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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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Sehr geehrte Damen und Herren, ich wähle aus lauter Verzweiflung

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren, ich wähle aus lauter Verzweiflung diesen Weg. Wie soll ich beginnen? Ich bin 44 Jahre alt, männlich, in einer Lebenspartnerschaft, geschäftsführender Gesellschafter einer GmbH im Weiterbildungsbereich. Unsere finanzielle Situation droht zu eskalieren, viele Verhandlungsgespräche und Taktiken, Geldbeschaffungsmaßnahmen und Reflektionen liegen bereits hinter mir. Seit fast über einem Jahr befinden wir uns in dieser Situation, und es wird immer schlimmer. Jetzt ist es soweit, dass ich vor lauter Sorgen und Ängsten bereits Schmerzen bekomme. Ich komme morgens nicht mehr aus dem Bett, bin mehr als lustlos, habe keine Motivation, mache meine eigentliche Arbeit nicht, könnte den ganzen Tag vor mich hin starren, habe große Ängste, fühle mich elend und schlecht, habe einen Druck auf Magen und in der Herzgegend, kann meinen Mitarbeitern nicht mehr als Vorbild dienen, kann sie nicht mehr führen, fühle mich so nutztlos, so schuldig, als Versager. Und es ist mir peinlich.
Ich habe im Laufe des letzten Jahres bestimmt schon drei oder viermal an einen Suizid gedacht, aber letztendlich mich nicht getraut. Ich kann meinen Lebens- und Geschäftspartner doch nicht mit all dem Fiasko hier allein zurück lassen und dann noch mit dem zusätzlichen Schmerz des Verlustes!
Das Schlimme am Ganzen jedoch ist, dass ich mich mit den einzelnen Schritten und Phasen selbst sehr gut auskenne. Ich bilde Business Trainer selber aus und lege sehr viel Wert auf das systemische Arbeiten mit konstruktivistischem Aspekt, besonders im Einzelcoaching. Zu mir kommen Leute, die von mir Hilfestellung erwarten, die ich auch geben konnte. Nur diese Arbeit wird für mich immer schwieriger, weil ich mich selbst an ihrer Stelle sehe. Dies ist für mich ein großer ambivalenter Zwiespalt.
Mir fehlt die Kraft, die Leidenschaft, die Liebe.
Kontakt zu meiner Familie besteht zwar, ist aber oberflächlich und keiner würde sich für meine eigentlichen Probleme interessieren, ganz im Gegenteil, ich müsste mir viele Vorwürfe etc. anhören. Das wäre für mich kontraproduktiv.
Mein Lebenspartner strahlt immer noch etwas Optimusmus aus, obwohl ich merke, auch er leidet und hadert an der Situation.
Mein Tag besteht aus meiner Sicht daraus, dass ich sinnlos in die Firma fahre, wenn ich denn mal aus dem Bett gekommen bin. Man kann sich auf mich nicht verlassen, wann ich denn im Büro auftauche. Dann halte ich meine Bürotür auch gerne ständig zu, damit man mich allein und in Ruhe lässt. Nur das Nötigste bespreche ich mit meinen Mitarbeitern.
Wenn das Telefon schon klingelt, läuft mir ein Schauer den Rücken runter und die Angst schnürt mir die Kehle zu. Wer will jetzt schon wieder etwas von mir? Was kann ich sagen? Ich weiß nicht was ich sagen kann und soll. Ich fange an, mich verleugnen zu lassen und bin über jedes Telefonat und Gespräch froh, dass mein Lebens-/Geschäftspartner übernimmt. Dann atme ich auf, dass ich dies nicht machen muss.
Ich war letzte Woche bei meinem Hausarzt gewesen und habe ihm zumindest im Groben und Wichtigsten geschildert, wie es mir geht. Er hat mir sofort geraten, einen Psychotherapeuten aufzusuchen, der von außen mal auf mich schaut. Er hat jemanden empfohlen, der allerdings nur donnerstags von 12.30 bis 13.00 Uhr telefonisch erreichbar ist, um einen Erstgesprächstermin zu vereinbaren. Daraufhin habe ich mich auch dort einfach kurz per Mail gemeldet. In der Antwort wurde mir schon mitgeteilt, dass der Termin für ein Erstgespräch frühestens Mitte/Ende Mail sein könnte.
Jetzt habe ich mir schon ein Herz gefasst und wollte dort morgen am Donnerstag mal anrufen, um einen Anfang zu finden, jedoch muss ich einen wichtigen Verhandlungstermin morgen von 12.00 bis 13.00 wahrnehmen. Mist. Das ärgert mich wieder. Der Termin wird eh schon schlimm genug für mich, da werde ich innerlich Blut und Wasser schwitzen. Aber mein Partner hat parallel andere Termine und kümmert sich darum, dass wir neue Kunden an den Start bekommen.
Ich glaube, das sollte reichen. Was mache ich nur und zwar jetzt sofort?
Anderen zu helfen ist mir bis jetzt noch gut gelungen, mich selbst aus dieser Lage zu befreien scheint mir schier unmöglich. Ich stecke in einer Sackgasse.
Entschuldigung, aber der Text ist doch länger geworden als ich dachte.
Vielen Dank.
Mit vielen Grüßen
R.L.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die offen Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben.

