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diplompsychologe
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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Leide an einer bipolaren Störung II . Bin derzeit in einer

Kundenfrage

Leide an einer bipolaren Störung II . Bin derzeit in einer stark depressiven Episode(seit 3 Monaten). Werde betreut durch einen mir langjährig vertrauten Verhaltenstherapeut (kognitive V.) und durch einen Facharzt Psychiatrie für die pharmakologische Therapie /SSRI,Venlaflaxin, Tavor, Trimiparmin, Mirtrazipin) . Bislang keine Besserung. Haben Sie einen weiteren Therapievorschlag?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben.

Ich verstehe Ihr Problem und es ist auch ganz wichtig dass Sie sich Wissen zu dieser Störung aneignen .Bei affektiven Störungen handelt es sich um Erkrankungen, die mit einer Störung des Affekts (Stimmungslage, affektus lat. =Gemütsverfassung) einhergehen. Diese können sich in zwei entgegengesetzte Richtungen manifestieren, als Manie (Manie gr. =Wahnsinn; Sucht) oder Depression (deprimere lat. = niederdrücken, herabziehen) Affektive Störungen werden auch als affektive Psychosen bezeichnet. Diese Störungen können unipolar oder bipolar auftreten. Bei der bipolaren Störung wechseln sich depressive und manische Phasen ab. Die Dauer einer Phase variiert sehr stark-sie kann zwischen einigen Wochen bis zu einigen Monaten betragen. Man geht bei der bipolaren Störung von einem multifaktoriellen Geschehen aus, relevant sind genetische Faktoren, Störungen des Neurotransmitterhaushalts, kritische Lebensereignisse als auslösende ( nicht ursächliche )Faktoren, psychodynamische Faktoren und erlerntes (Fehl-)Verhalten. Die Symptomatik ist identisch mit der Depression und Manie mit dem Unterschied, dass beide Pole der affektiven Störung abwechselnd auftreten können. Nur selten sind beide Formen gleichzeitig anzutreffen. Meistens treten depressive und manische Schübe hintereinander auf. In depressiven Fällen ist häufig die vorhandene Suizidalität zu berücksichtigen und in manischen Phasen kann stark selbstgefährdendes Verhalten vorliegen. Auf Grund der Suizidalität in der depressiven Phase oder wegen selbstschädigenden verhalten in der manischen Phase kann eine stationäre Therapie notwendig sein. Leichtere Verläufe können mittels einer langfristigen Dauermedikation mit Lithium verbessert werden. Bei entsprechender Motivation ist auch eine Psychotherapie möglich und sinnvoll entsprechend der im Vordergrund stehenden Episode. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass lang anhaltende unbehandelte affektive Störungen mit strukturellen Veränderungen und funktionellen Störungen des Gehirns einhergehen. Das Ziel der Behandlung besteht darin diese Veränderungen rückgängig zu machen. Dieser Prozess ist langwierig und eine Langzeitbehandlung ist unumgänglich.
Bei der medikamentösen Behandlung rezidivierender affektiver Störungen unterscheidet man zwischen Akuttherapie, Erhaltungstherapie und Rezidivprophylaxe. Wenn nach erfolgreicher Behandlung der akuten Symptomatik die Behandlung beendet wird, bevor es dem natürlichen Krankheitsverlauf entsprechend zum vollständigen Abklingen der Krankheitsphase gekommen ist, muss mit einem Widerauftreten der Symptomatik gerechnet werden. In der Regel wird empfohlen, einer Akkutherapie eine Erhaltungstherapie über ca., 6 Monate anzuschließen. Und somit einen Rückfall in die gegenwärtige Krankheitsphase zu verhindern. Die Rezidivprophylaxe soll dann das Auftreten zukünftiger Phasen verhüten. Eine Akuttherapie schwerer manischer Episoden gestaltet sich auf Grund der mangelnden Krankheitseinsicht des Patienten häufig schwierig und eine Behandlung im Rahmen eines stationären Settings ist oft nicht zu vermeiden. Die pharmakologische Therapie steht an erster Stelle bei der Behandlung bipolarer Störungen, allerdings gibt es auch weitere psychotherapeutische Ansätze( Psychoedukation)als zusätzliche Behandlungsstrategien um hier beim Patienten Aufklärung über die Krankheit zu leisten und auch die Gründe für eine fehlende Compliance( Mitarbeit)seitens des Patienten- durch Angst vor unerwünschten Nebenwirkungen des Medikaments , fehlende Krankheitseinsicht in manischen Phasen usw. , entgegenzuwirken.

Des Weiteren können Sie auch mit einem sehr neuen Ansatz, der sich aus der Verhaltenstherapie entwickelt hat mit dem Therapeuten arbeiten. Diese noch in Deutschland neue Behandlungsform nennt sich Schematherapie. Da dies ein grundlegend verhaltenstherapeutisches Therapieprogramm ist, wird es auch problemlos von der Krankenkasse bezahlt. Das Verfahren finden Sie unter dem Namen Schematherapie bzw. eventuelle Therapeuten unter der Internetadresse: http://www.schematherapie.de/.

Auch ist es empfehlenswert sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen um von anderen Betroffenen auch Bewältigungsmöglichkeiten zu erlernen und weitere Informationen zu dieser Störung zu erhalten

http://www.dgbs.de/

http://bipolar-shg-nt.jimdo.com/

http://www.manic-depressive.de/

Ich hoffe ich konnte Ihnen in der Kürze der Ausführung etwas helfen und wünsche Ihnen viel Kraft und alles Gute auf Ihrem Weg

Mit freundlichen Grüßen

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button Akzeptieren) anzuweisen. Vielen Dank