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diplompsychologe
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

ich bin 21 und studiere Medizin, der Leistungsdruck ist sehr

Kundenfrage

ich bin 21 und studiere Medizin, der Leistungsdruck ist sehr hoch und ich frage mich oft ob ich alles schaffen kann. vor drei Monaten ist meine Großmutter gestorben,was mich unendlich mitnimmt.meine Hautärztin hat mir vor zwei Wochen eine periorale dermatitis diagnostiziert, mein hautbild ist also weniger gut. vor einigen Jahren hatte ich sehr schwere Akne, seitdem traue ich mich nie ungeschminkt aus dem haus und ich habe permanent angst, dass ich nicht hübsch genug und gut genug bin.ich habe noch nie ein großes Selbstbewusstsein gehabt, aber jetzt ist es ganz schlimm. am liebsten würde ich den ganzen tag schlafen, und weinen, ich habe keinen Hunger und muss mich zu jedem bissen zwingen. ich traue mich nicht aus dem haus, alles nur wegen ein paar Pusteln!was kann ich denn tun um endlich mehr Selbstbewusstsein zu erhalten und vor allem dass ich nicht ständig auf die Meinung anderer angewiesen bin? bitte helfen sie mir!liebe grüße
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen, Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben.

Ich verstehe das Sie sich in einer Lebenskrise befinden, zum einen der Tod Ihrer Großmutter die Sie sicher sehr geliebt haben, dann die Anforderungen im Studium und nicht zuletzt die festgestellte Hautkrankheit. Für viele Menschen würde schon eins dieser Probleme ausreichen um eine Depression auszubilden. Im Rahmen der von Ihnen beschriebenen Symptome würde ich Ihnen daher eine Konsultation eines Psychiaters z.B. in einer psychiatrischen Institutsambulanz (auch ggf. Notfallambulanz, wenn vor allem Gedanken aufkommen könnten, nicht mehr Leben zu wollen) an einer Uniklinik oder in einem Fachkrankenhaus für Psychiatrie zu empfehlen um auch eine vlt. zeitweise Unterstützung mit Medikamenten zu ermöglichen bzw. dadurch erst ein Mal Ihre doch schon eher depressiv anmutenden Symptome (dazu gehört auch eine geringes Selbstwertgefühl, das Gefühl nicht gut genug zu sein usw.) akut behandeln zu lassen. Scheuen Sie sich nicht, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen und haben Sie auch keine Angst über Ihre Probleme zu reden, Sie werden das auch schaffen, denn den ersten Schritt haben Sie schon getan indem Sie in diesem Forum Ihre Frage stellten., In der Regel tragen die Krankenkassen auch die Kosten.

Es ist daher wichtig dass Sie sich auch in Behandlung begeben um die Entwicklung zu einer manifesten (chronischen) Depression zu verhindern. Depressionen zeichnen sich aus durch traurige Verstimmtheit, gedrückter pessimistischer Stimmung, Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Antriebsminderung, leichter Ermüdbarkeit und eventuell Angst und Selbsttötungsneigung. Dies sollte immer auf Grund noch weiterführender Diagnostik (also auch psychometrischer Testverfahren z.B. Beck Depression Inventar = BDI) psychiatrisch/ psychologisch genauer exploriert werden. Wenn man depressiv ist, dann sind alle Bereiche der Persönlichkeit, der Psyche und des Alltags davon beeinträchtigt: das Denken, Fühlen, Handeln und körperliche Befinden.

Die depressiven Symptome sind morgens am stärksten. Im Laufe des Tages tritt meist eine Besserung ein und gegen Abend fühlen sich depressive Menschen häufig recht gut.

Gedanken bei Depressionen

Negative Gedanken = Selbstvorwürfe und Schuldgefühlen
Konzentrations- und Entscheidungsprobleme è richtige Entscheidung ist und weil er Angst hat, einen Fehler zu machen usw.

Körperliche Symptome bei Depressionen

Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Schlaf-, Ernährungs- und Sexualprobleme, Körperliche Beschwerden = depressive Menschen verspüren eine Reihe körperlicher Beschwerden wie Kopf-, Magen-, Rücken- und Herzschmerzen, Verstopfung aber auch zu Durchfall kommen

Gefühle bei Depressionen

Traurigkeit = das wesentliche Merkmal einer depressiven Erkrankung ist eine große Traurigkeit, Niedergeschlagenheit und Hoffnungslosigkeit.

