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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
62882398
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InternetCoach ist jetzt online.

Seit einem Jahr liebe ich einen Mann, mit dem ich immer wieder

Kundenfrage

Seit einem Jahr liebe ich einen Mann, mit dem ich immer wieder wunderbare, glückliche Zeiten und dann wieder furchtbare Abstürze erlebe. Als ich ihn kennen lernte war er noch in einer 2 Jahre dauernden Beziehung. Er erzählte mir , dass sie für ihn nicht mehr stimme und er sich schon vor einem halben Jahr trennen wollte. Obwohl ich ihm damals hätte sagen sollen, dass ich gerne mit ihm zusammensein möchte, ich dies aber nicht könne, bevor er die andere Beziehung beendet, tat ich es nicht und verliebte mich in ihn. Wir waren viel zusammen und hatten es gut doch ich spürte,dass etwas nicht stimmte. Das war dann auch so. Er verbrachte mit ihr eine Woche Ferien und erzählte mir er gehe mit Kollegen. Ich erfuhr es, vergab ihm , sagte er solle es nie mehr machen, es tue mir sehr weh. Wir gingen 1 Woche in die Skiferien, die zum Horror wurden. Die andere Partnerin schrieb täglich sms und telefonierte und er benahm sich zunehmend seltsamer, schrie mich an, alles wurde für mich zur Geduldprobe und als ich ihn dann als Überraschung zum Essen einlud,eskalierte alles, er schrie mich im Restaurant an. Ich blieb ruhig, weinte in mich hinein, im Laufe des Abends beruhigte er sich auch und als wir ins Hotelzimmer zurückkamen nahm er mich in die Arme und entschuldigte sich. Nach unserer Rückkehr verreiste er für drei Wochen. Er sagte er müsse von beiden Frauen eine Auszeit nehmen, er wolle an sich arbeiten, lernen zu etwas zu stehen und die Liebe zulassen. Aber ich erfuhr, dass die andere Frau bei ihm ist. Er schrieb mir, dass er mich eine Zeit lang nicht mehr sehen möchte, auch die andere Frau nicht, dass er hoffe, dass er einmal mit mir über alles reden könne, aber es sei zu viel passiert. Ich wollte aber mit ihm früher reden und es kam auch ein Gespräch zustande. Ich sagte ihm , dass ich ihn immer noch sehr lieb habe und wir vereinbarten, dass er sich bei mir erst wieder meldet, wenn er in der alten Beziehung einen klaren Schlussstrich gezogen hat und wenn er weiss, dass er wirklich zu mir gehören möchte und bereit ist, den gemeinsamen Weg ohne Lügen zu gehen. Drei Wochen später meldete er sich, er möchte mich gerne sehen. Wir trafen uns und er sagte mir, dass er mit mir zusammen sein möchte.und dass er fast alles geregelt habe, nur die Schlafstörungen noch nicht! Nun hatten wir zwei wunderbare Monate, doch am Freitag ging er golfen und ich spürte, dass etwas wieder nicht gut war. Gestern las ich seine SMS, ich weiss, das hätte ich nicht tun sollen, es tut mir auch sehr leid, ich habe so was noch nie getan. So erfuhr ich, dass er dieser Frau immer wieder schreibt, sich mit ihr trifft auch an diesem Freitag sich mit ihr getroffen hatte und zu Abend ass, während ich zu Hause ( wir wohnen in getrennten Wohnungen) auf ihn wartete. ich sagte ihm auch gleich, dass ich seine SMS gelesen habe. Ich möchte ihn nicht verlieren, aber ich weiss nicht mehr wie ich mich verhalten soll! er sagte mir heute, wir zwei Frauen sollen ihn einfach in Ruhe lassen. Doch dann wieder er melde sich heute abend und wir können uns noch sehen. Bitte helfen sie mir, was soll ich tun, ich liebe ihn wirklich und ich weiss auch, dass es ihm nicht gut geht.
auf
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage. Sie beschreiben eine schwierige Situation. Ich kann gut nachvollziehen, dass Sie Ihrem Partner helfen moechten und wie sehr Sie in diesem Prozess leiden. Es sieht so aus als ob Sie zu diesem Zeitpunkt nicht bereit sind, die Beziehung zu beenden und soweit es Ihnen moeglich ist, eine Loesung zu finden, die eine gemeinsame Zukunft beeinhaltet, auch wenn diese wahrscheinlich nicht einfach sein wird.


