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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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Hallo, mein Freund war in einem freiwilligem Entzug. 10 Tage

Kundenfrage

Hallo, mein Freund war in einem freiwilligem Entzug. 10 Tage lang. Das ist jetzt drei Wochen her. Langsam merke ich das er immer mehr alkoholfreies Bier trinkt.
Es schmeckt ihm, sagt er. Ist das ein zeichen das er wieder gefallen an richtigem Bier bekommen könnte??
Danke XXXXX XXXXX Antwort
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage. Alkoholismus ist eine "chronische" Krankheit, das heisst, man bleibt krank auch wenn man die Krankheitssymptome im Griff hat. Aus meiner langjaehrigen Erfahrung in der Arbeit mit Alkoholikern ist es nicht unbedingt empfehlenswert, alkoholfreies Bier zu trinken, denn der Schritt zurueck zum "normalen Bier" ist dann kleiner, aber letztendlich ist das eine Entscheidung, die jeder selbst treffen muss, denn nur weil man alkoholfreies Bier mag bedeutet das nicht automatisch, dass man rueckfaellig wird. Das Rueckfaelligwerden faengt oft "im Kopf" an mit Gedanken wie: "Ach nur einmal, das ist doch nicht so schlimm." Dann gibt man sich die Erlaubnis: "Einmal ist okay." und dann faengt man oft wieder an zu trinken. Dieser Prozess ist komplett unabhaengig von dem Trinken von alkoholfreiem Bier.

 

Eigentlich ist es wichtig, dass man nach dem Entzug irgendeine Art von Therapie macht oder sich einer Selbsthilfegruppe anschliesst, um Rueckfaelle zu vermeiden. Das Aufhoeren ist leicht, das "Aufgehoert bleiben" ist die grosse Herausforderung. Darum sind Ihre Sorgen berechtigt.Viele Alkoholiker werden rueckfaellig, aber nicht weil sie alkoholfreies Bier trinken, sondern weil sie denken,d ass sie es alleine schaffen und keine Hilfe brauchen. Man hat ja getrunken, um etwas zu erreichen - meist wollte man unangenehme Gefuehle unterdruecken. Wenn man nicht mehr trinkt, dannkommen diese Gefuehle wieder. Das ist das wirkliche Problem. Wenn man nicht weiss, wie man mit diesen Gefuehlen umgehen soll, dann faengt man wieder an zu trinken - denn es hilft ja. Sie sagen nichts zur Vorgeschichte Ihres Freundes, darum kann ich nicht sagen, was ihn zum Rueckfall bewegen koennte, aber meist sind es Wut, Trauer, Verlust, Angst oder Depressionen, die man vermeiden wollte und die einen nun wieder einholen wenn man nicht trinkt. Ich gebe Ihnen dazu gerne weitere Informationen wenn Sie mir etwas mehr zur Situation Ihres Freundes sagen.

 

 

Alkohol ist ein "logisches" Mittel, um negative Gedanken und Gefuehle abzuschwaechen. Auf emotionaler Ebene hat der Alkohol seine positive Wirkung im Abbau von Spannungs- und Angstzuständen. Bereits bei einer für die meisten nicht wahrnehmbaren Menge von 0,2 Promille verringern sich Angst- und Spannungszustände - die Person wird lockerer und Situationen, die vorher noch Angst verursachten und daher gemieden wurden, können nun vielfach angegangen und bewältigt werden.Ihr Maximum erreicht diese Wirkung bei einer Menge von 0,3 Promille. Ab 0,6 Promille wandelt sich diese positive Wirkung jedoch in eine negative. D.h. es kommt leichter zu Angst- und Beklemmungsgefühlen, die schon von sonst eher belanglosen Sachen ausgelöst werden können, und zu viele Hemmungen und damit natürliche Schranken fallen, was für die Umwelt äußerst unangenehme Folgen (Prügeleien, sexuelle Belästigung bis hin zu Gewaltverbrechen) haben kann. Wie gesagt, ich weiss nicht, was fuer ein Trinker Ihr FReund war und was davon auf ihn zutrifft.

 

 

Wichtig ist auch, wie Sie auf das Verhalten Ihres Freundes reagieren. Da sich eine Abhängigkeit meist schleichend entwickelt, bemerken Angehörige und Freunde manchmal gar nicht, dass all ihre Bemühungen zu helfen das Suchtverhalten des Betroffenen eigentlich nur unterstützen und verlängern. In Fachkreisen hat man hier den Begriff der Co-Abhängigkeit geprägt. Gemeint sind all jene typischen Verhaltensweisen von Bezugspersonen des Alkoholkranken, die damit die süchtige Fehlhaltung unterstützen. Menschen, die mit Suchtkranken zusammenleben, werden durch das Verhalten des Süchtigen, sowie dessen Konsequenzen mitbetroffen, beeinträchtigt und gekränkt, ohne zu wissen, was sie anders machen könnten. Angehörige versuchen meistens allein ihre Lebenssituation zu bewältigen und soviel Kontrolle wie möglich über diese chaotische Situation zu gewinnen. Das bedeutet gleichzeitig, dass dem Abhängigen Verantwortung abgenommen wird.

