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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Habe seit einiger Zeit starke Pseudo-Angina pectoris-Anfälle.

Kundenfrage

Habe seit einiger Zeit starke Pseudo-Angina pectoris-Anfälle. Nach allen nötigen Herzuntersuchungen sieht es aus, als wären sie psychisch verursacht. Hatte 2000 auch ein Burn out. Kann in dem Fall Psychotherapie - im speziellen Fall Hypnosetherapie hilfreich sein? Klientenzentrierte Therapie hat auch nach 10 Jahren nichts gebracht.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 4 Jahren.


Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die offene Fragestellung.
Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben.

Wie vielen Patienten in meiner Praxis geht es auch Ihnen, es scheint alles körperlich
in Takt zu sein, jedoch treten wie bei Ihnen diverse somatische Symptome auf
wie z.B. unerklärliche Krankheiten = Herzrasen (Herzklopfen, Enge-gefühl, Schmerzen)
ect. auf. Auch wenn dies phasenweise
Auftritt macht sich unbewusst schon eine gewisse Form von Angst breit, nämlich
die Angst vor der Angst, d.h. man "erwartet" schon die üblichen
Anzeichen und Symptome irgendwann wieder kommen z.B. wie z.B. die Angst einen
Herzanfall zu bekommen.

In Ihrem Falle könnte es sich um eine eventuelle Somatisierungsstörung
handeln (früher bekannt unter dem Namen psychosomatische Störung).



Diese Störung bringt diverse sich entwickelnde Angstsymptomatiken mit sich,
obwohl es sich hierbei faktisch um eine Angst vor der Angst handelt, die im
engen Zusammenhang mit den somatischen Symptomen stehen. Kurz um gesagt, kommt
es zu einer psychosomatischen Störung, wenn unbewusste Konflikte (z.B. durch
emotionale Überforderung im Rahmen von Beziehungen, negativ erlebten
Veränderungen, unbewältigte Konflikte aus der Vergangenheit usw.) nicht adäquat
bewältigt werden (verarbeitet werden von der Psyche) und sich dann durch
somatische Symptome zeigen. Jedoch dürfen als Grundvoraussetzung keinerlei
organische Ursachen vorhanden sein und ein gutes Beispiel hierfür wäre ja vlt.
auch, dass der Kardiologe bei diversen Untersuchungen z.B. Herzecho ect. nichts gefunden hat.





Erst ein Mal möchte ich versuchen, um Ihnen das Verständnis für diese
psychische Störung etwas näher zu bringen (was in den meisten Fällen sehr
schwierig ist in der Anfangsphase und viele oft meinen "ich bin doch nicht
verrückt oder irre und muss doch nicht in die Klapse" ==> jedoch geht
es wirklich in keinster Weise darum, die wesentlichsten Symptome möchte ich
halt versuchen zusammenfassend darzustellen.





Am Anfang möchte ich Ihnen ein Zitat mit auf den Weg geben, der Glaube den
Umstand einer Somatisierungsstörung (psychosomatischen Störung = Psychosomatik)
sehr gut beschreibt.





„Geh du vor, sagt die Seele zum Körper.



Auf mich hört er nicht. Vielleicht hört er



auf dich.



Ich werde krank, dann wird er Zeit für



dich haben, sagt der Körper."







Mit Psychosomatik (altgr. Zusammensetzung psycho



für Atem, Hauch und Seele und soma für Körper, Leib



und Leben) wird in der Medizin die



Betrachtungsweise und Lehre bezeichnet, in der die



geistig-seelischen Fähigkeiten und Reaktionsweisen



von Menschen in Gesundheit und Krankheit in ihrer



Eigenart und Verflechtung mit körperlichen Vorgängen



und sozialen Lebensbedingungen in Betracht gezogen



werden





Bei psychosomatischen Störungen handelt sich



um zumindest erheblich psychogen



verursachte aber organisch anmutende



körperliche Symptome





Die Psychosomatik umfasst den gesamten



Bereich diffuser körperlicher



Missempfindungen bis hin zu nachweisbaren



organischen Schäden mit psychogener



Beteiligung (u.a. diverse Schmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen
usw.)





Psychosomatik = Syndrome ohne



fassbaren pathologischen Organbefund,



d.h. der psychische Anteil ist immer von



unterschiedlicher Art und Gewicht für



jeden einzelnen Patienten, was der



Psychosomatik immer etwas sehr individuelles



gibt und somit nicht immer allgemeingültig



sein kann





Wesentlich hierbei ist, das körperliche Symptom tritt auf, da die



Person unfähig ist, ihre Konflikte psychisch zu verarbeiten





In der heutigen Betrachtung der



Psychosomatik geht man von einem



bestehenden TRIAS zwischen dem



Individuum, seinen



Beziehungsgestaltungen sowie seiner



Umwelt aus ==>



Der psychosomatische Trias besteht aus



drei Ebenen (personelle Ebene,



zwischenmenschliche Ebene und



soziokulturelle Ebene) die auch für sich



wiederum einen Einfluss auf die Entstehung,



den Verlauf sowie die Prognose der



Krankheitsproblematik haben und in



Wechselwirkung miteinander stehen





Es stellt sich auch für Sie berechtigt die Frage, ab wann kann man eine
Diagnose Somatisierungsstörung (somatoforme Störung oder auch psychosomatische
Störung) stellen?