Ihr Partner zeigt tatsaechlich Verhaltensweisen, die man bei Menschen mit einer Borderline Stoerung haeufig sieht. Die Borderline Stoerung ist weniger eine "Kategorie" als ein Spektrum von sehr extremen selbstverletzenden Verhaltensweisen bis hin zu den von Ihnen beschriebenen Problemen, sich fuer eine Beziehung zu entscheiden und grosser Angst vor Bindung.


Auch wenn Sie Ihren Partner nicht in ein Schema pressen moechten, waere es wahrscheinlich hilfreich, wenn Sie verstehen, wie ein Mensch mit einer Borderline Stoerung mit Beziehungen umgeht und was das darum fuer Ihre Beziehung bedeuten koennte.


Ausserdem vermute ich, dass Ihnen das folgende Verhaltensmuster vielleicht bekannt vorkommt. Sie sind eine liebevolle und besorgte Person. Sie moechten anderen Menschen helfen und sind auch gerne bereit zurueckzustecken, damit die Beduerfnisse anderer Menschen befriedigt werden. Sie haben wahrscheinlich auch von guten Freunden schon etwas gehoert wie: "Ich kann gar nicht glauben, dass du das immer noch durchhaeltst. Wo nimmst du all die Energie her? Ich haette schon laengst aufgegeben." Was Ihnen zeigt, dass Sie aussergewoehnlich viel Kraft und Durchhaltevermoegen haben. Allerdings reicht auch das irgendwann nicht mehr aus - v.a. dann wenn Sie selten erleben, dass jemand anderes auf Ihre Beduerfnisse Ruecksicht nimmt oder das, was Sie tun wirklich schaetzt. Dann faellt man meist in ein depressives schwarzes Loch, wo einem Gedanken durch den Kopf gehen wie diese: "Warum muss ich immer die Vernuenftige sein? Warum ist keiner so nett zu mir wie ich staendig zu allen Leuten bin? Warum bin ich immer verantwortlich? Warum ich....?Das Leben ist einfach zu anstrengend." bis man muede, erschoepft und gelaehmt ist - und oft rafft man sich trotzdem noch auf und hilft jemand anderem. Meist wird einem die Depression oder diese "Warum ich?"-Rolle zu dumm und man wird wuetend. So richtig. Manchmal erstaunt man sich selbst, wie wuetend man werden kann. Aber sobald man die Wut so richtig "rausgelassen" hat, fuehlt man sich unendlich schuldig - denn man darf ja eigentlich nicht so wuetend werden als "netter Mensch." Um diese Schuldgefuehle loszuwerden, tut man was? Man ist ganz besonders nett zu seinen Mitmenschen und faengt den Teufelskreis von Vorne an.

 

Wenn Ihnen diese Phasen (natuerlich in Ihrer persoenlichen Variation) bekannt vorkommen, dann gibt es dafuer einen Namen und eine Loesung. Man nennt diesen Kreislauf "Co-abhaengigkeit" oder Codependency auf English und man unterbricht diesen Kreislauf, indem man das "Geben" und das "Nett-sein" einschraenkt und nur das gibt, was man wirklich "ueber" hat nachdem man sich um das eigene Wohl gekuemmert hat. Das klingt egoistisch, ist es aber nicht. Denn letztendlich kann man nur aus Ueberfluss geben, sonst macht man "Schulden", die man irgendwann zurueckzahlen muss. Meist in Form von Kopfschmerzen, Magengeschwueren, tiefen Depressionen, und grosser Erschoepfung.

 

Oft entsteht dieses Muster wenn man als Kind in einer Familie aufgewachsen ist, in der es Alkoholismus oder psychische Probleme gab und man sich fuer die Eltern und das Wohlergehen der Eltern verantwortlich fuehlte.

