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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Grüß Gott! Meine Tochter Magdalena besucht die 5. Klasse Staatl.

Kundenfrage

Grüß Gott! Meine Tochter Magdalena besucht die 5. Klasse Staatl. Realschule und hat große Probleme. Sie hat in Mathe eben wieder eine 5 herausbekommen und ihr Selbstwertgefühl ist im Keller. Sie hat bereits solche Angst entwickelt, dass ich (Mama) bei der Lehrerin anrufen musste, um die Note zu erfahren. Sie ist das jüngste meiner drei Kinder und ich bin selbst mit sieben Geschwister aufgewachsen. Somit habe ich Erfahrung mit Kinder. Doch bei Magdalena steckt irgendwie ein Knopf fest, der nicht aufgeht.

Im Kindergarten bescheinigten ihr die Erzieherinnen beste Voraussichten für die Schullaufbahn, der Kinderarzt bestätigte ihr bereits mit fünf Jahren eine Schultauglichkeit.
Ein Knackpunkt war, als sie mit ihrem Cousin in die selbe Grundschulklasse kam. Der Junge tat sich sehr schwer, wurde gehänselt und musste die 2. Klasse wiederholen.
Magdalena projezierte das Versagen auf sich, sie meinte, sie habe es nicht geschafft, ihn mitzuziehen. Ab der 3. Klasse wurden auch ihre Noten schlechter.

In der Realschule krebst sie nun mit 3, 4, 5 herum, fühlt sich als Versagerin und sagt selbst, dass sie keine Motivation mehr hat. Sie lernt sehr viel, mein Mann hilft ihr und erklärt ihr mit einer Engelsgeduld, was sie in der Schule nicht verstanden hat.

Wie kann man sie aufbauen? Sie spricht selbst schon von einem Schulwechsel, hat aber wieder Angst, hier niemanden zu kennen. Ausserdem bin ich mir nicht sicher, ob ein Wechsel auf die Hauptschule einen Sinn macht. Magdalena bräuchte eine Schule, wo es keinen Notendruck gibt. Doch leider leben wir in einer Kleinstadt, wo es weit und breit keine diesbezüglichen Möglichkeiten gibt. Vielen Dank XXXXX XXXXX Rat! Christina Sch.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 4 Jahren.


Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die
offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine
Hilfestellung zu geben.



Ich kann Ihre Sorgen verstehen und Ihre Tochter kann sich glücklich
schätzen das Sie Eltern hat die Sie so vorbildlich unterstützen. Leider ist es
nicht immer so und leichtfertig werden Schulprobleme mit der Neigung zu
Faulheit und Unlust begründet, aber dem ist nicht so.

Hinter einer Schulangst/ Schulphobie steckt immer eine Ursache d.h. ein
ernstzunehmendes und behandlungsbedürftiges Problem.



Es ist jedoch immer darauf zu achten, dass man im Rahmen der Angst vor der
Schule wesentliche Dinge unterscheidet, die auch für die Behandlung wesentlich
von Bedeutung sind. Wie ich Ihren Aussagen entnehme hat Ihre Tochter auch schon
den Wunsch geäußert die Schule zu wechseln, dies ist immer ein ernst zu
nehmendes Zeichen und ich kann nur empfehlen wenn Sie die Möglichkeit haben
gehen Sie auf die Wünsche Ihrer Tochter ein. Es gibt diverse Schulformen, die
auch von freien Trägern gestaltet werden, leider nicht ganz kostenlos, aber
hier wird mehr auf die Fähigkeiten und
Fertigkeiten der Kinder eingegangen und auch der Druck ist z.B: in Waldorfschulen
usw. nicht so groß. Im Folgenden möchte
ich Ihnen ein Mal versuchen, etwas Licht ins Dunkel dieser Thematik zu bringen
und vielleicht können Sie ja dadurch schon durch den besseren Umgangs bzw. dem
"Mehrwissen" Ihrer Tochter besser hilfreich zur Seite stehen.



Die Schulangst stellt eine auf die Schule gerichtete Angst dar



Die Schulphobie ist keine auf die Schule gerichtete Angst,
sondern beruht auf einer



Trennungsangst von der wichtigsten Bezugsperson (gewöhnlich der Mutter)



==> der Ort der Störung liegt demnach nicht in der Schule, sondern zu
Hause bzw. im häuslichen Umfeld



Schulverweigerung durch Schulphobie und Schulangst ist etwas
völlig anderes als



Schulverweigerung durch Schule schwänzen und Kinder und Jugendliche, die die
Schule schwänzen, verheimlichen dies vor den Eltern, leiden unter keiner
Trennungsangst von zu Hause, haben keine Angst vor der Schule, weisen keine
körperlichen Symptome auf



Spezielle Aspekte zur Schulphobie und Schulangst



Schulphobische Kinder und Jugendliche sind meistens durchschnittlich oder



überdurchschnittlich begabte Schüler und es bestehen gewöhnlich keine
Ängste vor bestimmten Lehrern oder Unterrichtsgegenständen (Sportgeräten,
Fächern, Lernmethoden usw.)