Ich kann verstehen dass Sie im Moment im Zwiespalt sind, sich a) behandeln zu lassen, dann aber besteht die Möglichkeit das auf der anderen Seite die finanziellen Probleme der Firma steigen und b) weiter zu kämpfen und sich selbst zu vernachlässigen. Ich würde Ihnen empfehlen darüber nachzudenken was in weiterem Fall passieren kann- richtig Ihr totaler Zusammenbruch und ist damit der Firma und Ihnen geholfen????? Gerade in helfenden Berufen ist die Gefahr eines Burnouts oder die Herausbildung anderer psychischer Störungen sehr hoch, letztendlich sind wir alle auch nur Menschen und auch wir haben Grenzen, die wir aber auch rechtzeitig erkennen sollten und wenn wir dies nicht tun dann zeigt uns unser Körper auf die eine oder andere Art das wir jetzt handeln müssen.

Sie schreiben Ihr Hausarzt hat Ihnen empfohlen sich psychotherapeutisch behandeln zu lassen und das ist auch richtig erkannt. Denn wenn, und Ihren Ausführungen entnehme ich das, eine körperliche Erkrankung als Hintergrund der Störung bereits ausgeschlossen wurde sind die Symptome auf psychischer Ebene. Hier kann sowohl ein Burnout, eine Depression aber auch eine Somatisierungsstörung in Frage kommen. Dies bedarf jedoch einer genauen Diagnostik bei einem Facharzt für Psychiatrie und dieser kann sofern es sich um eine Depression handelt, auch medikamentös unterstützen. Ich vermute jedoch eher eine Somatisierungsstörung. Daher möchte ich versuchen, um Ihnen das Verständnis für diese psychische Störung ( Somatisierungsstörung )etwas näher zu bringen die wesentlichsten Symptome zusammenfassend darzustellen. Am Anfang möchte ich Ihnen ein Zitat mit auf den Weg geben, der den Umstand einer Somatisierungsstörung (psychosomatischen Störung = Psychosomatik) sehr gut beschreibt.

„Geh du vor, sagt die Seele zum Körper.

Auf mich hört er nicht. Vielleicht hört er

auf dich.

Ich werde krank, dann wird er Zeit für

dich haben, sagt der Körper."

Mit Psychosomatik (altgr. Zusammensetzung Psycho für Atem, Hauch und Seele und Soma für Körper, Leib und Leben) wird in der Medizin die Betrachtungsweise und Lehre bezeichnet, in der die geistig-seelischen Fähigkeiten und Reaktionsweisen von Menschen in Gesundheit und Krankheit in ihrer Eigenart und Verflechtung mit körperlichen Vorgängen und sozialen Lebensbedingungen in Betracht gezogen werden Bei psychosomatischen Störungen handelt sich um zumindest erheblich psychogen verursachte aber organisch anmutende körperliche Symptome Die Psychosomatik umfasst den gesamten Bereich diffuser körperlicher Mißempfindungen bis hin zu nachweisbaren organischen Schäden mit psychogener Beteiligung Psychosomatik = Syndrome ohne fassbaren pathologischen Organbefund, d.h. der psychische Anteil ist immer von unterschiedlicher Art und Gewicht für jeden einzelnen Patienten, was der Psychosomatik immer etwas sehr individuelles gibt und somit nicht immer allgemeingültig sein kann. Wesentlich hierbei ist, das körperliche Symptom tritt auf, da die Person unfähig ist, ihre Konflikte psychisch zu verarbeiten .In der heutigen Betrachtung der Psychosomatik geht man von einem bestehenden TRIAS zwischen dem Individuum, seinen Beziehungsgestaltungen sowie seiner Umwelt aus ==>

Der psychosomatische Trias besteht aus drei Ebenen (personelle Ebene, zwischenmenschliche Ebene und soziokulturelle Ebene) die auch für sich wiederum einen Einfluss auf die Entstehung,

den Verlauf sowie die Prognose der Krankheitsproblematik haben und in Wechselwirkung miteinander stehen Es stellt sich auch für Sie berechtigt die Frage, ab wann kann man eine Diagnose Somatisierungsstörung (somatoforme Störung oder auch psychosomatische Störung) stellen?

