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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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Hallo ich bin de Heiko bin 22 Jahre jjung und habe vollgendes

Kundenfrage

Hallo ich bin de Heiko bin 22 Jahre jjung und habe vollgendes problem ich habe meine patnerin mein kind meine wohnung und meine arbeit verloren und komme nicht aus diesem loch heraus ich weine jeden tag und weiß nicht weiter kontakt zu ihr habe ich noch aber ich will sie und meinen sohn bei mir haben kann einfach nicht alleine sein ich wei0ß nicht ehr weiter lg
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage. Sie beschreiben eine schwierige und fuer Sie sehr frustrierende Situation. Sie haben gerade einige Verluste durchlebt und scheinen mit Depressionen zu kaempfen. Nach einem Verlust durchlaufen wir Menschen in der Regel die folgenden Phasen:

 

1. Phase: bezeichnend ist hier der Schockzustand. Man will nicht wahrhaben, dass der Verlust tatsaechlich stattgefunden hat. Der Verlust wird nicht als Realität akzeptiert. Die typischen Symptome dieser Phase (die in der Regel von einigen Stunden bis zu 4 Wochen dauert): Betäubung, Empfindungslosigkeit, Starre, Unglauben, Unwirklichkeit, stilles Weinen, lautes Schluchzen, Depersonalisierung (“nicht wie man selbst fuehlen” oder “neben sich stehen”).

2. Phase: das Aufbrechen der Gefühle, wobei der Schmerz des Verlustes in all seiner Tiefer erfahren wird. Man erlebt oft ein Gefuehlschaos von Trauer, Angst, Wut, Schuld, unbegruendeter Heiterkeit und Hilflosigkeit. Koerperliche Symptome sind oft Ruhelosigkeit, Appetitverlust und Schlafstörungen. Am hilfreichsten ist es, sich die Erlaubnis zu geben, all diese Gefühle zuzulassen, und zu wissen, dass das emotionale Chaos “normal” ist. Problematisch wäre hier eher eine andauernde Gefühlslosigkeit und Unterdrückung der Gefühle durch Verleugnung, Überaktivität, Missbrauch von suchtfoerdernden Substanzen oder Gleichgueltigkeit.

3. Phase : Akzeptieren einer Umwelt, in der die Person fehlt - und gleichzeitig glauben, dass das Leben ohne diese Person trotzdem gut und schoen sein kann. Man faengt an die Person loszulassen und das Ausmass des Verlustes anzuerkennen ohne in tiefe Depressionen zu fallen. Man faengt an, neue Ziele zu haben und sich eine Zukunft ohne die Person vorzustellen. Problematisch wird es in dieser Phase, wenn es zu Suchtverhalten kommt, einem Rückzug aus der Welt, der Verweigerung des Abschieds, und dem Beharren in der eigenen Hilflosigkeit.

4. Phase: Man faengt wieder an aktiv zu leben. Man empfindet wieder Freude und ist bereit, in neue Beziehungen zu investieren. Man akzeptiert den Verlust als Teil des Lebens und schaut mit neuem Selbstvertrauen und Hoffnung in die Zukunft. Problematisch wird diese Phase wenn neue Beziehungen, neues Selbstvertrauen und neue Lebensfreude als Untreue gegenüber dem Verstorbenen empfunden werden. Rueckfaelle in das Emotionschaos der zweiten Phase, v.a. an Jahrestagen sind durchaus normal, werden aber problematisch wenn ein Rueckfall zu Ängsten vor neuen Verlusten fuehrt oder zu einer allgemeinen Abwendung vom Leben, den Lebenden und der Liebe.


In der Regel arbeitet man sich langsam und stetig durch diesen Prozess hindurch, aber anscheinend sind Sie in den Depressionen gefangen, was verstaendlich ist, denn Sie haben ja gleich mehrere sehr wichtige Elemente Ihres Lebens verloren. Dann kann es zu einer Anpassungsstoerung mit Depressionen kommen.

 

Diese Diagnose trifft zu, wenn folgende Symptome innerhalb von drei Monaten nach Einsetzen der Belastung entstehen. Natuerlich haengen die genauen Symptome von der Art der Belastung und der individuellen Person ab.

  • Gefühl von Bedrängnis

  • emotionale Beeinträchtigung

  • verändertes Sozialverhalten

  • sozialer Rückzug

  • Gefühle der Leere

  • Gedankenkreisen

  • gesteigerte Sorge

  • Freudlosigkeit

  • Trauer

  • Angst

  • depressive Verstimmung

  • Schwierigkeiten, mit alltäglichen Anforderungen zurechtzukommen, diese vorauszuplanen oder fortzusetzen



Die Anpassungsstörungen sind Reaktionen auf Belastungen. Solche Belastungen können Beendigung einer Beziehung, Eheprobleme, Tod eines Partners, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder Mobbing sein. Aber auch sogenannte kritische Lebensereignisse wie Schulwechsel, Heirat, Geburt, Tod eines Angehörigen, Arbeitslosigkeit, Umzug, Pensionierung können bei mangelnder Bewältigungsfähigkeit eine Belastung sein und zu einer Anpassungsstörung führen. Weiterhin gilt dies für Ereignisse wie Unfälle, Raub, Ueberfall oder Operationen.


http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/anpassungsstoerung.html

 

 