Grundlagen der Diagnosen sind natürlich erst mal das



Vorliegen vegetativer Beschwerden





alle sog. klassischen psychosomatischen



Erkrankungen (z.B. „holy seven" z.B. Zwölffingerdarmgeschwüre,
Bluthochdruck usw.)





das Auftreten der Symptome in Zeiten besonderer



Belastung oder körperlicher Reifungsprozesse wie



Schuleintritt, Pubertät, Berufseintritt, Todesfälle,



Wechseljahre, Midlife-Krise, Ehe etc.







das frühere oder gegenwärtige Vorliegen



neurotischer Symptome



(z.B. Angst,Depression,Zwanghaftigkeit usw.)





fehlender organischer Befund trotz intensiver



Untersuchung





wenn zum hauptsächlichen Leiden (Leitsymptom)



weitere vorwiegend funktionelle Symptome



(z.B. diffuse Beschwerden Herz-Kreislauf, Magen



Darm u.a. ) hinzukommen





wechselnde, unbeständige Beschwerden





direkt oder indirekt (unbewusst) ersichtliche psych. Konflikte des
Patienten





der Krankheitsverlauf entspricht den Vorstellungen



des Patienten von der Krankheit und nicht dem



"normalen" Krankheitsverlauf





Das Fehlen nachweisbarer organischer



Ursachen alleine berechtigt aber noch



nicht zur Unterstellung einer



psychosomatischen Erkrankung





ACHTUNG dazu müssen möglichst



konkrete Hinweise auf mögliche psych.



Belastungen vorliegen z:b. in der Familie, im Berufsalltag und anderen
sozialen Kontexten





Sie merken vlt. selbst, das einige dieser Symptome auf Sie zutreffen können
oder auch andere wiederum gar nicht. Hier ist eine diagnostische und
fachgerechte Abklärung (auch differenzialdiagnostisch) unbedingt erforderlich,
jedoch bitte von einem Psychologen bzw. Psychiater, aber nicht von einem
Hausarzt o.ä., denn es könnte sich ggf. auch um Störung handeln, die in den
Bereich der Angststörungen hineinfallen könnte.



Sie können sich an einen ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin
oder Psychologen) mit einer Zusatzqualifikation für tiefenpsychologisch/
psychoanalytische Therapie oder psychosomatische Medizin in Ihrer Nähe wenden
und einen Termin ausmachen. Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit
Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches
psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut wenden (einfach in eine Suchmaschine
eingeben z.B. "tiefenpsychologisch/ analytische Ausbildung + Ort oder
Facharzt für psychosomatische Medizin ==> Düsseldorf, Köln usw.) und diese
Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch
an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer
psychotherapeutischen Ambulanz vereinbaren und dort vorstellig werden.





Des Weiteren können Sie auch Hilfe bekommen durch eine Selbsthilfegruppe in
Ihrer Nähe. wo sich eine Gruppe mit dieser Beschwerdesymptomatik befindet
erfahren Sie über Ihre Krankenkasse oder sogenannte Selbsthilfekontaktstellen
(gibt es in jeder größeren Stadt). Natürlich können Sie sich auch einem
Selbsthilfeforum im Internet anschließen u.a. http://www.psychosomatik.de/, http://www.shg-psychosomatik.de/ usw.





Bitte denken Sie daran, diese beschriebene Symptomatik kann viele Ursachen
haben, diese können sehr weit zurückliegen, aber es liegt alleine an Ihnen
genügend Mut zu finden das genau heraus zu finden um sich dann damit
auseinander setzen zu können.



Eventuell könnten Sie ggf. auch über eine stationäre psychosomatische
Behandlung nachdenken. Dort ist "fern vom Alltag" eine intensive
Aufarbeitung der Hintergrundkonfliktproblematik sehr gut möglich. Sie haben es
Selbst in der Hand etwas zu tun und Ihre ersten Schritte auf einem neuen Feld,
nämlich der Psychosomatik/ Psychotherapie zu gehen.





Ich hoffe, mit meinen Ausführungen konnte ich Ihnen weiter helfen und
wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute.



Mit freundlichem Grüßen





Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine
fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern
beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen
Problemen sowie Konflikten.





Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer
Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick
auf den Button Akzeptieren) anzuweisen. Vielen Dank





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