dann sagt man sich immer wieder etwas wie: "Ich entscheide mich dafuer zu akzeptieren, dass ich diesen aufgebe und nicht weiter verfolge - und dass mein Leben gut und schoen sein wird." (Natuerlich in Ihren eigenen Worten). Dabei ist es wichtig, dass Sie wirklich jedesmal, wenn Ihre Gedanken oder Ihre Gefuehle sich Ihrem Chef zuwenden, diese unterbrechen und umlenken. Jedesmal, wenn Sie das tun, stellen Sie ein bisschen mehr inneren Abstand her. Und je groesser dieser Abstand ist, desto einfacher wird es sein, die Herzlichkeit Ihres Chefs als solche stehen zu lassen, ohne dass diese Ihre (wie Sie wissen "falsche") Hoffnung ermutigt. Ihre Gefuehle werden dann (hoffentlich bald) Ihren Gedanken folgen. Aber oft ist es fuer das Herz schwerer loszulassen als fuer den Kopf. Es hilft oft auch, mit guten Freunden ausserhalb der Arbeit ueber so etwas zu sprechen, ganz ehrlich mit seinen Gefuehlen zu sein. Wenn man etwas klar benannt, offen zugegeben und seine Entscheidung laut ausgesprochen hat, dann ist es meist leichter loszulassen und nicht "rueckfaellig" zu werden.


Um Distanzierung auf der Ebene des koerperlichen Kontakts herzustellen, ist es durchaus in Ordnung, etwas zu sagen wie: "Ich schaetze Ihre Herzlichkeit und Ihre Unterstuetzung, aber aus persoenlichen Gruenden wuerde ich es vorziehen, wenn Sie mir nicht die Hand auf die Schulter legen wuerden (oder mich nicht beruehren oder in den Arm nehmen wuerden....)" (Natuerlich benutzen Sie auch hier Ihre eigene Formulierung). Das kann am Anfang etwas komisch sein, aber wenn Sie langfristig mit diesem Chef zusammenarbeiten wollen, dann ist es wahrscheinlich besser, diese Grenzen ganz offen und klar zu etablieren als zu versuchen, Koeperkontakt zu vermeiden - was als "unfreundlich" oder "seltsam" empfunden werden kann. Sie muessen ihm ja nicht die tieferen Gruende fuer Ihre Bitte erzaehlen, aber Offenheit und Ehrlichkeit sind meist die beste Devise um mit einer solchen Situation umzugehen.






Ich hoffe, dass meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht und Ihnen weiterhilft. Ansonsten beantworte natürlich auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze. Vielen Dank.

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
ich habe noch eine frage.wie überwinde ich die sehnsucht danach,von ihm berührt zu werden?
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,
ich wuenschte, ich koennte Ihnen da eine einfachere Antwort geben, aber leider wird diese Sehnsucht nur weniger, wenn Sie sie immer wieder "unterbrechen" und umlenken, wenn Sie sich also jedesmal, wenn die Sehnsucht kommt, laut und deutlich "nein" sagen (natuerlich im Kopf). Am wirksamsten ist es, wenn man das fest und klar aber auch liebevoll und mit Verstaendnis tut - so aehnlich wie man einem kleinen Kind sagt, dass es den Lutscher nicht bekommt, egal wie oft es fragt, bittet und bettelt. Werden Sie nicht ungeduldig, verurteilen Sie sich nicht fuer Ihre Gedanken, aber erlauben Sie sich auch nicht, diese Sehnsucht festzuhalten und mit Tagtraeumen und Wuenschen zu untermauern. Dann leiden Sie nur laenger.

Oft hilft es auch, wenn man irgendwo anders "beruehrt" wird - manchmal ist es genug mit einem Hund oder einer Katze zu kuscheln, manchmal hilft die Umarmung einer lieben Freundin. Manchmal helfen eine Massage, ein heisses Bad und andere kreative Wege, um "nett" zu sich selbst zu sein, damit man der Sehnsucht leichter Einhalt gebieten kann.

Und dann wieder meine Ermutigung, dass Sie sich erlauben, zu trauern - mit dem Ziel loszulassen. Der Prozess faengt im Kopf an und erst danach folgen die Gefuehle. Und leider ist der Prozess schmerzhaft - wie jeder Trauerprozess nachdem man etwas verloren oder aufgegeben hat. Dabei finde ich es immer wichtig, dass man gleichzeitig fest und liebevoll mit sich selbst umgeht, ohne Selbstmitleid, aber mit Empathie. Und manchmal hilft ein bisschen Humor...

Es tut mir leid, dass es da kein Patentrezept gibt.
Mit freundlichen Gruessen,
Annegret Noble
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
vielen dank.sie helfen mir sehr.ich möchte zum abschluss nur wissen,ob esliteratur zu diesem thema gibt?
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,
mir kommt da ein Selbsthilfebuch in den Sinn, das sich v.a. damit beschaeftigt, wie sich unsere Gefuehle veraendern, wenn wir unsere Gedanken veraendern. Es geht darin eher um Depressionen oder Angst, aber ich denke, man kann diese Prinzipien auch gut auf Ihre Situation anwenden.