Trennungsängste treten oft zu bestimmten entwicklungsphasentypischen
Zeitpunkten als Ursache für eine mangelnde außerfamiliäre Integration auf 1.
Eintritt in den Kindergarten 2. Eintritt in die Schule 3. Pubertät



Die Ablösung des Kindes von der Mutter wird gewöhnlich erschwert durch den



Umstand, dass auch diese in einer sehr engen Bindung zum Kind steht dies
kann



lebensgeschichtlich bedingt sein (z.B. alleine erziehende Mutter)



Die emotionale Abhängigkeit der Mutter vom Kind erschwert deren Rolle als



Erziehungsperson und hat angesichts der körperlichen Symptome oft
„Erbarmen" mit dem Kind/ Jugendlichen und legt nicht konsequent genug Wert
auf den Schulbesuch des Kindes



Die Schulphobie kann aber auch Ausdruck umfassender familiärer
Probleme sein



Schulängste sind oft spezielle Formen von sozialen oder
Leistungsängsten die Symptome treten bereits zu Hause auf, steigern sich auf
dem Schulweg
und erreichen in der Schule nach einiger Zeit ein solches
Ausmaß, dass das Kind nach Hause geschickt werden muss



Mögliche Ursachen für Schulängste und Schulphobie



1.Schüler können überfordert sein durch
die Auswahl einer unpassenden Schulart, die



nicht ihren Begabungen und Interessen
entspricht



2.Es kann ein übermäßiger
Leistungsanspruch von Seiten der Eltern bestehen



3.Jugendliche können einen übermäßigen
Leistungsehrgeiz entwickeln, der blockierend wirkt



4. Ein Schüler kann sich von einem
bestimmten Lehrer überfordert oder abgelehnt fühlen



5. Ein Schüler kann sich aus der Klasse
ausgeschlossen fühlen und als Außenseiter erleben



6. Ein schulisches Vermeidungsverhalten
kann eine Reaktion auf nicht bewältigte Sticheleien und Verspottung durch
Klassenkameraden darstellen, kann aber auch mit



unzureichenden sozialen Fertigkeiten
(sozialen Kompetenzen)




  • Vulnerabilität
    (biologische-genetische Faktoren)



  • Lerneinflüsse aus dem
    familiären Zusammenleben



  • (Über)-Bewertung
    körperlicher Beschwerden



  • Kognitive und
    biologische Begleiterscheinungen


Sie können versuchen mit der Sozialtherapeutin/ Sozialarbeiterin an der Schule
zu sprechen und eventuell bekommen Sie ja dort auch zumindest erst ein Mal
zeitnahe Unterstützung. Natürlich können Sie sich auch an den zuständigen
Schulpsychologen wenden, meist sind hier der Name und die Anschrift in der
Schule vorhanden. Eine weitere Möglichkeit ist die Hilfe über den
Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes meist untergliedert in Kinder
u. Jugendbereich und/ oder Erwachsenenbereich zu erhalten, denn dort sind
speziell ausgebildete Psychologen vor Ort.



Sie haben, bedingt durch das Lebensalter Ihrer Tochter, d.h. unter 18 Jahre
noch das alleinige Mitspracherecht und sollten dies auch nutzen. Hier ist
jedoch immer die Voraussetzung, dass Ihre Tochter bereit ist sich helfen zu
lassen, zur Einsicht gelangt, dass sich Ihr Verhalten verändern sollte und Sie
dahingehend auch von Ihnen motiviert werden kann (auch begleitet und
unterstützt).



Wichtig ist erst ein Mal aus meiner Sicht, die Ursachen fachlich adäquat
diagnostisch abklären zu lassen. Denn irgendwoher müssen die
Verhaltensauffälligkeiten/ Ängste und Problem ja herkommen. Jedoch muss man
erst ein Mal konkret wissen, worum es sich genau handelt (z.B. liegt schon
eventuell eine psychische Störung vor oder nicht ect.) um dann entsprechende
weiterführende Behandlungen durchführen zu können.



Sie können sich auch an einen ambulant niedergelassenen Kollegen
(Psychologin oder Psychologen für Kinder- und Jugendpsychotherapie) in Ihrer
Nähe wenden und einen Termin ausmachen. Aus meiner Sicht eher im
verhaltenstherapeutischen Therapiekontext. Die Kosten dafür werden im Regelfall
von der Krankenkasse übernommen. Über die Krankenkasse erfahren Sie auch ohne
Probleme welche Kollegen für eine psychotherapeutische Behandlung in Ihrem
Umfeld hierfür in Frage kommen. Des Weiteren können Sie und meist geht es da
mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches
psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut für verhaltenstherapeutische
Psychotherapie im Bereich Kinder und Jugend wenden (einfach in eine
Suchmaschine eingeben z.B. psychotherapeutische Ausbildung für Kinder und
Jugend Verhaltenstherapie + entsprechendem Ort in Ihrer Nähe z.B. München) und
diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können
auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer
psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz vereinbaren.



Es besteht für Sie auch die Möglichkeit sich einer Selbsthilfegruppe für
Angehörige (Eltern) auch für z.B. verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche
anzuschließen. Hierzu erfahren Sie mehr über Gruppen in Ihrer Nähe über
sogenannte Selbsthilfekontaktstellen und Ihre Krankenkasse. Natürlich können
Sie sich auch im Internet bestimmten hierzu bestehenden Foren im Internet
besuchen u.a. http://www.schule-und-familie.de/, www.selbsthilfenetz.de/, www.eltern.de/, www.angstportal.de/Schulphobie-und-Schulangst



http://www.imedo.de/



Es ist wichtig, wenn Sie Ihrer Tochter weiter helfen wollen sich
Informationen zu beschaffen und wenn Sie dies zu sehr belasten sollte, sich
auch umgehend z.B. psychologische Hilfe zur Begleitung suchen. Dies kann auch
über eine Erziehungsberatungsstelle in Ihrer Nähe geschehen und die Beratung
ist hier in der Regel kostenlos und es gibt dort häufig sehr schnell einen
Termin. Des Weiteren ist der Weg über das Jungendamt der richtige, denn Sie
haben auch ein Recht als Eltern auf die Hilfe zur Erziehung
(Erziehungsbeistand).



Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiter helfen und
wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute.



Mit freundlichen Grüßen







Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine
fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern
beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei
unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.





Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer
Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick
auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank









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