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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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Wie verhält man sichngegenüber dem Ehemann der unter midlife

Kundenfrage

Wie verhält man sichngegenüber dem Ehemann der unter midlife crises leidet. Er ist seit 2wochen ausgezogen, meldetbsich kaum noch bEsucht kaum noch seine 2 kleinen Kinder
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 5 Jahren.

Ihr Mann ist anscheindend gerade im “mittleren Alter” oder seiner "Lebensmitte." Die Suche nach Risiko, Unabhaengigkeit und etwas exotischem passt in das Konzept der "midlife crisis." Auch wenn die midlife crisis nicht immer ernst genommen wird, gibt es mittlerweile genug Forschung, die zeigt, dass es sich dabei um eine durchaus ernstzunehmende Lebenskrise handelt. Man stellt sich zu diesem Zeitpunkt oft die Frage nach dem Sinn des Lebens, hinterfragt Lebensentscheidungen (Was waere gewesen, wenn ich jemand anderen geheiratet haette? Wenn ich einen anderen Beruf ergriffen haette? Wenn ich keine Kinder haette? ....), und setzt sich mit der eigenen Sterblichkeit auseinander. Die Realisierung, dass man weniger Zeit vor sich als hinter sich hat, fuehrt oft dazu, dass man mit allen moeglichen Mitteln versucht, seine Jugend noch einmal zu erleben. Das fuehrt dann dazu, dass man eine junge Partnerin sucht, mit der man nochmal "von Vorne" anfangen, also Babies haben und eine neue Familie gruenden kann. Auch der Drang nach Freiheit und Risiko ist Teil des Wunsches nochmal jung zu sein (denn mit 20 stand das Leben noch offen, man konnte noch alle Traeume verwirklichen).
Dieser Wunsch nach einer zweiten Jugend hat wenig mit Ihnen zu tun. Darum ist die Aussage Ihres Mannes, dass er Sie und die Kinder liebt, wahrscheinlich absolut wahr. Sein Verhalten ist nicht von dem Wunsch, Sie zu verlassen, motiviert, sondern von dem Wunsch noch einmal jung zu sein. Der Alltag mit Ihnen zeigt ihm ganz deutlich, dass er nicht 20 ist (die Kinder sind zu alt, die Routinen gut eingespielt, es gibt wenig ueberraschendes und aufregendes, man kennt einander sehr gut - und damit auch die Eigenheiten des anderen (wie man den Kaffee trinkt, was man gerne am Sonntag macht...)), was fuer ihn gerade sehr angsterregend ist.

Was als naechstes passiert ist sehr schwer vorauszusagen. Manche Maenner finden einen Weg, den Sinn des Lebens in Ihrer Familie zu finden und Ihre Angst vor der eigenen Sterblichkeit zu ueberwinden. Sie tun dann oft Dinge, um ihr Leben zu bereichern (wie eine Pilotenlizenz machen, mit dem Fahrrad durch die Mongolei fahren, eine Zeit im Ausland arbeiten, ein schnelles Auto kaufen usw.) um fuer diesen Drang nach Freiheit und Risiko im Rahmen ihres jetzigen Lebens Raum zu schaffen.

Andere verlassen Ihre Familien und fangen mit einer jungen Frau eine neue Familie an. Wenn sie dann nach ein paar Jahren realisieren, was sie aufgegeben haben, ist es in der Regel zu spaet.Da haben sie dann schon 1-2 weitere Kinder und neue Verantwortungen.


Er hat wahrscheinlich tatsaechlich ein schlechtes Gewissen, weil er Sie verlassen hat. Aber meistens, wenn Maenner so eine Entscheidung erstmal getroffen haben, wenn sie also sagen: "Das ist nicht wirklich richtig, aber ich mache es trotzdem," dann spielt das schlechte Gewissen oft nicht mehr eine ganz so grosse Rolle, aber es kann auch sein, dass sein schlechtes Gewissen ihn von seinen Kindern fernhaelt.


Sie kennen Ihren Mann sehr viel besser als ich und wissen, was von dem oben beschriebenen zutreffen koennte. Vielleicht wuerde er etwas zur midlife crisis lesen? Vielleicht gibt es gemeinsame Freunde, die mit ihm darueber reden koennen? Gibt es vielleicht einen Mann, den er respektiert, der eine aehnliche Lebenskrise durchgemacht hat, der mit ihm sprechen koennte?


 

Frauen scheinen sich insgesamt einfacher mit dem Aelterwerden abzufinden und brauchen diese "zweite Jugend" nur selten, darum ist es oft unverstaendlich, warum Maenner diese Dinge tun. Aber letztendlich hat die Trennung wahrscheinlich ganz viel mit den Aengsten Ihres Mannes zu tun und recht wenig mit Ihnen. Das hilft Ihnen wahrscheinlich wenig, um sich weniger verletzt zu fuehlen, aber vielleicht gibt Ihnen dieses Wissen den Mut, weniger darueber zu gruebeln, was Sie falsch gemacht haben (wahrscheinlich wenig) und sich auf Ihr Leben zu konzentrieren und Wege zu finden, gluecklich zu sein. Ich empfehle Ihnen, sich unabhaengig vom Verhalten Ihres Mannes, um sich selbst zu kuemmern. Tun Sie sich selbst etwas gutes, etwas, das Ihnen hilft, sich besser, staerker, unabhaengiger und weniger aengstlich zu fuehlen. Wenn eine Chance besteht, dass er zu Ihnen zurueck findet, dann wollen Sie so "attraktiv" sein wie moeglich - und Menschen, die mit sich selbst im Reinen sind, ihr Leben geniessen koennen und sich insgesamt wohl fuehlen, sind meist am attraktivsten. Menschen, die sich beschweren, beklagen oder Vorwuerfe machen, haben weniger "Anziehungskraft."


Vielleicht koennten SIe ihm einen Zeitrahmen setzen (3-6 Monate?) und sagen, dass Sie gerne an der Beziehung arbeiten moechten, dass er Ihnen wichtig ist, dass Sie ihn aber zu nichts zwingen wollen, aber darauf hoffen, dass Sie diese Krise gemeinsam durchstehen koennen. Dann konzentrieren Sie sich auf sich und Ihre Kinder. Je mehr Sie versuchen, ihn umzustimmen, desto mehr wird er sich von Ihnen entfernen - leider.

 

Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort in ihrer Kürze geholfen hat und beantworte auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

Wenn meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht, bitte ich Sie, nicht zu vergessen das Honorar (durch Anklicken von "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank.

 

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