Um jetzt wieder ins Leben zu treten, waere es wichtig, dass Sie sich Hilfe suchen, um mit Ihren Depressiven Symptomen umzugehen. Depressionen gehen einher mit einem besonders negativen Erleben der Welt, mit sog. katastrophisierenden Gedanken, in denen man sich ausmalt, welche schlimmen Dinge passieren könnten. Der Wahrnehmungsfokus liegt auf dem: Was fehlt noch? Was habe ich noch nicht erreicht? Was kann ich noch nicht? Was läuft schief in meinem Leben? Es gibt immer Dinge, die noch nicht so gut laufen, die noch fehlen und die schief laufen, aber depressive Menschen sehen vor allem diese negativen Tatsachen und verlernen mit zunehmender Krankheitsdauer immer mehr, die positiven Dinge auch wahrzunehmen und zu fühlen. Dies führt zu andauernden negativen Gefühlszuständen, starker Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Energielosigkeit. Häufig kommt es auch zu einer Gewichtszunahme oder Abnahme, zu sexuellen Störungen und Libidostörungen. Das Morgentief erleben besonders viele Patienten als große Belastung. Der Tag beginnt schwer, es ist nur mit großer Mühe möglich, das Bett zu verlassen und das Tagewerk zu beginnen. Bei besonders schweren Depressionen schaffen die Patienten es nicht mehr, das Bett zu verlassen.

Bei einer Depression kommt es oft zu kognitiven Verzerrungen. In depressiven Phasen kommt es zu Fehlinterpretationen der Wirklichkeit, die zu einer pessimistischen Sichtweise der Welt, der eigenen Möglichkeiten und der Zukunft führt. Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge werden verwechselt. Unangemessene Verallgemeinerungen (Depressionen kann doch niemand heilen) oder übertreibungen (die Sprechstundenhilfe hat mich abweisend behandelt, als sie sagte, dass ich noch etwas länger warten muss), emotionale Beweisführung (ich habe das Gefühl, dass sie mir nicht helfen kann, also stimmt das) und das weit verbreitete Gedankenlesen (ich weiss, dass sie mich nicht leiden kann) sind typische kognitive Verzerrungen. Depressive Patienten haben eine Neigung zum kognitiven Verzerren. Man weiß jedoch nicht, ob die Depression die kognitiven Verzerrungen auslöst oder ob die kognitiven Verzerrungen die Depression auslösen. Kognitive Verzerrungen könnten z.B. auch erlernt sein. Das Bewusstmachen von kognitiven Verzerrungen und das Auflösen dieser Verzerrungen führen zu einer Verbesserung des subjektiven Erlebens. Depressive Patienten können lernen, ihre Gedanken selbst zu überprüfen und zu verändern. Dies ist ein wichtiger Bestandteil der Kognitiven Verhaltenstherapie. Irrationale Einstellungen werden verändert und wirken sich damit auf das konkrete Verhalten aus.

Auch die Gehirnchemie ist bei depressiven Patienten verändert. Bestimmte Neurotransmitter wie Noradrenalin und Serotonin sind entweder zu wenig oder zu viel verfügbar. Genau hier setzen Psychopharmaka an. Leider weiß man bis heute nicht genau, wie diese wirken. Man weiß auch nicht, ob die Verschiebung der Neurotransmitterhaushalte die Depression verursacht oder ob die Depression die Neurotransmitterhaushalte negativ beeinflusst. Tatsache ist, dass viele depressive Patienten sehr gut auf die Behandlung mit Antidepressiva reagieren. Die Kombination von Antidepressiva und Kognitiver Verhaltenstherapie gibt heute als die Methode der Wahl für die Behandlung der Depression.

Meine Empfehlung waere, dass Sie mit Ihrem Hausarzt ueber Antidepressiva sprechen, um diese Krise in Ihrem Leben zu ueberwinden. Dazu gibt es auch Selbsthilfeseiten wie diese, die Tipps fuer den Umgang mit Depressionen geben:

 

 

http://www.depression-behandeln.de

Ich weiss, dass Sie Ihre Frau wiederzurueckgewinnen moechten. Aber dazu ist es wichtig, dass es Ihnen erst einmal besser geht.Und darum müssen Sie Dinge tun, die IHNEN gut tun. Was sich in Ihrer Psyche während und nach einer Trennung abspielt, ist Folgendes:

Sie haben sich durch den Trennungsschmerz -wenn nicht schon während der Beziehung- zusehends selbst verloren. Das Schwierigste und gleichzeitig Wichtigste nach einer Trennung ist, dass Sie sich selbst wiederfinden müssen. Ihren Charakter, Ihre Würde, Ihr Lächeln - Ihre liebevolle und respektvolle Seite. Denn genau das macht Sie aus. Im Zustand des Trennungsschmerz´ machen Menschen einen eher jämmerlichen Eindruck. Leider wirken jämmerliche Menschen nunmal NICHT ATTRAKTIV auf andere Menschen – schon gar nicht auf Ihre Frau. Daher konzentrieren Sie sich zuerst einmal nur auf Eines: Sie müssen sich wieder WOHL in Ihrer eigenen Haut fühlen. Und das erreichen Sie nur, indem Sie Dinge FÜR SICH SELBST TUN.

 

Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort in ihrer Kürze geholfen hat und beantworte natürlich auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

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