Freundlosigkeit - Lustlosigkeit - Interessenlosigkeit = mit der Traurigkeit geht die Unfähigkeit einher, Freude zu empfinden. Die Unfähigkeit, sich nicht mehr über Dinge freuen zu können, die einem früher Spaß und Vergnügen bereitet haben, wird von vielen Betroffenen oft als endgültiger Beweis dafür angesehen, dass alles sinnlos und hoffnungslos ist usw.

Es ist also dringend anzuraten, zuerst einen Hausarzt aufzusuchen um eine körperliche Erkrankung als Hintergrund der Störung auszuschließen (z.B. durch Hormone) und dann eine unbedingte Vorstellung bei einem Facharzt für Psychiatrie. Dieser kann dann auch medikamentös unterstützen um Sie aus ihrem Tief erst einmal wieder herauszuholen, jedoch sollte dies kein Dauerzustand sein und eine Psychotherapie ist auf jeden Fall begleitend zu empfehlen Die Behandlung mit Antidepressiva ist nur ein Therapiepfeiler bei der Behandlung von Depressionen. (Zwei weitere sind Psychotherapeutische und sozialpsychiatrische Verfahren je nach den speziellen Gegebenheiten der depressiven Störung).
Neben der kognitiven Verhaltenstherapie, gibt es aber auch noch weitaus mehr an möglichen Therapieverfahren die für Sie in Frage kommen könnten und dies Selbst im Rahmen der verhaltenstherapeutischen Intervention. Von der Therapieform her, wäre eine verhaltenstherapeutische Therapie die mir hier am besten in Frage kommende Therapierichtung zu sein (z.B. kognitive Verhaltenstherapie nach A. Beck oder ggf. der ABC Methode nach Ellis). Hier erlernen Sie konkret innerhalb der Therapie, wie Sie bei Depressionen geeignet reagieren können, ohne dass es zu stark ausgeprägtem Negativismus in den Gedanken kommt. Sei dies nun ambulant oder stationär kann aber auch eine tiefenpsychologisch fundierte Behandlung für Sie sehr sinnvoll sein, da hier unbewusste Vergangenheitskonflikte (so z.B. mit Ihren Eltern, die vlt. ursächlich eine Rolle spielen für Ihre Depression, ggf. erlebte Traumata usw.) in Frage kommen ggf. auch eine lange Psychoanalyse.
In diversen Fachpublikationen konnte eine ziemlich neue Therapiemethode gerade bei Depressionen gute Behandlungserfolge vorweisen. Diese Therapiemethode entwickelte sich aus der Verhaltenstherapie (wird daher auch von den Krankenkassen übernommen) und integriert auch andere Behandlungsansätze in die Therapie. Diese Therapieform nennt sich Schematherapie und vor allem zu Therapeuten die diese Behandlungsmethode anwenden erfahren Sie unter
http://www.schematherpapie.de/
Sie können sich natürlich auch erst ein Mal an einen ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin oder Psychologen) in Ihrer Nähe wenden und einen Termin ausmachen. Die Kosten dafür werden im Regelfall von der Krankenkasse übernommen. Über die Krankenkasse erfahren Sie auch ohne Probleme welche Kollegen für eine psychotherapeutische Behandlung in Ihrem Umfeld hierfür in Frage kommen. Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben z.B. verhaltenstherapeutisches Ausbildungsinstitut + größere Orte in der Nähe z.B. München, Berlin ect.) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz vereinbaren.

Oft als sehr hilfreich hat sich bei Ängsten ein Besuch/ Kontaktaufnahme mit einer Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe erwiesen. Wo sich hier eine solche Gruppe in Ihrer Nähe befindet erfahren Sie z.B. unter http://www.selbsthilfenetz.de/ bzw. über Ihre Krankenkasse bzw. sogenannte Selbsthilfekontaktstellen. Vielleicht haben Sie das aber ja bereits versucht bzw. in Angriff genommen.

Ich hoffe, mit meinen Ausführungen konnte ich Ihnen weiter helfen und wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute.

Mit freundlichem Grüßen

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button Akzeptieren) anzuweisen. Vielen Dank