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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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Wir wurden von unserem Kinderarzt angesprochen, daß unser Sohn

Kundenfrage

Wir wurden von unserem Kinderarzt angesprochen, daß unser Sohn (12 Monate) möglicherweise sehr sensibel sei und wir uns überlegen sollten, ihn erst mit 2,5-3 Jahren in Fremdbetreuung zu geben (ein Artikel aus der FAZ soll uns mehr Infos geben, ist jedoch bisher noch nicht angekommen). Geplant war, unseren Sohn zu einer Tagesmutter zu geben, wenn er 17 Monate alt ist (Betreuungsschlüssel 1:5) zu geben. Familiäre Belastung bd Elternteile bzgl Depressionen. Wie kann man sich hierzu ein genaueres Bild machen, gibt es spezielle Kinderpsychologen/Psychiater für Babys Kleinkinder???
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage. Sie beschreiben eine schwierige Situation. Sie machen sich Sorgen um Ihren Sohn, denn der Kinderarzt hat angedeutet, dass anscheinend etwas anders ist. Die Beschreibung "sensibel" ist nicht ganz eindeutig und es waere auf jeden Fall sinnvoll, weitere Tests zu machen. Da in dem Alter ein Psychologe noch recht wenig feststellen kann, sind Termine mit einem Neurologen, der sich die Gehirnfunktion anschaut, meist sinnvoller. Kinderneurologen findne Sie meist an groesseren Kinderkliniken oder Universitaetskliniken.


Autismus ist manchmal etwas, das man in den ersten 12-18 Monaten entdeckt, und was manchmal von Kinderaerzten als "Sensibilitaet" beschrieben wird, denn diese gehoert oft dazu. Nach einer Stude von Gillberg, ist es möglich, auch in Säuglingen Anzeichen von Autismus zu erkennen. Die Symptome, von denen am meisten berichtet wurde, lagen besonders im Bereich von Blicken, Hören und Spielen.

Blick

Vermeiden von Blickkontakt wird oft als Charakteristik für Kinder mit Autismus bezeichnet. Dieses Merkmal ist weniger wichtig als die unübliche Qualität des Blickes. Viele Kinder scheinen Personen nicht zu sehen und schauen daher nicht in deren Augen; aber bei einem Säugling mit Autismus erfolgt das Schauen kurzzeitig und aus dem Augenwinkel.

Gehör

Besonderheiten des Hörens scheinen besonders bedeutungsvoll zu sein. Bei vielen Kindern mit Autismus bestand in den frühen Lebensstufen die Vermutung, dass sie gehörlos seien. Nur bei wenigen besteht eine Gehörlosigkeit; dennoch reagieren sie nicht auf ihren Namen und scheinen von geräuschvolle Veränderungen im Umfeld nicht beeinflusst zu sein. Kinder mit Autismus scheinen sogar sehr laute Geräusche, die die meisten anderen Kinder zusammen zucken lassen würden, zu ignorieren. Dies könnte etwas mit einem generalisierten Desinteresse am Umfeld zu tun haben. Da Kinder mit Autismus auf bestimmte Geräusche sehr empfindlich reagieren, könnte dies mit einer ungewöhnlichen Wahrnehmung zusammen hängen. Zum Beispiel entwickeln Kinder mit Autismus eventuell eine Faszination für bestimmte Töne wie von einem aufgezogenen Spielzeug oder reagieren auf das Geräusch, verursacht durch das Entfernen der Verpackung eines Schokoriegels in größerer Entfernung. Andere Geräusche scheinen dann extremes Unbehagen zu verursachen, wie zum Beispiel Polizeisirenen oder das Bellen eines Hundes.

Soziale Entwicklung und Spiel

Bei Säuglingen sind Spiel und soziale Aktivitäten so direkt miteinander verbunden, dass gerade in dieser Entwicklungsstufe die Eltern bemerken, dass ihr Kind sich seltsam verhält. Säuglinge mit Autismus zeigen oftmals kein Interesse an den Spielen, die die soziale Interaktion mit den Eltern erfordern, die den meisten Säuglingen sonst gefallen würden.

Das Fehlen dieser gemeinsamen Tätigkeit scheint sehr bedeutungsvoll zu sein. Die Studie von Frith und Soares zeigt, dass Aussagen von Eltern mit Kindern mit Autismus ein Fehlen gemeinsamer Interessen und Tätigkeiten innerhalb des ersten Lebensjahres aufzeigen. Die Kinder zeigen nicht auf Dinge, die sie interessieren, nehmen keinen aktiven Anteil an Fingerspielen und wollen keine Tätigkeiten gemeinsam ausführen. Diese Anzeichen von Autismus wurden von den Eltern der Kontrollgruppe mit Kindern mit typischer Entwicklung nicht beobachtet.


Einige Kombinationen der folgenden Charakteristiken können in verschiedenen Ausmaßen bei Menschen mit Autismus vorkommen.

