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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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Ich möchte gerne Wissen wie ich meine Eltern helfen kann! Meine

Kundenfrage

Ich möchte gerne Wissen wie ich meine Eltern helfen kann! Meine Mutter ist psychischkrank Depressiv...ist nicht mehr in der Lage richtige Entscheidung zu treffen im Gesundheitlichen Rahmen, mein Vater ist überfordert u.berufstätig. Was u.womit kann ich helfen u.wie geht das mit dem entmündigen im Gesundheitsrahmen?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage. Sie beschreiben eine schwierige Situation. Sie machen sich Sorgen um Ihre Eltern, v.a. um Ihre Mutter, die mit ihren Depressionen nicht zurecht kommt. Eine Entmuendigung ist ein recht grosser Eingriff in die Menschenrechte und darum nicht leicht zu erreichen, aber vielleicht auch nicht unbedingt notwendig. Es gibt das PsychKG in Deutschland, nach dem psychisch Kranke auch gegen ihren Willen in eine Klinik eingewiesen werden koennen. Vielleicht koennte man dort Ihrer Mutter genug helfen,d ass sie danach wieder in der Lage ist, besser fuer sich selbst zu sorgen. Oder man kann Ihnen dort helfen, tatsaechlich eine Entmuendigung vorzunehmen, wenn man denkt, dass das notwendig ist.

 

Dazu waere es notwendig, dass Sie denken, dass Ihre Mutter eine Gefahr fuer sich selbst darstellt, also aktiv oder passiv Selbstmord begehen koennte. Wenn jemand nicht fuer seine Gesundheit sorgt und sich vernachlaessigt, dann qualifiziert das unter Umstaenden. Fragen Sie dazu bei der oertlichen psychiatrischen Ambulanz und/oder dem Notarzt nach, was Sie tun koennen und wie der Prozess im Bundesland Ihrer Eltern ablaeuft.

 

 

Ich gehe davon aus, dass Ihre Mutter die folgenden Symptome zeigt?

Allgemeiner Eindruck eines depressiven Menschen auf die Umwelt:

  • depressive Menschen sprechen oft leise und langsam, sie klingen eintönig
  • sie haben oft einen ernsten Gesichtsausdruck, wirken erstarrt oder verbissen
  • sie bewegen sich oft kraftlos, schleppend oder unmotiviert
  • der Gang ist nach vorn gebeugt, die Schultern hängen
  • sie ziehen oft den Kopf ein, sehen jämmerlich aus
  • es hat den Anschein, als ob sich der Betroffene ueber nichts freuen kann

Stimmungen von depressiven Menschen

  • sie sind bedrückt, traurig, verzweifelt
  • sie haben ein andauerndes Elendigkeitsgefühl
  • Minderwertigkeitskomplexe
  • ängstlich, Angst vor dem Leben
  • hoffnungslos, Gefühl von Hilflosigkeit
  • sie wollen sich verkriechen
  • lebensmüde Gedanken, nicht mehr aufwachen wollen, alles Sch...
  • man sieht alles negativ
  • das Leben scheint sinnlos
  • Hemmungen
  • Schuldgefühle
  • Schwinden des Selbstwertgefühls
  • Interessenverlust
  • Unruhe
  • Gefuehlslosigkeit

Die Hauptsymptome einer Depression sind:

  • eine andauernd gedrückte Stimmung
  • eine andauernde Freudlosigkeit
  • ein Verlust von Interesse an Dingen, die den Erkrankten vorher interessiert haben
  • eine grundsätzliche Antriebslosigkeit

Oft auftretende koerperliche Symptome

  • Appetitverlust
  • es kann eine Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust auftreten
  • gelegentlich Zunahme des Appetits (Heißhunger vor allem auf Kohlenhydrate, Schokolade)
  • starkes Bedürfnis nach sehr salzigen oder süßen Lebensmitteln, da der Geschmackssinn durch die Krankheit beeinträchtigt ist.

Atmung

  • der Betroffene spürt eine Enge im Brustkorb
  • der Betroffene verspürt einen Druck auf der Brust
  • er atmet schwer, keucht oder atmet flach und kaum merklich

Augen

  • der Erkrankte klagt über schlechte Augen, kann aber keine passende Sehhilfe finden
  • Entzündete Augen können auftreten
  • schlechtes Sehen (ohne nachweislicher Ursache)
  • Lichtüberempfindlichkeit

Blasenstörungen

  • es treten Schmerzen beim Wasserlassen auf
  • häufiger Harndrang
  • die Blase ist gereizt

Schlafstörungen

  • Störungen beim Einschlafen
  • Störungen beim Durchschlafen
  • Nächtliches Erwachen
  • öfters Alpträume
  • als Flucht vor dem Leben: gesteigertes Schlafbedürfnis
  • frühes Erwachen am Morgen
  • Startschwierigkeiten am Morgen

Herzbeschwerden

  • Stechen im Herzen, Brennen oder Druck
  • Herzklopfen, Herzrasen

Hals-, Nasen-, Ohrenbereich

  • man verspürt einen Kloß im Hals
  • der Hals ist wie zugeschnürt
  • man fühlt ein Druckgefühl auf den Ohren
  • es können Ohrgeräusche auftreten (ähnlich Tinnitus)
  • Schmerzen in den Ohren
  • schlechteres Hörvermögen (ohne körperlich nachweisbare Ursache)
  • Der Mund brennt und ist trocken

Kreislauf

  • Schwindelanfälle
  • man hat öfters "weiche Knie"
  • ein erhöhter Blutdruck ohne körperlich nachweisbare Ursache


