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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
57334328
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diplompsychologe ist jetzt online.

Hallo, die Tochter (8 Jahre, 2.Schuljahr)meines Freundes,

Kundenfrage

Hallo,
die Tochter (8 Jahre, 2.Schuljahr)meines Freundes, welche seit den Osterferien bei uns lebt möchte nicht mehr zur Schule gehen.

Sie hat vorher bei ihrer Mutter gelebt und wollte unbedingt zum Papa. In den Ferien hat sie schon einige Mitschüler kennen gelernt und verabredet sich auch immer für Nachmittags zum Spielen mit unterschiedlichen Kindern.
Zu Beginn wurde deutlich, dass die neue Schule in ihrem Lernstoff viel weiter ist als die vorherige Schule. So dass sie große Lücken hatte, hierbei nahmen die Lehrer nach der ersten Woche an, dass sie es nicht schaffen würde dies alles nachzuholen. Bei einem Elternsprechtag vergangene Woche teilte die Klassenlehrerin aber mit, dass sie schon sehr gut aufgeholt habe und die Lücken somit noch schließen könnte.
Wir dachten, dass sie sich gut eingefunden hat und dass es "laufen" würde. Jedoch wollte sie letzte Woche schon nicht zur Schule gehen, ist dann aber noch ein paar Tränen doch gegangen. Heute Morgen jedoch hat sie sich absolut geweigert zur Schule zu gehen. Egal ob mit gutem Zureden oder Androhung dass sie wieder zu ihrer Mutter komme, nichts zu machen. Auf Hinterfragen, warum sie nicht hin möchte, kann sie nicht wirklich sagen warum, die Schule sei einfach doof. In der neuen Schule wird mehr gefordert als in der vorherigen, auch sind dort täglich 5 Unterrichtsstunden, in der vorherigen waren es immer nur 4. Die Hausaufgaben sind auch wesentlich mehr. Wir gehen davon aus dass dies und die Umstellung die Ursachen dafür sind, sind uns jedoch nicht sicher. Was könnte noch der Auslöser sein? Streit mit Mitschülern ist weder uns noch den Lehrern bekannt, sie eigentlich recht gut aufgenommen worden. Wie können wir sie motivieren wieder zur Schule zu gehen?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

Vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben.

Ich kann Ihre Sorgen verstehen und Ihre Tochter kann wohl sich zu Recht glücklich schätzen, dass Sie eine Mutter hat die sich Gedanken macht und Ihre Tochter begleitet. Leider ist es nicht immer so und leichtfertig werden Trennungsprobleme bzw. in diesem Zusammenhang stehende Ängste mit vorübergehender Verhaltensauffälligkeiten erklärt ohne dabei zu bedenken, dass daraus weitreichende Schwierigkeiten auch letztendlich Schulprobleme wie eine Schulphobie entstehen kann (nicht zwangsläufig muss).
Hinter einer massiven Trennungsangst, um die es sich hier eventuell handeln könnte = Angst allgemein zu verstehen, steckt immer eine Ursache d.h. ein ernstzunehmendes und behandlungsbedürftiges Problem.

Es ist jedoch immer darauf zu achten, dass man im Rahmen der Angst man wesentliche Dinge unterscheidet, die auch für die Behandlung oder Nichtbehandlung von gravierender Bedeutung sind.

Im Folgenden möchte ich Ihnen ein Mal versuchen, etwas Licht ins Dunkel dieser Thematik zu bringen und vielleicht können Sie ja dadurch schon durch den besseren Umgangs bzw. dem "Mehrwissen" Ihrer Tochter besser hilfreich zur Seite stehen.

Trennungsängste sind zunächst ganz normale Ängste und sind in jeder kindlichen Entwicklung (Angst vorm Dunkeln, vor dem Einschlafen und schlechten Träumen usw.), aber auch bei Erwachsenen (z.B. Trennung vom Lebenspartner) Bestandteil gewöhnlicher Lebenserfahrung. Insbesondere Kleinkinder haben Trennungsängste. Trennungsängste vermindern sich mit zunehmendem Alter (Sechsjährige leiden doppelt so viel unter Trennungsängsten, wie Zehnjährige.)