 

 

Menschen mit einer Borderline Persoenlichkeitsstoerung geraten sehr schnell in heftige Gefühlszustände, die sie häufig nur schwer oder gar nicht kontrollieren können. Es kann zu einem intensiven Erleben etwa von Verzweiflung, Einsamkeit, Ärger oder abgrundtiefer Angst kommen. Kleine Auseinandersetzungen im Kontakt mit Anderen können zu heftiger Wut führen. Betroffene neigen dazu, die Menschen ihrer Umgebung in Schwarz und Weiss einzuteilen: Entweder ist ein Mensch nur gut oder nur schlecht. Grautöne wahrzunehmen fällt ihnen schwer. Dies führt zu Problemen im Kontakt mit anderen Menschen. Beziehungen können schnell sehr intensiv werden, sie werden aber ebenso schnell wieder abgebrochen.

Der Verlauf von Partnerschaften mit Borderlinern ist meist ähnlich. Die Anfangsphase wird sehr intensiv erlebt und von gegenseitiger Idealisierung dominiert. Doch sobald der Alltag beginnt scheitert die Beziehung. Es gibt Probleme beim Abstimmen gemeinsamer Aktivitäten, bei der Rücksichtnahme auf individuelle Verpflichtungen und Wünsche. Sie sehen ihren Partner nun mit anderen Augen und erkennen, dass sie nicht harmonieren. Diese „Ent-Täuschung“ verursacht oft eine schwere Krise, die Beziehung kippt von sehr gut zu sehr schlecht und es kommt zum Bruch mit dem jetzt als negativ gesehenen Partner.

Das zentrale Problem bei Beziehungen von Borderline-Persönlichkeiten ist der Widerspruch zwischen der intensiven Sehnsucht nach einem guten Objekt und der Angst vor Enttäuschung und Wut.

Es gibt verschieden Wege um mit diesem Problem umzugehen. Borderliner, die das Umschlagen von liebevollen Gefühlen in Wut, Hass und Angst erlebt haben, entscheiden sich oft dafür, sich nicht noch einmal auf eine so intensive Beziehung einzulassen, um sich zu schützen. Dies kann durch einen radikalen Rückzug geschehen. Beziehungssehnsüchte werden verdrängt und die Konzentration wird auf materiellen und sinnlichen Genuss oder berufliche Machtpositionen gelenkt. Auf diese Weise können die Borderliner andere Personen von sich abhängig machen und über sie verfügen. Kurzfristige Gelegenheitsbeziehungen sind möglich, solang der Borderliner sie genießt und sich zurückzieht bevor die Gefühle zu intensiv werden. Diese Eroberungen sind das einzige Ventil für die nicht vollständig unterdrückbaren Beziehungssehnsüchte.

Ein anderer Weg, wie Borderline-Persönlichkeiten eine längerfristige Beziehung eingehen koennen ist es die Zeit, die sie mit dem Partner verbringen, zu dosieren. Dies geschieht z.B. in Wochenendbeziehungen, in denen man nur die positiven Seiten der Partnerschaft pflegt, in Beziehungen mit mehreren Partnern parallel, weil dort die Bezogenheit auf einen bestimmten Partner reduziert ist, in Partnerschaften mit hilfsbedürftigen Personen, da man sich dort als guter Mensch wahrnimmt und in Beziehungen in denen man nicht in den anderen verliebt ist. Die Partner in diesen Beziehungen sind emotional ungefährlich, die Bindung wird als stabil und gemäßigt unzufrieden empfunden. Diese Partnerschaften verlaufen nach dem Prinzip der emotionalen Dosierung, vom Partner wird weniger erhofft und man selber ist weniger verletzbar.