Kommunikation:

  • Fehlendes Zeigen, um die Aufmerksamkeit anderer auf Gegenstände zu lenken (um den 14. Lebensmonat)
  • Richtet den Blick nicht auf die Dinge, die andere sich anschauen
  • Ist nicht in der Lage, ein Gespräch zu beginnen oder aufrecht zu erhalten
  • Langsame oder keine Sprachentwicklung
  • Wiederholen von Wörtern oder auswendig gelernten Sätze, zum Beispiel aus Werbung oder Filmen
  • Bezeichnet sich selber nicht korrekt (sagt zum Beispiel "Du möchtest Wasser", wenn es "Ich möchte Wasser" meint)
  • Setzt unsinnige Reime ein
  • Kommuniziert mit Gestik anstatt verbaler Sprache



Soziale Interaktion:

  • Mangel von Mitgefühl
  • Schließt keine Freundschaften
  • Ist verschlossen
  • Zieht es vor, allein zu sein, anstatt mit anderen zusammen zu sein
  • Reagiert eventuell nicht auf Blickkontakt oder Lächeln
  • Vermeidet Blickkontakt
  • Behandelt andere als wären sie Gegenstände
  • Spielt keine interaktiven Spiele


Reaktion auf sensorische Information:

  • Hat eine erhöhte oder geringe Wahrnehmung in Sicht, Hören, Berührung / Fühlen, Geruch oder Geschmack
  • Scheint erhöhtes oder geringes Schmerzempfinden zu haben
  • Entzieht sich eventuell Körperkontakt, weil dieser als überstimulierend oder überfordernd empfunden wird
  • Zuckt bei lauten Geräuschen nicht zusammen
  • Könnte Alltagsgeräusche als schmerzhaft empfinden und sich mit den Händen die Ohren zuhalten
  • Reibt Oberflächen, nimmt Gegenstände in den Mund oder leckt sie ab Spiel
  • Zeigt wenig oder kein Fantasiespiel
  • Imitiert die Tätigkeiten und Bewegungen anderer Personen nicht
  • Zieht es vor, allein oder ritualisiert zu spielen



Verhalten:

  • Hat eine kurze Aufmerksamkeitsspanne
  • Setzt sich wiederholende Körperbewegungen ein
  • Zeigt ein starkes Bedürfnis für Routinen
  • Hat sehr heftige Trotzanfälle
  • Hat sehr eingeschränkte Interessen
  • Zeigt Perseverationen auf (kann an einem Thema oder Aufgabe hängen bleiben)
  • Ist aggressiv gegenüber sich selbst oder anderen Personen

Ansonsten gibt es die sogenannte "Hochsensibilitaet".Hochsensitive Kinder nehmen alles, was sich in ihrer Umgebung abspielt, auf mehreren Ebenen und somit viel deutlicher wahr. Einem Scanner gleich nehmen sie mit feinen Sinnen viele unterschiedliche Reize und Eindrücke ihrer Umgebung auf. Das Gehirn von hochsensitiven Kindern verarbeitet nachweislich viel mehr Informationen und ist daher viel aktiver, auch die Reflexe funktionieren schneller. In gewisser Weise ist der gesamte Körper darauf ausgerichtet, alles, was geschieht, besser zu erfassen und zu verstehen. Auch das Immunsystem ist reaktionsfähiger. Dies kann zum Beispiel dazu führen, dass ein Kind schmerzempfindlicher ist, stärker auf Medikamente reagiert oder eher unter Allergien leidet.

Eine feinere Wahrnehmung führt nicht selten dazu, dass sie sich schlechter gegen ein Zuviel an Reizen abschirmen können. Generell fühlen sich die Kinder eher überwältigt und reagieren dementsprechend: Ein starker Geräuschpegel in einer Grupps oder laute Musik kombiniert mit dem Staubsauger stellen ein Übermaß an äußeren Reizen dar und strömen auf das Kind ein. In dem Versuch, eine Überforderung zu vermeiden und alles entsprechend zu verarbeiten, können sie zum Beispiel ängstlich, schüchtern oder auch mit einem Wutausbruch und Weinen reagieren, weil ihnen alles zuviel wird - eine logische Konsequenz. Aufgrund der oft intensiveren und tieferen Wahrnehmung und deren Verarbeitung denken auch hochsensible Kinder mehr als ihre Umwelt über alles nach und brauchen oft mehr Zeit, um zur Ruhe zu kommen oder eine Aufgabe zu bearbeiten.

Oft haben sie einen speziellen Bereich, den sie besonders wahrnehmen, und haben eine besondere Antenne für Emotionen, Mimik und Beziehungen. Sie sind meist mitfühlend, klug, intuitiv, kreativ, umsichtig und gewissenhaft. Und sie haben oft einen besonderen Sinn für das Schöne, Harmonie und Gerechtigkeit.

 

Weitere Tests waeren auf jeden Fall zu empfehlen und wenn es sich herausstellt, dass Ihr Sohn hochsensibel ist oder Zeichen von Autismus zeigt, dann waere moeglichst individuelle Betreuung wahrscheinlich angesagt und im Fall von Autismus natuerlich sogar noch therapeutische Betreuung.

 

Die Ursachen sowohl fuer Autismus als auch Hochsensibilitaet sind unklar, darum ist es schwer zu sagen, ob die elterliche Depression darauf Einfluss hat.



Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort in ihrer Kürze geholfen hat und beantworte natürlich auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

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