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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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Mein Sohn 22 Jahre hatte einen Autounfall mit 2,6 Promile

Kundenfrage

Mein Sohn 22 Jahre hatte einen Autounfall mit 2,6 Promile Alkohol. Zum Glück ist nur Blechschaden und das Handgelenk gebrochen. Er sitz jetzt wie ein Häufchen Elend zu Hause. Nur er kommt wohl vom Alkohol nicht los und raucht ohne Ende. Er sagt, er wird den Film in seinem Kopf nicht los. er sagt auch Satze: wäre ich bloß draufgegengen etc. Jetzt fahre ich bald in Urlaub. Ich habe etwas Angst um ihn. Vorallen den Alkoholkonsum habe ich unterschätzt . W as kann ich als Mutter jetzt tun? Mein Sohn sagt selber, er braucht wohl einen Therapeuten. Aber wo setzt man jetzt an?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage. Sie beschreiben eine schwierige Situation. Es scheint als ob Sie sich zu Recht Sorgen um Ihren Sohn machen - auch wenn dieser eigentlich erwachsen ist und damit seine eigenen Entscheidungen treffen kann und darf - und damit auch die Konsequenzen seines Verhaltens ausbaden muss und darf. Von dem, was Sie beschreiben, waere es tatsaechlich wichtig, dass Ihr Sohn Hilfe bekommt. Ihre Idee, erst einmal zum Hausarzt zu gehen, klingt sinnvoll. Auch ein Anruf oder Besuch bei der naechsten Suchtberatungsstelle waere sinnvoll. Dort kann man Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen und Ihnen wahrscheinlich auch mitteilen, welche Aerzte und Therapeuten in Ihrer Gegend sich mit der entsprechenden Problematik auskennen.

 

Ich gehe davon aus, dass der Unfall vor Kurzem passiert ist - also innerhalb der letzten 3 Wochen? Wenn Ihr Sohn sagt, dass er "den Film im Kopf nicht los wird", dann koennte das ein Zeichen dafuer sein, dass er unter einer akuten Belastungsstoerung leidet. Diese ist die Folge einer extremen psychischen Belastung, für die der Betroffene keine geeignete Bewältigungsstrategie besitzt.

In der Akutphase ist vor allem eine Betäubung der betroffenen Person auffällig. Sie scheint wichtige Aspekte der Situation nicht zu bemerken oder führt Handlungen durch, die unangebracht oder völlig sinnlos erscheinen (Bewusstseinseinengung, Wahrnehmungs- und Reizverarbeitungsstörung, Desorientiertheit). Außerdem kommen dissoziative Symptome vor, also das Gefühl, nicht man selbst zu sein oder alles wie durch einen Filter oder eine Kamera zu erleben (Depersonalisation, Derealisation). Meistens am eindrucksvollsten für den Außenstehenden sind die starken emotionalen Schwankungen des Menschen, der eine Akute Belastungsreaktion erlebt. Ausgeprägte Trauer kann sich innerhalb kurzer Zeit mit Wut oder Aggression oder scheinbarer Teilnahmslosigkeit abwechseln. Begleitet werden können die oben genannten Zeichen von einer vegetativen Reaktion, also von allgemeinen Stressreaktionen wie Schwitzen, Herzrasen oder Übelkeit.

In der nachfolgenden Verarbeitungsphase verändern sich die Beschwerden, nehmen normalerweise im Verlauf der Verarbeitung ab und verschwinden üblicherweise völlig. In dieser Verarbeitungsphase kommt es oft zu einem Wiedererleben der Ereignisse (der Film, von dem Ihr Sohn spricht), also dem Eindringen des Erlebten in den Alltag. Das kann in Form von Albträumen oder auch als sich aufdrängende Erinnerungen (Flashbacks) geschehen. Diese Flashbacks werden häufig von Wahrnehmungen, die an die belastende Situation erinnern, ausgelöst („getriggert“). Besonders häufig sind dies Gerüche oder Geräusche, zum Beispiel der Geruch von verbranntem Fleisch oder der Lärm eines Autounfalls. Häufige Folge dieses Wiedererlebens ist ein ausgeprägtes Vermeidungshandlung (zum Beispiel fährt der Betroffene nach einem Verkehrsunfall zunächst nicht mehr dieselbe Strecke wie vorher - oder gar nicht wie im Fall Ihres Sohnes). Außerdem kann es zu emotionaler Verflachung kommen, also zu einer eingeschränkten Empfindungsfähigkeit. Letztlich findet sich häufig ein erhöhtes Erregungsniveau mit Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit oder Reizbarkeit - welche Ihr Sohn wahrscheinlich erfolgreich mit Alkohol therapiert (denn dieser hilft ja wirklich, damit man sich entspannt und nichts fuehlt). In der Regel lassen die Symptome dann auch von selbst wieder nach (darum meine Frage danach, wie lange der Unfall her ist). Halten diese Symptome allerdings laenger als 4 Wochen nach dem Ereignis an, dann wird aus der akuten Belastungsstoerung eine "posttraumatische Belastungsstoerung". Es ist wichtig, dass man diese so schnell wie moeglich behandelt durch Therapie und oft auch Medikamente.

 

Es scheint, dass das wirklich problematische Verhalten Ihres Sohnes im Moment der Alkoholkonsum ist, denn dieser hat ja auch zu dem Unfall beigetragen.