Oft versuchen Borderliner, die Widersprueche, mit denen Sie leben, in der Beziehung auszuleben: Ein verschwenderischer Mann lebt zusammen mit seiner sehr sparsamen Frau, diese beschwert sich über die Verschwendungssucht ihres Mannes, genießt aber gleichzeitig den Luxus des Mannes mit, von Zeit zu Zeit schränkt sie ihn ein, um ihn vor einer Verschuldung zu bewahren; ein ehrgeiziger, beruflich erfolgreicher Mann ist liiert mit einer Frau, die sich hauptsächlich für Psychogruppen und Yoga interessiert, die Aufteilung zwischen Arbeit und Freizeit ist ungleich, jeder erlebt den Teil für den Partner mit, der ihm leichter fällt; ein dominanter Mann ist mit einer ängstlichen Frau verheiratet, die Frau versteckt sich hinter dem Mann und durchlebt die nach außen hin nicht sichtbaren Selbstzweifel des Mannes.


Insgesamt gehen Borderliner in Beziehungen oft eine enge symbiotische Bindung zu ihrem Partner ein. Trotz massiver, wechselhafter Emotionen, der Angst den anderen zu verletzen und selbst verletzt zu werden und die Eigenschaft negative Affekte abzuspalten und auf den Partner zu übertragen, finden Borderline-Patienten verschiedene Wege um langfristige Beziehungen zu ermöglichen. Die bedeutendsten Hilfsmechanismen sind dabei Verleugnung, Verschiebung, Reaktionsbildung, Dosierung der Nähe durch zeitliche oder emotionale Distanz, Projektion und projektive Identifizierung. Solange die Beziehung ausgeglichen ist hat sie einen starken stabilisierenden Effekt.

Hier eine vielleicht hilfreiche Internetseite:


http://www.borderline-netzwerk.info/angehoerige.htm


Und hilfreiche Buecher:

Partnerbeziehung als Brutstätte von Borderline: Die Borderline-Persönlichkeiten und das Leid ihrer Helfershelfer Sonja Szomoru Borderline brach Herz: Hilfe zur Trennungsverarbeitung für Borderline-Partner; Sonja Szomoru (Autor), Viola Valentin (Autor), Bert Engel und Lukas (Autor)

Schluss mit dem Eiertanz: Für Angehörige von Menschen mit Borderline von Randi Kreger, Paul T. Mason und Brigitta Merschmann (Broschiert - 5. November 2009)

Ich hasse dich - verlass mich nicht: Die schwarzweiße Welt der Borderline-Persönlichkeitsstoerung von Jerold J. Kreisman und Hal Straus (Taschenbuch - 26. Oktober 2005)


Meine Empfehlung waere, dass Sie einerseits ganz konkret dafuer sorgen, dass es Ihnen gut geht - dass Sie Dinge tun, die Ihnen gut tun und Sie gluecklich machen. Je besser es Ihnen geht, desto eher koennen Sie fuer Ihren Partner da sein.

Dann hilft es wahrscheinlich, sich ueber die Borderline Stoerung zu informieren, damit Sie besser mit der Situation umgehen und die REaktionen Ihres Partners verstehen koennen.

Eine Beziehung ist nie einfach. Es gibt - wie Sie wissen - immer Hoehen und Tiefen. Letztendlich koennen nur Sie entscheiden, ob diese Beziehung langfristig fuer Sie die richtige ist und unter welchen Umstaenden Sie sagen, dass eine endgueltige Grenze fuer Sie ueberschritten wurde. Diese Grenze ist fuer viele Menschen das Fremdgehen des Partners. Fuer Sie scheint das eine Huerde, die Sie bereit sind zu vergeben und durch die Situation hindurchzuarbeiten. Ich wuensche Ihnen dabei viel Erfolg and Mut.

 

Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort geholfen hat und beantworte natürlich auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

Wenn meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht, bitte ich Sie, nicht zu vergessen das Honorar (durch Anklicken von "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank.

