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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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hallo ich war beim arzt und der hat zu mir gesagt ich leide

Kundenfrage

hallo ich war beim arzt und der hat zu mir gesagt ich leide unter depression und ich habe immer schmerzen kommt das von der depression und angst gefühle habe ich auch
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage. Sie beschreiben eine schwierige Situation. Sie haben wahrscheinlich schon nach allen moeglichen koerperlichen Ursachen fuer Ihre Schmerzen gesucht, bis jetzt aber keine hilfreiche Antwort gefunden. Darum machen Sie sich Gedanken darueber, ob Ihre Schmerzen vielleicht psychologische Ursachen haben, denn: Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.“ Christian Morgenstern



Unter einer psychosomatischen Störung versteht man psychische Probleme wie chronischer Stress, berufliche Überforderung oder auch private Konflikte, die sich in organischen Erkrankungen ausdrücken. Der Begriff Psychosomatik ist abgeleitet vom griechischen, die Psyche (Seele) und Soma (Körper). Darunter versteht man die Lehre von den Zusammenhängen und der gegenseitigen Beeinflussung von Seele und Körper. Körper und Geist sind bei diesem Krankheitsbild sehr eng miteinander verbunden. Ein Merkmal eines psychosomatisch Erkrankten ist seine Schwierigkeit, die erlebten Gefühle hinreichend wahrzunehmen, zu beschreiben und auszudrücken. Sie erleben z.B. Schmerzen und Ihr Arzt sagt Ihnen, dass er denkt, dass Sie depressiv sind. Oft werden auch körpereigene Vorgänge und Reize weitaus intensiver wahrgenommen, als das bei einem anderen Menschen der Fall ist. Typisch sind auch Panikattacken mit Herzrasen ohne jeglichen Grund. Die am häufigsten auftretenden Krankheiten sind die so genannten nervösen Störungen z.B.:
- Nervöse Herz- oder Magenbeschwerden
- Schlafstörungen
- Schmerzsyndrome
- allgemeines körperliches Unwohlsein, Müdigkeit sowie Zerschlagenheit.
- Asthma
- Übergewicht/Essstoerungen
- chronische Magengeschwüre

- Bluthochdruck
- Darmentzündungen
- Hautexzeme/Neurodermitis
- einige rheumatische Gelenkserkrankungen.


Zwischen Körper und Seele herrscht ein Wechselspiel. Wer zum Beispiel Schmerzen hat, ist für gewöhnlich schlecht gelaunt. Und so löst auch jeder andere körperliche Vorgang bestimmte Gefühle aus. Und umgekehrt führt jedes Gefühl zu einer körperlichen Reaktionen: wer sich erleichtert fühlt, atmet auf. Wer verlegen ist, errötet. Wer gerührt ist, dem kommen die Tränen. In der Regel besteht bei psychosomatischen Krankheiten ein unbewusster psychischer Konflikt zwischen Bedürfnissen, die nicht befriedigt werden. Wenn etwa Aggressionen nicht ausgelebt werden, wird das Nervensystem daueraktiviert und es können sich je nach Veranlagung eine Entzündung der Magenschleimhaut, Bluthochdruck, Migräne oder auch Arthritis entwickeln.

Gerade Depressionen und Angst suchen sich gerne "einen Sitz" im Koerper und fuehren zu koerperlichen Problemen und haben koerperliche Symptome.

 


Bei Depressionen gibt es die 'psychischen Symptome', die typischen Stimmungen von depressiven Menschen

  • sie sind bedrückt, traurig, verzweifelt

  • sie haben ein andauerndes Elendigkeitsgefühl

  • Minderwertigkeitskomplexe

  • ängstlich, Angst vor dem Leben

  • hoffnungslos, Gefühl von Hilflosigkeit

  • sie wollen sich verkriechen

  • lebensmüde Gedanken, nicht mehr aufwachen wollen, alles Sch...

  • man sieht alles negativ

  • das Leben scheint sinnlos

  • Hemmungen

  • Schuldgefühle

  • Schwinden des Selbstwertgefühls

  • Interessenverlust

  • Unruhe

  • Gefuehlslosigkeit

  • eine andauernd gedrückte Stimmung

  • eine andauernde Freudlosigkeit

  • ein Verlust von Interesse an Dingen, die den Erkrankten vorher interessiert haben

  • eine grundsätzliche Antriebslosigkeit

Und dann gibt es die oft auftretenden koerperlichen Symptome

  • Appetitverlust

  • es kann eine Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust auftreten

  • gelegentlich Zunahme des Appetits (Heißhunger vor allem auf Kohlenhydrate, Schokolade)

  • starkes Bedürfnis nach sehr salzigen oder süßen Lebensmitteln, da der Geschmackssinn durch die Krankheit beeinträchtigt ist.