Grundlage der Diagnose sind natürlich erst mal das

Vorliegen vegetativer Beschwerden

alle sog. klassischen psychosomatischen Erkrankungen (z.B. „Holy Seven" z.B. Zwölffingerdarmgeschwüre, Bluthochdruck usw.) das Auftreten der Symptome in Zeiten besonderer Belastung oder körperlicher Reifungsprozesse wie Schuleintritt, Pubertät, Berufseintritt, Todesfälle, Wechseljahre, Midlife-Krise, Ehe etc. das frühere oder gegenwärtige Vorliegen neurotischer Symptome (z.B. Angst, Depression, Zwanghaftigkeit usw.) fehlender organischer Befund trotz intensiver Untersuchung wenn zum hauptsächlichen Leiden (Leitsymptom) weitere vorwiegend funktionelle Symptome (z.B. diffuse Beschwerden Herz-Kreislauf, Magen Darm) hinzukommen wechselnde, unbeständige Beschwerden ( Taubheitsgefühl, Kribbelgefühl, Jucken und brennen der Haut, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Müdigkeit , Kopfschmerzen usw.) direkt oder indirekt (unbewusst) ersichtliche psych. Konflikte des Patienten der Krankheitsverlauf entspricht den Vorstellungen des Patienten von der Krankheit und nicht dem "normalen" Krankheitsverlauf .Das Fehlen nachweisbarer organischer Ursachen alleine berechtigt aber noch nicht zur Unterstellung einer psychosomatische Erkrankungen ACHTUNG dazu müssen möglichst konkrete Hinweise auf mögliche psych. Belastungen vorliegen Sie merken vlt. selbst, das einige dieser Symptome auf Sie zutreffen können oder auch andere wiederum gar nicht. Hier ist eine diagnostische und fachgerechte Abklärung (auch differenzialdiagnostisch) unbedingt erforderlich, jedoch bitte von einem Psychologen bzw. Psychiater.

Sie können sich dazu an einen ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin oder Psychologen) mit einer Zusatzqualifikation für tiefenpsychologisch/ psychoanalytische Therapie oder psychosomatische Medizin in Ihrer Nähe wenden. Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben z.B. "tiefenpsychologisch/ analytische Ausbildung + Ort oder Facharzt für psychosomatische Medizin usw.) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen Ambulanz vereinbaren und dort vorstellig werden. Des Weiteren können Sie auch Hilfe bekommen durch eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe. wo sich eine Gruppe mit dieser Beschwerdesymptomatik befindet erfahren Sie über Ihre Krankenkasse oder sogenannte Selbsthilfekontaktstellen(gibt es in jeder größeren Stadt). Natürlich können Sie sich auch einem Selbsthilfeforum im Internet anschließen, vielleicht ist diese Seite für Sie hilfreich, hier finden Sie Selbsthilfegruppen für die verschiedenen psychischen Störungen, einfach Psychosomatik anklicken

http://www.ipsis.de/adressen/adressselbsthilfe.htm

Bitte denken Sie daran, diese beschriebene Symptomatik kann viele Ursachen haben, diese können sehr weit zurückliegen, aber es liegt alleine an Ihnen genügend Mut zu finden das genau heraus zu finden um sich dann damit auseinander setzen zu können.

Ich hoffe ich konnte Ihnen in der Kürze der Ausführung etwas helfen und wünsche Ihnen viel Kraft und alles Gute auf Ihrem weiteren Weg

Mit freundlichen Grüßen

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button Akzeptieren) anzuweisen. Vielen Dank

Bekannt aus:

 
 
 
„[...]mehr als Zehntausend Experten weltweit; 1500 davon in Deutschland. Acht Jahre nach dem Start ist das [...] Online-Unternehmen mit seinen 90 Mitarbeitern die größte Web-Seite für das Vermitteln von Experten von Anwälten über Ärzte bis hin zu Universitätsprofessoren.“
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