Falls Sie sich die Frage stellen, ob der Alkoholkonsum Ihres Sohnes zur Alkoholabhaengigkeit geworden ist, dann gibt es einige online Frageboegen, die Ihnen da vielleicht erste Hinweise geben koennten. Z.B. http://www.psychotherapiepraxis.at/surveys/test_alkoholismus.phtml oder http://www.alkoholismus-hilfe.de/alkoholismus-diagnose.html


 

Eine Alkoholabhängigkeit entsteht sowohl auf körperlicher als auch auf psychischer Ebene. Dabei ist es keine Frage der Menge, ob jemand Alkoholiker ist oder nicht: Während manche Alkoholiker ihren täglichen Alkoholkonsum gut kontrollieren können, es jedoch nicht schaffen, abstinent zu bleiben, trinken andere tagelang, ohne ihren Konsum kontrollieren zu können. Die Symptome einer Alkoholabhängigkeit können also variieren.

Charakteristische Symptome von Alkoholismus sind zum Beispiel:

  • der starke Wunsch/Drang, Alkohol zu sich zu nehmen

  • die Unfähigkeit, Beginn und Ende des Trinkens zu kontrollieren beziehungsweise zu kontrollieren, wie viel getrunken wird.

  • körperliche Entzugserscheinungen

  • Toleranzentwicklung: Der Alkoholiker benötigt immer höhere Dosen, um sich gut zu fühlen

  • Interessenverlust; Dinge, die früher Spaß gemacht haben, rücken in den Hintergrund

  • Unfähigkeit, den Konsum zu stoppen, obwohl es bereits zu körperlichen, psychischen und sozialen Folgen gekommen ist

 

Es gibt verschiedene "Typen" von Trinkern (nach Prof. E.M. Jellinek).

 

Alpha - Trinker
sind Erleichterungstrinker, die mit Alkohol ihre Probleme zu lösen versuchen. Sie sind zwar einer fortschreitenden Abhängigkeit ausgesetzt, können aber ihren Alkoholkonsum unter Kontrolle halten.

Beta - Trinker
sind Gelegenheitstrinker ohne eine eingetretene Abhängigkeit. Bei ihnen treten vor allem Beschwerden durch Folgekrankheiten auf, z.B. Leberschäden, Magenleiden ( Gastritis ) u.a.

Gamma - Alkoholiker
sind die eigentlichen Alkoholiker, die vom Alkohol seelisch und körperlich abhängig sind. Sie haben über ihren Alkoholkonsum keine Kontrolle mehr.

Delta - Alkoholiker
sind " Spiegeltrinker ", sie können ihren Alkoholkonsum relativ lange unter Kontrolle halten. Sie sind zwar körperlich, aber nicht seelisch abhängig. Bei schleichender Dauerintoxikation sind sie eher unauffällig.

Epsilon - Alkoholiker
werden als " Quartalssäufer " bezeichnet. Nach wochenlanger Abstinenz trinken sie tagelang völlig unkontrolliert.

 

Hier ein Fragebogen dazu: http://www.alkohol-hilfe.de/suchthilfen/jellinek.htm

 

Oft bedingen sich Depressionen und Alkohol. Süchtige greifen zur Flasche, um ihre Depression zu therapieren, und der Alkoholkonsum macht durch seine schädigende Wirkung selbst depressiv. Drogen und Alkohol reduzieren das Bewusstsein und wirken somit schmerzlindernd - nicht nur im körperlichen, sondern auch im psychischen Sinne. Besonders Alkohol wirkt stark dämpfend und ist deshalb die bevorzugte Droge vieler Menschen mit Angststörungen.

 

Meine erste Empfehlung waere wie gesagt die Drogen- oder Suchtberatungsstelle in Ihrer Naehe. Ansonsten gibt es natuerlich auch andere Wege einen Therapeuten zu finden, dabei waere es wichtig jemanden zu finden, der sich mit Suchtverhalten und Alkohol auskennt. Um relativ schnell einen Termin zur Diagnostik und/oder zur Therapie zu bekommen, wenden Sie sich am besten an eine nahegelegene psychotherapeutische/ psychiatrische ambulante Fachklinik, an eine Universitätsklinik mit einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz oder an ein psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut. Es dauert oft recht lange, um einen Termin bei einem niedergelassenen Psychologen zu bekommen, aber auch das ist eine Moeglichkeit. Fragen Sie dazu bei Ihrer Krankenkasse nach einer Liste von geeigneten Therapeuten. Hier finden Sie ebenfalls Listen von Therapeuten (mit und ohne Kassenzulassung) nach Postleitzahl geordnet:

http://www.psychotherapiesuche.de/therapeutensuche
http://www.netzwerk-psychotherapie.de/
http://www.therapeuten.de/

http://www.therapeutenfinder.com/therapeuten/

Hier finden Sie psychologische Ausbildungsinstitute:

http://www.therapie.de/psyche/info/ausbildung/adressen-und-links/

 

 

Hier noch weitere hoffentlich hilfreiche Internetseiten fuer Sie und Ihren Sohn:

 

http://www.alkohol-hilfe.de/
http://www.forum-alkoholiker.de/

http://www.ipsis.de/adressen/adressselbsthilfe.htm

http://www.imedo.de/

http://www.netdoktor.at/krankheiten/fakta/alkoholismus.htm





Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort in ihrer Kürze geholfen hat und beantworte natürlich auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

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