Atmung

  • der Betroffene spürt eine Enge im Brustkorb

  • der Betroffene verspürt einen Druck auf der Brust

  • er atmet schwer, keucht oder atmet flach und kaum merklich

Augen

  • der Erkrankte klagt über schlechte Augen, kann aber keine passende Sehhilfe finden

  • Entzündete Augen können auftreten

  • schlechtes Sehen (ohne nachweislicher Ursache)

  • Lichtüberempfindlichkeit

Blasenstörungen

  • es treten Schmerzen beim Wasserlassen auf

  • häufiger Harndrang

  • die Blase ist gereizt

Schlafstörungen

  • Störungen beim Einschlafen

  • Störungen beim Durchschlafen

  • Nächtliches Erwachen

  • öfters Alpträume

  • als Flucht vor dem Leben: gesteigertes Schlafbedürfnis

  • frühes Erwachen am Morgen

  • Startschwierigkeiten am Morgen

Herzbeschwerden

  • Stechen im Herzen, Brennen oder Druck

  • Herzklopfen, Herzrasen

Hals-, Nasen-, Ohrenbereich

  • man verspürt einen Kloß im Hals

  • der Hals ist wie zugeschnürt

  • man fühlt ein Druckgefühl auf den Ohren

  • es können Ohrgeräusche auftreten (ähnlich Tinnitus)

  • Schmerzen in den Ohren

  • schlechteres Hörvermögen (ohne körperlich nachweisbare Ursache)

  • Der Mund brennt und ist trocken

Kreislauf

  • Schwindelanfälle

  • man hat öfters "weiche Knie"

  • ein erhöhter Blutdruck ohne körperlich nachweisbare Ursache


Kopf- und Nackenbereich

  • diffuse Schmerzen oder Druck

  • Verspannungen im Schulter- oder Nackenbereich

Magen-Darm-Beschwerden

  • es können Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen auftreten

  • verstärkt Blähungen

  • es kommt zu Sodbrennen oder Magendruck

  • häufig Verstopfung oder Durchfall

  • Probleme mit dem Magen, Uebelkeit, Verdauungsstoerungen

Vegetatives Nervensystem

  • der Betroffene verspürt Hitzewallungen oder Kälteschauer

  • er zittert ungewöhnlich

  • er errötet schnell

  • er bekommt oft kalte Hände oder Füße

  • er ist sehr temperaturempfindlich, schnell ist es ihm zu kalt oder zu warm

  • er hat Blutdruckschwankungen

Zahnbereich

  • häufig Schmerzen ohne Grund

  • Gefühl eines schlecht sitzenden Gebißes

  • "Zähne zusammenbeißen" oder Zähneknirschen

Und

  • Selbstschädigung

  • Keine Lust auf Sexualitaet

  • Man kann nichts mehr entscheiden

  • Verlust des Zeitgefuehls

  • Die Angst, immer duemmer zu werden

  • Man ist wie ausgebrannt

Ihre Schmerzen und Aengste koennten also durchaus Teil der depressiven Symptomatik sein. Depressionen gehen ausserdem einher mit einem besonders negativen Erleben der Welt, mit sog. katastrophisierenden Gedanken, in denen man sich ausmalt, welche schlimmen Dinge passieren könnten. Der Wahrnehmungsfokus liegt auf dem: Was fehlt noch? Was habe ich noch nicht erreicht? Was kann ich noch nicht? Was läuft schief in meinem Leben? Es gibt immer Dinge, die noch nicht so gut laufen, die noch fehlen und die schief laufen, aber depressive Menschen sehen vor allem diese negativen Tatsachen und verlernen mit zunehmender Krankheitsdauer immer mehr, die positiven Dinge auch wahrzunehmen und zu fühlen. Dies führt zu andauernden negativen Gefühlszuständen, starker Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Energielosigkeit. Häufig kommt es auch zu einer Gewichtszunahme oder Abnahme, zu sexuellen Störungen und Libidostörungen. Das Morgentief erleben besonders viele Patienten als große Belastung. Der Tag beginnt schwer, es ist nur mit großer Mühe möglich, das Bett zu verlassen und das Tagewerk zu beginnen. Bei besonders schweren Depressionen schaffen die Patienten es nicht mehr, das Bett zu verlassen.