In der beobachtbaren kindlichen Entwicklung treten am frühesten Separationsängste (Trennungsängste und Verlustängste) bei Kindern auf. Mit der Vergrößerung des Wahrnehmungsbereiches ergeben sich auch zusätzliche Angstreize. Das heißt, die angstmachenden Situationen werden mehr. Die Trennungsangst wird besonders stark im Dunkeln und beim Alleinsein (Einschlafschwierigkeiten, Schlafstörungen, nächtliche Angstattacken). Nach Freud ist die Trennungsangst der Schlüssel für alle neurotischen Ängste. Nach Bolwby ist die Trennung von der geliebten Person oder deren Verlust, der mögliche Schlüssel für alltägliche Ängste des Kindes. Weitere Psychologen gehen davon aus, dass alleine Eltern dafür verantwortlich sind und unbewusst bzw. durch bewusste Handlungen (zu langes klammern und nicht los lassen wollen) Ihre eigene Angst (die vlt. auch schon seit der Kindheit oder durch eine aktuelle Trennungsproblematik bei den Eltern vorliegen könnte) übertragen wird und das Kind damit völlig überfordert ist. Hat das Kind schon einen gewissen Grad an Autonomie erlangt, dominiert die Angst davor, die Zuneigung der Eltern verlieren zu können. Nach und nach kommt die Angst vor Strafe dazu. Darüber hinaus verinnerlicht das Kind im Laufe der Entwicklung die Forderungen der Eltern und die sozialen Regeln ("ich meine als Kind es allen Elternteilen Recht machen zu müssen, ansonsten fühle ich mich schlecht" oder "ich als Kind muss die Verantwortung für das Gelingen des Elternzusammenlebens = eine glückliche Familie übernehmen").

Angst steht manchmal versteckt hinter der Konkurrenz und dem Wettbewerb etwa durch die Notenzensur aber auch durch Geschwisterrivalität, die bei vielen Kindern nur deshalb "motivierend" wirken, weil diese - meist sozialisationsbedingt - Angst haben vor dem Verlieren oder dem Unterliegen, Angst vor einer Blamage oder gar Angst vor der Einschränkung ihrer existentiellen Möglichkeiten in Form von Zukunftsangst haben bzw. als "Außenseiterin" da zu stehen.

· Angst haben müssen, verlassen zu werden (real oder weil Mutter/Vater selbst diese Angst hat, darüber spricht, oder weil die Phantasie darüber besteht),

· Angst haben, sich selbst überlassen zu werden (real oder weil Eltern diesbezüglich Schuldgefühle äußern).

· häufig am Tag mit Gewalt und Bedrohungen konfrontiert werden (real oder z. B. im Fernsehen und diese nicht verarbeitet werden können).

Die Ängste werden stärker, wenn das Kind für sie bestraft oder verspottet wird, oder wenn es dafür übermäßig viel Zuwendung erfährt.

Was können Sie tun?

Sie können versuchen mit der Pädagogin in der Schule zu sprechen und eventuell bekommen Sie ja dort auch zumindest erst ein Mal zeitnahe Unterstützung vor allem im Rahmen der Prävention, denn eine Trennungsangst kann bis hin zu einer sich manifestierenden Schulphobie führen. Eine weitere Möglichkeit ist die Hilfe über den Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes meist untergliedert in Kinder u. Jugendbereich und/ oder Erwachsenenbereich zu erhalten, denn dort sind speziell ausgebildete Psychologen vor Ort ggf. auch schnell einen Termin zu bekommen.

Sie haben, bedingt durch das Lebensalter Ihrer Tochter, d.h. unter 18 Jahre noch das alleinige Mitspracherecht und sollten dies auch nutzen. Hier ist jedoch immer die Voraussetzung, dass Ihre Tochter bereit ist sich helfen zu lassen, zur Einsicht gelangt, dass sich Ihr Verhalten verändern sollte und Sie dahingehend auch von Ihnen motiviert werden kann (auch begleitet und unterstützt).

Wichtig ist erst ein Mal aus meiner Sicht, die Ursachen fachlich adäquat diagnostisch abklären zu lassen. Denn irgendwoher müssen die Verhaltensauffälligkeiten/ Ängste und Problem ja herkommen. Jedoch muss man erst ein Mal konkret wissen, worum es sich genau handelt (z.B. liegt schon eventuell eine psychische Störung vor oder nicht ect.) um dann entsprechende weiterführende Behandlungen durchführen zu können.