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Danke für Ihre ausführliche Antwort. Sie stimmt mich zwar sehr traurig, da ich mir sehr hilflos vorkomme. Ich habe auf der von Ihnen vorgeschlagenen Internetseiten gelesen, dass mit fortschreitendem Alter die Intensität der Störung abnimmt und im späteren Erwachsenenalter eine grössere Stabilität in der Beziehung erreicht wird. Was meinen Sie dazu. Und ein therapeutisches Ziel sei der Aufbau und Erhalt unterstützender Beziehungen. Er sucht im Moment vermehrt seine Geschwister auf. Ich würdeihn gerne begleiten, doch das möchte er im Moment nicht. Ich dachte mir, das könnte für uns beide gut sein und Stabilität und Sicherheit geben. Liege ich da falsch'
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,
es stimmt, dass mit zunehmendem Alter viele der Symptome einer Persoenlichkeitsstoerung weniger intensiv werden, aber das bedeutet leider nicht dass sie ohne eine gezielte Therapie wirklich weggehen. Eine Beziehung mit einer Person, die Borderline Symptome zeigt, wird immer relativ labil bleiben und Phasen intensiver Naehe und intensiver Ablehnung wechseln sich in der Regel ab. Wenn das etwas ist, das Sie akzeptieren koennen und wollen, und das Ihnen die Beziehung wert ist, dann haben Sie Recht, dass stabile Beziehungen zur Stabilisierung der betroffenen Person beitragen.
Ich benutze manchmal das Bild eines "Tankers" und eines Ruderboots auf einem Ozean, um diese Stabilitaet zu illustrieren. Jemand mit Borderline ist wie ein Ruderboot, oft hilflos den Wellen ausgeliefert und ohne Perspektive, wo das Ufer ist, wo andere Boote sind, wo es in den Ozean hinaustreibt usw. Eine hilfreiche Person verhaelt sich wie ein grosser Tanker auf dem gleichen Ozean. Ein Tanker wird von den Wellen nur minimal hin- und hergeworfen, die Bruecke ist hoch genug, dass man immer den Horizont sieht und sich damit orientieren kann. Als Tanker kann man dem Ruderboot eine gewisse Orientierungshilfe bieten - aber nur, wenn man den Horizont und das eigene Ziel im Auge behaelt. Wenn der Tanker anfaengt, sich an dem Ruderboot zu orientieren und nur das Ruderboot im Auge hat, dann sind beide verloren.
Verstehen Sie, wie ich das meine?

In der Realitaet bedeutet das wahrscheinlich, dass Sie immer wieder Hilfe und Unterstuetzung anbieten, sich von Rueckschlaegen und Ablehnung nicht wirklich vom Kurs abbringen lassen, und v.a. dass Sie Ihr eigenes Wohlbefinden nicht vom Wohlbefinden Ihres Partners abhaengig machen (das ist oft der schwierigste Schritt). Bieten Sie Begleitung an ohne sich aufzudraengen - so aehnlich wie ein Tanker ja durch seine Anwesenheit als Orientierungshilfe dienen kann, ohne wirklich etwas zu tun.

Das bleibt natuerlich anstrengend und auch in gewisser Hinsicht traurig, ist aber langfristig eine hoffentlich hilfreiche Strategie. Wahrscheinlich ist es auch sinnvoll, das im Moment auf einer "Freundschaftsebene" zu tun und nicht unbedingt auf eine intimere Beziehung zu zaehlen.

Es tut mir leid, dass ich keine leichtere oder hoffnungsvollere Antwort geben kann. Wie gesagt, letztendlich muessen Sie entscheiden, was fuer Sie zu diesem Zeitpunkt in Ihrem Leben richtig fuer Sie ist - als Tanker, also unabhaengig vom Ruderboot.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