Gedanken verändern Gefühle: Fertigkeiten, um Stimmungen, Verhalten und Beziehungen grundlegend zu verbessern von XXXXX XXXXXberger, Christine A. Padesky, Theo Kierdorf und Hildegard Höhr von Junfermann (Oktober 2007).

 

Auch ein Buch zum 'Loslassen" waere vielleicht auch hilfreich, wie z.B. Liebeskummer ist so schön - Gedanken zum Trost,Melba Colgrove (Autor), Harold H. Bloomfield (Autor), Peter McWilliams (Autor) (Der Originaltitel ist: How to Survive the Loss of a Love. Ich habe nur das englische Original gelesen und finde es sehr gut geschrieben. Ich weiss nicht, wie gut die Uebersetzung ins Deutsche ist)

 

oder:

 

Hazelden Meditationsbücher. Am Ende einer Liebe. Meditationen für einen Neubeginn. Will Limon , Gabriele Stein (Übersetzer)

 


Ich habe in einem Buch etwas zum Thema Trauern geschrieben, das ich Ihnen hier gerne hinkopieren wuerde und ausserdem habe ich gerade heute etwas in meinem Blog geschrieben, wie man Gefuehle weniger persoenlich nehmen kann.

Die meisten Menschen haben in ihrem Leben einiges verloren oder aufgeben müssen. Verlust bedeutet immer auch Trauer. Und Trauer ist mit unangenehmen Gefühlen verbunden. Die Gefühle, die man nach einem Verlust durchläuft, scheinen sich an eine bestimmte Ordnung zu halten. Die erste Reaktion auf Verlust ist oft der Versuch, die Realität wegzuleugnen. Man kann und will nicht glauben, dass das Geschehene wirklich passiert ist. Typische Gedanken sind: “Das ist alles nur ein Traum.” “Morgen ist alles wieder in Ordnung.” “Das kann einfach nicht wahr sein.” „Ist das wirklich passiert?“

Die Phase des Verleugnens kann von ein paar Minuten bis hin zu einigen Wochen dauern, je nach der Größe des Verlusts. Danach folgt normalerweise eine Zeit des Verhandelns. Man versucht mit Gott, der Welt, dem Universum, sich selbst oder anderen Menschen zu verhandeln, um das Geschehene ungeschehen zu machen. Typische Gedanken sind: “Wenn ich nur hart genug arbeite, wird keiner merken, was wirklich passiert ist.” “Wenn ich von jetzt an alles richtig mache, dann wird er wieder zurückkommen.” “Ich muss nur wirklich danach suXXXXX, XXXXXn werde ich es schon finden.” „Es wird schon besser werden, wenn ich nur....“ Für Erwachsene und Jugendliche, die in der Regel einen recht guten Realitätssinn haben, dauert die Zeit des Verhandelns normalerweise nicht besonders lange. Sie merken schnell, dass man noch so viel versprechen kann, letztendlich kann man den Verlust nicht ungeschehen machen. Jüngere Kinder, die noch eine rege Fantasiewelt haben, brauchen oft etwas länger, um den Verlust als Tatsache anzuerkennen.

Nach dem Verhandeln kommen Wut und Trauer. Diese beiden Gefühle wechseln sich oft ab. Vielen Menschen fällt es leichter, wütend zu sein als traurig. Wut gibt Energie und beschützt. Wenn man wütend ist, kann man wenigstens morgens aufstehen und zur Arbeit gehen. Man kann sich gegen die unbedachten Worten der Menschen wehren, die den Verlust nicht verstehen. Trauer dagegen nimmt Energie. Man kann sich kaum bewegen und es ist schwer, die einfachen Aufgaben des täglichen Lebens zu erfüllen. Manchmal führt Trauer zu Depressionen. Depressionen machen es nicht nur schwer sondern fast unmöglich morgens aufzustehen, zu essen, sich anzuziehen, zur Arbeit zu gehen, und im täglichen Leben zu funktionieren. Menschen, die nach einem Verlust in Depressionen verfallen, brauchen oft professionelle Hilfe, um den Weg zurück zu finden. Die Länge dieses Prozesses hängt natürlich von der Grösse des Verlusts ab. Wenn ein Kind oder ein Partner unerwartet stirbt, ist es normal 4-5 Jahre lang zwischen Wut und Trauer hin- und herzuschwanken. Sollten die Gefühle des Trauerns dann noch immer so stark sein wie gleich nach dem Verlust, ist es wahrscheinlich eine gute Idee, um Hilfe zu bitten. Das Gefühl von Verlust und Leere wird vor allem an Verjährungsdaten wiederkommen. Aber es sollte mit der Zeit weniger akut und intensiv werden. Sowohl Trauer als auch Wut sind nötig, um den Verlust zu verarbeiten. Die Anteile der beiden Gefühle variieren von Mensch zu Mensch, aber Menschen, die nur eins dieser Gefühle zulassen, werden es schwer finden, den Verlust wirklich zu akzeptieren.