Sie können sich auch an einen ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin oder Psychologen für Kinder- und Jugendpsychotherapie) in Ihrer Nähe wenden und einen Termin ausmachen. Aus meiner Sicht eher im verhaltenstherapeutischen Therapiekontext. Die Kosten dafür werden im Regelfall von der Krankenkasse übernommen. Über die Krankenkasse erfahren Sie auch ohne Probleme welche Kollegen für eine psychotherapeutische Behandlung in Ihrem Umfeld hierfür in Frage kommen. Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut für verhaltenstherapeutische Psychotherapie im Bereich Kinder und Jugend wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben z.B. psychotherapeutische Ausbildung für Kinder und Jugend Verhaltenstherapie + entsprechendem Ort in Ihrer Nähe z.B. München) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz vereinbaren.

Es besteht für Sie auch die Möglichkeit sich einer Selbsthilfegruppe für Angehörige (Eltern) auch für z.B. verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche anzuschließen. Hierzu erfahren Sie mehr über Gruppen in Ihrer Nähe über sogenannte Selbsthilfekontaktstellen und Ihre Krankenkasse. Natürlich können Sie sich auch im Internet bestimmten hierzu bestehenden Foren im Internet besuchen u.a.

www.selbsthilfenetz.de/,

www.eltern.de/,

www.angstportal.de/Trennungsangst.de,

http://www.imedo.de/

Es ist wichtig, wenn Sie Ihrer Tochter weiter helfen wollen sich Informationen zu beschaffen und wenn Sie dies zu sehr belasten sollte, sich auch umgehend z.B. psychologische Hilfe zur Begleitung suchen. Dies kann auch über eine Erziehungsberatungsstelle in Ihrer Nähe geschehen und die Beratung ist hier in der Regel kostenlos und es gibt dort häufig sehr schnell einen Termin. Des Weiteren ist der Weg über das Jungendamt der richtige, denn Sie haben auch ein Recht als Eltern auf die Hilfe zur Erziehung (Erziehungsbeistand).

Als letzten Hinweis den ich mir noch erlauben möchte zu geben ist Ihnen ein gutes Buch zu diesem Thema zu empfehlen. Es heißt ganz einfach Trennungsangst und ist von Franz Petermann und befasst sich genau mit dieser Thematik.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiter helfen und wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Erneut posten: Ungenaue Antwort.
Zu allgemein, nicht wirklich auf die Fragen bezogen.
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre erneuten Ausführungen.

Ich denke, nach dem was Sie berichten und da diese Verhaltensauffälligkeiten doch schon länger bestehen, sollten diese diagnostisch abgeklärt werden (siehe oben). Nur so erhalten Sie Klarheit, denn es kann sich um vieles mehr handeln und die Trennungsangst bzw. die Erläuterung dazu können nur als eine Eventualität in Betracht kommen, neben vielem Anderen. So kann hier schon eine Art kindlicher Wahrnehmungsstörung vorliegen oder eine Störung des Sozialverhaltens, was jedoch in der heutigen Zeit sehr gut durch therapeutische Begleitung zu behandeln ist.
Aus meiner Erfahrung ist es auch wirklich ratsam und da geht es Ihnen genauso wie mir mit meinem Sohn, man ist als Mutter oder Vater nie ganz neutral in der Bewertung des Verhaltens des Kindes und so könnte hier eine Betrachtung einer fachlich kompetenten Person ggf. auch in einer Erziehungsberatungsstelle sicherlich helfen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass auch auf Grund des Fehlens weiterer Informationen weiterführende fachliche Ratschläge, Diagnosen ect. aus meiner fachlichen Einschätzung heraus nicht möglich sind und eventuell hier ein diagnostisches Gespräch vor Ort weiter helfen könnte, denn erst einmal muss genau die Ursache für das Verhalten Ihrer Tochter gefunden werden um hier auch Verhaltensratschläge geben zu können und da Ihre Tochter selbst nicht weiß warum Sie die Schule doof findet ist anzunehmen das das Problem tiefer geht und ich würde mich auch nicht darauf verlassen wenn sie Ihnen sagt, dass sie keine Probleme mit den Mitschülern hat, vielleicht ist sie im Augenblick durch den Stoff der ja schon weiter ist als in der alten Schule auch überfordert, wird deswegen nicht so angenommen usw.

Vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt ha

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