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Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Liebe Frau Noble danke für das Bild mit dem "Tanker und Ruderboot" es wird mich begleiten und ich hoffe, glaube daran, dass es uns helfen wird Stürmen zu trotzen, sie zu überstehen und vielleicht auch einmal sanft in einem Wellental uns auszuruhen, glücklich zu sein. Ich mache mich auf den Weg ein Tanker zu sein, der die Weite des Horizontes kennt und sein Ziel nicht aus den Augen verliert. Da drückt mich noch etwas: Mein Freund weiss nichts, von meinen Borderlin- Gedanken. Er sagt oft, dass die Probleme zwischen uns nichts mit mir zu tun haben, dass ich alles richtig mache, dass er das Problem sei, bei ihm etwas nicht stimme, er schwierig sei, er vielleicht gar nicht fähig sei, eine Beziehung einzugehen, jeder normale Frau jeder normale Mann ihn nicht lieb, gern haben kann und schon längst auf den Mond geschossen hätte. Ich wies ihn einmal sanft darauf hin,dass man sich Hilfe holen kann, dass man nicht alles alleine lösen muss, kann, dass es viele Menschen gibt, die Hilfe brauchen auch ich. Er nahm es entgegen mit "ja vielleicht sollte ich einmal Hilfe holen" und dabei blieb es. Darüber offen zu reden ist schwierig. Was raten Sie mir, soll ich es immer mal wieder thematisieren oder ruhen lassen wie jetzt! Wie könnte ich es am ehesten gelingen, dass er Hile holen und annehmen kann? Danke für Ihre Worte Gedanken, Hilfestellungen, sie tun mir gut.

Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,
wie schon gesagt, letztendlich ist es relativ unwichtig, in welche Kategorie bestimmte Verhaltensweisen fallen und wie man die Kategorie bezeichnet. Manchmal ist es besser, keine Kategorie zu haben, manchmal wird eine Kategorie wie Borderline als "Erleichterung" von den betroffenen Menschen erlebt, weil man dann nicht so alleine ist und weil es konkrete Hilfestellungen gibt.
Mein Eindruck in Ihrer Situation ist es, dass es wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt sinnvoller waere, die Gedanken zur Borderline Stoerung nicht weiter mitzuteilen. Ansonsten wuerde ich genau das vorschlagen, was Sie auch schon getan haben. Ganz vorsichtig und mit viel Takt in den Raum zu stellen, dass man sich aendern kann, dass man lernen kann, sich anders zu verhalten, dass es von Staerke zeugt, wenn man um Hilfe bittet, dass Veraenderung nie einfach ist und Zeit braucht, dass man nur wirklich lernt, wenn man sich erlaubt, Fehler zu machen usw. Damit thematisieren Sie nicht direkt, dass Hilfe notwendig ist, oeffnen aber die die Tuer in Richtung Hilfe. Wenn Ihr Partner dann soweit ist, dass er Hilfe annehmen moechte (und leider tun wir Menschen das meist erst dann, wenn uns die gegenwaertige Situation zu schmerzhaft geworden ist), dann wird es relativ leicht sein, durch diese Tuer zu gehen.

In der Zwischenzeit sind Botschaften wie: "Das Leben muss nicht so weh tun. Beziehungen muessen nicht so schwer sein. Gemeinsam koennen wir Loesungen finden." usw. wahrscheinlich hilfreich. Manchmal helfen auch Analogien, die koerperliche Krankheiten mit "Leiden der Neurobiologie und Neurochemie" des Gehirns vergleichen. Wenn man hohen Blutdruck hat, ist man ja auch bereit, zum Arzt zu gehen, Tabletten zu nehmen, seine Ernaehrung zu aendern oder seinen Lebensstil zu veraendern - wenn das Gehirn Probleme macht, dann geht man eben zu einem Psychologen und aendert die Art und Weise, wie man Beziehungen angeht usw.

Ich wuensche Ihnen von Herzen alles Gute und druecke die Daumen, dass es klappt.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
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Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht und ich bin zuversichtlich, auch wenn ich jetzt weiss, dass es kein leichter Weg sein wird. Doch heute bin ich mir sicher, dass er es Wert ist, ihn zu gehen. Was morgen ist, wird sich zeigen.

Herzliche Grüsse

 

Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Frau Freitag,
vielen Dank und Ihnen viel Kraft, Mut und Geduld. Niemand weiss, was der naechste Tag bringt. Wir koennen nur entscheiden, was wir in der Gegenwart tun. Ihre Entscheidung zeugt von viel Respekt fuer Menschen.
Herzliche Gruesse,
Annegret Noble

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