Nach der Zeit der Trauer und Wut, folgt dann irgendwann die Akzeptanz. Man muss akzeptieren, dass das Leben nie wieder so sein wird wie zuvor. Aber im Gegensatz zur Resignation, die den Verlust zwar akzeptiert, aber zwangsläufig entscheidet, dass damit das Leben schlechter und weniger lebenswert ist, bedeutet wahre Akzeptanz, dass man von ganzem Herzen glaubt, dass das Leben zwar anders, aber trotzdem im grossen und ganzen gut ist. Akzeptanz ist nicht nur ein Gefühl sondern auch, und vielleicht sogar vor allem, eine Entscheidung. Es gibt Verluste im Leben, bei denen man sich eine lange Zeit lang jeden Tag neu entscheiden muss, sie zu akzeptieren. Erst dann folgt irgendwann das Gefühl und macht das Akzeptieren etwas leichter. Nachdem man den Verlust tatsächlich akzeptiert hat, kann man sich erneut auf das Leben einlassen. Erst dann kann man neue Beziehungen knüpfen und die kleinen Freuden des Lebens wieder geniessen. Viele Menschen bemerken zu diesem Zeitpunkt, dass sie wieder unbedarft lachen, dass sie sich am Geruch einer Blume erfreuen, dass ihnen das Essen wieder schmeckt, dass sie wieder Lust haben, Zeit mit anderen Menschen zu verbringen.

Leider erlauben sich nur wenige Menschen, dem Prozess des Trauerns seinen Lauf zu lassen. Es gibt so viele gute Gründe, schnell wieder funktionieren zu wollen. Da sind die Arbeit, die Erwartungen der Familie und der Freunde, die zeitgebundenen Projekte, die Bedürfnisse der Menschen um einen herum. Sechs Monate nach dem Tod einer geliebten Person bekommt man keine Karten mehr zugeschickt oder Worte der Anteilnahme zu hören. Es wird normalerweise erwartet, dass man seinen Verlust „weggesteckt“ hat. Und wenn sich dann doch jemand nach dem persönlichen Befinden erkundigt, sagt man, dass man über den Verlust hinweg ist, denn man hat sich mittlerweile selbst davon überzeugt, dass sechs Monate mehr als genug sind, um zu trauern. In einer Gesellschaft, die wenig Raum zum Trauern lässt, ist es darum kein Wunder, dass viele Menschen versuchen, diesen Prozess abzukürzen oder ganz zu vermeiden.

Man kann sich einreden, dass der Verlust gar nicht so schlimm war, dass man jetzt mit dem Trauern fertig sein sollte, dass man keine Zeit hat, dass das Leben einfach weitergehen muss. Damit verdrängt man die Gefühle, stopft sie tief in sich hinein und hofft, dass sie irgendwie verschwinden. Wenn man sich weit genug von seinen Gefühlen abgegrenzt hat und nur auf den Kopf und nicht auf die Seele hört, dann kann man sich oft selbst davon überzeugen, dass man nicht wirklich trauern muss. Oder man kann versuchen, sich von seinen Gefühlen abzulenken. Drogen, Alkohol, Essen, Arbeit, Glücksspiele oder Sport sind beliebte Wege, von den den unangenehmen Gefühlen abzulenken und sie nicht spüren zu müssen. Menschen werden oft sehr kreativ, um diese Gefühle zu vermeiden. Leider funktioniert keine der beiden Strategien wirklich. Entweder kann man irgendwann die Gefühle nicht mehr unterdrücken oder die Ablenkungsmanöver haben einen zu hohen Preis. Die unterdrückten oder ignorierten Gefühle kommen einem dann mit voller Kraft ins Bewusstsein. Man spürt sie so klar und deutlich, als ob der Verlust gerade erst passiert sei. So kann es sein, dass ein Alkoholiker, der endlich clean ist, 30 Jahre nach dem Tot eines geliebten Menschen auf einmal weint und trauert als ob der Mensch gestern gestorben sei. Wenn sich jemand jahrelang durch unermüdliche Arbeit davon abgelenkt hat, dass er ein Kind verloren hat, kann es passieren, dass er während des nächsten Urlaubs (auf den er sich nur widerwillig eingelassen hat) auf einmal Gefühle von Wut und Traurigkeit spürt, die keine wirkliche Ursache zu haben scheinen. Die unverarbeiteten Verluste machen es ihm unmöglich den Urlaub zu geniessen. Ohne sich auf seine Arbeit konzentrieren, und dadurch von seinen Gefühlen ablenken zu können, erlebt man auf einmal Gefühle, die man verloren gehofft hatte. In anderen Worten, man kann das Trauern aufschieben, aber nicht wirklich vermeiden. Irgendwann wird man sich den Gefühlen stellen müssen. Oder man wird einen grossen Preis dafür bezahlen, sie bis an sein Lebensende zu unterdrücken.


Mein Blog ist: http://annegretnoble.wordpress.com/

Ich hoffe, dass ich Ihnen damit ein bisschen weiterhelfen konnte, denn es wird leider noch eine Weile weh tun und nicht einfach sein.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

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