Suchtförderndes Verhalten von Partnern, Eltern oder anderen erwachsenen Bezugspersonen kann sehr unterschiedlich aussehen und letztendlich ist es dabei unerheblich welches Suchtmittel missbraucht wird - ob es sich um Alkohol oder eine andere Droge handelt. Heute kennt man mehrere typische Verhaltensstile, die von einer Co-Abhängigen Person praktiziert werden:

  • Vermeiden und beschützen: Der Abhängige wird davor bewahrt, die volle Tragweite der schädlichen Konsequenzen des Suchtmittelkonsums zu spüren.

 

  • Kontrolle: Der Co-Abhängige übernimmt die Kontrolle über den Suchtmittelkonsum des Abhängigen.
  • Der Co-Abhängige übernimmt zunehmend die persönlichen Verantwortlichkeiten des Abhängigen, seien dies Tätigkeiten im Haushalt oder am Arbeitsplatz.
  • Rationalisieren und Akzeptieren: Verhaltensweisen des Co-Abhängigen, mit denen er den Suchtmittelmissbrauch erklärt und rechtfertigt oder gar akzeptiert.
  • Unterstützung und Beteiligung des Co-Abhängigen bei der Beschaffung, der Zubereitung und dem Gebrauch des Suchtmittels.
  • Retten und sich dem Abhängigen nützlich machen: Der Abhängige wird übermäßig beschützt.

 

Verständnis für die Erkrankung des süchtigen Menschen zu haben, darf nicht bedeuten, dass das Verhalten und dessen Auswirkungen auf die eigene Person toleriert wird. Es sollten klare Grenzen gesetzt werden, was in Kauf genommen wird und was nicht. Werden diese Grenzen nicht eingehalten, ist es wichtig verbindlich zu sagen, wie man dann darauf reagieren wird. In unserer beruflichen Praxis machen wir oft die Erfahrung, dass Süchtige im nachhinein das konsequente Verhalten von Angehörigen als hilfreich beschreiben. Die persönliche Abgrenzung ist keine Entscheidung gegen den süchtigen Menschen, sondern gegen seine süchtigen Verhaltensweisen.

Zudem scheint es notwendig, dass Angehörige sich selbst ein suchtunabhängiges Leben bewahren. Das Recht auf eine eigene Lebensgestaltung wird mit der Suchterkrankung eines Familienmitgliedes nicht grundsätzlich in Frage gestellt, auch wenn die Sucht eine wesentliche Beeinträchtigung darstellt. Die persönliche Selbstaufgabe des Co-Abhängigen stellt für den Suchtkranken keine Hilfe dar. Wichtig wäre persönliche Antworten auf folgende Frage zu finden: Wie kann man als Angehöriger eines Suchtkranken so gut wie möglich leben, sein Leben zufriedenstellend gestalten, wenn der andere sich nicht ändert und man selbst noch nicht bereit ist, sich vollständig zu lösen ? Ich hoffe ja mit Ihnen, dass Ihr Freund nicht rueckfaellig wird, muss aber leider dazu sagen, dass die Wahrscheinlichkeit des Rueckfalls ohne Therapie oder anderweitige Unterstuetzung recht gross ist. Die meisten Alkoholiker machen 3-5x einen Entzug oder hoeren auf bevor sie "aufgehoert bleiben." (Alkoholfreies Bier scheint dabei keine grosse Rolle zu spielen).

 

 

Weitere Informationen finden Sie hier:

http://www.alkohol-hilfe.de/Co/co.htm
http://www.forum-alkoholiker.de/
http://www.al-anon.de/
http://www.trocken-leben.de/Seiten/Angehoerige.htm

 

 

 

Meiner Meinung nach waere es wichtig, dass sich Ihr Freund Hilfe besorgt, um einen Rueckfall zu vermeiden. Wenn er keine Therapie machen moechte, dann helfen vielleicht die folgenden Foren und Selbsthilfegruppen:

 

http://www.alkohol-hilfe.de/
http://www.forum-alkoholiker.de/

http://www.ipsis.de/adressen/adressselbsthilfe.htm

http://www.imedo.de/

http://www.netdoktor.at/krankheiten/fakta/alkoholismus.htm

 

 

Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort in ihrer Kürze geholfen hat und beantworte natuerlich auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

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