Kopf- und Nackenbereich

  • diffuse Schmerzen oder Druck
  • Verspannungen im Schulter- oder Nackenbereich

Magen-Darm-Beschwerden

  • es können Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen auftreten
  • verstärkt Blähungen
  • es kommt zu Sodbrennen oder Magendruck
  • häufig Verstopfung oder Durchfall
  • Probleme mit dem Magen, Uebelkeit, Verdauungsstoerungen

Vegetatives Nervensystem

  • der Betroffene verspürt Hitzewallungen oder Kälteschauer
  • er zittert ungewöhnlich
  • er errötet schnell
  • er bekommt oft kalte Hände oder Füße
  • er ist sehr temperaturempfindlich, schnell ist es ihm zu kalt oder zu warm
  • er hat Blutdruckschwankungen

Zahnbereich

  • häufig Schmerzen ohne Grund
  • Gefühl eines schlecht sitzenden Gebißes
  • "Zähne zusammenbeißen" oder Zähneknirschen

Und

  • Selbstschädigung
  • Keine Lust auf Sexualitaet
  • Man kann nichts mehr entscheiden
  • Verlust des Zeitgefuehls
  • Die Angst, immer duemmer zu werden
  • Man ist wie ausgebrannt
  • Man hat Angst, unheilbar krank zu sein


Depressionen gehen einher mit einem besonders negativen Erleben der Welt, mit sog. katastrophisierenden Gedanken, in denen man sich ausmalt, welche schlimmen Dinge passieren könnten. Der Wahrnehmungsfokus liegt auf dem: Was fehlt noch? Was habe ich noch nicht erreicht? Was kann ich noch nicht? Was läuft schief in meinem Leben? Es gibt immer Dinge, die noch nicht so gut laufen, die noch fehlen und die schief laufen, aber depressive Menschen sehen vor allem diese negativen Tatsachen und verlernen mit zunehmender Krankheitsdauer immer mehr, die positiven Dinge auch wahrzunehmen und zu fühlen. Dies führt zu andauernden negativen Gefühlszuständen, starker Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Energielosigkeit. Häufig kommt es auch zu einer Gewichtszunahme oder Abnahme, zu sexuellen Störungen und Libidostörungen. Das Morgentief erleben besonders viele Patienten als große Belastung. Der Tag beginnt schwer, es ist nur mit großer Mühe möglich, das Bett zu verlassen und das Tagewerk zu beginnen. Bei besonders schweren Depressionen schaffen die Patienten es nicht mehr, das Bett zu verlassen.

Bei einer Depression kommt es oft zu kognitiven Verzerrungen. In depressiven Phasen kommt es zu Fehlinterpretationen der Wirklichkeit, die zu einer pessimistischen Sichtweise der Welt, der eigenen Möglichkeiten und der Zukunft führt. Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge werden verwechselt. Unangemessene Verallgemeinerungen (Depressionen kann doch niemand heilen) oder übertreibungen (die Sprechstundenhilfe hat mich abweisend behandelt, als sie sagte, dass ich noch etwas länger warten muss), emotionale Beweisführung (ich habe das Gefühl, dass sie mir nicht helfen kann, also stimmt das) und das weit verbreitete Gedankenlesen (ich weiss, dass sie mich nicht leiden kann) sind typische kognitive Verzerrungen. Depressive Patienten haben eine Neigung zum kognitiven Verzerren. Man weiß jedoch nicht, ob die Depression die kognitiven Verzerrungen auslöst oder ob die kognitiven Verzerrungen die Depression auslösen. Kognitive Verzerrungen könnten z.B. auch erlernt sein. Das Bewusstmachen von kognitiven Verzerrungen und das Auflösen dieser Verzerrungen führen zu einer Verbesserung des subjektiven Erlebens. Depressive Patienten können lernen, ihre Gedanken selbst zu überprüfen und zu verändern. Dies ist ein wichtiger Bestandteil der Kognitiven Verhaltenstherapie. Irrationale Einstellungen werden verändert und wirken sich damit auf das konkrete Verhalten aus.

Auch die Gehirnchemie ist bei depressiven Patienten verändert. Bestimmte Neurotransmitter wie Noradrenalin und Serotonin sind entweder zu wenig oder zu viel verfügbar. Genau hier setzen Psychopharmaka an. Leider weiß man bis heute nicht genau, wie diese wirken. Man weiß auch nicht, ob die Verschiebung der Neurotransmitterhaushalte die Depression verursacht oder ob die Depression die Neurotransmitterhaushalte negativ beeinflusst. Tatsache ist, dass viele depressive Patienten sehr gut auf die Behandlung mit Antidepressiva reagieren. Die Kombination von Antidepressiva und Kognitiver Verhaltenstherapie gibt heute als die Methode der Wahl für die Behandlung der Depression.

 

Nimmt Ihre Mutter Antidepressiva? Wenn nicht, dann sollte sie darueber mit ihrem Hausarzt sprechen. Wenn ja, dann helfen diese ja offensichtlich nicht und ein Wechsel des Medikaments oder der Dosis sollte erwogen werden. Ein Arzt fuer Psychiatrie oder Psychosomatik ist da oft die beste Anlaufstelle.

 

Ein hoffentllich hilfreicher Link:

 

http://www.depression-behandeln.de/depression-behandlung.html

 

 

Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort in ihrer Kürze geholfen hat und beantworte auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

Wenn meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht, bitte ich Sie, nicht zu vergessen das Honorar (durch Anklicken von "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank.