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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

unser sohn ist seit ca.10 Jahren cannabisabhängig, hat seit

Kundenfrage

unser sohn ist seit ca.10 Jahren cannabisabhängig, hat seit 7 Jahren grandmal Epilepsie, ist jetzt auf dem Tiefpunkt angekommen, es geht ihm körperlich seht schlecht, er hat appetitstörungen d.h.er hat Hunger kann aber nichts essen und nimmt sehr ab. er ist 198cm groß und wiegt zur Zeit noch 65 Kg. er hat im Internet gesucht um seine symptome zuzuorden und ist auf einen Fragebogen von Psychosen gestossen und ist dann bei Bipolaren Störungen darauf gekommen das bis auf 2 Sachen alle Kriterien auf ihn passen.
Wie greifbar ist diese Diagnose? Auf uns wirkt es sehr schwammig und es ist die Frage ob er in eine Psychotherapie solte oder ob er in eine Drogentherapie muss bzw.ob es kombinierbar ist.
Er ist bereit überall hin zu fahren in der Hauptsache weit weg von seinen Freunden die ihn immer wieder verleiten.
Wie sehen sie den Weg den er einschlagen sollte welche Möglicheiten bestehen hier bei uns im Kreis Aachen.
vielen Dank XXXXX XXXXX Angelika
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll und offen gestellte Frage.
Ihre Verzweiflung und Ihre Angst um Ihren Sohn kann ich gut verstehen und es ist aus meiner Sicht dringend Hilfe (darunter verstehe ich jedoch Hilfe Ihres Sohnes für sich selbst) angebracht. Denn Sie können ggf. nur begleiten, jedoch müssen dabei Ihre eigenen emotionalen Belastungsgrenzen auch wirklich realistisch einschätzen und müssen ggf. durch eigene therapeutische Unterstützung durch einen Dipl.- Psychologen oder durch den Besuch einer Angehörigenselbsthilfegruppe (häufig angegliedert an eine Suchtberatungsstelle) für drogenabhängige Menschen der Gefahr der Co.- Abhängigkeit entgegen treten.

Auf Grund meiner langen Erfahrung auf dem Gebiet der Suchterkrankungen habe ich es schon des Öfteren erlebt, dass es zu sogenannten drogeninduzierten psychotischen bzw. „psychoseähnlichen" Symptomen kommen kann und ggf. einige Patienten wirklich auf dem Trip hängen bleiben (vornehmlich, wenn noch andere Drogen mit im Spiel sind). Jedoch ist hier im Forum eine genaue Abklärung nicht möglich und so ist hier eine dringende Konsultation mit dem Hausarzt in der ersten Instanz und dann mit einem Facharzt für Psychiatrie ggf. Facharzt für Suchtmedizin notwendig.

Im Fall des Vorliegens einer schweren psychischen Störung (welche dies auch immer sein mag) kann eine Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus notwendig sein. Wenn die/der Betroffene nicht dazu in der Lage ist seine gesundheitliche Situation realistisch einzuschätzen, kann es notwendig sein, Ihren Sohn auch gegen seinen Willen einer stationären Behandlung zuzuführen. Dies wird durch die Unterbringungsgesetze der Länder geregelt (PsychKG des Landes). Vorrausetzung für eine Zwangseinweisung ist neben dem Vorliegen einer psychischen Erkrankung das Vorhandensein einer akuten Gefahr für die eigene Person oder andere Personen ( Eigen- und Fremdgefährdung), u.a. massive Suchtgefährdung und somit Vernachlässigung der menschlichen Grundbedürfnisse wie z.B. Essen, schlafen, Trinken bzw. suizidale Handlungen oder deren Ankündigung usw. Diese Unterbringung wird von der Polizei veranlasst und das Amtsgericht verfügt über die Einweisung nach ärztlichem Gutachten. Sie haben auch die Möglichkeit im Rahmen der von Ihnen beschriebenen Symptome den Notarzt für Ihren Sohn zu rufen, um eine Einweisung über den Notarzt nach PsychKG zu veranlassen. Sollte dies aber nicht so möglich sein, können Sie über den Sozial-Psychiatrischen-Dienst des Gesundheitsamtes des Landkreises (Stadt) eine psychiatrisch/ psychologische Begleitung durch eine z.T. auch aufsuchende Tätigkeit verlangen. Der sozialpsychiatrische Dienst hat die Aufgabe psychisch kranke Menschen zu beraten und zu begleiten. Er kooperiert mit allen anderen Institutionen, die vor Ort Hilfen für psychisch kranke Menschen anbieten. Der sozialpsychiatrische Dienst steht unter fachärztlicher Leitung und besteht aus einem interdisziplinärem Team( Ärzte, Psychologen, Krankenpfleger, Sozialarbeiter): Eine Aufgabe ist auch die Vermittlung weitergehender therapeutischer, pflegerischen, begleitenden und sozialrechtlichen Hilfen.

Ob hier erst ein Mal eine Entgiftungsbehandlung (w/ Cannabisabhängigkeit) ratsam wäre entzieht sich meiner Kenntnis, da sehr häufig bei ein er Cannabisabhängigkeit eher ein physischer Entzug weniger eine Rolle spielt als ein psychischer Entzug. jedoch kann eine solche Behandlung (Dauer ca. 14 Tage) in jeder psychiatrischen Einrichtung bzw. Universitätsklinikum durchgeführt werden und eine Aufnahme ist auf Grund der akuten Situation möglich. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit einer weiterführenden Entwöhnungsbehandlung in einer suchttherapeutischen Einrichtung (Dauer ca. 3 Monate oder länger) und durch das vorab notwendige Aufsuchen einer Sucht- und Drogenberatungsstelle wird durch einen Sozialbericht die Notwendigkeit durch eine Kollegen für die Krankenkasse angezeigt und überall in Deutschland erhält Ihr Sohn bei positivem Bescheid die Möglichkeit sich behandeln zu lassen. Diese Langzeitbehandlungen schließt in der Regel, anders als bei der Entgiftung, eine psychotherapeutische Behandlung mit ein.

Natürlich kann Ihr Sohn, ggf. mit Ihrer Unterstützung auch an einen Dipl.- Psychologen wenden, jedoch werden Sie dabei vlt. auf Schwierigkeiten stoßen, da viele meiner Kollegen eine Behandlung im ambulanten Setting von Suchterkrankten ablehnen. Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut für Verhaltenstherapie oder Tiefenpsychologie wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben z.B. verhaltenstherapeutisches oder tiefenpsychologisches Ausbildungsinstitut + größere Orte in der Umgebung z.B. Berlin, Köln) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz vereinbaren und dort mit Ihrem Sohn (natürlich sollte er dies selber am ehesten tun) vorstellig werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiter helfen und wünsche Ihnen für die Zukunft viel Kraft, Mut und alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

 

 

 

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