Bei einer Depression kommt es oft zu kognitiven Verzerrungen. In depressiven Phasen kommt es zu Fehlinterpretationen der Wirklichkeit, die zu einer pessimistischen Sichtweise der Welt, der eigenen Möglichkeiten und der Zukunft führt. Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge werden verwechselt. Unangemessene Verallgemeinerungen (Depressionen kann doch niemand heilen) oder übertreibungen (die Sprechstundenhilfe hat mich abweisend behandelt, als sie sagte, dass ich noch etwas länger warten muss), emotionale Beweisführung (ich habe das Gefühl, dass sie mir nicht helfen kann, also stimmt das) und das weit verbreitete Gedankenlesen (ich weiss, dass sie mich nicht leiden kann) sind typische kognitive Verzerrungen. Depressive Patienten haben eine Neigung zum kognitiven Verzerren. Man weiß jedoch nicht, ob die Depression die kognitiven Verzerrungen auslöst oder ob die kognitiven Verzerrungen die Depression auslösen. Kognitive Verzerrungen könnten z.B. auch erlernt sein. Das Bewusstmachen von kognitiven Verzerrungen und das Auflösen dieser Verzerrungen führen zu einer Verbesserung des subjektiven Erlebens. Depressive Patienten können lernen, ihre Gedanken selbst zu überprüfen und zu verändern. Dies ist ein wichtiger Bestandteil der Kognitiven Verhaltenstherapie. Irrationale Einstellungen werden verändert und wirken sich damit auf das konkrete Verhalten aus.

Auch die Gehirnchemie ist bei depressiven Patienten verändert. Bestimmte Neurotransmitter wie Noradrenalin und Serotonin sind entweder zu wenig oder zu viel verfügbar. Genau hier setzen Psychopharmaka an. Leider weiß man bis heute nicht genau, wie diese wirken. Man weiß auch nicht, ob die Verschiebung der Neurotransmitterhaushalte die Depression verursacht oder ob die Depression die Neurotransmitterhaushalte negativ beeinflusst. Tatsache ist, dass viele depressive Patienten sehr gut auf die Behandlung mit Antidepressiva reagieren. Die Kombination von Antidepressiva und Kognitiver Verhaltenstherapie gibt heute als die Methode der Wahl für die Behandlung der Depression. Fragen Sie dazu am besten Ihren Arzt, was fuer ein Medikament er vorschlagen wuerde, um Ihren Depressionen und Ihren Schmerzen zu helfen.

 

Manchmal sind Menschen skeptisch gegenueber Medikamenten, aber diese spielen oft eine grosse Rolle in der Behandlung von Depressionen. Wenn man erkaeltet ist, dann riecht man nicht gut und wenn man nicht gut riecht, dann schmeckt einem nichts wirklich gut. Wenn also ein 5 Sterne-Koch fuer einen kochen wuerde, dann wuerde das genauso schmecken, wie wenn das Kind fuer einen kocht, obwohl man weiss, dass das Essen von dem Chefkoch sehr viel besser schmecken sollte. Im Fall einer Depression ist das im Gehirn aehnlich. Die Botenstoffe, die eigentlich signalisieren sollten, dass etwas Spass macht oder schoen ist, funktionieren nicht richtig. Auch wenn man etwas tut, von dem man weiss, dass es eigentlich schoen sein sollte, kann man das nicht spueren. Wenn man die richtigen Antidepressiva nimmt, dann fuehrt das dazu, dass die Botenstoffe wieder richtig ausbalanziert sind und man schoene Dinge wieder als schoen empfindet. Diese Medikamente machen also nicht gluecklich oder spielen einem etwas vor, sie helfen nur dabei, dass man wieder Freude spueren kann. Genauso wie man sobald man wieder riechen kann, das gute Essen geniessen koennte.

 

 

Hier finden Sie weitere Informationen dazu, was Sie selbst tun koennen, um sich zu helfen:

 

 

http://www.depression-behandeln.de

 

Wenn Sie eine Therapie in Erwaegung ziehen, gibt es mehrere Moeglichkeiten, einen Therapeuten zu finden. Um relativ schnell einen Termin zur Diagnostik und/oder zur Therapie zu bekommen, wenden Sie sich am besten an eine nahegelegene psychotherapeutische/ psychiatrische ambulante Fachklinik, an eine Universitätsklinik mit einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz oder an ein psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut. Es dauert oft recht lange, um einen Termin bei einem niedergelassenen Psychologen zu bekommen, aber auch das ist eine Moeglichkeit. Fragen Sie dazu bei Ihrer Krankenkasse nach einer Liste von geeigneten Therapeuten. Hier finden Sie ebenfalls Listen von Therapeuten (mit und ohne Kassenzulassung) nach Postleitzahl geordnet:

http://www.psychotherapiesuche.de/therapeutensuche
http://www.netzwerk-psychotherapie.de/
http://www.therapeuten.de/

http://www.therapeutenfinder.com/therapeuten/

Hier finden Sie psychologische Ausbildungsinstitute:

http://www.therapie.de/psyche/info/ausbildung/adressen-und-links/

 

 





Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort in ihrer Kürze geholfen hat und beantworte auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

Wenn meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht, bitte ich Sie, nicht zu vergessen das Honorar (durch Anklicken von "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank.

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